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KWS SAAT SE & CO. KGAA

(KWS)
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KWS SAAT : Jahresabschluss KWS SAAT SE & Co. KGaA 2019/2020

23.10.2020 | 15:29

1.

Bericht des Aufsichtsrats .........................................................................................................

2

2.

Zusammengefasster Lagebericht.............................................................................................

8

2.1.

Grundlagen der KWS Gruppe ......................................................................................................

8

2.2.

Forschungs- und Entwicklungsbericht .......................................................................................

16

2.3.

Wirtschaftsbericht ......................................................................................................................

18

2.4.

Umweltbericht ............................................................................................................................

35

2.5.

Mitarbeiter- und Sozialbericht ....................................................................................................

38

2.6.

Corporate Governance ..............................................................................................................

43

2.7.

Chancen- und Risikobericht .......................................................................................................

59

2.8.

Prognosebericht.........................................................................................................................

71

2.9. Bericht zur KWS SAAT SE & Co. KGaA und Nichtfinanzielle Erklärung (Erläuterung auf Basis

HGB)..........................................................................................................................................

73

3.

Jahresabschluss......................................................................................................................

77

3.1.

Bilanz .........................................................................................................................................

77

3.2.

Entwicklung des Anlagevermögens ...........................................................................................

79

3.3.

Gewinn- und Verlustrechnung ...................................................................................................

80

4.

Anhang der KWS SAAT SE & Co. KGaA 2019/2020 ..............................................................

80

4.1.

Erläuterungen zur Bilanz............................................................................................................

85

4.2.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung ......................................................................

92

4.3.

Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns ....................................................................

94

4.4.

Sonstige Angaben......................................................................................................................

94

5.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers ............................................

103

6.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter .............................................................................

110

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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1. Bericht des Aufsichtsrats

Das Geschäftsjahr 2019/2020 war von großen Herausforderungen durch den Ausbruch der Covid-19- Pandemie direkt vor Beginn der für KWS wichtigen Frühjahrsaussaat geprägt. Unter großem Einsatz ist es unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelungen, die rechtzeitige Versorgung der Landwirte mit Saatgut in allen internationalen Märkten sicherzustellen. Darauf ist die Erfolgsbilanz des Geschäftsjahres 2019/2020 mit Wachstum in allen Produktsegmenten und dem Erreichen der wesentlichen operativen Ziele maßgeblich zurückzuführen. Hierfür spricht der Aufsichtsrat allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen besonderen Dank und seine Anerkennung aus.

Im Berichtszeitraum, dem Geschäftsjahr 2019/2020, wurde der Rechtsformwechsel in die KWS SAAT SE & Co. KGaA mit der Eintragung ins Handelsregister am 2. Juli 2019 vollzogen. Die Gesellschaft bestand daher im Berichtsjahr weitgehend in der Rechtsform der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Der Rechtsformwechsel führt dazu, dass die KWS SAAT SE & Co. KGaA sowie die persönlich haftende Gesellschafterin, die KWS SE, je einen Aufsichtsrat haben, der auf der Anteilseignerseite in Personalunion besetzt ist. Grundsätzlich gilt für die KGaA-Struktur, dass alle Entscheidungen des operativen Geschäfts sowie auch alle wesentlichen Geschäftsvorfälle von der persönlich haftenden Gesellschafterin getroffen werden. Der Aufsichtsrat der KGaA, in dem bei KWS neben den Anteilseignervertretern zwei Arbeitnehmer vertreten sind, ist über die entsprechenden Geschäftsvorfälle zu informieren. Die Berichtspflichten regeln sich nach dem Aktiengesetz und entsprechen überwiegend denen der SE-Verordnung. Die Zusammenarbeit zwischen Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat der vormaligen KWS SAAT SE war stets konstruktiv und von einem hohen gegenseitigen Vertrauen gekennzeichnet, sodass die Gremien beschlossen haben, auch in der neuen Rechtsform überwiegend gemeinsame Sitzungen im Rahmen des rechtlich Zulässigen abzuhalten. Dies hat den Vorteil, dass die Arbeitnehmervertreter die Möglichkeit haben, anstehende Entscheidungen vorab mit den Anteilseignervertretern zu diskutieren und über diese frühzeitig informiert werden. Für den Fall, dass die Anteilseignervertreter Themen separat vorbereiten oder diskutieren möchten, können zusätzliche Aufsichtsratssitzungen der KWS SE anberaumt werden.

Der Aufsichtsrat der KWS SAAT SE & Co. KGaA hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und die persönlich haftende Gesellschafterin, vertreten durch deren Vorstand, in ihren Tätigkeiten regelmäßig beraten, überwacht und sich von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensführung sowie der Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Organisation überzeugt. Alle wesentlichen Geschäftsvorfälle hat der Aufsichtsrat umfassend erörtert und den Vorstand bei allen für die Gesellschaft grundlegenden Entscheidungen sorgfältig begleitet. Die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand wurde fortgeführt. Dies zeigte sich unter anderem in der gewohnt frühzeitigen Einbindung des Aufsichtsrats in alle Entscheidungen, die für die Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung waren. Die hierfür notwendige Berichterstattung in mündlicher und schriftlicher Form erfolgte regelmäßig, zeitnah und umfassend. Sie enthielt alle maßgeblichen Informationen zu relevanten Fragen, insbesondere der

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Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung und über die Lage der Gesellschaft bzw. der KWS Gruppe, einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Geschäfte mit nahestehenden Personen, die entsprechend § 111b AktG in der Fassung des Gesetzes zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) (BGBL. I 2019, S. 2637) der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, wurden im Berichtszeitraum nicht getätigt.

Gegenstand ausführlicher Erörterungen waren im Berichtsjahr die Geschäftspolitik, die Unternehmens- und Finanzplanung, die Rentabilität und die Lage der Gesellschaft, die Marktentwicklungen und das Wettbewerbsumfeld, Forschung & Züchtung sowie, neben jeweils bedeutenden Einzelvorhaben, das Risikomanagement in der KWS Gruppe, insbesondere im Rahmen der Gesundheitsvorsorge im Zuge der Covid-19-Pandemie.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats setzte im Berichtsjahr die direkten Gespräche mit dem Sprecher des Vorstands der KWS SE sowie mit den einzelnen Vorstandsmitgliedern in regelmäßigen Abständen außerhalb der Aufsichtsratssitzungen fort. Darüber hinaus traf sich der Gesamtvorstand mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats zu monatlichen Sitzungen, die neben der aktuellen Geschäftsentwicklung insbesondere die Strategie, Vorkommnisse von besonderer Wichtigkeit und Einzelaspekte des Unternehmens zum Gegenstand hatten. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats unterrichtete den Aufsichtsrat entsprechend. Von dem Prüfungsrecht nach § 111 Abs. 2 AktG hat der Aufsichtsrat keinen Gebrauch gemacht, da aufgrund der Berichterstattung durch den Vorstand keine Veranlassung dazu bestand.

Schwerpunkte der Beratungen

Im Geschäftsjahr 2019/2020 trat das Plenum des Aufsichtsrats der KWS SAAT SE & Co. KGaA zu fünf turnusgemäßen Sitzungen und einer außerordentlichen Sitzung zusammen, an denen jeweils sämtliche Mitglieder physisch oder pandemiebedingt über Online-Medien teilgenommen haben. Zu Beginn des Berichtsjahres kam der Aufsichtsrat - nunmehr der KWS SAAT SE & Co. KGaA - zur Bilanzsitzung am

  1. Oktober 2019 zusammen. Anlässlich dieser befasste er sich in Anwesenheit des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2018/2019 mit der Prüfung und Feststellung des Jahresabschlusses der KWS SAAT SE & Co. KGaA (vormals KWS SAAT SE) sowie der Billigung des Konzernabschlusses der KWS Gruppe zum 30. Juni 2019. Ferner widmete sich der Aufsichtsrat dem Ausbau des Gemüsegeschäfts und diskutierte weitere Akquisitionsmöglichkeiten. Am 3. Dezember 2019 erörterte der Aufsichtsrat im Rahmen einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung die strategische Ausrichtung des Segments Mais, was er am 16. und 17. Dezember 2019 fortsetzte. Ebenfalls am 16. Dezember 2019 ließ sich der Aufsichtsrat über den Stand der Forschungsprojekte bei KWS unterrichten. Am 16. März 2020 standen dann Ergebnisse der Züchtungsprogramme auf der Tagesordnung. Ferner wurden die potenziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf das laufende Geschäftsjahr skizziert, wobei die Einschränkung des grenzüberschreitenden Warenverkehrs zu dem Zeitpunkt die größte Herausforderung darstellte. Am
  1. Juni 2020 stellte dann der Vorstand dem Aufsichtsrat eine von kaufmännischer Vorsicht geprägte Budget- und Mittelfristplanung vor. Dabei wurden zahlreiche neue Projekte und Einstellungen

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zurückgestellt, bis die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, die Agrarkonjunktur und deren Auswirkungen auf das Saatgutgeschäft kalkulierbarer geworden sind.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat hat über die Einhaltung der Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex", insbesondere auch zu den Neuerungen aufgrund der Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) vom 16. Dezember 2019, beraten und - nach der letzten Entsprechenserklärung aus Oktober 2019 - im Oktober 2020 zusammen mit der persönlich haftenden Gesellschafterin eine neue Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zum DCGK - in der Fassung vom 16. Dezember 2019 beziehungsweise für den Zeitraum bis zum Inkrafttreten dieser Neufassung am 20. März 2020 in der Fassung des DCGK vom 7. Februar 2017 - abgegeben. Die Entsprechenserklärung ist auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.kws.de/corporate- governance abrufbar.

Der Aufsichtsrat hat sich im Berichtsjahr regelmäßig mit der Frage etwaiger Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern auseinandergesetzt. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind oder über welche die Hauptversammlung zu informieren ist, sind im Berichtsjahr nicht aufgetreten.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr. Veranstaltungen und Maßnahmen anlässlich der Amtseinführung neuer Aufsichtsratsmitglieder ("Onboarding") waren im Berichtsjahr entbehrlich, da keine personellen Veränderungen im Aufsichtsrat zu verzeichnen waren.

Ferner führte der Aussichtsrat im Berichtsjahr seine turnusgemäße Effizienzprüfung durch. Die Prüfung ersteckte sich über die Geschäftsjahre 2018/2019 sowie 2019/2020. Diese wurde durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte GmbH begleitet, die nach Durchsicht der Aufsichtsrats- und Prüfungsausschussprotokolle einen unternehmensspezifischen Fragebogen erstellte. Nach Auswertung der Antworten der Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder, kam Deloitte zu dem Ergebnis, dass das Gremium auf Basis fundierter Informationen arbeitet und eine offene Diskussionskultur pflegt.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der KWS SAAT SE & Co. KGaA hatte im Berichtsjahr 2019/2020 zwei Ausschüsse gebildet: den Prüfungsausschuss sowie den Nominierungsausschuss.

Der Prüfungsausschuss (Audit Committee) kam im Geschäftsjahr 2019/2020 zu vier gemeinsamen Sitzungen und einer Telefonkonferenz zusammen, jeweils unter vollständiger Präsenz aller Mitglieder. In seiner Sitzung am 24. September 2019 erörterte der Prüfungsausschuss den Jahresabschluss und die Rechnungslegung der KWS SAAT SE & Co. KGaA (vormals KWS SAAT SE) und den Konzernabschluss der KWS Gruppe für das Geschäftsjahr 2018/2019 samt zusammengefasstem Lagebericht und Gewinnverwendungsvorschlag. In der Telefonkonferenz am 20. November 2019

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wurde im Wesentlichen die Quartalsmitteilung für das erste Quartal 2019/2020 erörtert. In der Sitzung am 16. Dezember 2019 wurden insbesondere die steuerliche Situation sowie das Risikomanagementsystem der KWS Gruppe eingehend erörtert. In der Sitzung am 19. Februar 2020 wurden im Beisein des bestellten Abschlussprüfers die Prüfungsschwerpunkte für das Geschäftsjahr 2019/2020 besprochen und festgelegt. Darüber hinaus wurde die Finanzierungssituation der KWS Gruppe sowie der Halbjahresfinanzbericht 2019/2020 eingehend erörtert. In der Sitzung am 13. Mai 2020 wurden der Revisionsbericht für das Geschäftsjahr 2019/2020 diskutiert und der Revisionsplan für das Geschäftsjahr 2020/2021 festgelegt und verabschiedet. Zudem wurden die Risikolage, insbesondere vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie, sowie die Quartalsmitteilung für das dritte Quartal 2019/2020 erörtert.

Zudem hat der Prüfungsausschuss die Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers festgestellt und überwacht und dessen Qualifikation überprüft. Der Prüfungsausschuss hat sich ebenso davon überzeugt, dass die Regelungen zur internen Rotation vom Abschlussprüfer eingehalten werden, und er setzte sich mit den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen auseinander.

Mit Blick auf den Umstand, dass sämtliche Anteilseignervertreter erst von der ordentlichen Hauptversammlung am 14. Dezember 2018 bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2021/2022 beschließt, gewählt wurden, brauchte der Nominierungsausschuss im Berichtsjahr nicht zusammenzutreten.

Ein Präsidialausschuss wird bei der KWS SAAT SE & Co. KGaA seit Wirksamwerden des Rechtsformwechsels am 2. Juli 2019 nicht mehr gebildet, da der Aufsichtsrat der KWS SAAT SE & Co. KGaA nicht über Personalverantwortung in Bezug auf die Geschäftsführung verfügt; namentlich die Themen der Vorstandsvergütung liegen seit dem Rechtsformwechsel im Zuständigkeitsbereich des Aufsichtsrats der KWS SE. Nachrichtlich sei in diesem Zusammenhang an dieser Stelle erwähnt, dass der Aufsichtsrat der KWS SE auf Empfehlung seines Präsidialausschusses Dr. Peter Hofmann mit Wirkung vom 1. Januar 2021 für weitere dreieinhalb Jahre bis zum 30. Juni 2024 zum Vorstandmitglied der KWS SE bestellt hat. Ferner hat sich der Präsidialausschuss der KWS SE mit den neuen Vorgaben des am 1. Januar 2020 in Kraft getretenen Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) sowie des aktuellen Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) hinsichtlich der Vergütungsregelungen für Vorstand und Aufsichtsrat befasst. Die persönlich haftende Gesellschafterin wird der im Dezember 2021 stattfindenden Hauptversammlung der KWS SAAT SE & Co. KGaA ein an das ARUG II angepasstes Vorstandsvergütungssystem zur Beschlussfassung vorlegen. Dieses wird im Falle seiner Billigung sodann auf neu abzuschließende Verträge eine Wirkung entfalten. Bis dahin wird sich eine best practice für die Umsetzung der neuen ARUG II- sowie der DCGK-Bestimmungen gebildet haben. Das aktuelle Vorstandsvergütungssystem wurde zuletzt der Hauptversammlung der KWS SAAT SE & Co. KGaA am 17. Dezember 2019 zur Billigung vorgelegt und fand dort eine Zustimmung von 99,94 %.

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Jahres- und Konzernabschluss, Abschlussprüfung

Der von der Hauptversammlung am 17. Dezember 2019 gewählte und vom Prüfungsausschuss beauftragte Abschlussprüfer, Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, hat den von der persönlich haftenden Gesellschafterin, der KWS SE, vorgelegten und nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellten Jahresabschluss der KWS SAAT SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2019/2020 und den Jahresabschluss der KWS Gruppe (Konzernabschluss nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS) sowie den zusammengefassten Lagebericht der KWS SAAT SE & Co. KGaA und der KWS Gruppe (Konzernlagebericht) unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und jeweils mit uneingeschränktem Bestätigungsvermerk versehen. Darüber hinaus kam der Abschlussprüfer zu dem Ergebnis, dass bei der Abschlussprüfung keine Tatsachen vorlagen, die eine Unrichtigkeit der von der persönlich haftenden Gesellschafterin und dem Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission DCGK" ergeben. Die im zusammengefassten Lagebericht enthaltene nichtfinanzielle Erklärung (§ 289 b und § 315 b HGB) wurde ebenfalls durch den Abschlussprüfer geprüft.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss der KWS SAAT SE & Co. KGaA sowie den Konzernabschluss der KWS Gruppe und den zusammengefassten Lagebericht der KWS SAAT SE & Co. KGaA und der KWS Gruppe mit dem Bericht des Abschlussprüfers für die KWS SAAT SE & Co. KGaA und die KWS Gruppe sowie den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns der KWS SAAT SE & Co. KGaA rechtzeitig erhalten und erörtert. Zur Vorbereitung standen den Aufsichtsratsmitgliedern umfangreiche Unterlagen und Entwürfe zur Verfügung. Unter anderem lagen allen Aufsichtsratsmitgliedern der Jahres- sowie der Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht, die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers sowie der Gewinnverwendungsvorschlag der persönlich haftenden Gesellschafterin vor. Ebenso erhielt und erörterte der Aufsichtsrat die im zusammengefassten Lagebericht enthaltene nichtfinanzielle Erklärung (§ 289 b und § 315 b HGB), die Angaben für die KWS Gruppe sowie die KWS SAAT SE & Co. KGaA als Muttergesellschaft enthält, sowie den diesbezüglichen Prüfbericht des Abschlussprüfers (§ 111 Abs. 2 S.4 AktG) zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit.

Am 23. September 2020 trat der Prüfungsausschuss zusammen, um den Jahresabschluss der KWS SAAT SE & Co. KGaA und den Konzernabschluss der KWS Gruppe für das Geschäftsjahr 2019/2020 sowie die Rechnungslegung zu erörtern, samt zusammengefasstem Lagebericht. Der Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2019/2020 erläuterte die Ergebnisse der Jahres- sowie Konzernabschlussprüfung. Er wies darauf hin, dass im Rahmen seiner Prüfung keine Gründe für eine Befangenheit des Prüfers vorgelegen haben. Der Prüfungsausschuss hat sich ferner mit dem Vorschlag der persönlich haftenden Gesellschafterin zur Verwendung des Bilanzgewinns der KWS SAAT SE & Co. KGaA auseinandergesetzt und diesen dem Aufsichtsrat zur Zustimmung empfohlen.

In seiner Bilanzsitzung am 22. Oktober 2020 führte der Aufsichtsrat eingehende Diskussionen zu den anstehenden Fragen. An der Sitzung nahm der Abschlussprüfer teil. Er berichtete über die wesentlichen

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Ergebnisse der Prüfung und stand dem Aufsichtsrat für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Dem Bericht des Abschlussprüfers zufolge lagen keine wesentlichen Schwächen des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, vor. Umstände, die eine Befangenheit des Abschlussprüfers besorgen lassen könnten, lagen ebenfalls nicht vor. Wie im Anhang ersichtlich, kam es zu keinen zusätzlichen Leistungen durch den Abschlussprüfer.

Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung hat sich der Aufsichtsrat - auch aufgrund der Vorprüfung des Prüfungsausschusses - dem Ergebnis der Abschlussprüfung sowie der Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung angeschlossen und keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat hat den von der persönlich haftenden Gesellschafterin vorgelegten Jahresabschluss der KWS SAAT SE & Co. KGaA sowie den Konzernabschluss der KWS Gruppe und den zusammengefassten Lagebericht der KWS SAAT SE & Co. KGaA und der KWS Gruppe gebilligt und empfiehlt der Hauptversammlung am 16. Dezember 2020, den von der persönlich haftenden Gesellschafterin aufgestellten Jahresabschluss der KWS SAAT SE & Co. KGaA festzustellen. Dem Vorschlag der persönlich haftenden Gesellschafterin an die Hauptversammlung für die Verwendung des Bilanzgewinns der KWS SAAT SE & Co. KGaA hat sich der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung angeschlossen.

Wie dargelegt, wird seit dem Wirksamwerden des Rechtsformwechsels bei der KWS SAAT SE & Co. KGaA kein Präsidialausschuss mehr gebildet. Im Übrigen haben sich im Berichtsjahr in der Besetzung des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin KWS SE sowie des Aufsichtsrats der KWS SAAT SE & Co. KGaA und seiner Ausschüsse keine personellen Veränderungen ergeben.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der KWS Gruppe für ihren besonderen Einsatz unter den erschwerten Bedingungen einer Pandemie. Durch ein hohes Maß an eigenverantwortlichem Handeln, gepaart mit einem außerordentlichen Engagement konnte die Geschäftstätigkeit der KWS auch in Corona-Zeiten unbeschadet aufrechterhalten werden, sodass wir erneut auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken können.

Einbeck, 22. Oktober 2020

Dr. Drs. h.c. Andreas J. Büchting

Vorsitzender des Aufsichtsrats

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2. Zusammengefasster Lagebericht

Der zusammengefasste Lagebericht umfasst neben den Inhalten der Finanzberichterstattung auch Aspekte der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Damit möchten wir die Beziehung zwischen ökologischen, gesellschaftlichen und finanziellen Faktoren verdeutlichen und deren Einfluss auf unseren langfristigen Unternehmenserfolg hervorheben. In unserer nichtfinanziellen Erklärung auf Seite 67 verweisen wir auf die gemäß § 289b ff. HGB und § 315b ff. HGB erforderlichen Berichtsaspekte. Die Inhalte der nichtfinanziellen Erklärung wurden nicht im Rahmen der Jahres- bzw. Konzernabschlussprüfung geprüft, sondern unterlagen einer freiwilligen externen prüferischen Durchsicht und sind zusätzlich mit dem Kürzel "NFE" kenntlich gemacht. Des Weiteren beinhaltet der zusammengefasste Lagebericht auch freiwillige Bestandteile, die keiner gesonderten Prüfung unterliegen. Diese sind mit entsprechenden Fußnoten ebenfalls kenntlich gemacht.

2.1. Grundlagen der KWS Gruppe

2.1.1. Geschäftsmodell

Seit ihrer Gründung 1856 ist KWS auf die Züchtung, Produktion und den Vertrieb von hochwertigen Sorten für die Landwirtschaft spezialisiert. Ausgehend von der Zuckerrübenzüchtung haben wir uns zu einem innovativen und internationalen Anbieter mit einem breiten Fruchtartenportfolio entwickelt.

Von der Entwicklung neuer Sorten über die Vermehrung und Aufbereitung bis hin zu der Vermarktung des Saatguts und der Beratung der Landwirte decken wir die komplette Wertschöpfungskette eines modernen Saatgutanbieters ab. Die Kernkompetenz von KWS liegt dabei in der Züchtung neuer, leistungsstarker Sorten, die an die regionalen Bedürfnisse wie Klima- und Bodenverhältnisse angepasst sind. Jede neue Sorte bringt dem Landwirt einen Mehrwert. Auf diesem Mehrwert - letztlich dem Züchtungsfortschritt, der Optimierung der Saatgutqualität und spezifischer Fachberatung

  • basiert unser Geschäftsmodell.

Organisation und Segmente der KWS Gruppe

Das operative Geschäft der KWS Gruppe bestand im Berichtsjahr 2019/2020 aus fünf Geschäftseinheiten, die in den vier Produktsegmenten Mais, Zuckerrüben, Getreide und Gemüse zusammengefasst wurden. Die Geschäftseinheiten Zuckerrüben, Getreide und Gemüse sind mit den entsprechenden Segmenten identisch. Im Segment Mais existieren die Geschäftseinheiten Europa/Asien und Amerika.

Das Segment Mais ist, gemessen am Umsatz, das größte Segment der KWS Gruppe. Es umfasst die Züchtung, Produktion und den Vertrieb von Saatgut für Mais, Sojabohnen und Sonnenblumen. Die operative Entwicklung ist weitgehend von der Frühjahrsaussaat auf der Nordhalbkugel geprägt. Somit werden die meisten Umsätze des Segments in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres (Januar bis Juni) erwirtschaftet. Der kleinere Teil der Segmenterlöse wird in den ersten beiden Quartalen erzielt, vornehmlich durch Mais- und Sojabohnensaatgut in Südamerika. KWS ist Marktführer im Bereich Silomais in Europa.

Das Segment Zuckerrüben umfasst die Züchtungs-, Produktions- und Vertriebsaktivitäten für Zuckerrübensaatgut sowie die Entwicklung von diploiden Hybridkartoffeln. Unsere hochqualitativen Zuckerrübensorten gehören regelmäßig zu den leistungsstärksten der Branche. KWS ist nicht zuletzt wegen zahlreicher Innovationen wie CONVISO® SMART, einem neuartigen System zur Unkrautkontrolle, Weltmarktführer für Zuckerrübensaatgut. Hauptabsatzmärkte sind die EU sowie

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Osteuropa, Nordamerika und die Türkei, wo wir mit lokal adaptierten, mehrfachresistenten Sorten Landwirten effektive Lösungen im Zuckerrübenanbau anbieten. Die Aussaat der Zuckerrüben erfolgt im Frühjahr, sodass die Umsätze in diesem Segment größtenteils in der zweiten Hälfte (Januar bis Juni) unseres Geschäftsjahres erzielt werden.

Zum Segment Getreide gehören unter anderem die Züchtung, Produktion und der Vertrieb von Saatgut für Roggen, Weizen, Gerste und Raps. Roggen hat dabei mit mehr als 40 % den größten Anteil an den Getreideerlösen, gefolgt von Raps, Weizen und Gerste (zusammen rund 45 %). Die übrigen Erlöse erzielen wir mit weiteren Fruchtarten wie beispielsweise Sorghum, Erbsen, Zwischenfrüchte (z. B. Senf) und Hafer. In unseren Kernmärkten für Getreidesaatgut (Deutschland, Polen, Großbritannien, Frankreich und Skandinavien) erfolgt die Aussaat durch die Landwirte überwiegend im Herbst. In diesem Segment erzielen wir daher die wesentlichen Erlöse im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres (Juli bis Dezember).

Das Segment Gemüse umfasst die Züchtung, Produktion und den Vertrieb von Gemüsesaatgut. Seit der Übernahme von Pop Vriend Seeds nehmen wir eine weltweit führende Position bei Spinatsaatgut, das rund 70 % am Segmentumsatz ausmacht, ein. Weiterhin gehört Saatgut für Bohnen, Mangold, Rote Beete und Karotten zu unserem Portfolio. Etwa die Hälfte unserer Erlöse werden in den USA generiert. Strategisches Ziel von KWS ist der langfristige Aufbau einer signifikanten Position im Gemüsesaatgut. Dabei stehen neben Spinat die global fünf wichtigsten Fruchtarten Tomaten, Paprika, Gurken, Wassermelonen und Melonen im Fokus.

Neben den operativen Produktsegmenten existiert mit Corporate ein Segment weitgehend ohne operative Tätigkeiten. Der vergleichsweise geringe Segmentumsatz ergibt sich aus den Erlösen eigener landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland, Frankreich und Polen. Da im Segment Corporate die Kosten für die Grundlagenforschung sowie für die administrativen Funktionen der KWS Gruppe abgebildet werden, fällt das Segmentergebnis regelmäßig negativ aus.

Nähere Informationen über die Umsatz- und Ergebnisanteile der Segmente inklusive unserer Gemeinschaftsunternehmen sind in unseren Segmentberichten ab Seite 22 zu finden.

Wesentliche Geschäftsprozesse

Die Züchtungsprozesse der KWS sind darauf ausgerichtet, das Potenzial der Pflanzen bestmöglich auszuschöpfen und es für die großen Herausforderungen einer modernen, nachhaltigen Landwirtschaft nutzbar zu machen. Ob Nahrungs-, Futter- oder Energiepflanzen, ob konventionell, ökologisch oder gentechnisch verändert: Wir bieten dem Landwirt ein breites Portfolio leistungsstarker Sorten. Die Züchtung einer neuen Sorte nimmt durchschnittlich zehn Jahre in Anspruch. Durch unser großes Netz von Züchtungs- und Prüfstationen in allen wichtigen Märkten dieser Welt können wir die einzelnen Sortenkandidaten unter verschiedensten Klima- und Standortbedingungen auf ihre Anbaueignung prüfen. In den meisten Märkten endet der Prozess der Sortenentwicklung in einem behördlichen Zulassungsverfahren, in dem die Sortenkandidaten in der Regel in dreijährigen Feldprüfungen hohe Qualitätsansprüche erfüllen müssen. Auch die Saatgutvermehrung in unseren ausgewählten Anbauregionen beansprucht bis zu zwei Jahre. Erst dann können die Sorten über die verschiedenen Distributionswege vermarktet werden.

Produkte, Märkte und externe Einflussfaktoren

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Unseren Kunden, den Landwirten, bieten wir eine breite Auswahl an Sorten landwirtschaftlicher Nutzpflanzen, die züchterisch speziell an standortspezifische Bedingungen angepasst wurden. Zu diesen Fruchtarten gehören unter anderem Mais, Zuckerrüben, die Getreidearten Roggen, Weizen und Gerste, Ölfrüchte wie Sonnenblumen, Sojabohnen und Raps sowie Zwischenfrüchte. Seit Beginn des Berichtsjahres gehören auch Spinatsaatgut und weitere Gemüsefruchtarten zu unserem Portfolio. Über den Verkauf von Saatgut hinaus stehen unsere Fachberater den Landwirten für Fragen rund um die Sortenwahl und den Anbau zur Verfügung. Zudem bieten wir eine Fachberatung über unsere digitalen Services sowie über die KWS Webseite an.

Sowohl unsere Züchtung als auch unsere Saatgutvermehrung unterliegen Witterungseinflüssen, die kurzfristig nicht immer durch Gegenmaßnahmen kompensiert werden können. Auch wirtschaftspolitische Entscheidungen in der weltweit stark regulierten Agrarwirtschaft können unser Geschäft beeinflussen. Nähere Informationen zu externen Einflussfaktoren finden sich in unserem Chancen- und Risikobericht auf den Seiten 54 bis 65.

Änderungen in der Zusammensetzung und Organisation der KWS Gruppe

Die KWS Gruppe hat am 1. Juli 2019 die Unternehmensgruppe Pop Vriend Seeds mit Sitz in Andijk, Niederlande, erworben. Somit hat sich der Konsolidierungskreis um die Holdinggesellschaft Birika B.V. (Amsterdam, Niederlande) und elf Tochtergesellschaften in den Niederlanden sowie der Türkei erweitert. Der Erwerb erfolgte durch die Übernahme sämtlicher Anteile an der Birika B.V.

Pop Vriend Seeds ist ein marktführendes Unternehmen in der Züchtung, Produktion und im Vertrieb von Gemüsesaatgut. Das Unternehmen spezialisiert sich vor allem auf Saatgut für Spinat, Bohnen, Mangold und andere Gemüsefruchtarten und beliefert Kunden in mehr als 100 Ländern. Pop Vriend ist Teil des neuen Geschäftssegments Gemüse.

Im Geschäftsjahr 2019/2020 gab es darüber hinaus keine wesentlichen Änderungen hinsichtlich der Zusammensetzung und Organisation der KWS Gruppe. Weitere Informationen finden sich in den Erläuterungen zum Konsolidierungskreis im Anhang des Jahresabschlusses ab Seite 20.

Um profitables und nachhaltiges Wachstum mit einer effizienten Verwaltung begleiten zu können, richten wir unsere Verwaltungsorganisation weltweit neu aus. Dabei setzen wir auf eine stärkere Orientierung an Funktionen sowie auf weltweit harmonisierte und standardisierte Prozesse. Um dies zu ermöglichen, löst eine global aufgestellte Organisation die zuvor regional gebündelten Verwaltungsstrukturen ab. Ein seit 2016 laufendes Veränderungsprojekt führt bis 2022 schrittweise die Verwaltungsleistungen und Geschäftsprozesse für 70 Länder zusammen. Mittlerweile sind 31 von 58 geplanten Unternehmensteilen und Tochtergesellschaften umgestellt, darunter alle KWS- Aktivitäten in Deutschland. Parallel wurden bislang mehr als 80 % der geplanten Stellen in der neuen Organisation, im Wesentlichen in Einbeck und Berlin, besetzt. Im Berichtsjahr bezog das neue Global Transaction Center gemeinsam mit den globalen Funktionen HR und Finance/Procurement seinen endgültigen Standort in Berlin. Unter dem Dach der KWS Berlin GmbH arbeiten dort mittlerweile 275 Mitarbeiter.

2.1.2. Zweigniederlassungen

Die KWS SAAT SE & Co. KGaA (vormals KWS SAAT SE) ist die Muttergesellschaft in der KWS Gruppe. Unter ihrem Dach ist die strategische Führung aller globalen Aktivitäten von KWS

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zusammengefasst. Sie hat ihren Hauptsitz in Einbeck, Deutschland, und steuert die Züchtung des Sortenspektrums der KWS Gruppe. Sie betreibt Grundlagenforschung, die Produktion und den Vertrieb von Zuckerrüben- und Maissaatgut und umfasst einige zentrale Funktionen. Daneben existieren derzeit 87 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in 33 Ländern. Die detaillierte Aufteilung des Umsatzes nach Regionen findet sich auf Seite 18. Eine Übersicht über unsere Tochter- und Beteiligungsgesellschaften ist im Anhang auf den Seiten 59 bis 61 abgedruckt.

2.1.3. Ziele und Strategie

Unsere strategische Planung ist die Basis für die Weiterentwicklung der KWS Gruppe. Sie definiert strategische Ziele, Initiativen und Kernmaßnahmen sowohl für bestehende Aktivitäten als auch für mögliche neue Geschäftsfelder. Die Planung basiert auf einer langfristigen Sichtweise (zehn Jahre) und schließt die Analyse und Bewertung von Marktentwicklungen, Wettbewerbern und der Position der KWS Gruppe mit ein. Die strategische Planung wird regelmäßig rollierend durchgeführt. Als strategische Erfolgsfaktoren betrachten wir insbesondere unsere intensive Forschungsarbeit und die Züchtung neuer, ertragsstarker Sorten sowie den kontinuierlichen Ausbau unserer globalen Präsenz, um unser Know-how in den regionalen Märkten mit ihren jeweiligen klimatischen Besonderheiten weiter zu stärken.

