Die Ergebnisse der Bauunternehmen werden immer mit Spannung erwartet, da sie einen Einblick in den Immobiliensektor und allgemeiner in die Wirtschaft der Vereinigten Staaten geben. In dieser Hinsicht zeigte Lennar bei der kommerziellen und finanziellen Leistung keine bedeutenden Veränderungen, die weiterhin mit der in den letzten Jahren beobachteten positiven Dynamik übereinstimmt.

Obwohl das Management einen gewissen Rückgang der Aktivitäten aufgrund der Zinssätze beobachtet, ist es weiterhin fest entschlossen, sein Ziel zu erreichen, dieses Jahr 80.000 Häuser zu liefern – was 7.000 mehr als im letzten Jahr und 11.000 mehr als 2022 darstellt.

Besonders bemerkenswert ist, dass das Unternehmen zügig Schulden abbaut. Nachdem seine Ziele schneller als erwartet erreicht wurden, hat es ein sehr aggressives Aktienrückkaufprogramm eingeleitet, mit weiteren 3,8 Millionen Aktien, die in den letzten drei Monaten zu einem Durchschnittspreis von 158 $ von der Börse genommen wurden.

Dementsprechend präsentiert Lennar eine äußerst solide Bilanz, deren Liquidität sich durch den bevorstehenden Spin-off von Grundstücksvermögen im geschätzten Wert von 6 bis 8 Milliarden Dollar weiter verbessern dürfte. Es wäre interessant, wenn diese Beträge für weitere umfangreiche Aktienrückkäufe verwendet würden.

Die positiven Entwicklungen haben die Bewertung der Aktie auf ihren Zehnjahresdurchschnitt von zehnmal den Gewinnen zurückgebracht, nachdem sie zweimal auf ein Tief von fünfmal den Gewinnen gefallen war – einmal inmitten der Corona-Panik und zwei Jahre später, als die ersten Zinserhöhungen den Markt erschreckten.

Interessanterweise nutzte Berkshire Hathaway diese vorübergehende Situation für einen „Momentum“-Trade, der sowohl klug als auch profitabel war: Das Konglomerat von Warren Buffett hatte Anteile während dieses zweiten Rückgangs bei Lennar sowie bei DR Horton und NVR erworben, diese Positionen jedoch mittlerweile nach der Realisierung solider Gewinne verkauft.

Gerade rechtzeitig, könnte man meinen, da die neuesten Berichte unter anderem von Bloomberg, Wells Fargo und Morgan Stanley eine Wende auf dem Immobilienmarkt anzudeuten scheinen, mit einem Anstieg von Bestandshäusern zum Verkauf, nach Jahren der Knappheit.

Hausbesitzer, die sich sehr niedrige Kreditzinsen gesichert hatten, zögerten mit dem Verkauf, um ihre privilegierte Lage zu bewahren. Dieser Knappheitseffekt auf dem Markt für Bestandshäuser kam zweifellos den Bauunternehmen zugute.