Allschwil (awp) - Das angeschlagene Biotechunternehmen Idorsia hat sich finanziell etwas freigeschaufelt. Wie schon lange erwartet, ist das Unternehmen ein weiteres Lizenzabkommen eingegangen, für das es eine Vorauszahlung von 350 Millionen US-Dollar erhält.

Wie aus einem Communiqué vom Mittwoch hervorgeht, ist es mit dem US-Unternehmen Viatris eine globale Forschungs- und Entwicklungskooperation eingegangen. Ziel der Zusammenarbeit sei die weltweite Entwicklung und Vermarktung der beiden Idorsia-Kandidaten Selatogrel (akuter Herzinfarkt) und Cenerimod (Autoimmunerkrankung SLE), die sich beide in der späten klinischen Entwicklung der Phase-III befinden.

Darüber hinaus sieht das Abkommen potenzielle Meilensteinzahlungen für die Entwicklung und Zulassung sowie bestimmte bedingte Zahlungen in Form von zusätzlichen Meilensteinzahlungen und gestaffelten Lizenzgebühren im mittleren einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich auf den jährlichen Nettoumsatz vor.

Wie Idorsia weiter berichtet, werde ein gemeinsamer Entwicklungsausschuss die Entwicklung der laufenden Phase-III-Programme für die beiden Kandidaten bis zur Zulassung beaufsichtigen. Idorsia werde in den nächsten drei Jahren bis zu 200 Millionen US-Dollar beisteuern und bei Abschluss der Transaktion das für beide Programme zuständige Personal an Viatris übergeben.

Viatris wiederum erhält die weltweiten Vermarktungsrechte für Selatogrel und Cenerimod (mit Ausnahme von Japan, Südkorea und bestimmten Ländern des asiatisch-pazifischen Raums, nur für Cenerimod).

Darüber hinaus haben sich die beiden Seiten darauf geeinigt, dass Viatris ein Vorkaufsrecht und ein Erstverhandlungsrecht für bestimmte andere Pipeline-Produkte von Idorsia bekommt. Die Transaktion dürfte bis Ende März abgeschlossen sein, vorbehaltlich der üblichen Abschlussbedingungen, wobei keine weiteren behördlichen oder aktionärsrechtlichen Genehmigungen erforderlich seien.

"Die Vorauszahlung von 350 Millionen verschafft uns die dringend benötigte Liquidität" wird Finanzchef André C. Muller in der Mitteilung zitiert. Idorsia habe wiederholt erklärt, dass es viele Bälle in der Luft habe. "Den ersten haben wir jetzt gefangen und arbeiten weiter an anderen, um die Zukunft von Idorsia zu sichern."

hr/rw