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Unternehmensziele der KWS Gruppe

Unsere Unternehmensziele gliedern sich in die vier Kernthemen profitables Wachstum, Innovation, Unabhängigkeit sowie Nachhaltigkeit:

Mittel- und langfristige Ziele der KWS Gruppe

Wesentliche strategische Themenfelder

Ziel im

Erläuterung

Geschäftsjahr

Jahresverlauf

erreicht?

Profitables Wachstum

Steigerung des Gruppenumsatzes um

Ja

Seite 18 ff.

durchschnittlich mindestens 5 % p.a.

EBIT-Marge ≥ 10 %

Ja

Seite 18 ff.

Ausbau des Sortenportfolios für neue Märkte

Ja

Seite 16 ff.

Ausschüttungsquote von 20 bis 25 % vom

Ja

Seite 94

Jahresüberschuss der KWS Gruppe

(Anhang)

1 bis 2 % Ertragsfortschritt p.a. für unsere

Ja

Seite 35 ff.

Innovation

Kunden sowie Toleranz- und

Resistenzentwicklungen

F&E-Quote von rund 17 % des

Ja

Seite 35 ff.

Gruppenumsatzes

Unabhängigkeit

Erhaltung der familiengeprägten Kontrollstruktur

Ja

Seite 12 ff.

Einbindung internationaler

Seite 75 f.

Nachhaltigkeit

Tochtergesellschaften in die KWS

Ja

(NFE)

Nachhaltigkeitsberichterstattung

Profitables Wachstum

ist die essenzielle Grundlage für unsere zukünftige Entwicklung. Ein langfristiges profitables Wachstum ist der Garant für die Erhaltung unserer unternehmerischen Unabhängigkeit. Wichtige Bausteine sind die Leistungsfähigkeit unseres Saatgutes und eine vertrauensvolle Beziehung zum Landwirt. Umsatzsteigerungen streben wir vor allem in unseren Wachstumsregionen sowohl in gemäßigten als auch tropischen oder subtropischen Klimazonen an.

Innovation

ist der Motor unseres Geschäftsmodells. Der Bedarf an innovativer Technologie in der Pflanzenzüchtung steigt weiter an. Der Klimawandel, ein signifikantes Bevölkerungswachstum und sich verändernde Ernährungsgewohnheiten stellen uns vor Herausforderungen. Mit mehr als 200 Mio.

  • haben wir im Berichtsjahr erneut einen signifikanten Anteil unseres Umsatzes der Forschung und Entwicklung gewidmet. Dies ist eine Investition in künftiges Wachstum.

Unabhängigkeit

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ist für KWS seit jeher ein zentrales Unternehmensziel, gewinnt jedoch im Rahmen der Konsolidierung in unserer Branche eine immer höhere Relevanz. Sie ist Teil eines gemeinsamen Wertekanons unserer Mitarbeiter. Unsere Unabhängigkeit und langfristige Ausrichtung ermöglichen uns insbesondere, zukunftsorientiert in Forschungs- und Züchtungsprojekte zu investieren.

Nachhaltigkeit

bedeutet für uns langfristigen wirtschaftlichen Erfolg. Als 1856 unsere Unternehmensväter die Anfänge von KWS begründeten, schufen sie die Grundlage für eine jetzt schon mehr als 160 Jahre währende nachhaltige Entwicklung unseres Unternehmens. Heute dienen geschäftsethische Grundsätze sowie ein entsprechendes Compliance-Management-System, ein internes Regelwerk zur Sicherstellung der operativen Prozess-Exzellenz, ein umfassendes finanzielles und nicht-finanzielles Risikomanagement, ein verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement, eine offene Kommunikation mit unseren Stakeholdern sowie eine transparente Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der Global Reporting Initiative (GRI) als Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung von KWS..

2.1.4. Steuerungssystem

Zur Steuerung der Gruppe und unserer Geschäftseinheiten dienen detaillierte operative Jahres- und Mittelfristplanungen. Dabei erstreckt sich die Mittelfristplanung auf die der Jahresplanung drei folgenden Geschäftsjahre. Sie ist abgeleitet von der strategischen Planung, die einen Planungshorizont von zehn Jahren einschließt.

Die Vorgaben der Jahres- und Mittelfristplanung werden auf Basis der strategischen Planung, der regionalen wirtschaftlichen und rechtlichen Situation, der erwarteten Marktentwicklungen sowie der Einschätzungen der Position des Unternehmens im Markt und des Potenzials der Produktleistung getroffen. In einem anschließenden Bottom-up-Prozess, der auch die Entwicklung unserer Gemeinschaftsunternehmen beinhaltet, planen wir unter diesen Prämissen die Absatz- und Umsatzzahlen, Züchtungsaktivitäten, Produktionskapazitäten und -mengen, den Ressourceneinsatz (einschließlich Investitionen und Personal), die Höhe der Sachkosten und der internen Leistungsverrechnung sowie die hieraus entstehenden Bilanzdaten nebst Finanzplan. Bestandteil der Planungsunterlagen ist grundsätzlich auch eine Chancen-Risiko-Einschätzung, die jeder Verantwortliche für seinen Bereich vorzunehmen hat.

Eine Gegenüberstellung der Planung mit der tatsächlichen Geschäftsentwicklung und den zugrundeliegenden Rahmenbedingungen erfolgt quartalsweise. Sofern erforderlich, initiieren wir geeignete Maßnahmen zur Gegensteuerung und nehmen Anpassungen vor. Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr aktualisieren wir jeweils zum Quartalsende. Am Ende eines jeden Geschäftsjahres führen alle Bereiche eine detaillierte Plan-Ist-Abweichungsanalyse durch. Sie dient dem Zweck, unsere internen Prozesse zu optimieren.

Die Koordination und Dokumentation sämtlicher Planungsprozesse sowie der jeweiligen aktuellen Erwartungen obliegt dem Controlling. Es berichtet über die Einhaltung verabschiedeter Budgets und analysiert die Effizienz und Wirtschaftlichkeit von Geschäftsabläufen und -maßnahmen. Darüber hinaus berät das Controlling unsere Entscheidungsträger bei der wirtschaftlichen Optimierung. Die inhaltliche Verantwortung für die Planung und die aktuellen Prognosen tragen insbesondere die Leiter der Produktsegmente, die Regionenleiter und die Leiter der Forschungs- und Züchtungsaktivitäten sowie der zentralen Funktionen.

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Die Geschäftsführung nutzt verschiedene Indikatoren zur Planung, Steuerung und Kontrolle der Geschäftsentwicklung der KWS Gruppe und der operativen Einheiten. Die wesentlichen Steuerungsgrößen für die KWS Gruppe sind dabei die Umsatzentwicklung, die operative Rentabilität (EBIT-Marge) sowie die Forschungs- & Entwicklungsquote. Die in Geschäftseinheiten eingeteilten Produktsegmente der KWS richten sich wiederum nach den wesentlichen Steuerungsgrößen Umsatz und EBIT-Marge.

Leitung und Kontrolle

Bei der Gesellschaft handelt es sich seit Wirksamwerden ihres Formwechsels am 2. Juli 2019 um eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) - vormals KWS SAAT SE. Die Aufgaben der Geschäftsführung obliegen bei der KGaA der persönlich haftenden Gesellschafterin. Alleinige persönlich haftende Gesellschafterin der Gesellschaft ist die KWS SE, deren Vorstand damit die Führung der Geschäfte der Gesellschaft wahrnimmt.

Die Rechte und Pflichten des Aufsichtsrats einer KGaA differieren im Vergleich zum Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft oder SE deutlich. Insbesondere verfügt der Aufsichtsrat der KGaA über keine Personalverantwortung in Bezug auf die Geschäftsführung, er kann darüber hinaus keine weiteren persönlich haftende Gesellschafter bestellen und deren vertragliche Bedingungen regeln, eine Geschäftsordnung für die Geschäftsführung erlassen oder zustimmungspflichtige Geschäfte festlegen.

Die Hauptversammlung einer KGaA hat grundsätzlich die gleichen Rechte wie die Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft oder SE. Zusätzlich beschließt sie über die Feststellung des Jahresabschlusses der Gesellschaft und die Entlastung der persönlich haftenden Gesellschafterin. Bestimmte Beschlüsse der Hauptversammlung einer KGaA bedürfen auch der Zustimmung der persönlich haftenden Gesellschafterin. Detaillierte Informationen zur umfassenden und engen Zusammenarbeit von Geschäftsführung und Aufsichtsrat enthält die unter www.kws.de/corporate- governance veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB.

2.1.5. Verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln1

Anspruch und Prinzipien

Als Familienunternehmen denken wir generationenübergreifend. Neben unseren Unternehmenszielen ist das verantwortungsvolle unternehmerische Handeln mit Blick auf Mensch und Umwelt (Corporate Social Responsibility) daher ein fest verankertes Prinzip unserer Unternehmensführung. Als unabhängiges Familienunternehmen mit profitablem Wachstum sind wir in der Lage, weitgehend unbeeinflusst von kurzfristigen Interessen zu agieren.

Leitlinien

Das Unternehmensleitbild gibt unserem Arbeitsalltag einen Rahmen, um ein nachhaltiges und profitables Wachstum für unsere Kunden, Mitarbeiter und Investoren zu schaffen. Unsere strategischen Entscheidungen und das tägliche Handeln im operativen Geschäft werden dabei von folgenden Unternehmensgrundsätzen geleitet:

  • Wir nutzen genetisches Potenzial durch hervorragende Forschung und erstklassige Zuchtprogramme.
  • Wir liefern unseren Landwirten allerbestes Saatgut.
  • Wir wollen uns das Vertrauen unserer Kunden als leistungsstarker Partner erarbeiten.

1 Kein geprüfter Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts

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  • Wir schaffen unternehmerische Freiheit und bringen Talente zur Entfaltung.

Daneben existiert ein zentraler Handlungsrahmen ("Group Standards"), mit dem wir ein gemeinsames Verständnis über Aktionsspielräume und Entscheidungsprozesse innerhalb der KWS Gruppe schaffen. Die Group Standards werden durch Monitoring und Feedback laufend verbessert. Sie ergänzen unser bestehendes Unternehmensleitbild, um das unverwechselbare Profil der KWS auch mit zunehmender Internationalisierung der Gruppe zu erhalten.

Stakeholdermanagement

Zu den wichtigsten Stakeholdergruppen von KWS zählen wir unsere Mitarbeiter, Anteilseigner und Landwirte, aber auch andere Akteure entlang der Nahrungsmittel-Wertschöpfungskette (Zuckergesellschaften, Lebensmittel-Verarbeiter und -Handel, Endverbraucher) sowie Politik, Behörden, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaft und Medien.

Den Anforderungen unserer Stakeholder begegnen wir nicht nur im täglichen Geschäft, sondern auch über unsere Verbandsarbeit sowie themenspezifischen Stakeholderdialogen.

2.1.6. Grundlagen der Forschung & Entwicklung

Ziel unserer Forschung & Entwicklung ist es, leistungsfähige Sorten zu entwickeln, die unterschiedlichen Umwelt- und Nutzungsanforderungen gerecht werden und dem Landwirt einen kontinuierlichen Mehrwert bieten. Hierzu zählen neben der absoluten Höhe des Ertrags beispielsweise Ertragsstabilität, Krankheitsresistenz, anbautechnische Eigenschaften oder Inhaltsstoffe. Entsprechend investieren wir stetig in den Ausbau unserer Forschungs- & Züchtungskapazitäten.

Pflanzenzüchtung ist ein sehr forschungsintensives und langfristiges Geschäft. Die durchschnittliche Entwicklung einer neuen leistungsfähigen Sorte für unsere internationalen Märkte nimmt bis zu zehn Jahre in Anspruch. Unsere Sorten werden dabei an die spezifischen Umweltbedingungen ihrer Zielmärkte angepasst. Den Züchtern steht dafür ein globales Netzwerk unterschiedlicher Züchtungs- und Prüfstationen zur Verfügung. Auf diese Weise können Sortenkandidaten unter den spezifischen Standortbedingungen der jeweiligen Zielmärkte über mehrere Jahre geprüft werden.

Mit modernsten Züchtungsmethoden, welche fortwährend durch die Verwendung von molekularbiologischen, informatischen oder technischen Ansätzen optimiert werden, generieren wir seit Jahrzehnten einen nachhaltigen jährlichen Ertragsfortschritt von 1 bis 2 %. Dabei erzeugen wir durch neue Kreuzungen auch genetische Vielfalt, die elementar für die Verbesserung von Kulturpflanzen ist. Daher unterstützt KWS bereits seit Jahren diverse Genbanken in unterschiedlichen Projekten. Durch die kontinuierliche Verbesserung der Ertragsleistung, kombiniert mit neuen Pflanzeneigenschaften, tragen wir zu einer ressourcenschonenden, nachhaltigen Landwirtschaft bei.

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2.2. Forschungs- und Entwicklungsbericht

Forschungs- & Entwicklungskennzahlen

in Mio. €

2019/2020

2018/2019

+/-

F&E-Mitarbeiter1

Ø

2.073

2.053

1,0 %

Anteil F&E-Mitarbeiter an der Gesamtbelegschaft

in %

36,3

37,0

-

F&E-Aufwand

236,1

205,6

14,8 %

F&E-Quote2

in %

18,4

18,5

-

Sortenzulassungen

484

464

4,3 %

  1. Durchschnittliche Mitarbeiterzahlen
  2. in % vom Umsatz

Im Geschäftsjahr 2019/2020 betrug der Aufwand für Forschung & Entwicklung 236,1 (205,6) Mio. €. Die Zahl der weltweiten Sortenzulassungen stieg auf 484 (464) - ein starker Beleg für die Innovationskraft von KWS. Das neue Segment Gemüse verzeichnete im Berichtsjahr 18 Sortenzulassungen.

Neues Forschungsgebäude am Standort Einbeck

Nach rund drei Jahren Planung und Bauzeit haben wir im Juni 2020 ein neues Laborgebäude am Standort Einbeck fertiggestellt. Mit dem geplanten Ausbau unserer F&E-Aktivitäten geht der Bedarf an zusätzlichen Laborkapazitäten einher, so dass ein Neubau erforderlich wurde. Das dreistöckige Labor- und Bürogebäude verfügt über 2.350 Quadratmeter Laborfläche und bietet hochmoderne Arbeitsplätze für rund 200 Mitarbeiter. Das Investitionsvolumen für den Neubau lag bei rund 20 Mio. €.

Das Gebäude ist besonders energieeffizient, esbenötigt nur 55 % der Energie eines Referenzbaus und erfüllt somit den KFW 55 Standard, der deutlich über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht.

Weichenstellung für Joint Venture GENECTIVE

GENECTIVE ist ein Joint Venture von KWS unddem französischen Pflanzenzüchtungsunternehmen Limagrain. Aufgabe des Unternehmens ist die Entwicklung eigener gentechnischer Merkmale für Maissorten. Um dies maßgeblich voranzutreiben, haben wir zusammen mit Limagrain entschieden, das Joint-Venture vollständig in die USA überzusiedeln und mit eigenen Forschungskapazitäten zu stärken. Bisher befand sich der Sitz mit den wichtigsten Managementfunktionen in Paris. Seit diesem Berichtsjahr werden somit die Aktivitäten zentral am neuen GENECTIVE Hauptsitz in Champaign/Illinois zusammengefasst.

Darüber hinaus konnten wir das US-Biotechnologie-Unternehmen AgBiome als Partner gewinnen. AgBiome ist eines der weltweit führenden Unternehmen für die Entwicklung von Resistenzmerkmalen und bietet biologische, aber auch gentechnische Lösungen für den Pflanzenschutz an. Mit der strategischen Partnerschaft sollen die Kräfte beider Unternehmen gebündelt und die Identifizierung, Entwicklung sowie Kommerzialisierung von Lösungen zur Insektenkontrolle intensiviert werden.

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Zuckerrübensorten der nächsten Generation wirksam gegen Cercospora

Im Zuckerrübenanbau ist die Blattgesundheit von großer Bedeutung. Nur ein gesunder Blattapparat kann in vollem Umfang Sonnenenergie in Rübenertrag und Zuckergehalt umsetzen. Cercospora ist die Blattkrankheit, die am weitesten verbreitet ist und die höchsten Ertragsausfälle verursachen kann. Die Bedeutung von Cercospora hat in den letzten Jahren immer weiter zugenommen, während gleichzeitig die Einsatzmöglichkeiten von effektiv wirksamen Fungiziden weiter abnehmen.

Bisherige Sorten mit der klassischen Cercospora-Toleranz zeigten eine ausreichende Widerstandskraft gegen Cercospora, enttäuschten aber oft im Ertrag. Mit der Entdeckung und Erschließung von neuen Cercospora-Resistenzquellen ist es den KWS-Züchtern erstmals gelungen, Zuckerrübensorten der nächsten Generation zu entwickeln, die sowohl eine hohe Widerstandskraft gegenüber Cercospora als auch eine verbesserte Ertragsleistung aufweisen. Höhere und stabilere Erträge, gesteigerte Zuckergehalte und in vielen Fällen ein Potenzial zur Reduktion des Fungizideinsatzes ermöglichen den von Cercospora betroffenen Regionen eine nachhaltige, umweltschonende und wirtschaftliche Zuckerrübenproduktion. In Italien, dem Land mit dem höchsten Cercospora-Befallsdruck in Europa, waren in der zurückliegenden Saison bereits zwei der neuen Zuckerrübensorten im Probeanbau. In vielen weiteren Ländern befinden sich diese in den offiziellen Prüfungen und sollen in der nächsten Saison zur Verfügung stehen.

Neues Züchtungsprogramm für Mais in Argentinien

Mit rund sechs Millionen Hektar Anbaufläche gehört Argentinien zusammen mit, Nordamerika, China und Brasilien und Europa inzwischen zu den wichtigsten Maisanbauregionen weltweit. Die Anbauflächen des Landes unterscheiden sich allerdings stark hinsichtlich ihrer Anforderungen an die Züchtung. Die Gebiete im nördlichen argentinischen "Corn-Belt" erfordern beispielsweise eine deutlich spätere Aussaat und weisen einen weit höheren Krankheitsdruck auf als die südöstlicheren Regionen in der Provinz Buenos Aires. Die Materialentwicklung im KWS Züchtungsprogramm war bis vor zwei Jahren ausschließlich auf die Bedingungen des Marktes mit früherer Aussaat ausgerichtet. Inzwischen verfügen wir über ein neues Züchtungsprogramm in Argentinien, das nicht nur speziell die Anforderungen der nördlicheren Regionen des Landes adressiert, sondern auch eine gute Brücke zwischen unseren tropischen und gemäßigten Züchtungsprogrammen darstellt. Über das Programm wird in den kommenden Jahren auch das krankheitsresistentere Züchtungsmaterial des tropischen Bereichs in unsere nicht-tropischen Züchtungsprogramme einfließen. Auf diese Weise wollen wir die Diversität unseres globalen Züchtungsmaterials stärken und so unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

Das Züchtungsprogramm für die zweite Aussaat startete vor zwei Jahren mit einer Teststation in der zentral in Argentinien gelegenen Provinz Cordoba. Seitdem konnten mehrere erfolgversprechende und krankheitsresistente Linien selektiert werden, und die ersten Hybriden stehen in den Leistungsprüfungen. Wir erwarten, dass die ersten wettbewerbsfähigen Sorten ab der Verkaufssaison 2021 für dieses wichtige Segment zur Verfügung stehen.

Getreidezüchtung in Nordamerika - Eine Erfolgsgeschichte

Vor etwa zehn Jahren haben wir beschlossen, unsere Getreideaktivitäten auf den nordamerikanischen Markt auszuweiten. Heute verfügen wir in den USA über ein eigenes Züchtungsprogramm für "Soft Red" Winterweizen - einem relativ proteinarmen Weizen, der vorwiegend zur Herstellung von Keksen und Kuchen verwendet wird. Dabei haben wir unsere Aktivitäten auf die Regionen des mittleren Westens fokussiert, obwohl sich hier das größte

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Anbaugebiet für Soja und Mais der USA befindet. Mit Weizen können wir den Landwirten eine wichtige Kulturart für den Fruchtwechsel anbieten. Die ersten Sorten sind bereits auf dem Markt und wir arbeiten weiter intensiv daran, unsere Produktpipeline auszuweiten.

In Kanada steht die Roggenzüchtung im Blickpunkt unserer Anstrengungen. Die Anbauregionen erfordern eine besondere Winterhärte sowie die Anpassung an kurze Sommer. Es zeigte sich, dass unser europäisches Saatgut sehr gut an diese Bedingungen angepasst ist. Wir konnten bereits 2015 die ersten konkurrenzfähigen Hybridsorten auf den kanadischen Markt bringen und verfügen heute über eine breite Produktpipeline. In weiteren Schritten entwickeln wir spezielle Hybriden, die neben einer guten Anpassung an die klimatischen Bedingungen auch eine effektive Mutterkorn- sowie Fusarium-Resistenz bieten.

Startschuss für den Aufbau der KWS Gemüsezüchtung

Nach der Übernahme von Pop Vriend Seeds zum 1. Juli 2019 wurden im Geschäftsjahr 2019/20 erste Projekte in der Zusammenarbeit der Züchtungsteams beider Unternehmen initiiert. Im Vordergrund stehen hierbei Fruchtarten aus dem Portfolio von Pop Vriend Seeds wie Spinat, Rote Beete und Mangold. Gleichzeitig haben wir im Berichtsjahr die Weichen für den Aufbau eines internationalen Züchtungsprogramms für die weltweit wichtigsten Gemüsearten Tomaten, Paprika, Gurken, Melonen und Wassermelonen gestellt. Dazu zählen die Einstellung erster Mitarbeiter im Bereich Forschung & Entwicklung sowie die Inbetriebnahme einer Zuchtstation in der spanischen Provinz Almeria - eines der größten Gemüseanbaugebiete Westeuropas. Weitere Zuchtstationen in Spanien, Mexiko und Brasilien sind in Planung.

In Almeria haben wir begonnen, einlizensiertes genetisches Material zu testen. Um unseren Zugang zu genetischem Material für Züchtungszwecke zu erweitern, sind wir im Berichtsjahr der International Licensing Platform Vegetable (ILP), einem Zusammenschluss von Unternehmen in der Gemüsezüchtung, beigetreten. Die Mitgliedsunternehmen der ILP gewähren sich gegenseitig Zugang zu genetischem Material und entsprechenden Patenten zu fairen Bedingungen und Kosten.

Damit haben wir im ersten Jahr seit Gründung der neuen Geschäftseinheit Gemüse erste wichtige Meilensteine in der Umsetzung unserer Strategie erreicht - weitere werden folgen.

  1. Wirtschaftsbericht
  1. Geschäftsverlauf
    Allgemeine Entwicklungen und Geschäftsverlauf der KWS Gruppe

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verblieben für die KWS Gruppe bis zum Jahreswechsel vergleichbar zum Vorjahreszeitraum. Die Weltwirtschaft wuchs weiterhin nur langsam. In den USA hat sich die konjunkturelle Dynamik im zweiten Halbjahr 2019 kaum verändert. Im Euroraum war das Expansionstempo unter anderem aufgrund der Unsicherheiten über den Austritt Großbritanniens aus der EU gedämpft. Ebenso verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Während in Brasilien, Russland und vielen asiatischen Ländern die Konjunktur anzog, vertiefte sich die Rezession in Argentinien und der Türkei weiter. Hier wirkte sich auch die Schwäche der lokalen Währungen für KWS negativ im Umsatz aus.

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Der Ausbruch der Corona-Pandemie hielt die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr 2020 in Atem. Zunächst war vor allem der asiatische Raum betroffen. In China ging die gesamtwirtschaftliche Aktivität deutlich zurück. Ab Ende Februar breitete sich das Coronavirus auch in Europa und den USA aus, sodass zum Teil drastische Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ergriffen wurden. Zahlreiche Länder haben ihre Grenzen für den Personenverkehr geschlossen und den Luftverkehr eingestellt. Dies schränkte die wirtschaftliche Aktivität erheblich ein. Die Wirtschaftspolitik legte in der Folge Programme zur Unterstützung der betroffenen Unternehmen und Sektoren auf. Die Zentralbanken haben mit expansiven Maßnahmen reagiert.

Trotz dieser Rahmenbedingungen ist es der KWS Gruppe gelungen, Landwirte rechtzeitig zur Frühjahrsaussaat mit Saatgut zu versorgen. Der Schutz der Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat für KWS oberste Priorität. Wir haben daher bereits frühzeitig an allen weltweiten Standorten Maßnahmen getroffen, die sich an den Empfehlungen und Anordnungen der nationalen und internationalen Gesundheitsbehörden orientieren bzw. über diese hinausgehen. Gleichzeitig haben wir alle wesentlichen Produktions- und Logistikprozesse aufrechterhalten, um die Versorgung der Landwirtschaft mit Saatgut in dieser kritischen Phase zu gewährleisten.

Der Agrarsektor hatte im Geschäftsjahr 2019/2020 auch abseits der Corona-Pandemie weiterhin mit herausfordernden Rahmenbedingungen zu kämpfen. Anhaltend hohe Lagerbestände, regulatorische Eingriffe und erneute Wetteranomalien machten vielen Landwirten zu schaffen. Der Ackerbau blieb bei vergleichsweise niedrigen Agrarrohstoff-preisen stellenweise defizitär. Während der Zuckerpreis im Vorjahresvergleich moderat anstieg, blieben die Preise für einige Feldfrüchte, wie Mais und Weizen, teils deutlich hinter dem Vorjahr zurück.

Vergleich der tatsächlichen mit der prognostizierten Geschäftsentwicklung der KWS Gruppe

Im Jahresverlauf ergaben sich keine wesentlichen Änderungen unserer Einschätzung für das Gesamtjahr. So präzisierten wir lediglich im Halbjahresfinanzbericht 2019/2020, dass die Prognose für die EBIT-Marge von 11,0 bis 13,0 % die nicht-zahlungswirksamen Effekte im Rahmen der abgeschlossenen Kaufpreisallokation für die Akquisition von Pop Vriend Seeds unberücksichtigt lässt. In der Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2019/2020 konkretisierten wir unseren Ausblick dahingehend, dass wir eine EBIT-Marge im oberen Bereich der Prognose erwarteten.

Der Konzernumsatz der KWS-Gruppe stieg um rund 15 % auf 1.282,6 Mio. € und lag damit oberhalb der Prognosebandbreite von 8 bis 12 %. Die Abweichung von der Prognose ist im Wesentlichen durch einen besser als erwarteten Geschäftsverlauf im vierten Geschäftsquartal insbesondere im Segment Zuckerrüben zurückzuführen. Die F&E-Quote erreichte 18,4 % und lag somit im Rahmen der Prognosebandbreite von 17 bis 19 %.

Die EBIT-Marge (vor Berücksichtigung nicht-zahlungswirksamer Effekte im Rahmen der abgeschlossenen Kaufpreisallokation für die Akquisition von Pop Vriend Seeds) von 13,3 % lag am oberen Rand der im Halbjahresfinanzbericht 2019/2020 sowie in der Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2019/2020 präzisierten Prognose.

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Vergleich der tatsächlichen mit der prognostizierten Geschäftsentwicklung der KWS Gruppe

Ergebnisse

Prognose für

Unterjährige Anpassungen der Prognose

Ergebnisse

2018/2019

2019/2020

2019/2020

Geschäftsberic

Q1

Halbjahres-

9M Quartals-

ht 2018/2019

Quartals-

finanzbericht

mitteilung

mitteilung

Umsatz

1.113 Mio. €;

8-12 %

-

-

im oberen

1.283 Mio. €;

Bereich der

15,2 %

Prognose

F&E-

18,5 %

17-19 %

-

-

-

18,4 %

Quote

EBIT-

13,5 %

11-13 %

-

Präzisierung der

im oberen

13,3 %

Marge

Prognose (ohne

Bereich der

Effekte der

präzisierten

Kaufpreisallokati

Prognose

on für Pop

Vriend Seeds)

Zusammenfassung Geschäftsverlauf der Segmente und Abgleich mit der Prognose2

Im Segment Mais wird der überwiegende Teil des Umsatzes in der zweiten Hälfte unseres Geschäftsjahres (Januar bis Juni) während der Frühjahrsaussaat auf der Nordhalbkugel erwirtschaftet. Der geringere Teil der Erlöse wird in den ersten beiden Quartalen in Südamerika erzielt.

Umsatz und EBIT-Marge lagen im Segment Mais wie prognostiziert leicht über dem Vorjahresniveau.

Für das Segment Zuckerrüben liegt die Hauptverkaufssaison in der zweiten Hälfte unseres Geschäftsjahres (Januar bis Juni). Erneut gehörten unsere hochqualitativen Zuckerrübensorten zu den leistungsstärksten der Branche. Zudem konnte der Geschäftsbereich vor allem von der erfolgreichen Einführung unseres CONVISO® SMART-Sortenportfolios profitieren. Die Anbauflächen entwickelten sich insgesamt leicht rückläufig. Dennoch verzeichneten wir insbesondere in Osteuropa und Nordamerika einen Umsatzanstieg. Der Umsatz des Segments entwickelte sich mit einem Anstieg von 6,6 % positiv im Rahmen der Segmentprognose ("leichter Umsatzanstieg"). Die EBIT- Marge im Segment Zuckerrüben erreichte 34,6 % und lag damit wie erwartet unter dem Vorjahr, das von einem positiven Sondereffekt aus dem Verkauf des Kartoffelgeschäfts beeinflusst worden war.

Jedes Jahr bestimmt die Herbstaussaat die wesentlichen Trends für die Geschäftsentwicklung des Segments Getreide. Die dabei entscheidende Kulturart ist Hybridroggen, dessen Saatgutumsätze unsere Umsatz- und Ertragslage im Segment maßgeblich beeinflussen. Im Berichtsjahr stieg der Umsatz wie in der Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2019/2020 prognostiziert - vor allem aufgrund des starken Wachstums bei Hybridroggensaatgut - deutlich um 11,9 % an. Ursprünglich war

2 Inkl. at equity bilanzierter Unternehmen. Details zur Geschäftsentwicklung der Segmente sowie deren konjunkturellem Umfeld finden sich in den Segmentberichten.

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für das Segment ein leichtes Umsatzwachstum erwartet worden. Die EBIT-Marge lag geringfügig besser als ursprünglich erwartet mit 13,8 % leicht über dem Vorjahresniveau.

Das Segment Gemüse, in dem die Geschäftsaktivitäten des zum 1. Juli 2019 erworbenen Gemüsesaatgut-Produzenten Pop Vriend Seeds einbezogen werden, zeichnet eine geringe Saisonalität des Geschäftsverlaufs aus. Das Geschäft profitierte im Berichtsjahr von der hohen Nachfrage nach Spinatsaatgut in Nordamerika. Darüber hinaus konnte eine zunehmende Dynamik in Europa bei Verkäufen von Spinat- und Bohnensaatgut verzeichnet werden. Der Umsatz des Segments entwickelte sich mit 83,5 Mio. € wie erwartet. Das Segmentergebnis (vor akquisitionsbedingten Effekten) erreichte 25,5 Mio. €, die entsprechende Ergebnismarge von 30,5 % lag damit im Rahmen der im Halbjahresfinanzbericht 2019/2020 präzisierten Prognose. Unter Berücksichtigung nicht-zahlungswirksamer Effekte im Rahmen der Kaufpreisallokation aus dem Verkauf der übernommenen, zum Fair-Value neu bewerteten Vorräte (-11,1 Mio. €) sowie Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte (-21,9 Mio. €) lag das Segmentergebnis bei -7,5 Mio. €.

Im Segment Corporate entwickelte sich der Umsatz erwartungsgemäß. Das Segment-EBIT lag mit - 104,6 Mio. € aufgrund von Mehraufwendungen im Rahmen unseres Reorganisationsprojekts ONEGLOBE, höherer Aufwendungen für zentrale F&E-Aktivitäten sowie geringerer Erträge aus Währungssicherungsinstrumenten unter dem Vorjahreswert und unterhalb der Segmentprognose ("auf Vorjahresniveau").

2.3.2. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Ertragslage

Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio. €

2019/20

2018/19

+/-

Umsatz

1.282,6

1.113,3

15,2%

EBITDA

225,5

199,7

12,9%

EBIT

137,4

150,0

-8,4%

Finanzergebnis

-7,8

-5,5

-

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

129,5

144,5

-10,4%

Steuern

34,3

40,4

-15,1%

Jahresüberschuss

95,2

104,0

-8,4%

Ergebnis je Aktie

in €

2,89

3,15

-8,4%

EBIT-Marge

in %

10,7

13,5

-

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Deutlicher Umsatzanstieg

Der Umsatz der KWS Gruppe ist im Berichtsjahr deutlich auf 1.282,6 Mio. € nach 1.113,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum angestiegen. Dies entspricht einem Zuwachs von 15,2 %. Belastend wirkten sich im Umsatz negative Währungseffekte in Höhe von -2,4 % aus - im Wesentlichen bedingt durch die Abwertung des Brasilianischen Real und des Argentinischen Peso gegenüber dem Euro.

Im Segment Mais wirkte sich vor allem ein wachsendes Saatgutgeschäft in Südamerika und Europa positiv auf den Umsatz aus. Das Segment Zuckerrüben verzeichnete einen Umsatzanstieg insbesondere durch Wachstum in Osteuropa. Im Segment Getreide stieg der Umsatz durch einen höheren Absatz von Saatgut für Roggen deutlich an. Das Segment Gemüse erzielte einen Umsatz von 83,5 Mio. €, im Wesentlichen mit Spinat- und Bohnensaatgut.

Die Segmente Mais und Zuckerrüben hatten mit 39,9 % bzw. 38,3 % jeweils einen wesentlichen Anteil am Gesamtumsatz. Das Segment Getreide konnte seinen Anteil aufgrund des starken Wachstums mit 14,9 % nahezu verteidigen (Vorjahr: 15,3 %). Das neue Geschäftssegment Gemüse erreichte einen Anteil am Gesamtumsatz von 6,5 %.

