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AUSBLICK/Intel droht Gewinnrückgang inmitten von Halbleiterknappheit

22.07.2021 | 15:27

Von Asa Fitch

NEW YORK (Dow Jones)--Intel dürfte im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang verzeichnet haben. Der Grund: CEO Pat Gelsinger arbeitet daran, den Chip-Giganten inmitten eines weltweiten Halbleitermangels umzubauen. Seit seinem Wiedereintritt bei Intel im Februar hat sich Gelsinger verpflichtet, eine Auftragsfertigung für Chips einzurichten, kündigte größere Fabrikerweiterungen an und lockte Talente zurück, um die technologische Leistungsfähigkeit der Ikone aus dem Silicon Valley wiederherzustellen. Das Unternehmen ist auch in Gesprächen, um möglicherweise Globalfoundries für rund 30 Milliarden US-Dollar zu kaufen. Das wäre zugleich seine größte Akquisition aller Zeiten und ein Signal dafür, wie ernst es Gelsinger ist, Intel zu einem kommerziellen Chiphersteller weiterzuentwickeln.

Die Schritte kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach Chips in die Höhe schießt, was zu einer weltweiten Knappheit und steigenden Preisen führt. Es wird erwartet, dass Intel an diesem Donnerstag einen Umsatzrückgang im zweiten Quartal um etwa 10 Prozent auf 17,8 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 4,2 Milliarden Dollar bekannt gibt, gegenüber 5,1 Milliarden Dollar im Vorjahr, so die von Factset befragten Analysten.

Intel hat im vergangenen Jahr zugestimmt, sein Flash-Speicher-Produktionsgeschäft an das südkoreanische Unternehmen SK Hynix zu verkaufen. Und obwohl die Nachfrage nach Computern weiterhin stark ist, hat eine Verschiebung im Laptop-Markt hin zu billigeren Chromebooks das Geschäft weniger lukrativ gemacht. Die Laptop-Lieferungen waren im zweiten Quartal wegen Komponentenengpässen ebenfalls schwächer als üblich, was Intels Umsatz weiter schmälern könnte, so die Analysten von Citi in einer Studie.

Die Wall Street erwartet, dass die Verkäufe von Intels Chips für Rechenzentren hinter den hohen Werten von vor einem Jahr zurückbleiben, als die Pandemie zu einer raschen Zunahme der Cloud-Computing-Dienste führte, die sich auf solche Einrichtungen stützen. Intel sieht sich auch einer stärkeren Konkurrenz von Advanced Micro Devices gegenüber, die dessen dominanten Anteil bei Chips für Rechenzentren pulverisiert hat.

Gelsinger stellte im März erstmals seinen Turnaround-Plan vor und zugleich Investitionen von mehr als 20 Milliarden Dollar in zwei Werke in Arizona. Im Mai folgte eine 3,5 Milliarden Dollar teure Expansion in New Mexico. Weitere Kapazitätserweiterungen, in den USA und im Ausland, sind in Planung.

Intel könnte bei der Errichtung dieser Anlagen durch neue staatliche Anreize unterstützt werden. Ein Gesetzentwurf, der 39 Milliarden Dollar für die heimische Chipfertigung und weitere Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung vorsieht, wurde im Juni vom US-Senat verabschiedet. Das Repräsentantenhaus muss das Gesetz noch verabschieden, bevor es an das Weiße Haus zur Unterzeichnung durch US-Präsident Joe Biden geht. Europa und asiatische Länder locken aber auch Chiphersteller mit Anreizen, um mehr Kapazitäten an Land zu ziehen und sich den Zugang zu einer Technologie zu sichern, die zunehmend als entscheidend für die nationale Sicherheit angesehen wird.

Intel sieht sich auf dem Markt der Chiphersteller einem harten Wettbewerb gegenüber. Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) ist der weltgrößte Auftragsfertiger von Chips. Und die Nummer 2 Samsung Electronics gibt viel Geld aus, um vorne zu bleiben. Im April teilte TSMC mit, dass es 100 Milliarden Dollar über drei Jahre ausgeben würde, um seine Kapazitäten zu erweitern, während Samsung plant, bis 2030 rund 116 Milliarden Dollar zu investieren, um über die Herstellung von Computer-Speicherchips hinauszugehen.

Rivalisierende Chipkonstrukteure, die sich bei der Herstellung ihrer Prozessoren weitgehend auf TSMC und Samsung verlassen, setzen Intel ebenfalls unter Druck. AMD, lange Zeit ein entfernter Zweiter nach Intel auf dem Markt für Zentralprozessoren (CPU), hatte laut Mercury Research im ersten Quartal einen Anteil von fast 20 Prozent bei den CPUs für Personal Computer. Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2017 nur 8,5 Prozent.

Die auf Grafikchips spezialisierte Nvidia arbeitet an einem CPU für Rechenzentren, die mit der von Intel konkurrieren soll. Nvidia hat Intel im vergangenen Jahr überholt und ist nun der wertvollste US-Chiphersteller. Es wird erwartet, dass Gelsinger später in diesem Monat weitere Details über den Technologieplan des Unternehmens präsentiert.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/axw/jhe

(END) Dow Jones Newswires

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Daniel J. McKeon Vice President-Information Technology Group
Ann B. Kelleher Senior Vice President & GM-Technology Development
Branche und Wettbewerber
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NVIDIA CORPORATION70.37%555 160
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TEXAS INSTRUMENTS20.33%181 706
QUALCOMM, INC.-9.15%156 115