Der regionale Schwerpunkt unseres Geschäfts lag mit 63,4 % in Europa (davon Deutschland: 18,7 %), die Umsätze in Nord- und Südamerika machten 29,5 % unseres Gesamtumsatzes aus. Die Erlöse unserer nordamerikanischen und chinesischen at equity konsolidierten Gesellschaften finden nur auf Segmentebene Berücksichtigung (vgl. Segmentberichterstattung ab Seite 22).

EBIT aufgrund von Sondereffekten rückläufig, EBITDA steigt um rund 13 %

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) der KWS Gruppe erhöhte sich im Geschäftsjahr 2019/2020 um 12,9 % auf 225,5 (199,7) Mio. €. Das Betriebsergebnis (EBIT) ging im Wesentlichen aufgrund von Sondereffekten auf 137,4 (150,0) Mio. € zurück. Im Vorjahr hatten sich Erträge aus der Veräußerung von Anteilen an der KWS Potato B.V. sowie aus dem Forderungsmanagement positiv ausgewirkt. Gleichzeitig belasteten im Berichtsjahr Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte im Rahmen der Kaufpreisallokation für die Akquisition von Pop Vriend Seeds in Höhe von -21,9 Mio. € das EBIT.

Die EBIT-Marge erreichte einen Wert von 10,7 % nach 13,5 % im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung nicht-zahlungswirksamer Effekte im Rahmen der Kaufpreisallokation für den Erwerb von Pop Vriend Seeds aus dem Verkauf der übernommenen, zum Fair-Value neu bewerteten Vorräte (-11,1 Mio. €) sowie Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte (-21,9 Mio. €) lag die EBIT-Marge bei 13,3 %. Die Herstellungskosten der KWS Gruppe stiegen im Berichtsjahr um rund 20 % auf 549,9 (458,5) Mio. €, was einer Herstellungskostenquote von 42,9 (41,2) % entspricht. Der Anstieg der Quote gegenüber dem Vorjahreswert ist im Wesentlichen auf höhere Herstellungskostenquoten im Segment Gemüse (inkl. Effekte aus Kaufpreisallokation für Pop Vriend Seeds) und im Segment Zuckerrüben zurückzuführen. Die Ausweitung der Forschungs- & Entwicklungsaufwendungen auf 236,1 (205,6) Mio. € als Investition in die Zukunft setzte sich planmäßig fort, die F&E-Quote blieb mit 18,4 % nahezu unverändert (18,5 %). Die Verwaltungskosten stiegen im Wesentlichen durch Mehraufwendungen im Rahmen unseres Reorganisationsprojekts ONEGLOBE sowie aufgrund gestiegener IT- Aufwendungen (aufwandswirksame Zunahme von cloud-basiertenIT-Anwendungen) auf

129,5 (115,4) Mio. €. Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen ging unter

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anderem aufgrund positiver Einmaleffekte im Vorjahr (Veräußerung von Anteilen an der KWS Potato B.V. sowie Erträgen aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen) deutlich auf

19,1 (38,0) Mio. € zurück. Detailerläuterungen zu den zugehörigen Einzelpositionen sind im Anhang auf Seite 27 zu finden.

Finanzergebnis auf Vorjahresniveau - Jahresüberschuss sinkt

Unser Finanzergebnis setzt sich aus den Beiträgen des Beteiligungsergebnisses und des Zinsergebnisses zusammen. Bestandteil des Beteiligungsergebnisses wiederum ist das Ergebnis aus at equity bilanzierten Finanzanlagen, das auf 10,8 (9,4) Mio. € leicht anstieg. Das Zinsergebnis verringerte sich insbesondere aufgrund eines höheren Verschuldungsgrades auf -18,6(-15,0) Mio. €. Somit lag das Finanzergebnis insgesamt bei -7,8(-5,5) Mio. €. Mit 129,5 (144,5) Mio. € ging das Ergebnis vor Steuern (EBT) um rund 10 % zurück. Infolgedessen sanken die Ertragsteuern auf

34,3 (40,4) Mio. € und führten zu einer Steuerquote von 26,5 (28,0) %. Insgesamt erzielte die KWS Gruppe im Berichtsjahr einen Jahresüberschuss von 95,2 (104,0) Mio. €, dies entspricht einem Rückgang um 8,5 %. Daraus ergab sich bei 33.000.000 Stückaktien ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 2,89 (3,15) €.

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Finanzlage

Ausgewählte Kennzahlen zur Finanzlage

in Mio. €

2019/20

2018/19*

+/-

Finanzmittelfonds

119,7

159,8

-25,1%

Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit

136,2

85,6

59,1%

Cashflow aus Investitionstätigkeit

-499,9

-91,3

447,5%

Freier Cashflow

-363,7

-5,6

-

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

-82,5

387,8

-

* VJ angepasst

Die Finanzkraft der KWS Gruppe zu sichern, profitables Wachstum zu ermöglichen und dabei die Unabhängigkeit zu wahren sind die elementaren Aufgaben unseres Finanzmanagements. Dies gewährleisten wir unter anderem durch eine umfassende Liquiditätsplanung, die Überwachung der Zahlungsströme sowie die Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken. Die wesentlichen Finanzierungsinstrumente des Konzerns umfassten im Geschäftsjahr 2019/2020 neben einer syndizierten Kreditlinie insbesondere Schuldscheine sowie bilaterale Kreditvereinbarungen (Commercial Papers) mit unterschiedlichen Laufzeiten und Konditionen.

Am 26. Juni 2020 hat die Europäische Investitionsbank (EIB) der KWS eine Darlehenszusage mit Volumen von 200 Mio. € mit einer Laufzeit von 12 Jahren zur Verfügung gestellt. Davon hat die KWS am 13. Juli 2020 einen Teil in Höhe von 50 Mio.

  • mit der gleichen Laufzeit in Anspruch genommen. Die von EIB bereit gestellten Gelder sind gezielt für KWS Forschung und Entwicklung in der EU vorgesehen. Damit wird die Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungskosten für die nächsten Jahre sichergestellt und weiteres Engagement von KWS für innovative und klimabewusste Landwirtschaft unterstützt. Das Fälligkeitsprofil des Konzerns weist eine breite Streuung auf mit einem hohen Anteil mittel- und langfristiger Finanzierungen. Zur Sicherung des Wachstums der KWS ziehen wir in Ausnahmefällen auch eine Kapitalerhöhung in Betracht.

Insbesondere aufgrund des Anstiegs im Ergebnis vor Abschreibungen sowie einer deutlich geringeren Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stieg der operative Cashflow auf 136,2 (85,6) Mio. €.

Aufgrund der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 Leasingverhältnisse und der erhöhten Finanzierungstätigkeit der KWS Gruppe der letzten Jahre wurde die Darstellung der Kapitalflussrechnung hinsichtlich Zinseinnahmen und Zinsausgaben geändert. Die Zinseinnahmen

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werden im Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit, die Zinsausgaben im Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Die Vorjahresangaben wurden entsprechend angepasst.

Im Geschäftsjahr 2019/2020 belief sich der Cashflow aus der Investitionstätigkeit auf

-499,9(-91,3) Mio. €. Mit knapp 400 Mio. € war der Erwerb von Pop Vriend Seeds wesentlicher Treiber des deutlichen Anstiegs gegenüber dem Vorjahr. Darüber hinaus folgte unsere Investitionstätigkeit im Berichtsjahr unseren langfristigen Wachstumsplanungen mit Fokus auf der Errichtung und Erweiterung von Produktions-, Forschungs- & Entwicklungskapazitäten. Die Ausweitung der Zuckerrübensaatgutproduktion am Standort Einbeck wurde plangemäß fortgesetzt. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund 40 Mio. € wird im laufenden Geschäftsjahr abgeschlossen. Im Segment Mais lag der Schwerpunkt unserer Investitionstätigkeit auf der Erweiterung von Produktions- und Aufbereitungsanlagen in Brasilien und Argentinien, die wir im August 2019 mit der Inbetriebnahme der neuen Anlagen erfolgreich abschließen konnten. Im Segment Getreide standen die Erweiterung und Modernisierung von Zuchtstationen und Produktionsanlagen weiterhin im Fokus. Segmentübergreifend wurde in die Fertigstellung des neuen Forschungsgebäudes in Einbeck investiert und der neue Standort in Berlin ausgestattet. Insgesamt beliefen sich die Investitionen im Geschäftsjahr 2019/2020 auf 108,0 (96,6) Mio. €. Abschreibungen erhöhten sich im Berichtsjahr deutlich auf 88,2 (49,7) Mio. €, wesentlicher Grund hierfür waren die Abschreibungen im Rahmen der Kaufpreisallokation für den Erwerb von Pop Vriend Seeds. Darüber hinaus hatte auch der neu anzuwendende IFRS 16 Einfluss auf die Höhe der Abschreibungen.

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Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit lag mit -82,5 (387,8) Mio. € deutlich unter dem Wert des Vorjahres, der die Kapitalaufnahme im Kontext der Übernahme von Pop Vriend Seeds als Brückenfinanzierung beinhaltete. Zum Ende des Geschäftsjahres 2019/2020 ging der Finanzmittelfonds der KWS Gruppe auf 119,7 (159,8) Mio. € zurück.

Vermögenslage

Verkürzte Bilanz

in Mio. €

30.06.2020

30.06.2019

+/-

Aktiva

Langfristige Vermögenswerte

1.273,7

760,5

67,5%

Kurzfristige Vermögenswerte

961,3

1.346,8

-28,6%

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

0,4

7,6

-

Passiva

Eigenkapital

994,5

963,5

3,2%

Langfristiges Fremdkapital

795,5

364,4

118,3%

Kurzfristiges Fremdkapital

445,5

785,3

-43,3%

Zur Veräußerung gehaltene Verbindlichkeiten

0,0

1,8

-

Bilanzsumme

2.235,5

2.115,0

5,7%

Die Bilanz der KWS Gruppe ist von unserem saisonalen Geschäftsverlauf geprägt. Insbesondere im Bereich des Working Capital ergeben sich im Jahresverlauf regelmäßig Bilanzpositionen, die sich von den korrespondierenden Werten des Bilanzstichtags deutlich unterscheiden.

Zum Stichtag 30. Juni 2019 belief sich die Bilanzsumme auf 2.235,5 (2.115,0) Mio. €. Die langfristigen Vermögenswerte stiegen vor allem aufgrund der Akquisition des niederländischen Gemüsesaatgutproduzenten Pop Vriend Seeds sowie planmäßiger Investitionen in neue Produktionsanlagen und den Ausbau von Forschungs- & Entwicklungskapazitäten auf 1.273,7 (760,5) Mio. €. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen insbesondere akquisitionsbedingt sowie im Zuge der Geschäftsausweitung in Südamerika sowie in Osteuropa deutlich an, sie betrugen 432,6 Mio. € nach 402,1 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Die Vorräte erhöhten sich ebenfalls deutlich auf 214,0 (177,3) Mio. €. Wesentlicher Grund neben der Übernahme war eine hohe Ernte im Rahmen der Saatgutvermehrung. Zum Bilanzstichtag betrugen die kurzfristigen Vermögenswerte insgesamt 961,3 (1.346,8) Mio. €. Im Vorjahr war hier kurzfristiges Fremdkapital zur Brückenfinanzierung der

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Akquisition von Pop Vriend Seeds enthalten gewesen. Die Nettoverschuldung blieb mit 495,5 (497,9) Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres.

Das Eigenkapital erhöhte sich im Wesentlichen aufgrund des Jahresüberschusses auf

994,5 (963,5) Mio. €. Das langfristige Fremdkapital stieg im Zuge der Aufnahme von Schuldscheinen für die Finanzierung der Akquisition von Pop Vriend Seeds auf 795,9 (364,4) Mio. €. Die Eigenkapitalquote blieb mit 44,5 (45,5) % nahezu unverändert.

2.3.3. Segmentberichte

Überleitung zur KWS Gruppe

Der Konzernabschluss der KWS Gruppe folgt den Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS). Die Darstellung der Segmente im Lagebericht orientiert sich an der internen Unternehmenssteuerung in Übereinstimmung mit DRS 20. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass wir die Erlöse und Aufwendungen unserer at equity bilanzierten Unternehmen gemäß IFRS 11 nicht im Rahmen der Gesamtergebnisrechnung ausweisen. Der Umsatz und das EBIT der KWS Gruppe fallen somit niedriger aus als in der Summe der Segmente. Die Ergebnisbeiträge der at equity bilanzierten Gesellschaften fließen stattdessen in das Finanzergebnis. In den Segmentberichten werden die At-equity-Gesellschaften gemäß der internen Unternehmenssteuerung quotal berücksichtigt.

Der Unterschied zur Gesamtergebnisrechnung der KWS Gruppe ist in der Überleitungstabelle für einige zentrale Größen zusammengefasst:

Überleitungstabelle

in Mio. €

Segmente

Überleitung

KWS Gruppe

Umsatz

1.546,8

-264,3

1.282,6

EBIT

151,3

-14,0

137,4

Mitarbeiterzahl

Ø

6.179

-470

5.709

Investitionen

113,4

-5,4

108,0

Bilanzsumme

2.348,9

-113,4

2.235,5

Die Überleitung von der Gesamtergebnisrechnung der KWS Gruppe zur Berichterstattung nach Segmenten im Geschäftsjahr 2019/2020 wird durch unsere at equity-bilanzierten Gesellschaften im nordamerikanischen und chinesischen Maismarkt bestimmt. Dies gilt für alle Kennzahlen der unten aufgeführten Tabelle, wobei die wesentlichen Einflüsse aus Nordamerika stammen.

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Segment Mais

Kennzahlen

in Mio. €

2019/20

2018/19

+/-

Umsatz

775,7

739,0

5,0%

EBIT

67,1

57,9

15,9%

EBIT-Marge

in %

8,6

7,8

-

Investitionen

30,9

27,2

13,6%

Capital Employed (Ø)

744,2

750,2

-0,8%

ROCE (Ø)

in %

9,0

7,7

-

Branchenspezifische Rahmenbedingungen: Stabile Anbaubedingungen in Europa, Maispreis in den USA unter Druck, hohe Nachfrage in Brasilien

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Segment Mais waren in den wesentlichen Anbauregionen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Während in der für KWS wichtigen Region Europa und Mitterer Osten / Afrika weitgehend stabile Anbaubedingungen herrschten, war der US-Markt von den negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie beeinträchtigt. Der deutlich gesunkene Erdölpreis sowie ein geringerer Treibstoffverbrauch belasteten insbesondere die wirtschaftliche Attraktivität des Maisanbaus für die Herstellung von Ethanol-Biokraftstoff. Der Preis für US-Mais erreichte in diesem Kontext ein Mehrjahrestief.

In Brasilien hingegen boten eine steigende Inlandsnachfrage nach Futtermitteln und hohe Verkaufspreise für Mais vorteilhafte Marktbedingungen. Staatliche Anreize für Investitionen in die Landwirtschaft trugen darüber hinaus zu einem positiven Geschäftsklima bei. In Argentinien belasteten dagegen höhere Exportsteuern und strenge Restriktionen zur Bekämpfung der COVID-19- Pandemie das Marktumfeld.

In China führte zum Jahresbeginn 2020 ein umfassender, pandemiebedingter Lockdown zu temporären, erheblichen Einschränkungen der Wirtschaftstätigkeit. Die schrittweise Lockerung der Maßnahmen im März 2020 ermöglichte jedoch rechtzeitig zum Saisonbeginn die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs unseres Joint Ventures KENFENG/KWS in der Provinz Heilongjiang.

Segmententwicklung: Anstieg bei Umsatz und Ergebnis

Das Segment Mais verzeichnete im Berichtsjahr einen Umsatzzuwachs von 5,0 % auf 775,7 (739,0) Mio. €. Der Umsatzanstieg ist vor allem auf einen erfreulichen Geschäftsverlauf in Europa und Südamerika zurückzuführen. In Europa verzeichneten wir einen deutlichen Umsatzanstieg. Positiv entwickelten sich dabei die Umsätze in Frankreich, Ost-, Südost- und Südeuropa, während wir in Deutschland und einigen nordeuropäischen Märkten aufgrund verstärkter Wettbewerbsaktivitäten Umsatzeinbußen hinnehmen mussten. Mit der kontinuierlichen Einführung neuer Hybridsorten wollen wir unsere Marktposition in Europa weiter festigen. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir in Ost- und Südost-Europa.

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In Brasilien haben wir unser Geschäftsvolumen nach der erfolgreichen Einführung leistungsstarker Hybridmais-Sorten deutlich ausgeweitet und Marktanteile gewonnen. Auch bei Saatgut für Sojabohnen konnten wir deutliches Wachstum erzielen. Die anhaltende Abwertung des brasilianischen Reals gegenüber dem Euro wirkte sich dagegen belastend auf das Umsatzwachstum aus. Auch in Argentinien verzeichneten wir ein deutliches Mengenwachstum, teilweise kompensiert durch die Abwertung des argentinischen Pesos gegenüber dem Euro. Argentinien wurde im Berichtsjahr weiterhin als Hochinflationsland eingestuft, sodass wir erneut IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" angewendet haben, um Inflationseffekte zu kompensieren.

In Nordamerika lag der Umsatz unseres 50:50-Joint-Ventures AgReliant auf Vorjahresniveau, das Geschäft mit Saatgut für Mais und Sojabohnen entwickelte sich aufgrund der pandemiebedingten Verwerfungen an den Rohstoffmärkten leicht rückläufig. Positiv wirkten sich dagegen Währungseffekte aus der Aufwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro aus.

In China entwickelte sich unser Geschäft in einem herausfordernden Umfeld positiv. Während der Umsatz in unserem chinesischen Joint Venture KENFENG/KWS deutlich anstieg, verzeichneten wir jedoch sinkende Einnahmen aus dem Lizenzgeschäft mit Dritten

Das Segmentergebnis stieg um 15,9 % auf 67,1 (57,9) Mio. €. Hierbei wirkte sich insbesondere die deutliche operative Verbesserung in Südamerika aus. In Nordamerika und Europa verzeichneten wir eine stabile Ergebnissituation. Die EBIT-Marge des Segments stieg von 7,8 % auf 8,6 %.

Wichtige Investitionsprojekte in Südamerika fertiggestellt

Die Investitionen des Segments betrugen im Berichtsjahr 30,9 (27,2) Mio. €. Der Schwerpunkt lag auf der Erweiterung von Produktions- und Aufbereitungsanlagen in Brasilien und Argentinien, um ausreichende Kapazitäten für den erwarteten Anstieg der Saatgutnachfrage in diesen wichtigen Märkten aufzubauen. Mit der Fertigstellung haben wir die Verarbeitungskapazitäten in beiden Ländern etwa verdoppelt.

Segment Zuckerrüben

Kennzahlen

in Mio. €

2019/20

2018/19

+/-

Umsatz

491,8

461,2

6,6%

EBIT

170,1

179,6

-5,3%

EBIT-Marge

in %

34,6

38,9

-

Investitionen

32,3

34,9

-7,4%

Capital Employed (Ø)

349,5

300,0

16,5%

ROCE (Ø)

in %

48,7

59,9

-

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Branchenspezifische Rahmenbedingungen: Anbauflächen leicht rückläufig, Zuckerpreise volatil

Während die Anbauflächen für Zuckerrüben in den USA erneut leicht ausgeweitet wurden, führten in Europa insbesondere die Verringerung von Produktionskapazitäten für Zucker sowie Einschränkungen bei der Verwendung von Insektiziden zu einem leichten Rückgang. Insgesamt reduzierte sich die weltweite Anbaufläche um rund 5 % gegenüber dem Vorjahr. Die Preise für Roh- und Weißzucker zeigten sich im Verlauf des Geschäftsjahres volatil. Nach einem deutlichen Anstieg zu Beginn des Jahres 2020, fielen die Zuckerpreise bis zum Stichtag vor allem coronabedingt wieder auf Vorjahresniveau.

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie waren für die Branche vielfältig. Auf der einen Seite stieg die Nachfrage nach Zucker für die Herstellung von Fertigprodukten wie z. B. Tiefkühlpizzen merklich an. Auf der anderen Seite reduzierte sich der Verbrauch von Zucker in der Gastronomie. Außerdem führte der Verfall des Ölpreises zu einer deutlich geringeren Nachfrage nach Ethanol, das zum Beispiel in Brasilien auch aus Zuckerrohr gewonnen wird. Dies hatte impliziert einen dämpfenden Effekt auf die Zuckerpreise.

Segmententwicklung: Umsatz gesteigert, keine coronabedingten Einbußen

Die zuvor beschriebenen Effekte im Rahmen der globalen Covid-19-Pandemie hatten im Geschäftsjahr 2019/2020 keinen nennenswerten Einfluss auf das operative Geschäft im Segment Zuckerrüben. Der Umsatz stieg um 6,6 % auf 491,8 (461,2) Mio. €. Positiv wirkten sich im Berichtszeitraum die erfolgreiche Markteinführung von CONVISO® SMART - einem innovativen System zur Unkrautkontrolle, das mittlerweile in 24 Ländern verfügbar ist - sowie Währungseffekte aus der Umrechnung zum US-Dollar aus. Belastenden Einfluss hatte hingegen die Verringerung der Zuckerrüben-Anbaufläche in den EU-27-Staaten sowie in Osteuropa. Die Umsätze in der Türkei und dem Nahen Osten lagen erneut über dem Vorjahr.

Das Segmentergebnis blieb mit 170,1 (179,6) Mio. € leicht hinter dem hohen Wert des Vorjahres zurück, das durch einen Einmaleffekt aus dem Verkauf von Anteilen am Kartoffelgeschäft positiv beeinflusst war. Der positiven Umsatzentwicklung standen gestiegene Herstellungskosten insbesondere aufgrund veränderter regulativer Rahmenbedingungen gegenüber. Während die Vertriebskosten pandemiebedingt leicht rückläufig waren, verzeichneten wir wie geplant höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Hier sehen wir aufgrund der fortgesetzten Einschränkungen von Pflanzenschutzmitteln in der EU weiterhin eine steigende Bedeutung in der Entwicklung von natürlichen Resistenzen. Die EBIT-Marge lag mit 34,6 % im Wesentlichen aufgrund des Einmaleffektes im Vorjahr wie erwartet spürbar unter dem Vorjahreswert.

Investitionen in die Saatgutproduktion fortgesetzt

Unsere mehrjährigen Investitionsprojekte haben wir auch im Geschäftsjahr 2019/2020 planmäßig fortgesetzt. Das derzeit wichtigste Projekt PIA (Production Extension and Innovation Einbeck) zur Ausweitung unserer Saatgutproduktionsanlage in Einbeck kommt weiter voran. Ein Großteil der neuen Produktionsanlage (Abpackung) wurde bereits im Jahr 2019 in Betrieb genommen. Die Anlagen für das sogenannte Pillieren des Saatguts werden im laufenden Geschäftsjahr fertiggestellt. Weitere Investitionen flossen in eine neue Beizanlage in Frankreich, den Aufbau einer neuen

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Beizanlage in Russland sowie in die Entwicklung von Biologicals, nützliche Mikroorganismen, die die Stresstoleranz des Saatguts gegenüber Schaderregern und abiotischen Faktoren, wie zum Beispiel Trockenheit verbessern.

Segment Getreide

Kennzahlen

in Mio. €

2019/20

2018/19

+/-

Umsatz

191,2

170,8

11,9%

EBIT

26,4

23,0

14,8%

EBIT-Marge

in %

13,8

13,5

-

Investitionen

10,1

7,0

44,3%

Capital Employed (Ø)

145,6

133,0

9,5%

ROCE (Ø)

in %

18,1

17,3

-

Branchenspezifische Rahmenbedingungen: Situation europäischer Getreidelandwirte weiterhin angespannt

Die anhaltend niedrigen Getreiderohstoffpreise stellten Landwirte in Europa erneut vor große Herausforderungen. Mit der seit Frühjahr 2020 vorherrschenden Covid-19-Pandemie hat sich die Situation aufgrund der Logistik- und Personaleinschränkungen nicht verbessert, obgleich der wesentliche Anteil des Getreidesaatgutgeschäfts auf der Nordhalbkugel bereits während der Herbstaussaat erfolgte.

Bei Raps haben vor allem die zunehmende Regulierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln in der EU sowie trockene Aussaat-Bedingungen zu einem Rückgang der Anbaufläche geführt. Dagegen stieg der Anbau von Roggen auch in diesem Geschäftsjahr weiter an. Wesentliche Gründe hierfür waren die vorteilhafte Entwicklung der Roggenpreise im Vergleich zu Weizen, die anerkannt hohe Ertragsstabilität von Roggen unter Trockenstress sowie eine zunehmende Verwendung von Roggen in der Fütterung.

Segmententwicklung: Umsatz deutlich gesteigert, Ergebnismarge auf Vorjahresniveau

Im Segment Getreide stieg der Umsatz um 11,9 % auf 191,2 (170,8) Mio. € deutlich an. Wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte das Geschäft mit Hybridroggen-Saatgut. Gute Marktbedingungen, eine relativ stabile Ertragslage in Trockenjahren und eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Roggen als Futtermittel waren die Haupttreiber. Während die Erlöse mit Weizen- und Gerstesaatgut das Vorjahresniveau erreichten, blieb Rapssaatgut insbesondere aufgrund nachteiliger Witterungsbedingungen zur Aussaat leicht hinter dem Vorjahr zurück. Dem standen höhere Lizenzeinnahmen beim Weizen gegenüber. Einen Umsatzanstieg konnte zudem das Geschäft mit Saatgut für Sorghum verzeichnen, vor allem in Brasilien erhöhte sich der Absatz merklich. Auch Erbsen und Hafer zeigten aufgrund des steigenden Bedarfs an Eiweiß aus Pflanzen sowie der Vorteilhaftigkeit in der Fruchtfolge eine gute Entwicklung.

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Der Umsatzanstieg sowie ein verbesserter Produktmix führten zu einem höheren Bruttoergebnis. Die im Einklang mit den strategischen Wachstumszielen geplant höheren Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie für Vertriebsaktivitäten führten ebenso wie negative Währungseffekte und höhere Abschreibungen auf Forderungen und Vorräte zu einer EBIT-Marge von 13,8 % und damit nur leicht über Vorjahr (13,5 %). Absolut erhöhte sich das EBIT um rund 15 % auf 26,4 (23,0) Mio. €.

Züchtung im Fokus der Investitionstätigkeit

Im Berichtsjahr lagen die Investitionen des Segments bei 10,1 (7,0) Mio. € und damit deutlich über dem Vorjahreswert. Dies ist vor allem auf eine zeitliche Verschiebung einiger bereits für das Geschäftsjahr 2018/2019 geplanter Investitionen zurückzuführen.

Die Schwerpunkte der Investitionstätigkeit lagen erneut auf der Erweiterung und Modernisierung von Zuchtstationen und Produktionsanlagen. Neben der klassischen Züchtung sind langfristige Züchtungs- und Entwicklungsprojekte entscheidend für die Zukunft des Segments. Unser Fokus liegt auf der Züchtung leistungsfähiger Sorten sowie der Erhaltung und Steigerung von deren Ressourceneffizienz. Um mittelfristig weiteres Marktpotenzial zu erschließen, richten sich unsere Züchtungs- und Entwicklungsprojekte zudem auf maßgeschneiderte Roggensorten für den osteuropäischen und nordamerikanischen Raum. Mit der Initiative der erweiterten Nutzung von Roggen als Futtermittel und den damit verbundenen positiven Tierwohleffekten sollen zusätzliche Anreize für den Roggenanbau in Deutschland gesetzt werden. Ein weiteres langfristiges Ziel ist der weitere Ausbau einer Hybridzüchtung bei Weizen und Gerste.

Erneuerungs- und Ersatzinvestitionen dienen dazu, unseren hohen Qualitätsanforderungen in den Züchtungs- und Produktionsprozessen gerecht zu werden. Gleichzeitig gilt es, ausreichende Kapazitäten für die Umsetzung unserer strategischen Ziele bereitzustellen.

Segment Gemüse

Kennzahlen

in Mio. €

2019/20

Umsatz

83,5

EBIT

-7,5

EBIT-Marge

in %

-9,0

Investitionen

1,6

Capital Employed (Ø)

479,5

ROCE (Ø)

in %

-1,6

Branchenspezifische Rahmenbedingungen: Positives Marktumfeld durch Covid-19-Pandemie belastet

Die Rahmenbedingungen für Spinatsaatgut - mit rund 70 % Hauptumsatzträger des Segments - stellten sich in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres positiv dar. Nach geringen Ernten in den beiden Vorjahren konnte im Jahr 2019 eine deutlich höhere Menge an Spinatsaatgut produziert und die Marktnachfrage bedient werden.

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Der Ausbruch der Covid-19-Pandemie führte jedoch in der zweiten Jahreshälfte des Geschäftsjahres zu erheblichen Beeinträchtigungen in unseren internationalen Lieferketten. Gleichzeitig verzeichnete das für uns wichtige Marktsegment Food Service insbesondere in den USA einen deutlichen Nachfrageeinbruch. Dagegen stieg in Folge von Lockdown-Maßnahmen in vielen Ländern die Nachfrage seitens der verarbeitenden Industrie nach Spinat und Bohnen für den Lebensmittel- Einzelhandel.

Segmententwicklung: Umsatz und Ergebnis im Rahmen der Erwartungen - anhaltend hohe Profitabilität (vor akquisitionsbedingten Effekten)

Das Segment Gemüse, in dem die Geschäftsaktivitäten des zum 1. Juli 2019 erworbenen Gemüsesaatgut-Produzenten Pop Vriend Seeds einbezogen werden, trug mit 83,5 Mio. € erheblich zum Umsatzanstieg der KWS Gruppe bei. Wichtigster Einzelmarkt waren die USA mit einem Anteil von rund 50 % am Segmentumsatz.

Der Ausbruch der Covid-19-Pandemie hatte im Berichtsjahr zunächst nur eine geringe Auswirkung auf den Segmentumsatz. Das Geschäft profitierte im Berichtsjahr von der hohen Nachfrage nach Spinatsaatgut in Nordamerika. Darüber hinaus konnte eine zunehmende Dynamik in Europa bei Verkäufen von Spinat- und Bohnensaatgut verzeichnet werden. China ist mit etwa 12 % Anteil am Gesamtumsatz zweitgrößter Einzelmarkt.

Das Segmentergebnis (vor akquisitionsbedingten Effekten) erreichte 25,5 Mio. €, die entsprechende Ergebnismarge von 30,5 % lag damit im Rahmen der im Halbjahresfinanzbericht 2019/2020 präzisierten Prognose. Unter Berücksichtigung nicht-zahlungswirksamer Effekte im Rahmen der Kaufpreisallokation aus dem Verkauf der übernommenen, zum Fair-Value neu bewerteten Vorräte (- 11,1 Mio. €) sowie Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte (-21,9 Mio. €) lag das Segmentergebnis bei -7,5 Mio. €. Das Segmentergebnis berücksichtigt Aufwendungen für den Aufbau der Geschäftseinheit sowie für erste Züchtungsaktivitäten in Höhe von rund 2,0 Mio. €.

Aufbau der Geschäftseinheit vorangetrieben

Im Laufe des Berichtsjahres wurden wichtige Meilensteine beim Aufbau der Geschäftseinheit erreicht. Dazu zählen neben der Komplettierung des Management-Teams die Inbetriebnahme einer neuen Zuchtstation in Almeria/Spanien für Tomaten, Paprika, Gurken, Melonen und Wassermelonen sowie die Einlizensierung entsprechenden genetischen Materials. Darüber hinaus wurden die Aktivitäten für den Aufbau des Hauptsitzes der Geschäftseinheit in Wageningen/Niederlande vorangetrieben, dessen Fertigstellung im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/2021 geplant ist.

Startschuss für den Aufbau der KWS Gemüsezüchtung

Nach der Übernahme von Pop Vriend Seeds zum 1. Juli 2019 wurden im Geschäftsjahr 2019/20 erste Projekte in der Zusammenarbeit der Züchtungsteams beider Unternehmen initiiert. Im Vordergrund stehen hierbei Fruchtarten aus dem Portfolio von Pop Vriend Seeds wie Spinat, Rote Beete und Mangold. Gleichzeitig haben wir im Berichtsjahr die Weichen für den Aufbau eines internationalen Züchtungsprogramms für die weltweit wichtigsten Gemüsearten Tomaten, Paprika, Gurken, Melonen und Wassermelonen gestellt. Dazu zählen die Einstellung erster Mitarbeiter im Bereich Forschung & Entwicklung sowie die Inbetriebnahme einer Zuchtstation in der spanischen Provinz Almeria - eines

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der größten Gemüseanbaugebiete Westeuropas. Weitere Zuchtstationen in Spanien und Brasilien sind in Planung.

In Almeria haben wir begonnen, einlizensiertes genetisches Material zu testen. Um unseren Zugang zu genetischem Material für Züchtungszwecke zu erweitern, sind wir im Berichtsjahr der International Licensing Platform Vegetable (ILP), einem Zusammenschluss von Unternehmen in der Gemüsezüchtung, beigetreten. Die Mitgliedsunternehmen der ILP gewähren sich gegenseitig Zugang zu genetischem Material und entsprechenden Patenten zu fairen Bedingungen und Kosten.

Damit haben wir im ersten Jahr seit Gründung der neuen Geschäftseinheit Gemüse erste wichtige Meilensteine in der Umsetzung unserer Strategie erreicht - weitere werden folgen.

Segment Corporate

Kennzahlen

in Mio. €

2019/20

2018/19

+/-

Umsatz

4,6

3,9

17,9%

EBIT

-104,6

-97,1

7,7%

Investitionen

38,6

32,1

20,2%

Die Umsatzerlöse des Segments Corporate beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 4,6 (3,9) Mio. €. Diese werden im Wesentlichen durch unsere landwirtschaftlichen Betriebe generiert. Da im Segment Corporate sämtliche übergreifende Kosten für die zentralen Funktionen der KWS Gruppe sowie grundlegende Forschungsaufwendungen abgebildet werden, fällt das Segmentergebnis regelmäßig negativ aus. Das Segment-EBIT lag mit -104,6 Mio. € aufgrund von Mehraufwendungen im Rahmen unseres Reorganisationsprojekts ONEGLOBE, höherer Aufwendungen für zentrale F&E- Aktivitäten sowie geringerer Erträge aus Währungssicherungsinstrumenten unter dem Vorjahreswert (-97,1) Mio. €.

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NFE

2.4. Umweltbericht

2.4.1 Produktinnovationen

Seit über 160 Jahren entwickelt KWS neue Sorten für verschiedenste landwirtschaftliche Fruchtarten. Mit Zuckerrübe, Mais, diversen Getreide- und Gemüsearten sowie Sorghum, Raps, Erbsen und Zwischenfrüchten im Portfolio können wir den Landwirten sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Sektor ein breites Spektrum an Hochleistungssorten zur Verfügung stellen.

Unsere Fruchtarten entwickeln wir kontinuierlich weiter und ermöglichen so mehr Ertrag bei gleichem oder sogar geringerem Ressourceneinsatz. Strategisch steht eine jährliche Ertragssteigerung von 1 bis 2 % im Fokus; doch verfolgen wir, wie in der untenstehenden Grafik dargestellt, in unseren Forschungs- und Züchtungsaktivitäten auch Verbesserungen in der Nutzbarkeit, der Ressourceneffizienz und der Widerstandsfähigkeit gegen diverse Krankheiten sowie extreme Umwelteinflüsse. Diese fruchtart-spezifischen Entwicklungsziele werden jährlich zwischen der Forschung, den jeweiligen Züchtungsabteilungen, der Produktion sowie dem Vertrieb abgestimmt und Geschäftsführung und Aufsichtsrat zur Verabschiedung vorgelegt. Auch die Fortschritte der letzten Jahre werden in diesem Rahmen regelmäßig überprüft und berichtet.

Forschungsschwerpunkte jenseits von Ertragssteigerung

Verbesserter Nutzen

Biotische Resilienz

Ressourceneffizienz

Abiotische Resilienz

Erhöhter Zuckergehalt

Verbesserte Resistenz &

Weniger

Regional angepasste

(Zuckerrübe)

Toleranz gegenüber

Pflanzenschutzmittel

Fruchtarten

Erregern und Schädlingen

Verbesserte Verdaulichkeit

Weniger (Kunst)dünger

Erhöhte

Stärkung der Pflanzen durch

Widerstandsfähigkeit bei

Fruchtfolgen und

extremen

Verbesserte

Biostimulanzien

Weniger Wasserverbrauch

Umweltbedingungen

Verarbeitungseigenschaften

(z. B. Back- oder

Brauqualität)

Ein Indikator für unseren Züchtungsfortschritt sind unsere jährlichen Sortenzulassungen. So können zum Beispiel in der EU nur Sorten vertrieben werden, die sich signifikant von den schon zugelassenen Sorten unterscheiden und eine Optimierung im Anbau oder in der Weiterverarbeitung liefern. Im Berichtsjahr haben wir weltweit 484 Sortenzulassungen erhalten, im Vorjahr waren es 464.

In Italien haben wir beispielsweise eine neue Zuckerrübensorte auf den Markt gebracht. Diese bietet Landwirten eine deutliche Entlastung bei der Bekämpfung der Blattfleckenkrankheit, da sie mit einer hochwirksamen Resistenz gegenüber dem Pilz Cercospora ausgestattet ist. Durch Umweltfaktoren, wie zum Beispiel extremen Witterungsänderungen aufgrund des Klimawandels, hatte der Befall in den letzten Jahren stark zugenommen. In vielen weiteren Ländern wurden bereits Zulassungsprozesse

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weiterer Sorten mit der beschriebenen Cercospora-Resistenz veranlasst. In Ost- und Südosteuropa haben wir zudem die Zulassung für zehn neue Mais-Hybridsorten mit dem Merkmal ClimaControl3 erhalten. Diese zeichnen sich durch eine erhöhte Trockentoleranz bei entsprechenden Witterungsbedingungen aus. Weitere trockentolerante Sorten befinden sich im Anmeldungsprozess. Darüber hinaus haben wir unsere Zwischenfruchtmischungen überarbeitet und den landwirtschaftlichen Anforderungen weiter angepasst. So werden unter der Dachmarke "KWS Fit4Next" zum Beispiel spezifische Saatgutmischungen zur Bekämpfung von Nematoden (Fadenwürmern) oder für eine Zweitnutzung als Futterreserve angeboten. Auch in den Bereichen Biologicals und Öko-Saatgut konnten wir weitere Fortschritte erzielen. Biologicals sind eine Alternative bzw. Ergänzung zur chemischen Saatgutbehandlung. Sie umfassen Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien, aber auch verschiedene Substanzen, die aus Pflanzen oder Mikroorganismen gewonnen werden. Inzwischen wird die Saatgutbehandlung mit Biologicals - neben Zuckerrüben- und Rapssaatgut - auch erfolgreich bei Mais- und Roggensaatgut angewandt. Für den ökologischen Anbau konnte KWS im Segment Mais die Saatgut-MischungMais-Bohne ins Produktportfolio aufnehmen. Die Aussaat von Bohnen- und Maispflanzen im gleichen Feld bietet dem ökologischen Landbau eine neue Möglichkeit eines aufeinander abgestimmten Mischkulturanbaus.

2.4.2 Umgang mit genetischen Ressourcen

KWS unterhält weltweit ein breites Netz von Züchtungsstationen und Versuchsfeldern für die Saatgutzucht. Hier testen wir unterschiedliche Genetik für die jeweiligen Anwendungsgebiete.

Bei der Nutzung dieser Genetik sind die Rechte der Bevölkerungsgruppen aller Ursprungsregionen zu berücksichtigen, aus deren Region das jeweilige Material stammt. KWS ist sich diesbezüglich seiner Verpflichtungen bewusst und unterstützt die verschiedenen internationalen "access and benefit- sharing" Rahmenwerke. Hier sind an erster Stelle die Biodiversitätskonvention sowie das Nagoya Protokoll und das lebensmittel- und landwirtschaftsspezifische "International Treaty on Plant Genetic Resources for Food and Agriculture" (ITPGRFA) zu nennen. Insbesondere Letzteres ist für die Regelung des Transfers von genetischen Ressourcen relevant. Über Industrieverbände, wie Euroseeds und die International Seed Federation (ISF), tritt KWS mit Regierungen ins Gespräch.

Um die Konformität mit diesen Richtlinien sicherzustellen, haben wir einen Due-Diligence-Prozess implementiert. Alle Mitarbeiter, die mit genetischem Material arbeiten, sind dazu verpflichtet, sämtliche genutzten Materialien digital zu registrieren, woraufhin eine Überprüfung der Herkunft des genetischen Materials durch unsere Intellectual-Property-Abteilung veranlasst wird. In komplexeren Fällen unterstützen darüber hinaus die Kollegen der Rechtsabteilung. Zudem werden auch Schulungsmodule für neue Mitarbeiter angeboten und ein jährliches Updatemeeting zum Thema durchgeführt. Sollte während einer Prüfung festgestellt werden, dass Herkunft oder Beschaffungsprozess des genetischen Materials nicht eindeutig nachvollzogen werden können, verzichten wir auf die Nutzung dieser Materialien. Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden im Rahmen des erläuterten Due-Diligence-Prozesses keine Abweichungen identifiziert.

Im Laufe des Jahres findet ein regelmäßiger Austausch mit dem für Forschung und Züchtung zuständigen Geschäftsführungsmitglied statt, sowohl im Zusammenhang mit den halbjährlichen Tagungen der ISF als auch bei Bedarf. Ein jährlicher Bericht an die Geschäftsführung wird nur formuliert, wenn spezifische Themen oder Vorfälle zu dem erläuterten Due-Diligence-Prozess

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identifiziert wurden. Im Berichtsjahr wurden keine entsprechenden Vorfälle gemeldet.

2.4.3 Anlagen- und Prozesssicherheit

Der Betrieb unserer Standorte und unsere operativen Prozesse haben Auswirkungen auf die Umwelt. Um diese an allen Standorten möglichst gering zu halten, setzen wir auf innovative Prozesse und umweltfreundliche Technologien. Kernziele unseres globalen HSE-Managements (Health, Safety & Environment) sind die Vermeidung negativer Umwelteinflüsse und ein ressourcenschonender Betrieb unserer Standorte, der Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie der Schutz des Betriebsvermögens. Grundsätzlich erfolgt der Betrieb eines Standortes in den einzelnen KWS Gesellschaften gemäß den jeweils lokal geltenden gesetzlichen Anforderungen. Mit Einführung einer gruppenweiten Guideline im Geschäftsjahr 2018/19 wurden grundlegende Anforderungen hinsichtlich der drei Säulen Umweltschutz, Betriebssicherheit sowie Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr definiert. Künftig sollen alle relevanten Standorte der KWS Gruppe einer regelmäßigen Health, Safety & Environment- Auditierung unterzogen werden, um eine kontinuierliche Verbesserung zu erreichen.

Parallel zum globalen HSE-Management fokussieren wir das Thema Umweltschutz auch im Bereich der europaweiten Beizstellenzertifizierung nach SeedGuard. Im Berichtsjahr wurden an zwei zertifizierten Standorten erfolgreich interne Audits zur Überprüfung der Prozesskonformität nach SeedGuard durchgeführt. Für das Themengebiet Umweltschutz sind hier unter anderem Vorgaben zum ressourcenschonenden Betrieb unserer Standorte, zum Umgang mit umweltgefährdenden Chemikalien und Abfällen sowie Vorgaben zum Einsatz von Abluftfiltern zu nennen.

Weitere wichtige Aspekte im Bereich der Anlagen- und Prozesssicherheit sind der verantwortungsvolle Umgang mit modernen Züchtungsmethoden und der sichere Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen im Herstellprozess. Um den verantwortungsvollen Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen über den gesamten Produktlebenszyklus zu dokumentieren, bleibt KWS gruppenweit nach dem Branchenstandard "ETS - Excellence Through Stewardship" zertifiziert. Alle durchgeführten Audits, Protokolle und Maßnahmen werden in einer zentralen Datenbank verwaltet. Darüber hinaus gibt es auf Basis eines jährlichen Management-Review-Berichts einen Austausch zwischen der Fachfunktion und der ersten Managementebene (N-1). Im Fall eines Vorfalls wird bei Bedarf auch an die Geschäftsführung berichtet.

Die zweite Hälfte des Geschäftsjahres wurde wesentlich durch die Covid-19-Pandemie geprägt. Das HSE-Management hat in Zusammenarbeit mit einem "Incident Team" ein weltweites Pandemienetzwerk implementiert und einheitliche Vorgaben zum Umgang mit dem Coronavirus im Unternehmen in Form eines Leitfadens geschaffen. Diese Vorgaben werden auch aufgrund der regional stark unterschiedlichen Verläufe der Pandemie kontinuierlich weiterentwickelt und kommuniziert. Exemplarisch sind hier die räumliche und zeitliche Entzerrung von Mitarbeitern in Forschungs- und Produktionsbereichen, Regelungen für Mobiles Arbeiten sowie betriebliche Quarantäneregelungen zu nennen. Das HSE-Management dient hier als zentraler Ansprechpartner für die KWS Gruppe. Bis zum Ablauf des Geschäftsjahres konnte KWS alle Kernprozesse aufrechterhalten, sodass keine wesentlichen negativen Einflüsse auf unsere Prozess- und Anlagensicherheit zu verzeichnen waren.

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2.5. Mitarbeiter- und Sozialbericht3

Über Generationen haben unsere Mitarbeiter KWS zu dem gemacht, was es heute ist: ein innovatives und weltweit führendes Pflanzenzüchtungsunternehmen. Diese Entwicklung beruht in ganz maßgeblicher Weise auf ihren Fähigkeiten, Denkweisen und Ideen, aber auch auf ihrem Engagement. Als familiengeprägtes Unternehmen legen wir Wert auf ein hohes Maß an Eigeninitiative, die persönliche wie berufliche Weiterentwicklung und eine respektvolle Arbeitskultur, die von Offenheit, Vertrauen und Teamgeist geprägt ist.

2.5.1 Beschäftigungsentwicklung

Im Berichtsjahr waren weltweit durchschnittlich 5.709 (5.543) Mitarbeiter in der KWS Gruppe tätig. Damit stieg die Mitarbeiterzahl um rund 3 % gegenüber dem Vorjahr. Ein wesentlicher Teil des Anstiegs ist auf den Erwerb von Pop Vriend Seeds mit Sitz in Andijk/Niederlande zu Beginn des Berichtsjahres zurückzuführen.

In Deutschland waren mit 2.236 (2.141) rund 39 (39) % der Mitarbeiter tätig. Der größte Bereich war nach wie vor die Forschung & Entwicklung mit einem Anteil von 36,3 % an der Gesamtbelegschaft.

3 Kein geprüfter Bestandteil der NFE oder des zusammengefassten Lageberichts

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2.5.2 Mitarbeitergewinnung & Qualifizierung

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Employer Branding: Die Arbeitgebermarke nach außen

Als international agierendes Unternehmen und vor dem Hintergrund des anhaltenden Wachstums der KWS Gruppe ist es unser Ziel, geeignete Mitarbeiter für KWS zu gewinnen und langfristig zu binden. Neben dem quantitativen Wachstum unserer Belegschaft durch Mitarbeitergewinnung, orientiert sich KWS auch an strategischen Zielsetzungen, welche qualitatives Wachstum durch die Bindung und Weiterentwicklung von bestehendem Personal anstreben. Der Stand von Recruiting-Maßnahmen und neuen Positionen wird regelmäßig mit den Geschäftsführern, der ersten Führungsebene und beteiligten Betriebsräten abgestimmt.

Um mit potenziellen Bewerbern in Kontakt zu treten, nutzen wir weiterhin sowohl digitale als auch traditionelle Kanäle. Dies ermöglicht eine zielgruppengerechte Ansprache, beispielsweise über die sozialen Netzwerke wie LinkedIn, Xing und Facebook. Neben den gängigen digitalen Kanälen haben wir aufgrund der Pandemie im Juni 2020 erstmals an einer virtuellen Karrieremesse teilgenommen, bei der Studierende die Möglichkeit hatten, einem Online-Vortrag von uns zu folgen sowie mit Mitarbeitern in einen direkten Austausch mittels Chat zu treten.

Durch die 2018/19 im Bereich der Forschung & Entwicklung geschaffene Stelle des Global Lead of Scientific Affairs konnten wir im Geschäftsjahr 2019/20 die Kooperationen mit Universitäten und Forschungseinrichtungen weiter vertiefen. So wurde die Zusammenarbeit dahingehend aufgesetzt, dass es in der Forschung und Entwicklung verschiedene Kollegen gibt, die als Hauptansprechpartner des Global Lead of Scientific Affairs agieren und so den Austausch mit Universitäten und Forschungseinrichtungen unterstützen.

Weiterhin vergeben wir Stipendien an Hochschulen und bieten für Talente ohne Universitätsabschluss Berufseinstiegsprogramme an. So haben wir während des vergangenen Geschäftsjahres in der KWS Gruppe erneut viele junge Menschen auf ihrem Weg zum Berufsabschluss erfolgreich begleitet. Unsere 97 (90) Auszubildenden in Deutschland waren in Lehrberufen innerhalb der KWS beschäftigt oder in einem dualen Studiengang eingeschrieben.

Alle beispielhaften Maßnahmen zahlen letztendlich auf die Attraktivität von KWS als Arbeitgeber ein. So belegte KWS im jährlichen unabhängigen Ranking des Beratungsunternehmens Universum im Bereich Naturwissenschaften im Jahr 2020 den 59. Platz (47. Platz in 2019) in der Liste der unter Studenten 100 beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland sowie im Jahr 2019 den 36. Platz bei Professionals.

Qualifizierung und Weiterbildung

Der langfristige Geschäftserfolg von KWS beruht neben dem Engagement, der unternehmerischen Freiheit und der Zufriedenheit unserer Mitarbeiter auf persönlichen und fachlichen Qualifikationen. Um ihre Erfahrungen und Fähigkeiten auszubauen, unterstützen wir unsere Mitarbeiter mit individuellen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. Diese finden sowohl klassisch als Präsenzveranstaltung statt als auch online. Aufgrund der Pandemie wurden ab Mitte März 2020 Trainings ausgesetzt. Stattdessen wurde ein Online-Angebot entwickelt, das den Mitarbeitern ab Mai 2020 nach und nach zur Verfügung

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stand.

In regelmäßigen Entwicklungsgesprächen, die Teil der jährlichen Mitarbeitergespräche sind, erarbeiten unsere Mitarbeiter mit ihren Führungskräften Perspektiven für ihre weitere Entwicklung. Gemeinsam werden konkrete Weiterbildungs- und Entwicklungsmaßnahmen festgelegt, die auf persönliche und fachliche Fähigkeiten und Kompetenzen abzielen. Diese Gespräche haben im Berichtsjahr nicht, wie bisher üblich, ausschließlich persönlich stattgefunden, sondern teilweise auch virtuell.

Unsere Lern- und Entwicklungsangebote sind vielfältig und unterstützen unterschiedliche Lernziele. So gewinnen Sprachkurse und interkulturelle Trainings, aber auch Wissensvermittlung in unterschiedlichen Themengebieten sowie die internationale (Nachwuchs-) Führungskräfteentwicklung zunehmend an Bedeutung.

Regelmäßig führen wir sogenannte "Orientation Center" mit Teilnehmenden aus verschiedenen Ländern der KWS Gruppe durch. Darüber hinaus eröffnen wir mit dem "International Development Program" Talenten aus sämtlichen Fachbereichen u. a. die Möglichkeit, im Rahmen von funktionsübergreifenden Projektarbeiten Erfahrungen in einem internationalen Team zu sammeln und Führungskompetenzen zu entwickeln. Die Entwicklungsgespräche, die mit beiden Programmen einhergehen, haben in diesem Geschäftsjahr erstmals auch für die Kollegen an den deutschen Standorten ausschließlich virtuell stattgefunden.

Die qualifizierte Führung und Begleitung aller Mitarbeiter durch ihre Vorgesetzten ist uns ein besonderes Anliegen. Daher haben wir ein Kompetenzmodell bei der KWS, welches die Kernkompetenzen von Führungskräften definiert und derzeit weiterentwickelt wird. Ziel ist es, die beständige Entwicklung der Organisation vor dem Hintergrund einer zunehmend agilen und dynamischen Arbeitswelt zu unterstützen. Darüber hinaus hatten wir in der zweiten Jahreshälfte 2018 mit "Leading Individuals" das erste Modul unseres neu gestalteten Führungskräfteentwicklungsprogramms eingeführt, an dem bis heute mehr als 200 Führungskräfte teilgenommen haben. Darauf aufbauend haben wir ein weiteres Modul zum Aufbau von Führungskompetenzen namens "Leading Self" entwickelt, welches innerhalb der nächsten Monate ausgerollt werden soll. Parallel wird bereits an einem weiteren Modul für erfahrene Führungskräfte gearbeitet.

Auch künftig werden wir einen Schwerpunkt auf die Qualifizierung und Entwicklung unserer Mitarbeiter und Führungskräfte legen und dafür unser Trainingsportfolio national wie international weiter ausbauen.

2.5.3 Gute Arbeitsbedingungen4

Als international tätiges, innovations- und wachstumsorientiertes Unternehmen sind qualifizierte und engagierte Mitarbeiter der Schlüssel zu unserem Erfolg. Um diese zu gewinnen und nachhaltig an die KWS zu binden, positionieren wir uns als attraktives Familienunternehmen mit guten Arbeitsbedingungen.

4Kein geprüfter Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts

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Verträge und Vergütung

Grundsätzlich haben alle Mitarbeiter der KWS Gruppe einen schriftlichen Arbeitsvertrag, der die jeweiligen arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen berücksichtigt. Das Gesamtvergütungspaket eines KWS Mitarbeiters wird unter Berücksichtigung seiner jeweiligen individuellen Fachkompetenz, der Berufserfahrung und der lokalen Marktgegebenheiten zusammengestellt. Es besteht aus einem Grundgehalt, Sozialleistungen, eventuellen leistungsbezogenen Vergütungen und lokal auch Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen für den Kauf von Unternehmensaktien. Die gleiche Vergütung für gleiche Tätigkeiten ist dabei die Basis unserer Grundvergütungspolitik.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Das Leben unserer Mitarbeiter ist höchst individuell und unterschiedlich. Entsprechend sind auch die Bedürfnisse an die Arbeit und an den Arbeitsplatz verschieden. Mit verschiedenen Arbeitszeitmodellen ermöglichen wir unseren Kollegen eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Sofern mit der Tätigkeit vereinbar, können Mitarbeiter mobil arbeiten. Auch Teilzeitmodelle finden Anwendung. In Deutschland besteht zudem die Möglichkeit einer Freistellung oder Reduzierung der Arbeitszeit mit Gehaltsausgleich, wenn sich Mitarbeiter um pflegebedürftige Angehörige kümmern möchten.

Chancengleichheit und Vielfalt

KWS tritt für gleiche Chancen und gleiche Rechte ihrer Mitarbeiter ein, unabhängig von Geschlecht, Religion oder Glauben, ethnischer Herkunft, Alter, Behinderung, Hautfarbe, Sprache oder sexueller Orientierung. Dies haben wir in unserem für alle Mitarbeiter verbindlichen Code of Business Ethics geregelt. Wir sehen die Vielfalt unserer Mitarbeiter, die sich in ihren individuellen Erfahrungen, Kenntnissen, Fähigkeiten und Ideen zeigt, als einen wichtigen Wert und Wettbewerbsvorteil an. So werden unsere Kreativität und Innovationsfähigkeit gefördert und durch interkulturelle Kompetenz unser Verständnis für Märkte und unterschiedliche Kulturen gestärkt.

Es ist unser Ziel, den Anteil von Frauen in den beiden ersten Führungsebenen von KWS weiter zu erhöhen. Durch die Auszeichnung im Karriereatlas 2020 von Focus Money, wonach KWS mit die besten Karrierechancen für Frauen in der Branche bietet, sehen wir unsere Bemühungen auf einem guten Weg. Die entsprechenden Zielgrößen finden sich in unserer Erklärung zur Unternehmensführung, die auf unserer Internetseite unter www.kws.de/ir veröffentlicht ist.

Kollektive Mitarbeitervertretung

Eine kollektive Vertretung von Mitarbeiterinteressen gegenüber der Geschäftsleitung erfolgt über die gewählten Betriebsräte sowie Jugend- und Ausbildungsvertretungen. Mit dem European Employees' Committee (EEC) existiert eine europäische Mitarbeitervertretung, die für länderübergreifende Angelegenheiten in der EU zuständig ist. Die Zusammenarbeit von Mitarbeitervertretung und Geschäftsleitung lässt sich als kooperativ und vertrauensvoll charakterisieren. In Regionen, in denen es keine kollektive Interessenvertretung gibt, legen wir Wert auf einen wertschätzenden Umgang und Austausch zwischen der jeweiligen Regionalleitung und den Mitarbeitern.

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2.5.4 Gesellschaftliches Engagement5

Als international tätiges, stark innovationsgetriebenes Unternehmen liegen uns die Themen Forschung und Bildung sowie eine Kultur der Vielfalt, Kreativität und Offenheit besonders am Herzen. Den Schwerpunkt unseres gesellschaftlichen Engagements legen wir daher auf die Förderung von Bildungseinrichtungen, wissenschaftlichem und künstlerischem Nachwuchs. Mit unserem Kultursponsoring auf regionaler Ebene, der Förderung von Vereinen, kulturellen Einrichtungen und sozialen Initiativen unterstützen wir die soziokulturelle Infrastruktur an unseren Standorten.

Zur sozioökonomischen Regionalentwicklung möchten wir durch gezielte Initiativen und Maßnahmen beitragen, wie etwa durch unsere Beteiligung am deutschen 5G -

Innovationsprogramm mit dem Projekt "5G NortNet - Optimierung der Wertschöpfungskette im Pflanzenbau". In Zusammenarbeit mit öffentlichen und privatwirtschaftlichen Partnern sowie einer

initialen Förderung durch das BMVI soll ein Pilotnetzwerk auf 5G-Mobilfunkstandard aufgebaut werden, um die Nachverfolgbarkeit und Effizienz von Produktionsketten zu erforschen und zu verbessern. Gemeinsames übergeordnetes Ziel ist die Stärkung der Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes.

Zum internationalen Förderprogramm von KWS gehört unser Capacity -Development in Peru und Äthiopien. In gut sieben Jahren Capacity Development-Aktivitäten in Äthiopien sind im Hinblick auf die 2012 definierten Ziele nachhaltige Fortschritte erzielt worden:

  • Die Initiative hat wesentlich zur Verbesserung der Konservierung und Dokumentation genetischer Ressourcen an der nationalen äthiopischen Genbank beigetragen und wird deshalb als Modellprojekt für bilateralen Vorteilsausgleich ("benefit sharing") im Rahmen des Internationalen Vertrags zu pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (PGREL) angesehen.
  • Am nationalen äthiopischen Agrarforschungsinstitut wurden durch substanzielles Training und Bereitstellung von dringend notwendigem Equipment die grundlegenden Voraussetzungen für eine effizientere Züchtung von Speise- und Braugerste geschaffen.
  • Der Zugang von Kleinbauern zu Qualitätssaatgut von verbesserten Weizen - und Gerstensorten wurde durch direkte Unterstützung von neun kleinbäuerlichen Saatgutkooperativen signifikant verbessert.

Im Geschäftsjahr 2020/2021 soll das Äthiopien-Projekt in Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) in eine sich selbst tragende, nachhaltige Aktivität überführt werden.

Bei den Capacity Development-Aktivitäten im Peru-Projekt sind ebenfalls gute Fortschritte zu verzeichnen:

  • Das Quinoa-Züchtungsprogramm an der Universität des Altiplano in Puno steht kurz vor der Zulassung neuer Sorten, die sich durch Frühreife bei gutem Ertrag auszeichnen.
  • Ein peruanischer Doktorand wird mittels KWS Stipendium in Hohenheim in Quinoazüchtung und Diversitätsanalyse ausgebildet.
  • Die Genbank der Agraruniversität in Lima wird weiterhin darin gestärkt, die genetische

5Kein geprüfter Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts

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Vielfalt in einer Sammlung nationaler maisgenetischer Ressourcen besser zu dokumentieren und zu verstehen. Hierbei werden, ebenfalls unterstützt durch die Universität Hohenheim, modernste Genotypisierungs- und Bildanalyse-Techniken eingesetzt.

Im Geschäftsjahr 2019/2020 haben wir weltweit rund 1,5 (1,0) Mio. € - und damit etwa 1,1 % des Betriebsergebnisses (EBIT) - für das gesellschaftliche Engagement der KWS aufgewendet. Hiervon waren ca. 0,75 Mio. € Spenden- und 0,75 Mio. € Sponsoringaktivitäten.

2.6. Corporate Governance

2.6.1 Corporate-Governance-Bericht und Erklärung zur Unternehmensführung6

Eine verantwortungsvolle Unternehmensführung (Corporate Governance) hat bei der KWS SAAT SE

  • Co. KGaA seit jeher einen hohen Stellenwert. Unsere erfolgreiche Unternehmensentwicklung ist seit unserer Gründung vor über 160 Jahren geprägt von langfristigem Denken und nachhaltigem Handeln. Die Geschäftsführung (seit dem Rechtsformwechsel der Gesellschaft im Berichtsjahr 2019/20 die persönlich haftende Gesellschafterin KWS SE, deren Vorstand seither die Führung der Geschäfte der Gesellschaft obliegt) und der Aufsichtsrat leiten und begleiten das Unternehmen in Richtung einer nachhaltigen, wertschöpfenden Entwicklung. Sie haben sich im Berichtsjahr erneut mit der Erfüllung der Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex befasst und die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. die den Empfehlungen des Kodex nahezu vollständig entspricht.

Detaillierte Informationen zur Corporate Governance entnehmen Sie bitte der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB, der vollständig auf unserer Website unter www.kws.de/corporate-governance zu finden ist. Den Vergütungsbericht finden Sie ab Seite 40.

2.6.2 Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG7

Die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG in ihrer endgültigen Fassung wurde den Aktionären auf der Webseite www.kws.com/de/de/unternehmen/investor-relations/entsprechenserklaerung.html zugänglich gemacht.

2.6.3 Geschäftsethik & Compliance

Die Basis unseres Compliance-Konzepts besteht in der Umsetzung der Unternehmenskultur: Mit Anwendung der Compliance-Regeln werden die Werte von KWS gelebt. Grundlegende geschäftsethische Prinzipien einzuhalten gehört zu unserer "licence to operate". Entsprechend gelten die Compliance-Regeln für alle Mitarbeiter der KWS Gruppe.

Hierauf aufbauend ergeben sich die Compliance-Ziele von KWS: Das Vertrauen der Kunden durch ethisches Handeln zu gewinnen und zu erhalten sowie die Mitarbeiter, die Reputation und das Vermögen des Unternehmens zu schützen.

Durch Informationen, Trainings und laufende intensive Beratung wird die Integration von Compliance

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7 Kein Bestandteil des geprüften zusammengefassten Lageberichts

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in Geschäftsprozesse unterstützt und das Management in die Lage versetzt, geschäftliche Entscheidungen auf der Basis der Unternehmenskultur zu treffen.

Entscheidend für die Orientierung unserer Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit ist unser Code of Business Ethics mit seinen Vorgaben zur Einhaltung der Gesetze, zum fairen Wettbewerb, zur Verhinderung von Korruption, zur Sicherheit am Arbeitsplatz, zum Umweltschutz sowie zum respektvollen Umgang miteinander sowie mit Kunden, Geschäftspartnern, sonstigen Dritten und Behörden. Jeder Mitarbeiter verpflichtet sich bei Einstellung mittels Unterschrift zur Einhaltung des Codes und bekommt die allgemein gültigen sowie die für die spezifische Funktion besonders relevanten Compliance-Informationen ausgehändigt.

Zum Code of Business Ethics gehört auch das internationale Antikorruptionsmanagement als integraler Bestandteil unseres Compliance-Managements. Aufbauend auf den Regelungen des Codes gilt das Null-Toleranz-Prinzip gegenüber jeder Art von Korruption in der KWS Gruppe, das als gruppenweiter Standard in der Antikorruptions-Richtlinie und Policy festgeschrieben ist. Dieser Standard gilt unabhängig davon, ob Bestechung im jeweiligen Land gesetzlich verboten, toleriert oder erlaubt ist. Die gruppenweite Antikorruptions-Richtlinie regelt die entsprechenden Verantwortlichkeiten, Prozesse und Vorgaben zur Verhinderung von Korruption und Bestechung in der KWS Gruppe.

Bei Fragen zu unserem Code of Business Ethics sowie anderen Themen der Geschäftsethik ist die Compliance-Abteilung die zentrale Anlaufstelle. Sie berät alle Geschäftsbereiche der KWS Gruppe in Fragen zur Einhaltung von Gesetzen, Vorschriften und internen Verhaltensregeln sowie bei der entsprechenden Kontrolle ihrer Einhaltung. Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Kartellrecht, Prävention von Korruption und Geldwäsche, Datenschutz und Kapitalmarktrecht.

In Schulungen, Informationsveranstaltungen und Workshops informieren die Compliance Officers regelmäßig über das Compliance-System und dessen Prinzipien sowie über aktuelle Fragen und Entwicklungen. Unseren Mitarbeitern steht neben diesen Informationen auch ein breites Angebot von Hilfsmitteln zur Verfügung. Checklisten, Merkblätter und andere Ratgeber geben praktische Hinweise zur Umsetzung der Compliance-Regeln im Alltag. Alle Informationen und Verhaltensregeln sind im Compliance-Portal im KWS Intranet weltweit für die Mitarbeiter zugänglich. Der Anteil der Mitarbeiter, die Zugriff auf das Compliance Portal haben, deckt rund 80 % der Gesamtbelegschaft ab. Weiterhin ist jeder Vorgesetzte verpflichtet, die ihm zugeordneten Mitarbeiter über Compliance-Themen zu informieren. Auch können Vorgesetzte ihre Mitarbeiter direkt zu Compliance-Trainings anmelden. Im letzten Quartal 2019/20 hat KWS mit der weltweiten Implementierung einer Software-Lösung begonnen, die es den Mitarbeitern ermöglicht, themenspezifische Compliance-E-Learnings online durchzuführen. Bisher wurden 407 Mitarbeiter für das Training angemeldet. Hiervon haben 216 Mitarbeiter das Training bereits absolviert.

Die Umsetzung und Einhaltung einzelner Compliance-Aspekte wird im Rahmen von Revisionen überprüft. Zudem führen die Compliance Officer mit den Funktionen Risikomanagement und Finance zusammen ein sogenanntes Risk Scoring durch, um auf dieser Basis Entscheidungen für die zu untersuchenden Gesellschaften zu treffen und aus den Ergebnissen Maßnahmen zur Verbesserung abzuleiten. Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden zwei Verstöße gegen die internationale Anti- Korruptionsrichtlinie an die Zentrale gemeldet. In den Bereichen Antitrust und Datenschutz sowie im

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Bereich der Geldwäsche wurden keine Compliance-Verstöße und dementsprechend keine Strafzahlungen an die Zentrale gemeldet.

Sollte im Zuge einer Überprüfung oder durch Anzeige ein Verdacht bestehen, wird die Untersuchung nach den KWS Regelungen "Verfahren bei internen Compliance-Anzeigen" durchgeführt. Die KWS Mitarbeiter sind zur Anzeige von Verdachtsfällen verpflichtet, hierfür gilt das Prinzip der offenen Tür: Informationen über Verdachtsfälle können an den Vorgesetzten, an den Chief Compliance Officer oder die externe Compliance-Hotline erfolgen. Die Hotline steht rund um die Uhr für Anrufe kostenlos zur Verfügung und kann in allen Landessprachen kontaktiert werden, auch per E-Mail. Verdachtsanzeigen werden auf Wunsch anonym behandelt. Die gemeldeten Verdachtsfälle werden von KWS untersucht. Hinweisgebern entsteht kein Nachteil durch ihre Mitteilung - es sei denn, die Anzeige ist erkennbar missbräuchlich erfolgt. Der Hinweisgeber wird nach Abschluss der Untersuchung über das Ergebnis informiert, soweit keine rechtlichen Gründe oder berechtigten Interessen von Beteiligten dagegensprechen oder sonstige Nachteile zu befürchten sind.

Bei bestätigten Verdachtsfällen greift das Sanktionssystem. Es ist grundsätzlich für alle Arten von Compliance-Verstößen anwendbar und ist den Mitarbeitern ebenfalls zugänglich. Das Sanktionssystem beschreibt verschiedene Kriterien, nach denen sich die zu ergreifenden Maßnahmen richten, zum Beispiel Schwere der Verstöße, Maß der Pflichtwidrigkeit des Betreffenden, Funktionsebene, Verhalten nach der Tat - Mitarbeit bei der Aufklärung oder Vertuschungsversuche -, Folgen des Verstoßes wie drohender oder entstandener Schaden u. a. m. Die Spannweite der Sanktionen reicht dementsprechend von Belehrung, Ermahnung, Kürzungen der Boni bis hin zur fristlosen Kündigung und Strafanzeige.

Über den Stand und aktuelle Entwicklungen des Compliance-Management-Systems werden die Geschäftsführung und der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats einmal jährlich informiert.

Neben unseren internen Compliance-Vorgaben wollen wir auch unsere Lieferanten in unsere Geschäftsethik mit einbinden. Von diesen, aber auch unseren Dienstleistern, deren Mitarbeitern und Unterauftragnehmern (zusammen "Lieferanten"), erwartet KWS ebenfalls ein ethisches, verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln. Die Erwartungen an unsere Lieferanten sind in unserem Lieferanten-Kodex (engl. Code of Business Ethics for Suppliers) festgelegt und erkennen insbesondere Menschenrechte als grundlegende und universelle Ansprüche an. So ist im Kodex beispielsweise geregelt, dass unsere Lieferanten weder Zwangsarbeit noch Kinderarbeit zulassen dürfen und sich an die Bestimmungen hinsichtlich des Mindestalters für die Zulassung zur Beschäftigung halten müssen, die in der entsprechenden aktuellen Fassung des ILO- Übereinkommens 138 angeführt sind. Sicherheit am Arbeitsplatz, Produktsicherheit, Umweltschutz und Korruptionsvermeidung gehören ebenso zu den Vorgaben des Kodex wie das Gebot des fairen Wettbewerbs, des Schutzes von personenbezogenen Daten und des Know-hows Dritter.

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2.6.4 Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht fasst die Grundsätze und Grundzüge der Vergütungssysteme für den Vorstand der KWS SE als geschäftsführende Gesellschafterin der KWS SAAT SE & Co KGaA sowie deren Aufsichtsrat zusammen. Außerdem erläutert der Bericht die Höhe und Struktur der Vergütung.

Der Vergütungsbericht berücksichtigt weitgehend die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in seiner gültigen Fassung vom 16. Dezember 2019. Abweichungen von den Empfehlungen sind im Vergütungsbericht sowie in der Entsprechenserklärung gem. §161 AktG vom 22. Oktober 2020 kenntlich gemacht. Der Vergütungsbericht enthält darüber hinaus sämtliche nach den Regelungen des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) unter Einbeziehung der entsprechenden Grundsätze des Deutschen Rechnungslegungs-Standards Nr. 17 (DRS 17) sowie nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erforderlichen Angaben und Erläuterungen. Darüber hinaus berücksichtigt der Bericht bereits weitgehend die Anforderungen gemäß dem Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II), das erst für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2020 beginnen, anzuwenden wäre. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des vom Abschlussprüfer geprüften, für die KWS SAAT SE & KGaA sowie den Konzern zusammengefassten Lageberichts; eine zusätzliche Darstellung dieser Angaben im Anhang erfolgt nicht (§§ 289a Absatz 2, 315a Absatz 2 HGB).

Neues Vergütungssystem seit 1. Juli 2019

Die Hauptversammlung der KWS SAAT SE beschloss am 14. Dezember 2018, die Rechtsform der Gesellschaft in KWS SAAT SE & Co. KGaA zu ändern. Der Rechtsformwechsel erlangte mit der Eintragung im Handelsregister des Amtsgerichts Göttingen am 2. Juli 2019 seine Wirkung. Mit dem Rechtsformwechsel waren auch die Vorstandsverträge neu zu fassen, da die Vorstandsmitglieder aus der KWS SAAT SE ausschieden und zu Vorstandsmitgliedern der Komplementärin - der KWS SE - bestellt wurden.

Sowohl die Umsetzung der zweiten EU-Aktionärsrechtsrichtlinie in deutsches Recht als auch die Neufassung des DCGK befanden sich zu dem Zeitpunkt noch in der Beratung des Deutschen Bundestages bzw. in der Diskussion der Regierungskommission DCGK. Gleichwohl hat der Aufsichtsrat der KWS SAAT SE bei der Konzeption des neuen Vorstandsvergütungssystems die bis dahin bekannten Anforderungen des ARUG II sowie des neuen DCGK weitgehend berücksichtigt.

Der Aufsichtsrat der KWS SAAT SE sowie der Aufsichtsrat der KWS SE beschlossen auf Vorschlag des Präsidialausschusses in ihrer gemeinsamen Sitzung vom 25. Juni 2019 das einheitlich für alle Vorstandsmitglieder geltende System der Vorstandsvergütung und setzten dieses mit Wirkung zum 1. Juli 2019 - also noch vor dem Wirksamwerden des Rechtsformwechsels - in Kraft.

Dabei wurde das neue Vergütungssystem des Vorstands darauf ausgerichtet, eine nachhaltige Unternehmensentwicklung zu fördern sowie den voraussichtlichen Zielsetzungen des ARUG II und DCGK weitestgehend zu entsprechen. Das System berücksichtigt ferner die Tatsache, dass der Vorstand gesamtverantwortlich die Geschäftsführung wahrnimmt und die Vorstandsbezüge zuletzt zum 1. Juli 2014 angepasst wurden. Zur Beurteilung der Üblichkeit innerhalb des Unternehmens hat der Aufsichtsrat das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft in Deutschland insgesamt berücksichtigt und dieses auch in der zeitlichen Entwicklung betrachtet. Ferner wurden zur Beurteilung der Üblichkeit der konkreten Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder im Vergleich zu anderen Unternehmen die nachfolgenden Vergleichsunternehmen (Peer Group) herangezogen. Das Vergleichsumfeld wurde bestimmt durch die Größe des Unternehmens sowie die internationale Ausrichtung.

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Vergleichsunternehmen (Peer Group)

Nr.

Unternehmen

1

Symrise AG

2

Deutz AG

3

Qiagen NV

4

Sartorius AG

5

Hamburger Hafen und Logistik AG

6

Koenig & Bauer AG

7

Carl Zeiss Meditec AG

8

Cancom SE

9

Vossloh AG

10

SMA Solar Technology AG

11

Software AG

12

SGL Carbon SE

Die Weiterentwicklung des Vergütungsniveaus wurde zudem von einem unabhängigen Vergütungsberater begleitet und stellt eine wertmäßige Annäherung an das bestehende Marktniveau dar. Vor diesem Hintergrund erfolgten die Erhöhung der Fixvergütung bei gleichzeitiger Veränderung der Gewichtung der einzelnen Komponentenanteile hin zu einer langfristig orientierten Systematik und insbesondere die klare Trennung zwischen kurz- und langfristig orientierter Vergütung sowie die Herausnahme von Nebenleistungen aus der variablen Vergütung. Mit einer Reinvestition in Höhe von mindestens 35 % (zuvor 20 %) seiner kurzfristigen variablen Vergütung in Aktien der KWS SAAT SE

  • Co. KGaA soll der Vorstand auch monetär noch stärker als bisher an einer langfristig ertragsorientierten Unternehmensentwicklung gemessen werden.

Die KWS SE führt seit dem 2. Juli 2019 die Geschäfte der KWS SAAT SE & Co. KGaA. Gemäß § 7 Abs. 4 der Satzung der KWS SAAT SE & Co. KGaA werden der persönlich haftenden Gesellschafterin sämtliche Auslagen im Zusammenhang mit der Führung der Geschäfte der KWS SAAT SE & Co. KGaA, einschließlich der Vergütung ihrer Organmitglieder, ersetzt. Zur Erhaltung der Transparenz wurde das neue Vergütungssystem für den Vorstand der KWS SE der Hauptversammlung der KWS SAAT SE & Co. KGaA am 17. Dezember 2019 zur Billigung vorgelegt. Die Hauptversammlung billigte das neue Vergütungssystem mit einer Zustimmung von 99,94 %.

Grundzüge des Vergütungssystems für die Mitglieder des Vorstands der KWS SE, geschäftsführende Gesellschafterin der KWS SAAT SE & Co. KGaA

Das Vorstandsvergütungssystem orientiert sich an der strategischen Planung und soll eine erfolgsorientierte und nachhaltige Unternehmensentwicklung unterstützen.

Es beinhaltet folgende Komponenten:

  • ein festes Jahresgrundgehalt
  • eine einjährige variable Vergütung (EVV)
  • eine mehrjährige variable Vergütung (MVV) in Form eines aktienkursbasierten Elements

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  • Nebenleistungen (insbesondere Versorgungsleistungen und Sachbezüge)

Das Jahresgrundgehalt beträgt 375.000 € brutto. Der Sprecher des Vorstands erhält einen "Sprecherzuschlag" in Höhe von 25 % des Jahresgrundgehalts.

Die einjährige variable Vergütung ist abhängig von der Ertragsentwicklung der KWS Gruppe (sog. nachhaltiger Jahresüberschuss). Als Bemessungszeitraum gelten jeweils die letzten drei Geschäftsjahre vor Auszahlung der Komponente. Die EVV beträgt 0,5 % des durchschnittlichen Jahresüberschusses der KWS Gruppe im Bemessungszeitraum - maximal jedoch 500.000 €. Übertrifft der nachhaltige Jahresüberschuss der KWS Gruppe in zwei aufeinanderfolgenden Jahren jeweils 100 Mio. €, erhöht sich die maximale EVV ab dem folgenden Geschäftsjahr auf 600.000 €. Zur Auszahlung gelangt die EVV nach der Vorlage des Konzernabschlusses der KWS SAAT SE & Co. KGaA in der Hauptversammlung, damit üblicherweise im Januar. Von der festgestellten Gesamthöhe der EVV erfolgt ein individuell bestimmter Abzug für die MVV, der verbleibende Betrag wird bar ausgezahlt.

Die Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, jährlich in Höhe eines von ihnen frei wählbaren Prozentsatzes zwischen 35 % und 50 % ihrer EVV (brutto) Aktien der KWS SAAT SE & Co. KGaA zu erwerben (Reinvestition). Die erworbenen Aktien unterliegen ab Erwerb (i.d.R. in den ersten Börsenhandelstagen im Januar eines Jahres) einer Haltefrist von fünf Jahren.

Die Höhe dieser seitens der Vorstandsmitglieder getätigten Reinvestitionen bildet die Basis der mehrjährigen variablen Vergütung. Nach Ablauf der Haltefrist erhalten die Vorstandsmitglieder eine MVV, deren Höhe sich nach der Aktienkursentwicklung der KWS SAAT SE & Co. KGaA sowie nach der Renditeentwicklung der KWS Gruppe im Laufe der Haltefrist bemisst.

Die MVV errechnet sich nach der folgenden Formel: durchschnittlicher anzusetzender Aktienkurs der KWS SAAT SE & Co. KGaA multipliziert mit der Anzahl der erworbenen Aktien, abzüglich etwaiger Abschläge basierend auf der Entwicklung der durchschnittlichen Umsatzrendite (ROS). Damit soll insbesondere den Zielen im Rahmen der strategischen Planung sowie einer erfolgsorientierten und nachhaltigen Unternehmensentwicklung Rechnung getragen werden.

Hierbei errechnet sich der anzusetzende Aktienkurs nach den durchschnittlichen Tagesendkursen der Aktie der KWS SAAT SE & Co. KGaA im elektronischen Börsenhandel der Frankfurter Wertpapierbörse (Xetra) zu den Quartalsenden der Haltefrist.

Ein Abschlag auf die MVV-Zahlung ergibt sich, sofern die durchschnittliche Umsatzrendite (ROS), also das Betriebsergebnis der KWS Gruppe geteilt durch die Umsatzerlöse, im Zeitraum der Haltefrist unter 10 % fallen sollte. Maßgeblich ist dabei die Segmentberichterstattung der KWS Gruppe (unter Einbezug der at equity bilanzierten Gesellschaften). Der Abschlag beträgt 25 %, sofern der Durchschnitts-ROS unter 10 % liegt; 50 %, sofern der Durchschnitts-ROS unter 9 % liegt und 100 %, sofern der Durchschnitts-ROS unter 8 % liegen sollte.

Die MVV-Zahlung beträgt maximal 150 % der jeweils getätigten Reinvestitionen der Vorstände und maximal 200 % im Falle der Reinvestition des Vorstandssprechers. Es besteht die Möglichkeit der KWS SE, die EVV und/oder die MVV zurückzufordern (Clawback).

Nebenleistungen, wie Verkehrs- und Kommunikationsmittel, Prämien für Unfall- und D&O- Versicherungen, Leistungen zur Abgeltung des Arbeitgeberanteils zu den Sozialversicherungen sowie unterschiedliche Pensionszusagen werden in unveränderter Form gewährt.

In Anwendung des geltenden Vergütungssystems wird für die Mitglieder des Vorstands folgende jährliche Maximalvergütung festgesetzt (bei einem EVV-Cap von 600.000 €). Diese besteht neben dem Grundgehalt und einer etwaigen Sprecherzulage aus EVV, MVV sowie Nebenleistungen und Versorgungsaufwand.

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Maximalvergütung

in €

Dr. Hagen Duenbostel

1.809.940,00

Dr. Léon Broers

1.532.000,00

Dr. Felix Büchting

1.532.000,00

Dr. Peter Hofmann

1.538.224,00

Eva Kienle

1.532.000,00

Gesamt

7.944.164,00

Im Falle der Beendigung eines Vorstandsvertrags erfolgt eine umgehende Abrechnung und Auszahlung der noch offenen MVV-Vergütungsbestandteile.

Zahlungen an ein Vorstandsmitglied überschreiten bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht (Abfindungs-Cap), und es wird nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergütet. Im Falle eines nachvertraglichen Wettbewerbsverbots wird die Abfindungszahlung auf die Karenzentschädigung nicht angerechnet.

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels (Change-of-Control) infolge eines Übernahmeangebots stehen, wurden nicht getroffen. Die Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin sehen für den Fall eines Kontrollwechsels eine Begrenzung auf die jeweils geltenden Höchstgrenzen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) vor. Ein Anspruch auf eine Abfindungszahlung besteht nicht, sofern die einvernehmliche Beendigung der Vorstandstätigkeit auf Wunsch des Vorstands erfolgt, oder ein besonderer Grund zur Kündigung des Anstellungsverhältnisses durch die Gesellschaft besteht.

Vergütung der im Geschäftsjahr 2019/2020 tätigen Vorstandsmitglieder der KWS SE

Die für den Vorstand gemäß § 314 (1) Nr. 6a Handelsgesetzbuch (HGB) in Verbindung mit dem Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 17 (DRS 17) auszuweisende Gesamtvergütung belief sich im Geschäftsjahr 2019/2020 auf insgesamt 5.428 (4.316) T €. Davon entfielen 38,3 (35,2) % auf das Jahresgrundgehalt einschließlich Nebenleistungen, 46,1 (47,1) % auf jährliche sowie 15,6 (15,7) % auf mehrjährige variable Komponenten. Die nachfolgenden Tabellen geben eine Übersicht über die im Geschäftsjahr gewährten Gesamtbezüge auf individueller Basis (ohne Pensionsaufwand) sowie den Vorjahresvergleich:

Gesamtvergütung 2019/20

in €

Barvergütung

LTI FV

Gesamt

LTI

Grund-

Neben-

Zu-

vergütung

leistungen

Tantieme

Gesamt

wendung

Aufwand

Dr. Hagen Duenbostel

468.750,00

13.349,76

500.000,00

982.099,76

234.016,87

1.216.116,63

257.633,00

Dr. Léon Broers

375.000,00

25.801,42

500.000,00

900.801,42

235.209,96

1.136.011,38

253.567,66

Dr. Felix Büchting

375.000,00

21.923,70

500.000,00

896.923,70

47.610,13

944.533,83

5.084,50

Dr. Peter Hofmann

375.000,00

25.710,36

500.000,00

900.710,36

168.453,51

1.069.163,87

124.622,63

Eva Kienle

375.000,00

25.186,80

500.000,00

900.186,80

161.863,09

1.062.049,89

137.503,93

1.968.750,00

111.972,04

2.500.000,00

4.580.722,04

847.153,55

5.427.875,59

778.411,71

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Gesamtvergütung 2018/2019

in €

Barvergütung

LTI FV

Gesamt

LTI

Grund-

Neben-

Zu-

vergütung

leistungen

Tantieme

Gesamt

wendung

Aufwand

Dr. Hagen Duenbostel

375.000,00

23.303,72

476.696,28

875.000,00

226.736,74

1.101.736,74

250.522,81

Dr. Léon Broers

300.000,00

25.719,43

474.280,57

800.000,00

225.966,40

1.025.966,40

244.459,95

Dr. Felix Büchting (ab 1.1.2019

125.000,04

12.113,77

137.886,23

275.000,04

0,00

275.000,04

0,00

Dr. Peter Hofmann

300.000,00

25.804,65

474.195,35

800.000,00

158.176,48

958.176,48

82.668,83

Eva Kienle

300.000,00

31.234,81

468.765,19

800.000,00

155.608,68

955.608,68

100.860,20

1.400.000,04

118.176,38

2.031.823,62

3.550.000,04

766.488,30

4.316.488,34

678.511,79

Seit dem Jahr 2006 hat KWS für die Vorstände eine beitragsorientierte Zusage zur Altersversorgung eingeführt, die in Form eines jährlichen fixen Beitrags in eine kongruent rückgedeckte Unterstützungskasse gestaltet ist. Im Geschäftsjahr 2019/2020 wurden für Pensionszusagen gegenüber den Mitgliedern des Vorstands 378 (342) T € als Beitrag abgeführt.

Pensionszusagen

in €

30.06.2020

Dr. Hagen Duenbostel

90.000,00

Dr. Léon Broers

72.000,00

Dr. Felix Büchting

72.000,00

Dr. Peter Hofmann

72.000,00

Eva Kienle

72.000,00

Gesamt

378.000,00

Die Vorstandsmitglieder Dr. Hagen Duenbostel und Dr. Peter Hofmann haben aus den Anfängen ihrer Beschäftigung bei KWS zudem eine leistungsorientierte Pensionszusage erhalten, welche vor dem Jahr 2006 geschlossen wurden. Diese Zusage wird jährlich anhand eines entsprechenden Gutachtens in Form einer Pensionsrückstellung dotiert. Somit waren weitere 53 (275) T € den Pensionsrückstellungen nach IAS 19 zuzuführen (davon 15 T € als Zinsaufwand, 38 T € aus Neubewertungseffekten). Für aktive Vorstandsmitglieder sind damit bei der KWS SAAT SE & Co. KGaA Pensionsrückstellungen in Höhe von insgesamt 1.619 (1.566) T € vorhanden.

Pensionsansprüche

Zins-

Neubewer-

in €

30.06.2020

30.06.2019

aufwand

tungseffekte

Dr. Hagen Duenbostel

1.198.941,00

1.157.263,00

10.994,00

30.684,00

Dr. Peter Hofmann

420.383,00

408.776,00

3.883,00

7.724,00

Gesamt

1.619.324,00

1.566.039,00

14.877,00

38.408,00

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Die Bezüge ehemaliger Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen betrugen 1.419 (1.479) T €. Die Pensionsverpflichtungen nach IAS 19 (2011) für diesen Personenkreis beliefen sich am 30. Juni 2020 auf 7.140 (6.674) T €. Für drei ehemalige Vorstandsmitglieder sind die Pensionszusagen kongruent rückgedeckt. An die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats wurden im Berichtsjahr keine Darlehen gewährt.

Aufgrund der Übergangszeit (vor verpflichtender Anwendung des neuen ARUG II für Geschäftsjahre beginnend nach dem 31. Dezember 2020) beziehen wir uns in den folgenden Tabellen vorerst weiterhin auf die Empfehlungen der Ziffer 4.2.5 Absatz 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 7. Februar 2017 und stellen die individuellen Zuwendungen und Zuflüsse je Vorstandsmitglied dar.

Unter Zuwendungen werden die Zielvergütungen einschließlich vereinbarter Unter- und Obergrenzen ausgewiesen. Die LTI-Zuwendungen sind hierbei mit dem Barwert zum Bezugszeitpunkt der letzten Aktientranche bewertet. In den Angaben zu Zuflüssen sind für die Festvergütung sowie für die Nebenleistungen dieselben Werte wie unter Zuwendungen abgebildet. Für die einjährige variable Vergütung (Tantieme) wird der Zufluss für die Geschäftsjahre 2019/2020 und 2018/2019 (Auszahlungsbeträge) aufgeführt, ebenso der Auszahlungsbetrag für die mehrjährigen variablen Vergütungen (LTI), deren Planlaufzeit im Berichtsjahr endet. Der Versorgungsaufwand wiederum wird nach IAS 19 dargestellt und stellt keinen Zufluss im engeren Sinne dar, dient aber der Verdeutlichung der Gesamtvergütung.

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Vorstandsbezüge gemäß Ziffer 4.2.5 DCGK

in €

Zuwendung

Zufluss

2019/20

2018/2019

2019/20

2018/2019

Min.

Max.

Dr. Hagen Duenbostel (Vorstandssprecher)

Festvergütung

468.750,00

468.750,00

468.750,00

375.000,00

468.750,00

375.000,00

Nebenleistungen

13.349,76

13.349,76

13.349,76

23.303,72

13.349,76

23.303,72

Zwischensumme

482.099,76

482.099,76

482.099,76

398.303,72

482.099,76

398.303,72

Tantieme

500.000,00

0,00

500.000,00

476.696,28

500.000,00

476.696,28

Summe Barvergütung

982.099,76

482.099,76

982.099,76

875.000,00

982.099,76

875.000,00

Mehrjährige variable Vergütung

LTI 2012/2013

240.018,58

LTI 2013/2014

286.808,20

LTI 2017/2018

226.736,74

LTI 2018/2019

234.016,87

0,00

474.245,18

Zwischensumme

1.216.116,63

482.099,76

1.456.344,94

1.101.736,74

1.268.907,96

1.115.018,58

Versorgungsaufwand1

100.994,00

100.994,00

100.994,00

105.492,00

100.994,00

105.492,00

Gesamtvergütung

1.317.110,63

583.093,76

1.557.338,94

1.207.228,74

1.369.901,96

1.220.510,58

Höchstgrenze Gesamtvergütung2

1.609.940,00

1.765.000,00

Dr. Léon Broers

Festvergütung

375.000,00

375.000,00

375.000,00

300.000,00

375.000,00

300.000,00

Nebenleistungen

25.801,42

25.801,42

25.801,42

25.719,43

25.801,42

25.719,43

Zwischensumme

400.801,42

400.801,42

400.801,42

325.719,43

400.801,42

325.719,43

Tantieme

500.000,00

0,00

500.000,00

474.280,57

500.000,00

474.280,57

Summe Barvergütung

900.801,42

400.801,42

900.801,42

800.000,00

900.801,42

800.000,00

Mehrjährige variable Vergütung

LTI 2012/2013

238.837,67

LTI 2013/2014

257.461,80

LTI 2017/2018

225.966,40

LTI 2018/2019

235.209,96

0,00

357.497,28

Zwischensumme

1.136.011,38

400.801,42

1.258.298,70

1.025.966,40

1.158.263,22

1.038.837,67

Versorgungsaufwand1

72.000,00

72.000,00

72.000,00

72.000,00

72.000,00

72.000,00

Gesamtvergütung

1.208.011,38

472.801,42

1.330.298,70

1.097.966,40

1.230.263,22

1.110.837,67

Höchstgrenze Gesamtvergütung2

1.357.000,00

1.547.000,00

Dr. Felix Büchting (ab 1.1.2019)

Festvergütung

375.000,00

375.000,00

375.000,00

125.000,04

375.000,00

125.000,04

Nebenleistungen

21.923,70

21.923,70

21.923,70

12.113,77

21.923,70

12.113,77

Zwischensumme

396.923,70

396.923,70

396.923,70

137.113,81

396.923,70

137.113,81

Tantieme

500.000,00

0,00

500.000,00

137.886,23

500.000,00

137.886,23

Summe Barvergütung

896.923,70

396.923,70

896.923,70

275.000,04

896.923,70

275.000,04

Mehrjährige variable Vergütung

LTI 2012/2013

0,00

LTI 2013/2014

0,00

LTI 2017/2018

0,00

LTI 2018/2019

47.610,13

0,00

72.362,98

Zwischensumme

896.923,70

396.923,70

896.923,70

275.000,04

896.923,70

275.000,04

Versorgungsaufwand1

72.000,00

72.000,00

72.000,00

36.000,00

72.000,00

36.000,00

Gesamtvergütung

968.923,70

468.923,70

968.923,70

311.000,04

968.923,70

311.000,04

Höchstgrenze Gesamtvergütung2

1.357.000,00

423.500,00

KWS SAAT SE & Co. KGaA

Seite 52|110

in €

Zuwendung

Zuwendung

Zufluss

2019/20

2018/2019

2018/2019

Min.

Max.

Dr. Peter Hofmann

Festvergütung

375.000,00

375.000,00

375.000,00

300.000,00

375.000,00

300.000,00

Nebenleistungen

25.710,36

25.710,36

25.710,36

25.804,65

25.710,36

25.804,65

Zwischensumme

400.710,36

400.710,36

400.710,36

325.804,65

400.710,36

325.804,65

Tantieme

500.000,00

0,00

500.000,00

474.195,35

500.000,00

474.195,35

Summe Barvergütung

900.710,36

400.710,36

900.710,36

800.000,00

900.710,36

800.000,00

Mehrjährige variable Vergütung

LTI 2012/2013

0,00

LTI 2013/2014

0,00

LTI 2017/2018

158.176,48

LTI 2018/2019

168.453,51

0,00

256.033,68

Zwischensumme

900.710,36

400.710,36

900.710,36

958.176,48

900.710,36

800.000,00

Versorgungsaufwand1

75.883,00

75.883,00

75.883,00

77.810,00

75.883,00

77.810,00

Gesamtvergütung

976.593,36

476.593,36

976.593,36

1.035.986,48

976.593,36

877.810,00

Höchstgrenze Gesamtvergütung2

1.363.224,00

1.247.000,00

Eva Kienle

Festvergütung

375.000,00

375.000,00

375.000,00

300.000,00

375.000,00

300.000,00

Nebenleistungen

25.186,80

25.186,80

25.186,80

31.234,81

25.186,80

31.234,81

Zwischensumme

400.186,80

400.186,80

400.186,80

331.234,81

400.186,80

331.234,81

Tantieme

500.000,00

0,00

500.000,00

468.765,19

500.000,00

468.765,19

Summe Barvergütung

900.186,80

400.186,80

900.186,80

800.000,00

900.186,80

800.000,00

Mehrjährige variable Vergütung

LTI 2012/2013

0,00

LTI 2013/2014

64.743,62

LTI 2017/2018

155.608,68

LTI 2018/2019

161.863,09

0,00

246.016,85

Zwischensumme

900.186,80

400.186,80

900.186,80

955.608,68

964.930,42

800.000,00

Versorgungsaufwand1

72.000,00

72.000,00

72.000,00

72.000,00

72.000,00

72.000,00

Gesamtvergütung

972.186,80

472.186,80

972.186,80

1.027.608,68

1.036.930,42

872.000,00

Höchstgrenze Gesamtvergütung2

1.357.000,00

1.247.000,00

1 gem. IAS 19R aus Zusagen für Pensionen und sonst. Vorsorgeleistungen; hierbei handelt es sich um die Kosten der Firma, nicht den tatsächlichen 2 Die in einem Berichtsjahr gewährte Gesamtvergütung ist begrenzt.

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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Die nachfolgende Tabelle zeigt im Betrachtungszeitraum der vergangenen fünf Geschäftsjahre (2015/16 bis 2019/20) die prozentuale Veränderung der Gesamtvergütung der Vorstandmitglieder im Vergleich zum EBIT und zur durchschnittlichen Mitarbeitervergütung in Deutschland (auf Vollzeitbasis).

in €

2015/16

2016/17

2017/18

2018/19

2019/20

Dr. Hagen Duenbostel

1.023.755

1.055.597

1.089.116

1.101.737

1.216.117

Veränderung zum Vorjahr

3,1%

3,2%

1,2%

10,4%

in %

Dr. Léon Broers

950.359

975.083

1.014.116

1.025.966

1.136.011

Veränderung zum Vorjahr

2,6%

4,0%

1,2%

10,7%

in %

Dr. Felix Büchting (ab

275.000

944.534

01.01.2019)

Veränderung zum Vorjahr

243,5%

in %

Dr. Peter Hofmann

724.740

857.072

962.741

958.176

1.069.164

Veränderung zum Vorjahr

18,3%

12,3%

-0,5%

11,6%

in %

Eva Kienle

831.862

884.198

949.977

955.609

1.062.050

Veränderung zum Vorjahr

6,3%

7,4%

0,6%

11,1%

in %

EBIT in Mio. €

112,8

131,6

132,6

150,0

137,4

Veränderung zum Vorjahr

16,7%

0,8%

13,1%

-8,4%

in %

Durchschnittliche

Mitarbeitervergütung je

64.526

67.448

68.413

69.039

72.733

FTE (Deutschland)8

Veränderung zum Vorjahr

4,5%

1,4%

0,9%

5,4%

in %

Ziel-Gesamtvergütung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2020/2021

Für das Geschäftsjahr 2020/2021 hat der Aufsichtsrat für jedes Vorstandsmitglied eine konkrete Ziel- Gesamtvergütung festgelegt. Diese steht jeweils in einem angemessenen Verhältnis zu den Aufgaben und Leistungen des Vorstandsmitglieds sowie zur Lage des Unternehmens. Die Ziel- Gesamtvergütung beinhaltet das Jahresgrundgehalt in Höhe von 375.000 € brutto. Der Sprecher des Vorstands erhält einen "Sprecherzuschlag" in Höhe von 25 % des Jahresgrundgehalts. Darüber hinaus soll die Gesamtvergütung für den Fall einer 100%igen Zielerreichung eine EVV in Höhe von

0,5 % des durchschnittlichen Jahresüberschusses der KWS Gruppe der letzten zwei Geschäftsjahre

8 Ohne Vorstand.

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sowie der Budgetplanung des Jahresüberschusses für das laufende Geschäftsjahr berücksichtigen - maximal jedoch 500.000 €. Für das Geschäftsjahr 2020/2021 wird unter Berücksichtigung der Budgetannahmen die EVV durch diesen Maximalbetrag limitiert werden. Hinsichtlich der MVV sind die Vorstandsmitglieder verpflichtet, jährlich einen Prozentsatz ihrer EVV (brutto) in Aktien der KWS SAAT SE & Co. KGaA zu reinvestieren (Reinvestition). Dieser kann zwischen 35 % und 50 % ihrer EVV (brutto) liegen, wodurch hier kein konkreter Zielwert festgelegt werden kann. Die MVV-Zahlung beträgt jedoch maximal 150 % der jeweils getätigten Reinvestitionen der Vorstände und maximal 200 % im Falle der Reinvestition des Vorstandssprechers.

Vergütung des Aufsichtsrats der KWS SAAT SE & Co. KGaA

Die Aufsichtsratsvergütung ist in der Satzung geregelt und orientiert sich an der Größe des Unternehmens und an den Aufgaben sowie der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder. Durch die fixe Vergütungsstruktur und die damit verbundene Entkopplung vom Unternehmenserfolg der Gesellschaft wird der Kontrollfunktion des Aufsichtsrats nach Auffassung der Gesellschaft Rechnung getragen. Die Vergütung des Aufsichtsrats entspricht den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für ihre Tätigkeit jährlich eine feste Vergütung in Höhe von 60.000 €. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Dreifache, der Stellvertreter das Eineinhalbfache dieses Betrags. Die Mitwirkung in Ausschüssen wird gesondert vergütet, wobei der Vorsitzende des Aufsichtsrats für seine Tätigkeit in Ausschüssen keine zusätzliche Vergütung erhält. Mitglieder des Aufsichtsrats, die einem Ausschuss angehören, erhalten hierfür eine zusätzliche Vergütung von 10.000 €. Der Vorsitzende eines Ausschusses erhält das Doppelte dieses Betrags. Für Mitglieder des Prüfungsausschusses beträgt die zusätzliche Vergütung 20.000 €. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält das Dreifache dieses Betrags. Es wird lediglich die Mitwirkung in einem Ausschuss zusätzlich vergütet, wobei die jeweils höhere Vergütung maßgebend ist. Besteht die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat oder in einem Ausschuss bzw. das Amt als Vorsitzender oder Stellvertreter des Aufsichtsrats oder Vorsitzender eines Ausschusses nur während eines Teils des Geschäftsjahres oder ist ein Geschäftsjahr kürzer als das Kalenderjahr, wird die Vergütung nur zeitanteilig gewährt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ferner einen Ersatz ihrer Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats stehen, sowie bis Ende 2019 der auf die Vergütung und die Auslagen zu entrichtenden Umsatzsteuer.

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats der KWS SAAT SE und Co. KGaA betrugen im Berichtsjahr 620 (620) T €.

Gesamtvergütung Aufsichtsrat der KWS SAAT SE & Co. KGaA

Ausschuss-

Gesamt

Gesamt

in €

Fest

tätigkeit

2019/2020

2018/2019

Dr. Andreas J. Büchting1

180.000,00

0,00

180.000,00

180.000,00

Dr. Marie Theres Schnell2

90.000,00

20.000,00

110.000,00

110.000,00

Victor W. Balli3

60.000,00

60.000,00

120.000,00

120.000,00

Jürgen Bolduan

60.000,00

20.000,00

80.000,00

80.000,00

Cathrina Claas-Mühlhäuser

60.000,00

10.000,00

70.000,00

70.000,00

Christine Coenen

60.000,00

0,00

60.000,00

60.000,00

510.000,00

110.000,00

620.000,00

620.000,00

  1. Vorsitzender.
  2. Stellvertretende Vorsitzende

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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3 Prüfungsausschussvorsitzender.

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats der KWS SE betrugen im Berichtsjahr 185 T €.

Gesamtvergütung Aufsichtsrat der KWS SE

Gesamt

in €

Fest

Sitzungsgeld

2019/2020

Dr. Andreas J. Büchting1

60.000,00

0,00

60.000,00

Dr. Marie Theres Schnell2

45.000,00

0,00

45.000,00

Victor W. Balli

30.000,00

20.000,00

50.000,00

Cathrina Claas-Mühlhäuser

30.000,00

0,00

30.000,00

165.000,00

20.000,00

185.000,00

  1. Vorsitzender.
  2. Stellvertretende Vorsitzende

2.6.5 Erläuternder Bericht der persönlich haftenden Gesellschafterin (KWS SE) der KWS SAAT SE & Co. KGaA gemäß § 176 Abs. 1 S. 1 AktG zu den Angaben nach §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB

Der Rechtsformwechsel der KWS SAAT SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KWS SAAT SE & Co. KGaA) wurde mit Eintragung in das Handelsregister am 2. Juli 2019 wirksam. Die persönlich haftende Gesellschafterin der KWS SAAT SE & Co. KGaA gibt zu den Angaben nach §§

289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB folgende Erläuterung:

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital der seinerzeitigen KWS SAAT SE betrug zum 1. Juli 2019 99.000.000,00 € und war eingeteilt in 33.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Mit Eintragung in das Handelsregister am 2. Juli 2019 wurde der Rechtsformwechsel der seinerzeitigen KWS SAAT SE in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KWS SAAT SE & Co. KGaA) wirksam. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung der seinerzeitigen KWS SAAT SE erhielten die Aktionäre für jede Stückaktie der KWS SAAT SE eine Stückaktie der KWS SAAT SE & Co. KGaA. Die Höhe des Grundkapitals der Gesellschaft blieb dabei unverändert, so dass das gezeichnete Kapital der KWS SAAT SE & Co. KGaA auch aktuell weiterhin 99.000.000,00 € beträgt. Es ist eingeteilt in 33.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Auf jede Aktie entfällt ein anteiliger Betrag am Grundkapital von 3,00 €. In der Hauptversammlung gewährt jede Stückaktie eine Stimme. Die Rechte der Aktionäre regeln das AktG und die Satzung.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, können sich aus gesetzlichen oder vertraglichen Vorschriften ergeben. So unterliegen Aktionäre zum Beispiel gemäß § 136 AktG i.V.m. § 278 Abs. 3 AktG oder § 44 WpHG unter bestimmten Voraussetzungen

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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einem gesetzlichen Stimmverbot; für persönlich haftende Gesellschafter bei der KGaA sind zudem Stimmverbote aus § 285 AktG zu beachten. Außerdem steht der Gesellschaft kein Stimmrecht aus eigenen Aktien zu (§ 71b AktG).

Vertragliche Beschränkungen in Bezug auf das Stimmrecht oder die Übertragung von Aktien sind der persönlich haftenden Gesellschafterin nicht bekannt. Soweit keine Beschränkungen des Stimmrechts vorliegen, sind sämtliche Aktionäre, die sich rechtzeitig zur Hauptversammlung angemeldet und ihre Berechtigung zur Teilnahme an der Hauptversammlung sowie zur Ausübung des Stimmrechts nachgewiesen haben, zur Ausübung des Stimmrechts aus allen von ihnen gehaltenen und angemeldeten Aktien berechtigt. Soweit Vorstandsmitglieder der persönlich haftenden Gesellschafterin bzw. leitende Mitarbeiter der Gesellschaft im Rahmen der Long-Term-Incentive- Programme Aktien erworben haben, unterliegen die so erworbenen Aktien bis zum Ende des fünften Jahres nach Ende des Erwerbsquartals einer Veräußerungssperre. Die Veräußerungssperre für Aktien, die Mitarbeiter im Rahmen der Mitarbeiterbeteiligungsprogramme erworben haben, gilt bis zum Ende des vierten Jahres ab Einbuchung in das Depot des Mitarbeiters.

Direkte und indirekte Beteiligungen von mehr als 10 % der Stimmrechte

Folgende direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital der KWS SAAT SE & Co. KGaA, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind der Gesellschaft gemäß §§ 33 und 34 WpHG oder anderweitig von den Aktionären mitgeteilt worden:

Die Stimmrechtsanteile inklusive gegenseitiger Zurechnungen der nachfolgend genannten Mitglieder, Gesellschaften und Stiftungen der Familien Büchting und Arend Oetker überschreiten jeweils 10 % und betragen insgesamt 54,4 %:

  • Dr. Drs. h. c. Andreas J. Büchting, Deutschland
  • Christiane Stratmann, Deutschland
  • Dorothea Schuppert, Deutschland
  • Michael C.-E. Büchting, Deutschland
  • Annette Büchting, Deutschland
  • Stephan O. Büchting, Deutschland
  • Christa Nagel, Deutschland
  • Matthias Sohnemann, Deutschland
  • Malte Sohnemann, Deutschland
  • Arne Sohnemann, Deutschland
  • AKB Stiftung, Hannover
  • Büchting Beteiligungsgesellschaft mbH, Hannover
  • Zukunftsstiftung Jugend, Umwelt und Kultur, Einbeck
  • RETOKE Holding Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG, Bad Schwartau
  • Dr. Marie Th. Schnell, Deutschland
  • Johanna Sophie Oetker, Deutschland
  • Leopold Heinrich Oetker, Deutschland
  • Clara Christina Oetker, Deutschland
  • Ludwig August Oetker, Deutschland

Die Stimmrechtsanteile des nachstehend genannten Aktionärs inklusive Zurechnung der vorstehend genannten Mitglieder, Gesellschaften und Stiftungen der Familien Büchting und Arend Oetker überschreiten 10 % und betragen insgesamt 55,3 % für:

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Dr. Arend Oetker, Deutschland

Die Stimmrechtsanteile inklusive gegenseitiger Zurechnungen der nachstehend genannten Aktionäre überschreiten jeweils 10 % und betragen insgesamt 15,4 %:

  • Hans-JoachimTessner, Deutschland
  • Tessner Beteiligungs GmbH, Goslar
  • Tessner Holding KG, Goslar

Aktien mit Sonderrechten und Stimmrechtskontrolle

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, wurden von der Gesellschaft nicht ausgegeben. Eine besondere Art der Stimmrechtskontrolle bei Beteiligung von Arbeitnehmern besteht nicht. Arbeitnehmer, die am Kapital der Gesellschaft beteiligt sind, üben ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre aus.

Bestellung und Abberufung der Geschäftsführung

Die Geschäftsführung der KWS SAAT SE & Co. KGaA obliegt gemäß § 7.2 der Satzung der KWS SAAT SE & Co. KGaA der persönlich haftenden Gesellschafterin, der KWS SE.

Gemäß § 6 Abs. 3 der Satzung der KWS SAAT SE & Co. KGaA scheidet die persönlich haftende Gesellschafterin aus der Gesellschaft aus, wenn die Mehrheit der Aktien an der persönlich haftenden Gesellschafterin für eine längere Zeit als 30 Kalendertage nicht mehr unmittelbar und/oder mittelbar von Personen gehalten wird, die zusammen mehr als 15 % des Grundkapitals der Gesellschaft unmittelbar und/oder mittelbar über ein nach § 17 Abs. 1 AktG abhängiges oder nach § 290 Abs. 2 HGB beherrschtes Unternehmen halten. Dies gilt nicht, wenn alle Aktien an der persönlich haftenden Gesellschafterin von der Gesellschaft gehalten werden.

Ferner scheidet die persönlich haftende Gesellschafterin gemäß § 6 Abs. 4 der Satzung der KWS SAAT SE & Co. KGaA aus der Gesellschaft aus, wenn eine Person, die kein Familienaktionär ist (Erwerber), unmittelbar oder mittelbar die Kontrolle über die persönlich haftende Gesellschafterin erlangt (Kontrollerwerb) und nicht innerhalb von drei Monaten nach Kontrollerwerb ein dieser Vorschrift und ansonsten den Regelungen des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) entsprechendes Übernahme- oder Pflichtangebot an die Kommanditaktionäre der Gesellschaft richtet.

Die persönlich haftende Gesellschafterin scheidet gemäß § 6.5 der Satzung der KWS SAAT SE & Co. KGaA auch durch Kündigung aus der Gesellschaft aus. Die Kündigung ist gegenüber der Gesamtheit der Kommanditaktionäre in der Hauptversammlung zu erklären. Außerhalb der Hauptversammlung ist die Kündigung gegenüber dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats oder dessen Stellvertreter zu erklären. Sie kann nur auf das Ende eines Geschäftsjahres mit einer Frist von mindestens sechs Monaten erfolgen.

Die übrigen gesetzlichen Ausscheidensgründe für die persönlich haftende Gesellschafterin bleiben unberührt.

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Die Mitglieder des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin, der die Führung der Geschäfte der Gesellschaft obliegt, werden vom Aufsichtsrat der persönlich haftenden Gesellschafterin, der KWS SE, bestellt und abberufen. Die Mitglieder des Vorstands werden gemäß Art. 46 Abs. 1 der Verordnung (EG) 2157/2001 i.V.m. § 6 der Satzung der KWS SE für einen Zeitraum von höchstens sechs Jahren bestellt. Wiederbestellungen sind zulässig.

Satzungsänderungen

Änderungen der Satzung der Gesellschaft erfolgen durch Beschluss der Hauptversammlung gemäß § 278 Abs. 3 i.V.m. § 179 AktG. Gemäß § 285 Abs. 2 S. 1 AktG bedürften Satzungsänderungen der Zustimmung der persönlich haftenden Gesellschafterin.

Der Beschluss der Hauptversammlung über eine Änderung der Satzung bedarf - soweit nicht zwingende gesetzliche Vorschriften oder die Satzung entgegenstehen - nach § 133 AktG, § 179 Abs. 2 AktG und § 18 Abs. 1 der Satzung der KWS SAAT SE & Co. KGaA der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.

Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen (§ 179 Abs. 1 Satz 2 AktG), ist gemäß § 22 der Satzung der KWS SAAT SE & Co. KGaA dem Aufsichtsrat übertragen.

Befugnisse des Vorstands, insbesondere hinsichtlich Aktienausgabe oder -rückkauf

Befugnisse des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin im Sinne der §§ 289a Abs. 1 Satz 1 Nr. 7, 315a Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 HGB in der gemäß Art. 83 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Handelsgesetzbuch derzeit maßgeblichen Fassung, insbesondere eine Ermächtigung, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, bestehen derzeit nicht.

Wesentliche Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels,

Entschädigungsvereinbarungen

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, wurden nicht getroffen. Die Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands der persönlich haftenden Gesellschafterin sehen für den Fall eines Kontrollwechsels eine Begrenzung auf Höchstgrenzen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) vor.

2.7. Chancen- und Risikobericht

Als international tätiges Pflanzenzüchtungsunternehmen ist die KWS Gruppe einem dynamischen Umfeld ausgesetzt. Daraus ergeben sich sowohl Chancen als auch Risiken, deren Abwägen das Fundament unserer unternehmerischen Entscheidungen bildet.

2.7.1 Chancenmanagement

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Als Chance verstehen wir eine Entwicklung, die sich positiv auf unsere Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage auswirken könnte und bisher nicht oder nicht vollständig in der Finanzplanung des Unternehmens berücksichtigt wurde. Das Chancenmanagement ist innerhalb der KWS Gruppe integraler Bestandteil des etablierten Steuerungs- und Controllingsystems zwischen den Tochter- und Beteiligungsgesellschaften und der Unternehmensführung. Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung wie Joint Ventures und Akquisitionen werden von der Geschäftsführung der KWS Gruppe gemeinschaftlich beraten.

Operative Chancen werden in den Geschäftseinheiten der Segmente erkannt und genutzt, da auf dieser Ebene die umfassendsten Markt- und Produktkenntnisse bestehen. Gemeinsam mit der Geschäftsführung werden zielgerichtete Maßnahmen erarbeitet, um Stärken zu nutzen und strategische Wachstumspotenziale zu erschließen. Die Basis für das Chancenmanagement ist eine umfangreiche strategische Planung, die einen Zehn-Jahres-Horizont abdeckt. Im Einklang mit unserer ertragsorientierten Wachstumsstrategie nutzen wir die sich uns bietenden branchenspezifischen und unternehmensstrategischen Chancen durch gezielte Investitionen in Produktionskapazitäten, Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten sowie den Ausbau des Vertriebs.

Wir sehen für die KWS Gruppe vielfältige Chancen, das Unternehmen in Übereinstimmung mit unserer Strategie weiterzuentwickeln. Damit es uns gelingt, auch in Zukunft ein nachhaltiges und ertragreiches Wachstum zu erzielen, gilt es in erster Linie, unsere Innovationskraft zu erhalten bzw. zu steigern. Dabei kann entweder das Ertragspotenzial der Pflanzen erhöht, die Ressourceneffizienz verbessert oder Resistenzeigenschaften gegenüber schädlichen Einflüssen jedweder Art entwickelt werden.

Marktchancen ergeben sich darüber hinaus durch unsere Aktivitäten in tropischen Regionen. Mit unseren Maisaktivitäten in Brasilien und China können wir mittel- bis langfristig auch in anderen tropischen Märkten durch die Entwicklung auf die entsprechenden klimatischen Bedingungen abgestimmter Sorten zusätzliches Absatzpotenzial für die KWS Gruppe erschließen.

Investitionen in die Erweiterung unserer Produktionskapazitäten und in die Modernisierung unserer Saatgutaufbereitung eröffnen Chancen in bestehenden und angrenzenden Märkten. Die Weiterentwicklung unseres Sortenportfolios und der Kapazitätsausbau gehen einher mit einem Ausbau unserer internationalen Vertriebsstrukturen, damit wir unsere Kunden individuell über die Einsatzmöglichkeiten unseres Saatguts informieren, beraten und dadurch weiteres Absatzpotenzial heben können. Darüber hinaus bieten sich der KWS Gruppe Chancen, durch kontinuierliche Prozessoptimierungen die Produktivität zu erhöhen, Kostenstrukturen zu verbessern und die Digitalisierung voranzutreiben.

2.7.2 Risikomanagement

Anpassung des Risikomanagementsystems

Wie bereits im Vorjahr angekündigt, haben wir im Berichtsjahr organisatorische Anpassungen vorgenommen und unser Risikomanagementsystem und die dazugehörigen Prozesse weiterentwickelt. Wir berichten nun unsere Risiken nach Berücksichtigung von Gegenmaßnahmen (netto) sowie anhand neuer Risikotypen und -kategorien.

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Wesentliche Aspekte und Akteure des KWS Risikomanagements

Das Abwägen von Chancen- sowie von Risiken ist bei uns integraler Bestandteil aller Unternehmensentscheidungen. Wir streben dabei einen offenen und vorausschauenden Umgang mit Risiken an. In unserem Risikoverständnis sind Risiken alle Ereignisse und möglichen Entwicklungen innerhalb und außerhalb des Konzerns, die sich negativ auf die Erreichung der Unternehmensziele auswirken können und bisher nicht oder nicht vollständig in der Finanzplanung des Unternehmens berücksichtigt wurden. Risiken können bewusst eingegangen werden, wenn sich daraus Chancen für die Erreichung der Unternehmensziele ergeben. Stehen Risiken keine Chancen gegenüber, sind sie zu vermeiden oder deren Auswirkungen unter Wahrung von Kosten-Nutzen-Betrachtungen bestmöglich zu reduzieren. Zudem umfasst unsere Risikodefinition mögliche negative Einflüsse unserer Geschäftstätigkeit, unserer Produkte und unserer Lieferkette auf Umwelt und Gesellschaft, um auch diese adäquat in den Managementprozessen zu berücksichtigen. Chancen bewerten die Fachbereiche im Rahmen ihres operativen Alltags oder der strategischen Planung. Sie sind kein Bestandteil unseres Risikomanagements.

Die Geschäftsführung verantwortet das gruppenweite Risikomanagement. Der Aufsichtsrat bzw. der Prüfungsausschuss überprüft das Risikomanagementsystem mindestens einmal pro Jahr auf dessen Angemessenheit und Wirksamkeit. Unterstützung erhält er dabei durch den Konzernabschlussprüfer im Rahmen von dessen gesetzlichem Prüfungsauftrag. Das Risikokomitee besteht aus risikokundigen Vertretern aller Geschäftsbereiche. Es kommt mindestens zwei Mal pro Jahr zusammen, diskutiert und überprüft die im Risikomanagementsystem geführten Risiken sowie deren Steuerungsmaßnahmen und entwickelt ggf. Empfehlungen an die Geschäftsführung. Die Verantwortung für die Risikoerfassung, -bewertung und -steuerung liegt bei den Geschäftsbereichen, wobei das zentrale Risikomanagement die Prozesse koordiniert und die Berichterstattung an die Geschäftsführung sicherstellt. Weitere Rollen in unserem Risikomanagement sind in der Grafik "Akteure und Systeme zum Management von Risiken bei KWS" aufgeführt.

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Unser Risikomanagementsystem orientiert sich am international anerkannten Modell vom COSO II, dem Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission. Es zielt darauf ab, einen einheitlich durchzuführenden, kontinuierlichen Risikomanagementprozess gruppenweit umzusetzen, in den alle Geschäftsbereiche (Business Units, Guppen- und Globale Funktionen, F&E, sowie die Geschäftsführer wesentlicher Tochtergesellschaften) einbezogen werden. Unser Risikomanagementprozess besteht aus den Phasen Risikoidentifizierung, -bewertung,-steuerung, - dokumentation, -überwachung und -berichterstattung. Er wird regelmäßig - mindestens aber zwei Mal pro Jahr - durchgeführt. Im Zuge der Risikoidentifizierung erfassen wir Einzelrisiken in einer elektronischen Plattform und bewerten diese anhand gruppenweit vorgegebener Standards entweder qualitativ oder quantitativ jeweils nach etwaigen Gegenmaßnahmen. Dazu ermitteln wir soweit möglich Schadenerwartungswerte und klassifizieren diese nach "moderat", "relevant" und "signifikant". Verkettungen von Risiken untereinander berücksichtigen wir bei der Bewertung über die Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeiten. Die Einzelrisiken werden im Rahmen der Bewertung wie folgt eingeteilt:

In der Risikosteuerung entscheiden wir systematisch über angemessene Gegenmaßnahmen. Dies können beispielsweise risikoreduzierende Maßnahmen, eine fortlaufende Überwachung oder der Abschluss von Versicherungen sein. Die aktuelle Risikolage der KWS Gruppe wird durch das zentrale Risikomanagement in Risikotypen und -kategorien zusammengefasst und zunächst an das Risikokomitee berichtet. Auf dieser Grundlage bespricht das Risikokomitee den Umgang mit den Risiken und gibt Empfehlungen an die Geschäftsführung weiter. Das zentrale Risikomanagement

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koordiniert den gesamten Risikomanagementprozess und unterstützt die Fachabteilungen in ihren Aufgaben.

Kontroll- und Überwachungssysteme (beinhaltet den Bericht gemäß § 315 Abs. 4 HGB)

Die gesetzlichen Anforderungen der Risikofrüherkennung erfüllen wir sowohl über unsere Controlling- als auch unsere Risikomanagementprozesse. Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat bei der Jahresabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2019/2020 gemäß § 91 Abs. 2 AktG die Funktionsfähigkeit unseres Risikofrüherkennungssystems bestätigt.

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess wird durch die Funktion Global Finance verantwortet und umfasst Strukturen und Prozesse, die eine ordnungsgemäße und wirksame Rechnungslegung und Finanzberichterstattung zum Ziel haben. Dazu gehört, dass geschäftliche Transaktionen einheitlich, zeitnah und buchhalterisch korrekt erfasst sowie alle geltenden gesetzlichen Rechnungslegungsvorschriften, Normen und internen Richtlinien gruppenweit umgesetzt werden. Ein einheitliches System, das der Rechnungslegungsrichtlinie unterliegt, erleichtert die Regelkonformität des Konzernabschlusses. Geprüft werden regelmäßig: Vollständigkeit der Finanzberichterstattung, gruppenweite Bilanzierungs-,Bewertungs- und Kontierungsvorgaben sowie Autorisierungs- und Zugriffsregelungen der IT-Rechnungslegungssysteme.Gruppeninterne Transaktionen werden sachgerecht und vollständig konsolidiert.

Mit dem KWS Compliance Managementsystem werden alle Aspekte und Bereiche der Compliance- Arbeit gesteuert, die von der Abteilung Group Compliance Office verantwortet werden. Das System ist entsprechend IDW PS 980 nach sieben Kriterien aufgestellt: Kultur, Ziele, Risiken, Programm, Organisation, Kommunikation und Monitoring. Zur laufenden Weiterentwicklung ziehen wir in erster Linie die Erkenntnisse aus Compliance Risk Assessments und Revisionsprojekten heran.

Die Innenrevision wird durch Global Finance verantwortet und von einem externen Dienstleister ausgeführt. Die Revisionsthemen werden jährlich prozessunabhängig und risikoorientiert festgelegt und deren Status an den Prüfungsausschuss - ebenfalls jährlich - berichtet.

Risikolage der KWS Gruppe

Wir berichten an dieser Stelle zusammengefasst mittels Risikotypen und -kategorien über signifikante und relevante Einzelrisiken nach Maßnahmen mit mindestens einem mittleren finanziellen Nettoschaden. Die Reihenfolge der Risikotypen richtet sich nach den summierten Schadenerwartungswerten der erfassten Risiken. Nicht-finanzielle Risiken, die in ihrem Eintritt sehr wahrscheinlich und mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die berichtspflichtigen Aspekte gemäß HGB verknüpft sind, liegen derzeit nicht vor.

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Durch die Anpassungen ist eine direkte Vergleichbarkeit mit den Risikokategorien des Vorjahres nicht mehr gegeben. Auf die Entwicklung der Risikolage im Vergleich zum Vorjahr wird in der Gesamtaussage der Geschäftsführung eingegangen.

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Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie erläutern wir gesondert in der Gesamtaussage durch die Geschäftsführung.

Operative Risiken

IT

Die Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie die interne und externe Kommunikation der KWS Gruppe laufen auf global vernetzten IT-Systemen. Durch Angriffe oder Ausfälle kann es zu einem Verlust der Vertraulichkeit, Verfügbarkeit, Integrität und/oder Authentizität von Daten, Informationen und Systemen kommen. Dies birgt signifikante Risiken wie Know-how-Verlust, Datenmanipulation, Verlust von personenbezogenen Daten und Imageschäden, die wir mittels organisatorischer und technischer Maßnahmen reduzieren. IT-Dienstleister überprüfen laufend unsere IT-Sicherheit, um auf Basis ihrer Risikoeinschätzung Empfehlungen zur Optimierung abgeben zu können. Unkontrollierte und/oder unbemerkte Verluste und Schädigungen durch Hackerangriffe und Schadsoftware bleiben auch bei sehr guten Vorsorgemaßnahmen möglich.

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Produktqualität

Um die Leistungsfähigkeit und Qualität unseres Saatgutes zu bestimmen, haben wir detaillierte Prüfungen etabliert. Auf allen Fertigungsstufen werden Qualitätskontrollen wie Keim- und Triebkrafttests durchgeführt. Diese Prüfungen sollen auch Risiken wie Schadensersatzansprüche aus der Produkthaftung verringern, die im Schadensfall insbesondere im angloamerikanischen Rechtsraum signifikant ausfallen könnten. Zudem existiert eine Produkthaftpflichtversicherung zur Abwehr unbegründeter Ansprüche und zur Befriedigung begründeter Ansprüche. Insbesondere im Bereich der Disposition gentechnisch veränderter Produkte sind strenge Auflagen zu erfüllen, um eine Vermischung mit konventionellem Saatgut zu vermeiden. KWS ist Teilnehmer der Initiative "Excellence Through Stewardship" (ETS), einem international standardisierten Qualitätsmanagementprogramm.

Produktion, Betriebsunterbrechungen

KWS nutzt technisch komplexe Saatgutaufbereitungsanlagen. Betriebsunterbrechungen können die Verfügbarkeit unserer Verkaufsmengen negativ beeinflussen und - insbesondere in unserer Verkaufssaison - signifikante Risiken darstellen. Zur Reduzierung dieser Risiken führen wir regelmäßige Risikobegehungen durch, betreiben vorbeugende Instandhaltung und verfügen über eine gruppenweite Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherung.

Die Vermehrung von Saatgut ist witterungsabhängig. Das Ernteausfallrisiko verringern wir, indem wir das Saatgut - je nach Kulturart - an regional getrennten Standorten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien vermehren. Bei Engpässen in der erzeugten Saatgutmenge können wir im Winterhalbjahr auf der Südhalbkugel kontrasaisonale Vermehrungen anlegen.

Umwelt, Gesundheit und Sicherheit

Unfälle, technische Probleme oder Fehlverhalten in unseren betrieblichen Abläufen können zu Personen- oder Umweltschäden führen und stellen jeweils signifikante Risiken dar. Zur Verringerung dieser Risiken haben wir unter anderem einen neuen, weltweiten Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltschutz-Standard implementiert und entwickeln diesen kontinuierlich über eine neu geschaffene zentrale Funktion weiter.

Die gesundheitlichen Auswirkungen der Covid-19 Pandemie erläutern wir gesondert in der Gesamtaussage der Geschäftsführung.

Projekte, Unternehmensorganisation, Prozessmanagement

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Um profitables und nachhaltiges Wachstum mit einer effizienten Organisation und harmonisierten Prozessen begleiten zu können, überprüfen wir regelmäßig deren Angemessenheit und richten Sie ggf. neu aus. Eine Neuausrichtung kann unter anderem Integrationsrisiken (M&As) mit sich bringen, übergangsweise zu Prozessineffizienzen oder ungeplanten Kosten führen. Wir begegnen diesen Risiken unter anderem mit der Etablierung spezialisierter Fachfunktionen (z.B. M&A Experten) oder der Etablierung eines Standardprozessmodells für die transformierten administrativen Bereiche.

Human Resources

Unsere Personalstrategie zielt darauf ab, qualifizierte Mitarbeiter für KWS zu gewinnen, langfristig zu binden und Weiterentwicklungsmöglichkeiten bedarfsgerecht anzubieten. In diesem Rahmen können Risiken entstehen, offene Stellen nicht zeitnah besetzen zu können oder auch Mitarbeiter zu verlieren. Diesem Risiko begegnen wir mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer Personalstrategie. So setzen wir unter anderem auf den Ausbau unserer Marke als attraktiver Arbeitgeber, Talentförderung und die Ausweitung der KWS Gruppe auf neue Standorte in der Nähe von entsprechenden Ressourcenangeboten (Wissenschaftscluster wie z. B. St. Louis, urbane Zentren wie z. B. Berlin). Aber auch kurzfristige kompensatorische Maßnahmen können Anwendung finden, um Personalrisiken zu begegnen.

Finanzen und Kapitalmärkte

Steuerrisiken

Mit ihrer Geschäftstätigkeit in rund 70 Ländern unterliegt KWS einer komplexen Anzahl an nationalen steuerlichen Anforderungen und Gesetzen. Dabei können nicht rechtzeitig erkannte Änderungen und/oder unvollständige Implementierungen der Steuergesetze, der Rechtsprechung und der Auslegung durch die Finanzbehörden Einfluss auf Steuerforderungen, -verbindlichkeiten sowie auf die aktiven und passiven latenten Steuern haben. Hieraus können sich signifikante Risiken ergeben, denen wir durch eine fortlaufende Identifikation und Bewertung der steuerlichen Rahmenbedingungen sowie einer zentralen Koordination durch unsere Finanzabteilung begegnen. Falls notwendig, werden Steuerrückstellungen auf Basis von Schätzungen gebildet.

Liquidität

Die termingerechte Erfüllung unsere Zahlungsverpflichtungen ist oberstes Ziel unseres Liquiditätsmanagements. Externe Faktoren, wie zum Beispiel globale Krisen, könnten zu einer eingeschränkten Verfügbarkeit von Kreditlinien führen und/oder zu wirtschaftlich nachteiligen Konditionen. Unsere zentrale Treasury-Abteilung ermittelt in der Liquiditätsplanung unseren Mittelbedarf und deckt diesen über flüssige Mittel, zugesagte Kreditlinien und weitere Finanzierungsinstrumente. Für einen Teil dieser zugesagten Kreditlinien haben wir marktübliche finanziellen Kontrollen (Financial Covenant) vereinbart. Bei Überschreitung dieser Kontrollen besteht ein Recht zur Kündigung durch die Finanzierungsgeber.

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Währungsrisiken

Währungsrisiken resultieren insbesondere aus Forderungen und Verbindlichkeiten in Auslandswährungen. Um den Einfluss auf die Ertrags- und Vermögenslage der KWS Gruppe zu reduzieren, begegnen wir Währungsrisiken in angemessenem Maße mit marktüblichen Absicherungsinstrumenten. Unsere Forschungs- & Entwicklungsaufwendungen und gruppeninternen Darlehen haben wir im Geschäftsjahr 2019/2020 zur Reduzierung von Währungsrisiken in großen Teilen kursgesichert. Zudem reduzieren sich unsere Transaktionsrisiken durch "Natürliches Hedging", wobei Kosten und Umsatzentwicklungen der gleichen Fremdwährung unterliegen.

Forderungsrisiken

Über die Zuckerindustrie, den landwirtschaftlichen Großhandel bis hin zu einzelnen Landwirten besitzen wir umfangreiche Geschäftsbeziehungen zu unterschiedlichen Kundengruppen weltweit. Sollten insbesondere Großkunden nicht in der Lage sein, die vertraglichen Zahlungsverpflichtungen uns gegenüber zu erfüllen, könnten hieraus Verluste entstehen. Entsprechende Ausfallsrisiken reduzieren wir über ein konservatives Forderungsmanagement und soweit möglich und sinnvoll mittels Kreditversicherungen.

Politik und Recht

Compliance

Wir sind potenziellen Compliance-Risiken unter anderem aus dem Kartellrecht, Wettbewerbsrecht, Antikorruptionsrecht sowie Datenschutzanforderungen ausgesetzt. Etwaige Verletzungen der gesetzlichen Vorschriften können straf- und zivilrechtliche Folgen haben, einschließlich Geldstrafen sowie weiterer finanzieller Nachteile. Mit unseren Compliance-Richtlinien, dem Code of Business Ethics und unseren Group Standards sensibilisieren und verpflichten wir unsere Führungskräfte und Mitarbeiter dazu, Gesetze, Verträge, interne Richtlinien und die Unternehmenswerte einzuhalten. Betrügerischen Aktivitäten von extern oder intern gehen wir konsequent nach. Unsere Group Standards verfolgen durch Festlegen allgemeiner Sicherheitsstandards eine prophylaktische Vorsorge. Regelmäßige Kommunikation, Unterweisungen und Schulungen sollen die Einhaltung der Regelungen gewährleisten. Verletzungen unserer Compliance-Vorgaben werden sanktioniert, worauf ausdrücklich hingewiesen wird.

IP

Der Schutz des geistigen Eigentums ist eine wichtige Voraussetzung zum Erhalt der Handlungsspielräume sowie Wertgenerierung forschender Unternehmen. Das saatgut-spezifische Schutzrecht "Sortenschutz" gewährleistet, dass Züchtungs- und Forschungsausgaben für die langjährige Entwicklung neuer Sorten kompensiert werden und Dritte nicht dieselbe Sorte ohne

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eigene Kosten und Aufwendungen ebenfalls vermarkten können. KWS nutzt Patente zum Schutz bestimmter Eigenschaften von Pflanzen (Traits), insbesondere dann, wenn sie mittels technischer Verfahren entwickelt bzw. hergestellt wurden. Zur Sicherung der KWS Handlungsfreiheit und Vermeidung von Verstößen gegen Schutzrechte Dritter, hat KWS weitreichende Due Dilligence Prozesse im gesamten Unternehmen implementiert.

Allgemeine Rechtsrisiken

KWS ist Risiken aus behördlichen Verfahren und Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt. Rechtsstreitigkeiten mit Lieferanten, Lizenzgebern, Kunden, Arbeitnehmern, Kreditgebern und Investoren sind möglich, aus denen sich Zahlungsverpflichtungen oder andere Nachteile ergeben können. Im Geschäftsjahr 2019/2020 gab es keine gerichtlichen Verfahren mit signifikantem Streitwert.

Politische Instabilität

In der weltweit stark regulierten Agrarwirtschaft begegnen uns in vielen Ländern politische Risiken. Auch unsichere geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten oder die unverändert angespannte Lage in Osteuropa können unsere Geschäftsaktivitäten negativ beeinflussen. Wichtige Wachstumsländer wie China sind mit Handelsstreitigkeiten konfrontiert. Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU wird nach derzeitigem Stand auch ohne Einigung über die Detailregelungen des Brexit keine wesentlichen Auswirkungen auf unser Geschäft haben.

Regulatorische Risiken

Als Teil der modernen Landwirtschaft und als innovatives Pflanzenzüchtungsunternehmen nutzt KWS zur Entwicklung neuer ressourcenschonender Sorten auch moderne Züchtungstechnologien. Dabei existieren in der breiten Öffentlichkeit trotz der bereits hohen geltenden Standards und einer positiven wissenschaftlichen Faktenlage auch negative Wahrnehmungen gegenüber neuen Züchtungstechnologien. Neue Züchtungstechnologien könnten unsere Sortenentwicklung beschleunigen und präziser machen. In der EU schreiten die Regulierung wichtiger Forschungstechnologien aber auch die Einschränkung etablierter Betriebsmittel weiter voran. Hierzu führen wir einen intensiven Dialog mit allen Interessensgruppen und verstärken die Internationalisierung unserer Forschung - ohne unser Engagement in der EU zurückzufahren.

Märkte und Wettbewerb

Anbauflächen- und Preisentwicklungen

Leichte Anbauflächenrückgänge bzw. -verschiebungen sind in der Landwirtschaft alltäglich und haben in der Regel im Saldo keinen nennenswerten Auswirkungen auf unseren Geschäftserfolg. Extreme Anbauflächenentwicklungen - insbesondere in strategisch wichtigen Fruchtarten und Märkten -

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haben das Potenzial unseren Markterfolg signifikant zu beeinflussen. Sie werden unter anderem durch Einflüsse wie einem plötzlichen Agrarpreisverfall durch globale Krisen oder extreme Wetterereignisse verursacht, können aber auch die Folge hoher Vorratsbestände durch gute Ernten sein. Solchen Risiken begegnen wir mittel- bis langfristig mit der Diversifizierung unseres Produktportfolios und der Ausweitung unsere Marktpräsenz. Kurzfristig sind Risiken aus Anbauflächenentwicklungen nicht oder nur schwer zu reduzieren, treffen aber alle Marktteilnehmer in der Regel gleichermaßen. Wetterrisiken lassen sich zudem häufig - wenn überhaupt - nur zu wirtschaftlich ungünstigen Konditionen versichern.

Wettbewerb und Geschäftspartner

Ein hoher Wettbewerbsdruck, zum Beispiel durch aggressive Preisstrategien anderer Marktteilnehmer, kann unseren Geschäftserfolg negativ beeinflussen. Insbesondere eine gute lokale Sortenleistung schützt uns am effektivsten vor entsprechenden Entwicklungen. Der Erwerb oder die Lizenzierung von Technologien - zum Beispiel von gentechnisch veränderten Eigenschaften - sind in der Branche üblich und in Märkten wie Nord- oder Südamerika notwendig. Mit der Entwicklung von eigenen Innovationen, die auch für Wettbewerber attraktiv sein können, sowie langfristigen Lizenzverträgen, streben wir die Reduzierung der damit verbundenen Risiken an.

Strategische Risiken

Innovation

Unser wichtigstes strategisches Ziel - profitables Wachstum - verfolgen wir mit maßgeschneiderten, innovativen Produkten in Form von neuen Pflanzensorten, die ressourcenschonend lokale Anbaubedingungen meistern und dabei hohe Erträge liefern. Unsere komplexen Forschungs- und Züchtungsprozesse unterliegen dabei Risiken, die in lokalen Portfolioschwächen münden können. Dazu gehören interne Faktoren wie technische Probleme und Prozessverzögerungen sowie externe Faktoren wie der Klimawandel, neue Krankheitsbilder oder die Einschränkung von Betriebsmitteln. An unsere Sortenentwicklung werden hohe Qualitätsanforderungen gestellt. Der Leistungsstand unserer Sorten wird jährlich vom Management und dem Aufsichtsrat neu beurteilt, um gegebenenfalls umgehend auf Portfolioschwächen reagieren zu können.

Unsere Strategieprozesse sind darauf ausgelegt, zukünftige Chancen rechtzeitig zu erkennen und in innovative Unternehmensprozesse zu überführen. Unsere strategische Planung führen wir regelmäßig und gruppenübergreifend aus. Zukünftige Trends bergen dabei sowohl Chancen als auch Risiken für KWS, auf die wir uns entsprechend ausrichten. Wir berücksichtigen die gewonnenen Erkenntnisse beispielsweise über Anpassungen unserer Administration oder die Eröffnung neuer Geschäftszweige.

Gesamtaussage der Geschäftsführung zur Risikosituation

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Die Risikolage für die KWS Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2019/2020 durch die globale Pandemie mit Covid-19 erhöht. So verzeichnen wir einen deutlichen Anstieg der Gesundheitsrisiken für unsere Mitarbeiter, denen wir seit Januar 2020 mit einer Vielzahl an Maßnahmen begegnen. Dazu gehören die Implementierung einer weltweiten Pandemieorganisation mit vielfältigen Vorsorgemaßnahmen und globalen Standards ebenso wie eine regelmäßige Aufklärung durch die Bereitstellung von kompakten Informationen. Neben den gesundheitlichen Risiken sind insbesondere in folgenden Bereichen potenzielle betriebliche Auswirkungen auf KWS möglich: Ausfall von Unternehmensfunktionen durch Infektionen oder Quarantänemaßnahmen, Saatgutvermehrung und Logistik, Nachfrageverhalten, Anbauflächen und Marktpreise, Bonität von Kunden und Lieferanten, Kapitalmärkte sowie Währungsrelationen. Risiken durch behördliche Lockdowns schätzen wir aufgrund unserer Rolle in der Lebensmittelindustrie als gering ein.

Die potenziell betroffenen Unternehmensbereiche werden kontinuierlich durch die jeweiligen verantwortlichen Funktionen überwacht. Alle Entwicklungen werden bewertet und zusammengefasst monatlich dem Vorstand berichtet. Existierende Risiken wurden - soweit möglich - durch lokale und globale Gegenmaßnahmen minimiert. Der ungebrochen hohen Dynamik des Infektionsgeschehen begegnen wir zudem prophylaktisch mit einer konservativen Budgetplanung für das Geschäftsjahr 2019/2020.

Neben diesen Risiken hat sich die Risikosituation im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.

Auf Basis der vorliegenden Bewertungen und eingeleiteten Gegenmaßnahmen lassen sich derzeit keine bestandsgefährdenden Einzelrisiken erkennen. Darüber hinaus sehen wir heute keine Hinweise darauf, dass sich Interdependenzen zu einer Bestandsgefährdung aufbauen könnten. Wir sind davon überzeugt, die sich durch unsere globale Präsenz, Innovationsstärke und Produktqualität ergebenden Chancen wahrnehmen und auftretende Risiken erfolgreich steuern zu können. Jedoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass in Zukunft weitere Einflussfaktoren, die derzeit nicht bekannt sind oder als nicht wesentlich eingeschätzt werden, den Fortbestand der KWS Gruppe gefährden könnten.

2.8. Prognosebericht

Die hier aufgeführten Erwartungen der Unternehmensleitung basieren auf unserer Unternehmensplanung und den hierbei berücksichtigten Informationen, wie beispielsweise Markterwartungen, strategischen Entscheidungen, regulatorischen Maßnahmen oder Wechselkursentwicklungen. Sie unterliegen den gleichen Prämissen wie der Gruppenabschluss und prognostizieren die Geschäftsentwicklung bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020/2021 am 30. Juni 2021. In unserer Prognose zur Gesamtergebnisrechnung der KWS Gruppe gemäß IFRS gehen wir auf den erwarteten Umsatz, das erwartete EBIT sowie die erwartete Forschungs- & Entwicklungsquote der KWS Gruppe ein. In der Prognose zu den Segmenten findet sich die Kommentierung zu den jeweiligen Umsatz- und EBIT-Erwartungen inklusive der entsprechenden Beiträge unserer at equity Gesellschaften, die in den Segmentberichten gemäß unserer Unternehmenssteuerung anteilig berücksichtigt werden.

2.8.1. Für die Prognose relevante Änderungen in der Zusammensetzung der KWS Gruppe

In der Zusammensetzung der KWS Gruppe haben sich keine für die Prognose der Geschäftsentwicklung 2020/2021 wesentlichen Änderungen ergeben.

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2.8.2. Prognose zur Gesamtergebnisrechnung der KWS Gruppe

Die wirtschaftliche Entwicklung der KWS Gruppe wird im Geschäftsjahr 2020/2021 von den Auswirkungen der globalen Corona-Pandemie beeinflusst sein. Weltweit hohe Lagerbestände und geringe Preise für Agrarrohstoffe belasten zudem die wirtschaftlichen Perspektiven des Agrarsektors. Darüber hinaus sehen wir uns in wichtigen Märkten mit erheblichen Währungsschwankungen konfrontiert. Unter der Annahme von stabilen bis leicht rückläufigen Anbauflächen gehen wir daher im Geschäftsjahr 2020/2021 von gedämpften Wachstumserwartungen aus.

Für die KWS Gruppe erwarten wir dennoch einen Umsatz auf Vorjahresniveau (1.282,6 Mio. €). Die EBIT-Marge prognostizieren wir unter der Prämisse einer stabilen Umsatzentwicklung in einer Bandbreite zwischen 11 % und 13 % (bereinigt um nicht-zahlungswirksame Effekte im Rahmen der Kaufpreisallokation für den Erwerb von Pop Vriend Seeds). Die Forschungs- & Entwicklungsquote soll weiter in einer Spanne von 17 % bis 19 % liegen. Aufgrund der starken saisonalen Prägung unseres Geschäfts durch die hohe Bedeutung der Frühjahresaussaat, schwer zu antizipierende externe Faktoren wie Witterungseinflüsse und Schwankungen von Anbauflächen sowie die Unsicherheiten geben wir wie üblich an dieser Stelle Prognosespannen an, da detailliertere Aussagen zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung derzeit noch nicht ausreichend zuverlässig möglich sind.

2.8.3. Prognose zu den Segmenten

Für das Geschäftsjahr 2020/2021 rechnen wir im Segment Mais mit einem leichten Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr (775,7 Mio. €), insbesondere durch steigende Absatzmengen in Südamerika und in Südosteuropa. In Nordamerika gehen wir von einem anhaltend intensiven Wettbewerb und leicht rückläufigen Anbauflächen aus. Die EBIT-Marge soll aus heutiger Sicht leicht über dem Vorjahreswert (8,6 %) liegen.

Im Segment Zuckerrüben gehen von stabilen bis leicht rückläufigen Anbauflächen aus. Dem stehen weitere Zuwächse mit CONVISO® SMART-Saatgut gegenüber. Der Segmentumsatz dürfte auf Vorjahresniveau (491,8 Mio. €) liegen, ebenso die EBIT-Marge (34,6 %).

Im Segment Getreide gehen wir insgesamt von einem Umsatz auf Vorjahresniveau (191,2 Mio. €) aus. Während sich der Ausbau unseres Hybridroggengeschäfts fortsetzen sollte, rechnen wir bei Saatgut für Raps, Weizen und Gerste mit Umsätzen auf Vorjahresniveau. Die Ertragslage des Segments profitiert von steigenden Roggensaatgutabsätzen, gleichzeitig planen wir einen weiteren Ausbau unserer Forschungs- & Entwicklungs- sowie Vertriebsaktivitäten. Daher wird die EBIT-Marge des Segments voraussichtlich leicht unter dem Vorjahreswert (13,8 %) liegen.

Das Segment Gemüse beinhaltet im Wesentlichen die Umsatz- und Ergebnisbeiträge des akquirierten Gemüsesaatgutgeschäfts von Pop Vriend Seeds. Aufgrund erwarteter Auswirkungen der Covid-19-Pandemie gehen wir von einem Segmentumsatz leicht unter Vorjahr (83,5 Mio. €) aus. Im Segment sind zudem die Kosten für den Aufbau eines internationalen Züchtungsprogramms enthalten. Die Anzahl der Mitarbeiter wird daher voraussichtlich weiter steigen. Bereinigt um nicht- zahlungswirksame Effekte im Rahmen der Kaufpreisallokation für die Akquisition von Pop Vriend Seeds erwarten wir eine EBIT-Marge in der Bandbreite von 20 bis 25 %.

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Im Segment Corporate fassen wir die (geringfügigen) Erlöse unserer landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland, Frankreich und Polen zusammen. Weiterhin werden im Segment Corporate sämtliche übergreifende Kosten für die zentralen Funktionen der KWS Gruppe sowie grundlegende Forschungsaufwendungen abgebildet, daher fällt das Segmentergebnis regelmäßig negativ aus. Auf Basis einer üblichen Kosteninflation sowie geplanter Effizienzbeiträge des Reorganisationsprojekts ONEGLOBE erwarten wir ein verbessertes Segment-EBIT im Vergleich zum Vorjahr (-104,6 Mio. €).

Prognose für das Geschäftsjahr 2020/21

Umsatz

EBIT-Marge*

F&E-Quote

Gesamtergebnisrechnung

auf Vorjahresniveau

11 - 13 %

17 -19 %

der KWS Gruppe

  • bereinigt um nicht-zahlungswirksame Effekte im Rahmen der Kaufpreisallokation für die Akquisition von Pop Vriend Seeds

2.9. Bericht zur KWS SAAT SE & Co. KGaA und Nichtfinanzielle Erklärung (Erläuterung auf Basis HGB)

2.9.1 KWS SAAT SE & Co. KGaA

Verweise zur KWS SAAT SE & Co. KGaA im Geschäftsbericht der KWS Gruppe

Die Lageberichte der KWS SAAT SE & Co. KGaA sowie der KWS Gruppe sind zusammengefasst. Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB, die auch die Entsprechenserklärung gemäß § 161 des Aktiengesetzes enthält, ist im Internet unter www.kws.de/ir veröffentlicht. Folgende Angaben sind mit denen der KWS Gruppe identisch und in diesem Geschäftsbericht abgedruckt:

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Angaben

Seite(n)

zum Vergütungsbericht, nach § 289 Abs. 4 HGB sowie erläuternder Bericht der

40 bis 51

Geschäftsführung

zur Geschäftstätigkeit, Unternehmensstrategie, Unternehmenssteuerung, -leitung

3 bis 29

und -kontrolle sowie Erläuterungen zum Geschäftsverlauf

zur Dividende

55 (Anhang)

zur Forschung & Entwicklung

11 bis 13

Seit dem 2. Juli 2019 ist die KWS SAAT SE & Co. KGaA die Muttergesellschaft in der KWS Gruppe. Sie hat die strategische Führung inne und betreibt unter anderem die Vermehrung und den Vertrieb von Zuckerrüben- und Maissaatgut. Sie finanziert die Grundlagenforschung sowie die Züchtung des wesentlichen Sortenspektrums der KWS Gruppe und stellt ihren Tochtergesellschaften jährlich neue Sorten für die Vermehrung und für den Vertrieb zur Verfügung.

Ertragslage

Die Umsatzerlöse der KWS SAAT SE & Co. KGaA stiegen im Berichtsjahr 2019/2020 auf 571,2 (529,2) Mio. €. Die Forschungs- & Entwicklungsaufwendungen, die in der KWS SAAT SE & Co. KGaA gebündelt werden, wurden planmäßig auf 194,4 (180,9) Mio. € ausgeweitet. Die Vertriebskosten stiegen auf 75,1 (72,9) Mio. € an. Ein Großteil der Verwaltungsaufwendungen der KWS Gruppe ist in der KWS SAAT SE & Co. KGaA angesiedelt. Die allgemeinen Verwaltungskosten beliefen sich im Berichtsjahr auf 121,0 (91,3) Mio. €. Wesentliche Gründe für den Anstieg sind Mehraufwendungen im Rahmen unseres Reorganisationsprojekts ONEGLOBE, höhere Aufwendungen für zentrale F&E-Aktivitäten sowie gestiegene IT- Aufwendungen. Der Saldo aus den sonstigen betrieblichen Erträgen und den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ging unter anderem aufgrund positiver Einmaleffekte im Vorjahr (Veräußerung von Anteilen an der KWS Potato B.V. sowie Erträgen aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen) deutlich auf 4,4 (13,2) Mio. € zurück. Insgesamt belief sich das Betriebsergebnis der KWS SAAT SE & Co. KGaA auf -42,1(-33,1) Mio. €. Das Finanzergebnis setzt sich aus dem Beteiligungsergebnis und dem Zinsergebnis zusammen. Das Beteiligungsergebnis ging aufgrund höherer Ausschüttungen von Tochtergesellschaften im Vorjahr auf 30,8 (65,6) Mio. € zurück. Das Zinsergebnis lag mit -8,5(-6,1) Mio. € unter dem Vorjahresniveau. Unter Berücksichtigung des Steueraufwands ergab sich ein Jahresfehlbetrag in Höhe von -28,3 (Jahresüberschuss 21,9) Mio. €.

Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme der KWS SAAT SE & Co. KGaA stieg im Geschäftsjahr 2019/2020 auf

1.554,1 (1.450,4) Mio. €. Das Anlagevermögen betrug zum Abschlussstichtag 1.014,8 (557,9) Mio. € und repräsentierte somit 65,3 % der Bilanzsumme. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus Kapitalerhöhungen bei verbundenen Unternehmen zur Stärkung der Kapitalkraft sowie aus Neubauten und Anlagen für die Zuckerrübensaatgutproduktion sowie Forschungstätigkeiten in Einbeck. Die Vorräte stiegen auf 66,3 (59,3) Mio. €. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände beliefen sich auf 462,0 (752,9) Mio. €. Der hohe Bestand an sonstigen

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kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten im Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus der Hinterlegung des Kaufpreises für den Erwerb sämtlicher Anteile an der Pop Vriend Seeds Unternehmensgruppe auf einem Treuhandkonto. Die Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag stiegen insbesondere aufgrund eines Anstiegs gegenüber verbundenen Unternehmen auf 1.121,2 (1.011,9) Mio. €. Das Eigenkapital der KWS SAAT SE & Co. KGaA reduzierte sich aufgrund des Jahresfehlbetrages auf 232,6 (283,1) Mio. €, dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 15,0 (19,5) %.

Mitarbeiter

Im Durchschnitt waren im Berichtsjahr 1.641 (1.586) Mitarbeiter bei der KWS SAAT SE & Co. KGaA beschäftigt, davon 97 (98) Auszubildende, Trainees und Praktikanten.

Risiken und Chancen

Die KWS SAAT SE & Co. KGaA unterliegt im Wesentlichen den gleichen Chancen und Risiken wie die KWS Gruppe. An den Risiken ihrer Tochter- und Beteiligungsgesellschaften partizipiert sie gemäß ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Eine detaillierte Beschreibung der Chancen und Risiken sowie eine Erläuterung des internen Kontroll- und Risikomanagements (§ 289 Abs. 4 HGB) findet sich auf den Seiten 54 bis 65.

Prognosebericht

Die Umsatzerlöse der KWS SAAT SE & Co. KGaA stammen im Wesentlichen aus dem Zuckerrüben- und Maissaatgutgeschäft. Die weitere Entwicklung des Zuckerrübensaatgutgeschäfts ist unter anderem von der Leistungsstärke unserer Sorten, der Flächenentwicklung in unseren Kernmärkten sowie den Entwicklungen in unseren Wachstumsmärkten in Osteuropa abhängig. Darüber hinaus wird die wirtschaftliche Entwicklung der KWS SAAT SE & Co. KGaA im Geschäftsjahr 2020/2021 voraussichtlich von den Auswirkungen der globalen Corona-Pandemie beeinflusst sein Derzeit erwarten wir einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Das Betriebsergebnis der KWS SAAT SE & Co. KGaA ist im Wesentlichen durch die Aufwendungen für zentrale Funktionen der KWS Gruppe sowie segmentübergreifende Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten geprägt. Wir erwarten, dass das EBIT der KWS SAAT SE & Co. KGaA voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahres liegen wird.

NFE 2.9.2 Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung für die KWS Gruppe

Gemäß §§ 289b ff. HGB und §§ 315b ff. HGB ist die KWS verpflichtet, eine nichtfinanzielle Erklärung für das Mutterunternehmen KWS SAAT SE & Co. KGaA und die Gruppe zu erstellen, in der Angaben zum Geschäftsmodell sowie zu den damit verbundenen wesentlichen Corporate- Social-Responsibility-(CSR)-Aspekten (Umweltbelange, Sozialbelange, Arbeitnehmerbelange, Menschenrechte und Verhinderung von Korruption und Bestechung) gemacht werden, sofern diese für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage der KWS SAAT SE & Co. KGaA bzw. der KWS Gruppe sowie der Auswirkungen auf die genannten Aspekte erforderlich sind. Die Angaben in der zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung betreffen, soweit nichts anderes angegeben ist, sowohl die KWS SAAT SE & Co. KGaA als auch die KWS Gruppe.

Zur Identifikation der berichtspflichtigen Themen für die nichtfinanzielle Erklärung wurden die relevanten Themen auf Basis einer GRI-Materialitätsanalyse im Geschäftsjahr 2018/19 systematisch auf ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie ihren Einfluss auf die Lage der KWS Gruppe beurteilt. Aufgrund dieser Analyse wurden die Einzelthemen Produktinnovationen, Anlagen- und Prozesssicherheit, Mitarbeitergewinnung & Qualifizierung

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NFE

und Geschäftsethik & Compliance als wesentlich im Sinne der gesetzlichen Vorschriften

identifiziert. Da im Geschäftsjahr 2019/20 nach erneuter Prüfung der Materialitätsanalyse keine

notwendigen Anpassungen identifiziert wurden, bleiben die vier Berichtsthemen gegenüber dem

Vorjahr unverändert. Wesentliche Auswirkungen von Covid-19 auf die nichtfinanziellen Themen

werden, soweit notwendig, in den jeweiligen Kapiteln berichtet. Die nächste GRI-

Materialitätsanalyse ist aufgrund des angestrebten Durchführungszyklus von zwei Jahren für das

Geschäftsjahr 2020/21 geplant.

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die gesetzlich erforderlichen CSR-

Berichtsaspekte gemäß § 289c HGB und unsere zugeordneten berichtspflichtigen Themen sowie

die Verweise auf die entsprechenden Kapitel, in denen die geforderten Angaben zu Konzepten,

Ergebnissen, Risiken und Kennzahlen gemacht werden. Für den Aspekt Sozialbelange haben wir

kein berichtspflichtiges Thema identifiziert. Es wurden zudem keine Risiken identifiziert, die die

gesetzliche Wesentlichkeitsschwelle des § 289c Abs. 3 HGB erfüllen. Zudem hat die KWS

Gruppe derzeit keine steuerungsrelevanten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren definiert.

Bei der Erstellung der nichtfinanziellen Erklärung haben wir uns im Hinblick auf die Durchführung

der Materialitätsanalyse an den GRI Standards orientiert. Darüber hinaus haben wir kein

Rahmenwerk verwendet.

Einbeck, den 23. September 2020

KWS SE

Dr. Hagen Duenbostel | Dr. Léon Broers | Dr. Felix Büchting | Dr. Peter Hofmann | Eva Kienle

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3. Jahresabschluss

3.1.

Bilanz

Aktiva

in T€

Anhang Nr.

30.06.2020

Vorjahr

Entgeltlich erworbene Patente, Schutzrechte und Software

36.540

33.098

Geleistete Anzahlungen

4.176

9.023

I.

Immaterielle Vermögensgegenstände

(2)

40.717

42.121

Grundstücke und Bauten

92.826

74.108

Technische Anlagen und Maschinen

48.184

17.586

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

18.016

17.314

Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

19.010

33.140

II.

Sachanlagen

(3)

178.036

142.148

Anteile an verbundenen Unternehmen

623.858

314.390

Ausleihungen an verbundene Unternehmen

150.727

37.761

Beteiligungen

21.249

21.249

Wertpapiere des Anlagevermögens

91

92

Sonstige Ausleihungen

78

125

III.

Finanzanlagen

(4)

796.004

373.617

A.

Anlagevermögen

(1)

1.014.756

557.886

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

15.824

10.595

Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen

24.348

17.846

Fertige Erzeugnisse und Waren

26.141

30.860

I.

Vorräte

66.313

59.301

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

49.224

43.865

Forderungen gegen verbundene Unternehmen

336.786

226.181

Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein

Beteiligungsverhältnis besteht

33.507

23.706

Sonstige Vermögensgegenstände

42.891

459.129

II.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

(5)

462.408

752.881

Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei

III.

Kreditinstituten und Schecks

(6)

6.469

74.097

B.

Umlaufvermögen

535.190

886.279

C.

Rechnungsabgrenzungsposten

4.553

6.269

Gesamt

1.554.499

1.450.434

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Passiva

in T€

Anhang Nr.

30.06.2020

Vorjahr

I.

Gezeichnetes Kapital

(7)

99.000

99.000

II.

Kapitalrücklage

5.530

5.530

Gesetzliche Rücklage

19.220

19.220

Andere Gewinnrücklagen

86.199

136.425

III.

Gewinnrücklagen

(8)

105.419

155.645

IV.

Bilanzgewinn

23.100

22.912

A.

Eigenkapital

233.049

283.087

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

75.459

71.548

Steuerrückstellungen

15.320

13.958

Sonstige Rückstellungen

106.744

66.540

B.

Rückstellungen

(9)

197.523

152.046

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

524.816

541.624

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

33.548

28.686

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

549.381

425.026

Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein

Beteiligungsverhältnis besteht

1.588

2.281

Sonstige Verbindlichkeiten

11.910

14.240

C.

Verbindlichkeiten

(10)

1.121.244

1.011.857

D.

Rechnungsabgrenzungsposten

(11)

2.684

3.444

Gesamt

1.554.499

1.450.434

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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3.2. Entwicklung des Anlagevermögens

Entwicklung des Anlagevermögens der KWS SAAT SE & Co. KGaA 2019/2020

in T€

Bruttobuchwerte

Abschreibungen

Nettobuchwerte

Stand am

Umbuchungen Umbuchungen

Stand am

Stand am

Stand am

Stand am

Stand am

1.7.2019

Zugänge

Abgänge

(+)

(-)

30.6.2020

1.7.2019

Zugänge

Abgänge

Wertaufholung

Umbuchungen

30.6.2020

30.6.2020

30.6.2019

Entgeltlich erworbene Patente,

Schutzrechte und Software

71.452

2.559

9.204

8.527

0

73.334

38.356

7.314

8.880

0

3

36.794

36.541

33.098

Geleistete Anzahlungen

9.023

3.754

0

0

8.600

4.176

0

0

0

0

0

0

4.176

9.023

Immaterielle

Vermögensgegenstände

80.477

6.313

9.204

8.527

8.600

77.511

38.356

7.314

8.880

0

3

36.794

40.717

42.121

Grundstücke und Bauten

137.071

15.486

997

7.017

0

158.578

62.963

3.691

902

0

0

65.752

92.826

74.108

Technische Anlagen

und Maschinen

77.380

13.832

3.600

22.070

0

109.682

59.794

5.190

3.486

0

0

61.498

48.184

17.586

Andere Anlagen, Betriebs-

und Geschäftsausstattung

55.653

4.267

2.403

2.077

0

59.594

38.339

5.636

2.394

0

3

41.578

18.016

17.314

Geleistete Anzahlungen

33.140

16.977

16

0

31.091

19.011

0

0

0

0

0

0

19.011

33.140

Sachanlagen

303.244

50.563

7.016

31.164

31.091

346.865

161.096

14.517

6.782

0

3

168.828

178.037

142.148

Anteile an

verbundenen Unternehmen

353.982

303.068

0

103.994

103.994

657.050

39.592

0

0

6.400

0

33.192

623.858

314.390

Ausleihungen an

verbundene Unternehmen

37.761

115.064

2.098

0

0

150.727

0

0

0

0

0

0

150.727

37.761

Beteiligungen

21.249

0

0

0

0

21.249

0

0

0

0

0

0

21.249

21.249

Wertpapiere des

Anlagevermögens

92

0

0

0

0

92

0

0

0

0

0

0

92

92

Sonstige Ausleihungen

125

0

47

0

0

78

0

0

0

0

0

0

78

125

Finanzanlagen

413.209

418.131

2.145

103.994

103.994

829.196

39.592

0

0

6.400

0

33.192

796.004

373.617

Anlagevermögen

796.930

475.007

18.365

143.685

143.685

850.615

239.042

21.831

15.661

6.400

0

238.814

1.014.757

557.886

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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3.3. Gewinn- und Verlustrechnung

in T€

Anhang Nr.

2019/2020

Vorjahr

Umsatzerlöse

(16)

571.192

529.239

Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten

Leistungen

227.130

230.487

Bruttoergebnis vom Umsatz

344.062

298.752

Vertriebskosten

75.080

72.851

Forschungs- und Entwicklungskosten

194.438

180.865

Allgemeine Verwaltungskosten

120.968

91.317

Sonstige betriebliche Erträge

(17)

29.852

39.131

Sonstige betriebliche Aufwendungen

(18)

25.483

25.965

Betriebsergebnis

-42.056

-33.115

Erträge aus Beteiligungen

2.673

40.782

Erträge aus Gewinnabführungsverträgen

28.080

24.796

Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des

Finanzanlagevermögens

1.849

1.237

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

3.758

1.522

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

14.084

8.828

Finanzergebnis

(19)

22.276

59.509

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

-19.780

26.394

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

(20)

8.148

4.535

Jahresfehlbetrag/Jahresüberschuss

(23)

-27.928

21.860

Gewinnvortrag aus dem Vorjahr

802

1.052

Entnahme aus den anderen Gewinnrücklagen

50.226

0

Bilanzgewinn

23.100

22.912

4. Anhang der KWS SAAT SE & Co. KGaA 2019/2020

Die KWS SAAT SE & Co. KGaA (bis zum 2. Juli 2019 KWS SAAT SE), Einbeck, ist im Handelsregister von Göttingen unter der HRB Nr. 205722 eingetragen. Am 2. Juli 2019 erfolgte ein Rechtsformwechsel in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung der damaligen KWS SAAT SE vom 14. Dezember 2018. Dies hatte weder die Auflösung der Gesellschaft noch die Gründung einer neuen juristischen Person zur Folge. Die rechtliche und wirtschaftliche Identität der Gesellschaft blieb erhalten.

In diesem Bericht wird stets die seit dem 2. Juli 2019 gültige neue Rechtsformbezeichnung KWS SAAT SE & Co. KGaA verwendet.

Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung

Um die Klarheit der Darstellung zu vergrößern, sind einzelne Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit sind vermerkpflichtige Angaben ausschließlich im Anhang enthalten. Genossenschaftsanteile und GmbH-Anteile von untergeordneter Bedeutung werden in dem erweiterten

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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Posten Sonstige Ausleihungen ausgewiesen. In Anlehnung an den KWS Gruppenabschluss werden die Forschungs- und Entwicklungskosten separat ausgewiesen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Grundlagen der Bilanzierung

Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt.

Stetigkeit der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr grundsätzlich unverändert fortgeführt. Die Vorjahresbeträge sind in Klammern angegeben.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Erworbene Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Als Nutzungsdauer werden drei bis zehn Jahre zugrun- de gelegt. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen wird außerplanmäßig abgeschrieben.

Sachanlagen

Die Bewertung des Sachanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen wird außerplanmäßig abgeschrieben. In die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Gemeinkosten und Abschreibungen einbezogen. Es erfolgt eine lineare Abschreibung auf Gebäude und geringwertige Anlagegüter werden in einem Pool zusammengefasst und ebenfalls linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauern setzen sich wie folgt zusammen:

Nutzungsdauer

Gebäude

bis 50 Jahre

Technischen Anlagen und Maschinen

6-10 Jahre

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

3-12 Jahre

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten über 250 € und unter 1000 €

5 Jahre

Finanzanlagen

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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Die Bewertung des Finanzanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen zu niedrigeren beizulegenden Werten. Unverzinsliche Ausleihungen wer- den mit dem Barwert angesetzt. Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Börsenkursen bewertet. Rückdeckungsansprüche aus der kongruenten Rückdeckung von Pensionsverpflichtungen werden mit den entsprechenden Erfüllungsbeträgen saldiert.

Vorräte

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Beachtung des Niederst- wertprinzips angesetzt, wobei qualitäts- und mengenbedingten Verwertungsbeeinträchtigungen Rechnung getragen wird. In die Herstellungskosten werden neben direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten einschließlich Abschreibungen sowie angemessene Teile der allgemeinen Verwaltungskosten einbezogen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Einzelrisiken sind durch Wertberichtigungen, das allgemeine Kreditrisiko durch eine

Pauschalwertberichtigung berücksichtigt. Unverzinsliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem Barwert angesetzt.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden nur Ausgaben vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen werden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt.

Übrige Rückstellungen

Die Steuer- und Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages unter

KWS SAAT SE & Co. KGaA

Seite 82|110

Berücksichtigung einer Kostensteigerung angesetzt und bei einer Laufzeit von mehr als einem Jahr mit fristadäquaten Zinssätzen abgezinst.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Langfristige zinslose Verbindlichkeiten werden zum Barwert bilanziert, soweit im Erfüllungsbetrag verdeckte künftige Zinszahlungen enthalten sind.

Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden nur Einnahmen vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Latente Steuern

Latente Steuern werden für zeitliche, sich in der Zukunft voraussichtlich abbauende Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen sowie auf Verlustvorträge gebildet. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes von 29,04 %. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Gemäß dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 3 HGB werden die latenten Steuern saldiert ausgewiesen. Von dem Wahlrecht zum Ansatz eines aktiven latenten Steuerüberhangs wird kein Gebrauch gemacht.

Haftungsverhältnisse

Die Werte für Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und sonstigen Gewährleistungsverträgen entsprechen den am Bilanzstichtag tatsächlich in Anspruch genommenen Kreditbeträgen.

Gewinn- und Verlustrechnung

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Umsatzkostenverfahren gewählt. In den Aufwendungen für die Funktionsbereiche werden sämtliche zurechenbaren Kosten einschließlich der Sonstigen Steuern erfasst.

Umsatzerlöse

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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Die Umsatzerlöse beinhalten Verkäufe von Produkten und Dienstleistungen, vermindert um Erlösschmälerungen. Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten werden in dem Zeitpunkt realisiert, in dem Chancen und Risiken auf den Käufer übertragen werden.

Währungsumrechnung

Am Abschlussstichtag werden auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr zum Stichtagskurs umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zum Stichtagskurs angesetzt, soweit die Entstehungskurse bei Aktivposten nicht niedriger waren oder bei Passivposten höher lagen. Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften in lokale Währung werden erfolgswirksam erfasst und in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "Sonstige betriebliche Erträge" bzw. "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.

Wesentliche Devisenkursrisiken werden mit geeigneten Finanzinstrumenten abgesichert. Der Abschluss von Devisentermingeschäften dient ausschließlich der Absicherung von eigenen Handelsgeschäften, nicht jedoch Spekulationszwecken.

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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4.1. Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Anlageposten und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr 2019/20 sind in der Entwicklung des Anlagevermögens dargestellt.

(2) Immaterielle Vermögensgegenstände

Hier werden im Wesentlichen erworbene Technologierechte, Sorten, Sortenschutz- und Vertriebsrechte sowie Softwarenutzungsrechte für die elektronische Datenverarbeitung ausgewiesen.

(3) Sachanlagen

Bei den Investitionen in Sachanlagen handelt es sich um die Neubauten und Anlagen für Zuckerrübensaatgutproduktion sowie Forschungstätigkeiten in Einbeck.

(4) Finanzanlagen

Eine vollständige Aufstellung über den Anteilsbesitz der KWS SAAT SE & Co. KGaA gemäß § 285 Nr. 11 HGB wird unter Ziffer (31) ausgewiesen.

Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Kapitalerhöhungen von insgesamt 303.068 (9.855) T€ bei den unten aufgeführten Gesellschaften dienen der Finanzierung der Beteiligung und Stärkung der Kapitalkraft:

KWS INTERSAAT GmbH, Einbeck

302.768 T€

KWS Semillas Canarias SL, Gran Canaria/Spanien

300 T€

Die Verschmelzung der KWS Services Deutschland GmbH auf die KWS Lochow GmbH wurde am 22. April 2020 wirksam und rückwirkend zum 01. Juli 2019 durchgeführt.

Die sonstigen Umbuchungen entfallen auf die Übertragung von Anteilen an verbundenen Unternehmen an die KWS INTERSAAT GmbH.

Im Zusammenhang mit der Übertragung der Anteile an der KWS ITALIA S.P.A. an die KWS INTERSAAT GmbH erfolgte eine Wertaufholung auf in der Vergangenheit erfolgte außerplanmäßige Abschreibungen i.H.v. 6.400 T€, da die Gründe für die Abschreibung weggefallen sind.

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Sonstige Ausleihungen

Diese Position enthält verzinsliche Hausbaudarlehen an Mitarbeiter sowie sonstige verzinsliche Darlehen. Außerdem werden hier auch Genossenschaftsanteile und GmbH-Anteile von untergeordneter Bedeutung ausgewiesen.

(5) Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände

in T€

30.06.2020

Vorjahr

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

49.224

43.865

davon Inlandsforderungen

2.463

10.905

Forderungen gegen verbundene Unternehmen

336.786

226.181

davon Forderungen aus der Finanzierungstätigkeit

179.468

118.805

davon Forderungen aus Warenlieferungen und Leistungen für die KWS Gruppe

157.318

107.376

Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

33.507

23.706

Sonstige Vermögensgegenstände

42.891

459.129

davon debitorische Kreditoren

2.098

7.245

davon inländische Steuererstattungsansprüche

20.475

28.173

davon Körperschaftsteuerguthaben

422

708

davon ausländische Steuererstattungsansprüche

6.916

4.522

462.408

752.881

Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit

von mehr als einem Jahr

Forderungen gegen verbundene Unternehmen

8.126

6.793

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Der Anstieg der Auslandsforderungen ist auf die erhöhte Geschäftstätigkeit im europäischen Ausland zurückzuführen.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Die Erhöhung des Forderungsbestandes aus Finanzierungstätigkeit ist im Wesentlichen auf die Gewährung von kurzfristigen Darlehen an verbundene Unternehmen zurückzuführen.

Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

Die Forderungen resultieren aus Finanzierungstätigkeit.

Sonstige Vermögensgegenstände

Der hohe Bestand an sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten im Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der Hinterlegung des Kaufpreises für den Erwerb sämtlicher Anteile an der Pop Vriend Seeds Unternehmensgruppe in Höhe von 414.672 T€ auf einem Notaranderkonto.

Die unter sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesenen Aktivwerte aus Altersteilzeitguthaben mit Anschaffungskosten in Höhe von 1.669 (943) T€ und einem beizulegenden Wert in Höhe von 1.814

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(1.588) T€ wurden mit dem Erfüllungsbetrag für Altersteilzeitleistungen in Höhe von 1.814 (1.588) T€ saldiert. Nicht verrechnete erfolgswirksame Änderungen des Diskontierungszinssatzes, Zeitwertänderungen des Deckungsvermögens und laufende Erträge des Deckungsvermögens werden im Finanzergebnis ausgewiesen. In Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen dem Zeitwert und den Anschaffungskosten des Deckungsvermögens besteht eine Ausschüttungssperre.

(6) Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks

Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände sind in Höhe von 6.469 (74.097) T€ erfasst.

(7) Gezeichnetes Kapital

Im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms wurden insgesamt 52.315 (54.094) Aktien = 0,16 % (0,16 %) für 2.957 (3.101) T€ über die Börse erworben und zeitnah mit einem Rabatt von 20% an die Mitarbeiter in der EU weiterveräußert. Zum Bilanzstichtag befinden sich keine eigenen Aktien im Besitz der Gesellschaft.

(8) Gewinnrücklagen

in T€

30.06.2020

Vorjahr

Gewinnrücklagen Vorjahr

155.645

234.845

Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen

-50.226

0

Sonstige Veränderungen

0

-79.200

Gewinnrücklagen

105.419

155.645

davon:

gesetzliche Rücklage

19.220

19.220

andere Gewinnrücklagen

86.199

136.425

(9) Rückstellungen

in T€

30.06.2020

Vorjahr

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

75.459

71.548

Steuerrückstellungen

15.320

13.958

Sonstige Rückstellungen

106.744

66.540

Gesamt

197.523

152.046

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Pensionsrückstellungen

Für die Pensionsrückstellungen wurde die versicherungsmathematische Berechnung unter Anwendung der Projected Unit Credit Method (PUCM) vorgenommen. Dabei wurden ein Zinssatz von 2,51 (2,93) % sowie eine erwartete Lohn- und Gehaltssteigerung von unverändert 3,00 % zugrunde gelegt. Die angenommene Rentensteigerung beträgt unverändert 2,00 %. Die Fluktuation wird in altersabhängig fallenden Beträgen berücksichtigt. Zudem wurden die Sterbetafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Die Rückstellungen betragen 75.459 (71.548) T€.

Aus den Pensionsverpflichtungen ergeben sich nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrte Beträge in einer Gesamthöhe von 8.405 (8.843) T€.

Die Ansprüche aus der kongruenten Rückdeckung von Pensionsverpflichtungen mit Anschaffungskosten in Höhe von 9.733 (9.971) T€ und einem beizulegenden Zeitwert von 8.876 (8.528) T€ sowie die Aktivwerte aus der Rückdeckungsversicherung aus Gehaltsumwandlung in Höhe von 4.885 (4.481) T€ wurden mit den entsprechenden Verpflichtungen in Höhe von 13.762 (13.009) T€ saldiert. Im Berichtsjahr wurden zugehörige Aufwendungen und Erträge aus der Abzinsung in Höhe von 587 (407) T€ verrechnet. Nicht verrechnete erfolgswirksame Änderungen des Diskontierungszinssatzes, Zeitwertänderungen des Deckungsvermögens und laufende Erträge des Deckungsvermögens werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Pensionsähnliche Verpflichtungen

Die Beitragsverpflichtungen an den Pensions-Sicherungs-Verein erhöhten sich insgesamt um 53 T€ auf 80 (27) T€. Der Beitragssatz für den Pensions-Sicherungs-Verein lag im Jahr 2019 bei 3,1 ‰.

Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen enthalten Beträge für den noch nicht durch die steuerliche Außenprüfung abgeschlossenen Zeitraum.

Sonstige Rückstellungen

Dieser Posten enthält im Wesentlichen Beträge für Tantiemen und Erfolgsbeteiligungen für Mitarbeiter,

Gewährleistungen, Treuegeld, Lizenzzahlungen, LTI-Programm, Urlaubsverpflichtungen, Weihnachtsgeld, Altersteilzeitleistungen, ausstehende Rechnungen, sonstige Personalaufwendungen und andere Risiken.

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(10) Verbindlichkeiten

in T€

30.06.2020

Vorjahr

davon

davon

Restlaufzeit

Restlaufzeit

bis 1 Jahr

bis 1 Jahr

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

524.816

43.868

541.624

439.548

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

33.548

33.302

28.686

27.896

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

549.381

549.381

425.026

425.026

Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein

Beteiligungsverhältnis besteht

1.588

1.588

2.281

2.281

Sonstige Verbindlichkeiten

11.910

11.789

14.240

14.169

Gesamt

1.121.244

639.928

1.011.857

908.920

in T€

30.06.2020

Vorjahr

Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als 1 Jahr und weniger als 5 Jahren:

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

252.194

100.625

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

245

779

Sonstige Verbindlichkeiten

121

260

Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als 5 Jahren:

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

228.754

1.451

Von den Sonstigen Verbindlichkeiten entfallen auf:

Steuern

1.387

1.318

Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit

1.054

154

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Es erfolgte ein Anstieg der langfristigen Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten durch die Begebung von mittel- und langfristigen Schuldscheinen in einem Gesamtvolumen von 400 Mio. €. Die Aufnahme dieser Schuldscheindarlehen im August 2019 stand im Zusammenhang mit der Ablösung der Brückenfinanzierung für den Erwerb der Unternehmensgruppe Pop Vriend Seeds. Die Verbindlichkeiten aus oben genannten Schuldscheindarlehensverträgen blieben zum 30. Juni 2020 unverändert und haben eine Restlaufzeit bis in das Jahr 2029.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

In diesem Posten sind Verbindlichkeiten der Finanzierungstätigkeit für die KWS Gruppe mit 502.150 (415.059) T€, sowie Verbindlichkeiten aus Warenlieferungen und Leistungen mit 47.231 (9.967) T€ enthalten.

(11) Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der Ausweis betrifft im Wesentlichen Einnahmen aus langfristigen Lizenzvereinbarungen.

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(12) Latente Steuern

Bei der Betrachtung der latenten Steuern ergibt sich in ein Aktivüberhang, welcher im Wesentlichen aus aktiven latenten Steuern im Bereich der Bilanzposten Finanzanlagen, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie Pensionsrückstellungen resultiert. Die Differenzen und steuerlichen Verlustvorträge wurden mit einem Steuersatz von 29 % bewertet. Von dem Wahlrecht gem. § 274 Abs. 1 Satz 3 HGB macht die KWS SAAT SE & Co. KGaA keinen Gebrauch. Somit erfolgt kein Ausweis des aktivischen Überhangs latenter Steuern in der Bilanz.

(13) Haftungsverhältnisse

Das Volumen der Haftungsverhältnisse i.S.d. § 251 HGB beträgt 90.082 (111.956) T€ per 30. Juni 2020 und betrifft keine Bürgschaften, sondern ausschließlich sonstige Gewährleistungen.

Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme wird aufgrund der Erfahrung in den Vorjahren als gering eingeschätzt. Bislang wurden keine Ansprüche geltend gemacht.

(14) Angaben zu nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften Sonstige finanzielle Verpflichtungen

in T€

30.06.2020

Vorjahr

Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen und sonstige finanzielle

Verpflichtungen

Fällig im Geschäftsjahr 2020/2021

916

1.544

Fällig 2021/2022 bis 2024/2025

7.421

10.055

Fällig nach 2024/2025

21

0

Gesamt

8.357

11.599

davon Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen

6.948

9.095

Die Verpflichtungen aus noch nicht abgeschlossenen Investitionen sowie dem sonstigen Bestellobligo betragen 15.451 (82.317) T€.

Sonstige finanzielle Vorteile

Aus der mehrjährigen Vermietung verschiedener Immobilien werden Mieterträge in Höhe von 65 (56) T€ pro Jahr erwartet.

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(15) Derivative Finanzinstrumente

Die KWS SAAT SE & Co. KGaA setzt zur Zins- und Währungssicherung Derivate ein. Eine Absicherung von Forderungen bzw. Verbindlichkeiten wird nur für Grundgeschäfte aus dem Produktverkauf (Devisenterminverkauf) bzw. Wareneinkauf (Devisentermineinkauf) in Fremdwährung vorgenommen. Es handelt sich um Sicherungsgeschäfte zur Absicherung der Zahlungsströme. Die Währungssicherung umfasst Geschäfte mit einem Gesamtvolumen von 201.937 (156.172) T€. Die Zinssicherungen umfassen Geschäfte mit einem Gesamtvolumen von 31.000 (34.000) T€.

in T€

30.06.2020

Vorjahr

positive Marktwerte

0

0

negative Marktwerte

-197

-73

Summe Marktwerte Zinssicherung

-197

-73

positive Marktwerte

771

1.259

negative Marktwerte

-2.613

-638

Summe Marktwerte Wechselkurssicherung

-1.842

621

positive Marktwerte

771

1.260

negative Marktwerte

-2.810

-711

Summe Marktwerte gesamte Derivate

-2.039

549

Zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte wurden Bankbewertungen errechnen die Marktwerte mit einem anerkannten Bewertungsverfahren Scholes-Modell sowie marktpreis-orientierte Modelle) auf der Basis der Währungskurse, Marktzinssätze und Zinsstrukturkurven.

verwendet. Die Banken (Barwertmethode, Black- aktuellen Devisen- und

Den Risiken aus den Derivaten wird durch Drohverlustrückstellungen in Höhe von 2.687 (1.142) T€ hinreichend Rechnung getragen, die unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen werden.

Die Sicherungsgeschäfte sind im Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis zum 4. September 2026 fällig.

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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4.2. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (16) Umsatzerlöse

in T€

2019/2020

Vorjahr

nach Produktgruppen

Saatgut (einschl. Lizenzen)

548.310

496.211

Sonstige Umsatzerlöse

22.882

33.028

Gesamt

571.192

529.239

nach Regionen

Deutschland

201.647

196.601

Europa (ohne Deutschland)

290.768

255.141

Nord- und Südamerika

36.290

34.184

Übriges Ausland

42.487

43.313

Gesamt

571.192

529.239

(17) Sonstige betriebliche Erträge

in T€

2019/2020

Vorjahr

Erträge aus der Währungsumrechnung

15.228

18.946

Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen

1.978

6.029

Erträge aus Zuschreibungen zu Gegenständen des Finanzanlagevermögens

6.400

0

Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens

751

96

Andere periodenfremde Erträge

0

11.598

Übrige Erträge

5.495

2.462

29.852

39.131

Die Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen betreffen hauptsächlich Verpflichtungen für Gewährleistungen und Wertgutschriften. Erträge aus Zuschreibungen betreffen die Anteile an der KWS ITALIA S.P.A. Übrige Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen. Andere periodenfremde Erträge und übrige Erträge im Vorjahr beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen von Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens.

(18) Sonstige betriebliche Aufwendungen

in T€

2019/2020

Vorjahr

Aufwendungen aus der Währungsumrechnung

13.500

11.635

Wertberichtigungen auf Forderungen und Forderungsausbuchungen

2.001

6.237

Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens

434

146

Periodenfremde Aufwendungen

21

1.896

Übrige Aufwendungen

9.527

6.051

25.483

25.965

Die übrigen Aufwendungen betreffen u.a. sonstige Steuern, Finanzkosten und Kosten der Rechtsform.

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(19) Finanzergebnis

in T€

2019/2020

Vorjahr

Beteiligungsergebnis

Erträge aus Beteiligungen

2.673

40.782

davon aus verbundenen Unternehmen

2.673

40.782

Erträge aus Gewinnabführungsverträgen

28.080

24.796

30.753

65.578

in T€

2019/2020

Vorjahr

Zinsergebnis

Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen

des Finanzanlagevermögens

1.849

1.237

davon aus verbundenen Unternehmen

1.846

1.210

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

3.758

1.522

davon aus verbundenen Unternehmen

3.096

477

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

14.084

8.828

davon an verbundene Unternehmen

3.304

4.380

davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen

1.819

2.349

-8.477

-6.069

Finanzergebnis

22.276

59.509

Aus den abgeschlossenen Ergebnisabführungsverträgen vereinnahmt die KWS SAAT SE & Co. KGaA Erträge aus sieben (acht) Gesellschaften in Höhe von 28.080 (24.796) T€.

(20) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steueraufwendungen und -erträge betreffen in- und ausländische Steuern vom Einkommen und vom Ertrag. Die Ertragsteuern auf das Ergebnis des Berichtsjahres betragen 1.315 (2.405) T€. Unter Berücksichtigung sonstiger periodenfremder Steueraufwendungen in Höhe von 6.834 T€ (2.129 T€) ergibt sich im Berichtsjahr insgesamt ein Steueraufwand von 8.148 (4.534) T€. Sonstige Steuern, im Wesentlichen Grundsteuern, sind in den Kosten der betrieblichen Funktionsbereiche enthalten.

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(21) Materialaufwand

in T€

2019/2020

Vorjahr

Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren

183.735

161.449

Aufwendungen für bezogene Leistungen

147.245

133.456

Materialaufwand

330.980

294.905

Bestandsveränderungen

-1.783

13.324

Materialaufwand und Bestandsveränderungen

329.197

308.229

(22) Personalaufwand/Mitarbeiter

in T€

2019/2020

Vorjahr

Personalaufwand

Entgelte

104.079

102.626

Soziale Abgaben

17.443

16.794

Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung

7.859

5.958

davon für Altersversorgung

5.829

4.068

129.382

125.378

Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt)

Arbeitnehmer, unbefristet

1.336

1.300

Arbeitnehmer, befristet

208

188

Auszubildende und Trainees

97

98

1.641

1.586

(23) Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Zum 30. Juni 2020 wird ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 27.928 (Vorjahr: Jahresüberschuss 21.860) T€ ausgewiesen.

4.3. Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns

Der Bilanzgewinn beträgt 23.100 (Vorjahr: Bilanzgewinn 22.912) T€.

Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, einen Betrag von 23.100.000 € zur Ausschüttung einer Dividende von 0,70 (Vorjahr: 0,67) € auf jede der insgesamt 33.000.000 Stückaktien zu verwenden.

4.4. Sonstige Angaben

(24) Ereignisse nach Bilanzstichtag

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und Einfluss auf die Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten, haben sich nicht ergeben.

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  1. Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands sowie ehemaliger Aufsichtsratsmitglieder und Vorstandsmitglieder

Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten eine feste Vergütung. Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats entsprechen dem Vorjahresniveau und betragen 620 (620) T€ ohne Umsatzsteuer.

Die Gesamtbezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2019/20 belaufen sich auf 5.428 (4.316) T€. Die variablen Bezüge werden auf Basis des Jahresüberschusses der KWS Gruppe ermittelt und betrugen 2.500 (2.032) T€.

Die Bezüge ehemaliger Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen betragen 1.419 (1.479) T€. Die Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis beliefen sich am 30. Juni 2020 auf 14.837 (13.786) T€ vor Verrechnung mit entsprechendem Deckungsvermögen.

(26) Abschlussprüfung

Am 17. Dezember 2019 hat die Hauptversammlung der KWS SAAT SE & Co. KGaA die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für das Geschäftsjahr 2019/20 als Abschlussprüfer gewählt.

Auf die Angabe der Honorare des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB wurde verzichtet, da die Angaben im Konzernabschluss der KWS SAAT SE & Co. KGaA enthalten sind.

(27) Bekanntmachungen gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Die KWS SAAT SE & Co. KGaA hat folgende Aktionärsmitteilungen gem. § 40 Abs. 1 WpHG veröffentlicht.

Wir weisen darauf hin, dass sich zwischenzeitlich Veränderungen ergeben haben können, die der Gesellschaft gegenüber nicht gemeldet worden sind.

1.) Die nachstehend genannten Aktionäre haben uns gemäß §§ 21 und 22 WpHG mitgeteilt, dass ihre Stimmrechtsanteile inklusive gegenseitiger Zurechnungen seit dem 1. Dezember 2002 insgesamt 55,3 % betragen.

Dabei haben die Stimmrechtsanteile der unter Ziffern 1 bis 9 genannten Aktionäre seit diesem Zeitpunkt die Schwellen von 5 %, 10 %, 25 % und 50 % und die Stimmrechtsanteile der unter Ziffern

10 - 13 genannten Aktionäre die Schwelle von 50% überschritten:

  1. Dr. agr. Carl-Ernst Büchting, Deutschland
  2. Christiane Stratmann, Deutschland
  3. Dorothea Schuppert, Deutschland
  4. Michael C.-E. Büchting, Deutschland
  5. Annette Büchting, Deutschland
  6. Stephan O. Büchting-Hansing, Deutschland

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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  1. Hansheinrich Giesecke, Deutschland
  2. Elke Giesecke, Deutschland
  3. Christa Nagel, Deutschland
  4. Dr. Andreas J. Büchting, Deutschland
  5. AKB Stiftung, Hannover
  6. Büchting Beteiligungsgesellschaft mbH, Hannover
  7. Dr. Arend Oetker, Deutschland
  8. Kommanditgesellschaft Dr. Arend Oetker Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH & Co., Berlin Dr. Carl-Ernst Büchting sind 11 % gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und Abs. 3 WpHG; 34,19 % gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1, 1. Alt. WpHG und 6,08 % gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1, 2. Alt. WpHG zuzurechnen. Den unter Ziffern 2 - 6 genannten Aktionären sind Stimmrechtsanteile wie folgt zuzurechnen:
    • 11 % gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und Abs. 3 WpHG; 1,37 % gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1, 1. Alt. und 2. Alt. WpHG; 32,82 % gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1, 1. Alt. WpHG;
    • Gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1, 2.Alt. WpHG sind Christiane Stratmann und Annette Büchting jeweils 6,06 %, Dorothea Schuppert 5,72 %, Michael C.-E. Büchting 5,56 %, Stephan O.

Büchting-Hansing 5,55 %, zuzurechnen.

Hansheinrich Giesecke und Elke Giesecke sind jeweils 49,48 % gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1, 2. Alt. WpHG zuzurechnen.

Christa Nagel sind 50,22 % gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1, 2. Alt. WpHG zuzurechnen.

Dr. Andreas J. Büchting sind 11 % gemäß § 22 Abs.1 Satz 1 Nr. 1, Abs. 3 und nach § 22 Abs. 2 Satz 1,

  1. Alt. WpHG; 32,82 % gemäß § 22 Abs.2 Satz 1, 1. Alt. WpHG; 6,08% gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1,
  2. Alt. WpHG zuzurechnen.

Der AKB Stiftung sind 33,19 % gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1, 1. Alt. WpHG und 6,08 % gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1, 2. Alt. WpHG zuzurechnen.

Der Büchting Beteiligungsgesellschaft mbH sind 34,19 % gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1, 1. Alt. WpHG und 6,08 % gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1, 2. Alt. WpHG zuzurechnen.

Dr. Arend Oetker sind 20,82 % gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und Abs. 3 WpHG; 24,37 % gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1, 1. Alt. WpHG; 6,08 % gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1, 2. Alt. WpHG zuzurechnen.

Der Kommanditgesellschaft Dr. Arend Oetker Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH & Co. sind 24,37 % gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1, 1. Alt. WpHG; 6,08 % gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1, 2. Alt. WpHG zuzurechnen.

2.) Die Kommanditgesellschaft Dr. Arend Oetker Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH & Co.,

Berlin, hat uns mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil an der KWS SAAT AG am 12. Juli 2004 die Schwelle von 25 % überschritten hat und nunmehr 25,0002 % beträgt.

Der Gesamtstimmrechtsanteil inklusive Zurechnungen beträgt weiterhin mehr als 50 % und seit dem

  1. Juli 2004 beträgt der Gesamtstimmrechtsanteil 56,1676 %. Hiervon sind zuzurechnen gemäß §
  1. Abs. 2, Satz 1, 1. Alt. WpHG ein Stimmrechtsanteil von 25,0874 % und gemäß § 22 Abs. 2, Satz 1,
  1. Alt. WpHG ein Stimmrechtsanteil von 6,08 %.

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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3.) Die Zukunftsstiftung Jugend, Umwelt und Kultur, Einbeck, hat uns mitgeteilt, dass sie an der KWS SAAT AG (ISIN DE0007074007) am 07.10.2010 0,1166 % (7.700 Stimmen) erworben haben und somit der Stimmrechtsanteil 56,097 % (3.702.415 Stimmen) betrug. Hiervon sind gemäß § 22 Abs. 2, Satz 1, 1. Alt. WpHG Stimmrechtsanteile von insgesamt 50,9792 % (3.364.630 Stimmen) und gemäß § 22 Abs.2, Satz 1, 2. Alt. WpHG Stimmrechtsanteile von insgesamt 5,0012 % (330.085 Stimmen) zuzurechnen.

Von folgenden Aktionären, deren Stimmrechtsanteil an der KWS SAAT AG jeweils 3 % oder mehr betragen, werden dabei Stimmrechte zugerechnet:

  • Büchting Beteiligungsgesellschaft mbH, Hannover
  • AKB Stiftung, Hannover

Kommanditgesellschaft Dr. Arend Oetker Vermögensverwaltungsgesellschaft mbh & Co., Berlin

  • Frau Elke Giesecke"

4.) Herr Bodo Sohnemann, Herr Matthias Sohnemann, Herr Arne Sohnemann und Herr Malte

Sohnemann haben uns mitgeteilt, dass ihr jeweiliger Stimmrechtsanteil am 19.09.2012 infolge Stimmrechtspoolung mit anderen Aktionären und infolgedessen der Zurechnung nach § 22 WpHG der Gesamtstimmrechtsanteil von 56,09235 % (3.702.095 Stimmen) an der KWS SAAT AG, Einbeck (ISIN 0007074007) betrug. Hiervon sind gemäß § 22 Abs. 2, Satz 1, 1. Alt. WpHG Stimmrechtsanteile von insgesamt 52,06773 % (3.436.470 Stimmen) und gemäß § 22 Abs. 2, Satz 1, Alt. WpHG Stimmrechtsanteile von insgesamt 4,02462 % (265.625 Stimmen) jeweils zuzurechnen.

Von folgenden Aktionären, deren Stimmrechtsanteil an der KWS SAAT AG jeweils 3 % oder mehr betragen, werden dabei jeweils Stimmrechte zugerechnet:

  • Büchting Beteiligungsgesellschaft mbH, Hannover
  • AKB Stiftung, Hannover
  • Kommanditgesellschaft Dr. Arend Oetker Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH & Co., Berlin
  • Frau Elke Giesecke"

5.) Die Tessner Beteiligungs GmbH, Goslar, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 12.12.2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der KWS SAAT AG, Einbeck, Deutschland, am 09.12.2014 die Schwelle von 15 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 15,11 % (das entspricht 997.365 Stimmrechten) betragen hat.

6.) Die Tessner Holding KG, Goslar, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 12.12.2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der KWS SAAT AG, Einbeck, Deutschland, am 09.12.2014

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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die Schwelle von 15 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 15,11 % (das entspricht 997365 Stimmrechten) betragen hat. 15,11 % der Stimmrechte (das entspricht 997365 Stimmrechten) sind der Tessner Holding KG gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG über die Tessner Beteiligungs GmbH zuzurechnen.

7.) Herr Hans-Joachim Tessner, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 12.12.2014 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der KWS SAAT AG, Einbeck, Deutschland, am 09.12.2014 die Schwelle von 15 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 15,11 % (das entspricht 997.365 Stimmrechten) betragen hat. 15,11 % der Stimmrechte (das entspricht Stimmrechten) sind Herrn Tessner gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG über die Tessner Holding KG und die Tessner Beteiligungs GmbH zuzurechnen.

8.) Frau Dr. Marie Theres Schnell, Frau Clara Christina Oetker, Herr Leopold Heinrich Oetker,

Frau Johanna Sophie Oetker, Herr Ludwig August Oetker haben uns jeweils mitgeteilt, dass am 07.10.2015 bzw. 13.10.2015 infolge der Stimmrechtspoolung mit anderen Aktionären und infolgedessen der Zurechnung nach § 22 WpHG der Stimmrechtsanteil jeweils 56,0085 % (3.696.558 Stimmen) an der KWS SAAT SE (ISIN 0007074007) betrug. Zuzüglich des nicht poolgebundenen Stimmrechtsanteils in Höhe von 0,0076 % (500 Stimmen) verfügt jeder einzeln mithin über einen Gesamtstimmrechtsanteil von 56,0160 % (3.697.058 Stimmen). Hiervon sind gemäß § 22 Abs. 2, Satz 1, 1. Alt. WpHG Stimmrechtsanteile von insgesamt 51,4108 % (3.393.110 Stimmen) und gemäß § 22 Abs. 2, Satz 1, 2. Alt. WpHG Stimmrechtsanteile von insgesamt 4,5977 % (303.448 Stimmen) zuzurechnen.

Von folgenden Aktionären, deren Stimmrechtsanteil an der KWS SAAT SE jeweils 3 % oder mehr betragen, werden dabei jeweils Stimmrechte zugerechnet:

    • Büchting Beteiligungsgesellschaft mbH, Hannover
    • AKB Stiftung, Hannover
    • Kommanditgesellschaft Dr. Arend Oetker Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH & Co., Berlin
    • Frau Elke Giesecke"
  1. Erklärung zum Corporate Governance Kodex

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Corporate Governance Kodex wurde abgegeben und den Aktionären auf der Homepage der Gesellschaft unter www.kws.dezugänglich gemacht.

(29) Aufsichtsrat und Vorstand der KWS SAAT SE & Co. KGaA

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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Aufsichtsrat

Organmitglieder

Dr. Drs. h.c. Andreas J. Büchting

Göttingen Agrarbiologe

Vorsitzender des Aufsichtsrats

der KWS SAAT SE & Co. KGaA sowie der KWS SE

Dr. Marie Theres Schnell

München Kommunikationswissenschaftlerin Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats

der KWS SAAT SE & Co. KGaA sowie der KWS SE

Victor W. Balli

Zürich (Schweiz)

Chemieingenieur

Mitglied des Aufsichtsrats

der KWS SAAT SE & Co. KGaA sowie der KWS SE

Jürgen Bolduan

Einbeck Saatzuchtangestellter

Mitglied des Aufsichtsrats der KWS SAAT SE & Co. KGaA Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats

der KWS SAAT SE & Co. KGaA

Cathrina Claas-Mühlhäuser

Frankfurt am Main

Kauffrau

Mitglied des Aufsichtsrats

der KWS SAAT SE & Co. KGaA sowie der KWS SE

Christine Coenen

Einbeck Dolmetscherin

Mitglied des Aufsichtsrats der KWS SAAT SE & Co. KGaA Vorsitzende der Europäischen Arbeitnehmerver-

treter (EEC) der KWS SAAT SE & Co. KGaA

Dr. Arend Oetker

Berlin

Ehrenmitglied des Aufsichtsrats

der KWS SAAT SE & Co. KGaA sowie der KWS SE

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Mandate

Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen

Kontrollgremien:

  • DR.SCHNELL GmbH & Co. KGaA, München (Beiratsmitglied)

Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden

Aufsichtsräten:

  • Givaudan SA, Vernier, Schweiz

(Mitglied des Verwaltungsrats, des Audit Committee sowie des Compensation Committee)

  • Medacta International SA, Frauenfeld, Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats und Vorsitzender des Audit Committee)
  • Hemro AG, Bachenbülach, Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats)
  • Sika AG, Baar, Schweiz (Mitglied des Verwaltungsrats und Vorsitzender des Audit Committee)
  • Louis Dreyfus Holding B.V., Amsterdam, Niederlande
    (Mitglied des Supervisory Board und Vorsitzender des Audit Committee)

Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden

Aufsichtsräten:

  • CLAAS KGaA mbH, Harsewinkel (Vorsitzende) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien:
  • CLAAS KGaA mbH, Harsewinkel (Vorsitzende des Gesellschafterausschusses)

KWS SAAT SE & Co. KGaA

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Disclaimer

KWS SAAT SE & Co KgaA published this content on 22 October 2020 and is solely responsible for the information contained therein. Distributed by Public, unedited and unaltered, on 23 October 2020 13:29:03 UTC


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Finanzkennziffern
Umsatz 2021 1 299 Mio 1 549 Mio 1 405 Mio
Nettoergebnis 2021 108 Mio 128 Mio 116 Mio
Nettoverschuldung 2021 460 Mio 549 Mio 498 Mio
KGV 2021 19,2x
Dividendenrendite 2021 1,15%
Marktkapitalisierung 2 072 Mio 2 468 Mio 2 242 Mio
Marktkap. / Umsatz 2021 1,95x
Marktkap. / Umsatz 2022 1,85x
Mitarbeiterzahl 4 149
Streubesitz 30,1%
Chart KWS SAAT SE & CO. KGAA
Dauer : Zeitraum :
KWS SAAT SE & Co. KGaA : Chartanalyse KWS SAAT SE & Co. KGaA | MarketScreener
Vollbild-Chart
Trends aus der Chartanalyse KWS SAAT SE & CO. KGAA
KurzfristigMittelfristigLangfristig
TrendsNeutralFallendAnsteigend
Ergebnisentwicklung
Analystenschätzung
Verkauf
Kaufen
Durchschnittl. Empfehlung AUFSTOCKEN
Anzahl Analysten 5
Mittleres Kursziel 70,10 €
Letzter Schlusskurs 62,80 €
Abstand / Höchstes Kursziel 20,2%
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 11,6%
Abstand / Niedrigstes Ziel -1,27%
Revisionen zum Gewinn/Aktie
Unternehmensführung
NameTitel
Hagen Duenbostel Chairman-Executive Board
Andreas J. Büchting Chairman-Supervisory Board
Jürgen Bolduan Member-Supervisory Board
Cathrina Claas-Mühlhäuser Member-Supervisory Board
Marie Theres Schnell Deputy Chairman-Supervisory Board
Branche und Wettbewerber
01.01.Marktkapitalisierung (M$)
KWS SAAT SE & CO. KGAA8.84%2 478
CALAVO GROWERS, INC.-19.54%1 287
BAYWA AKTIENGESELLSCHAFT14.19%1 240
NORWAY ROYAL SALMON AS-15.64%970
THE ANDERSONS, INC.-11.63%748
RURALCO HOLDINGS LIMITED44.26%315