BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Mehrere deutsche Airlines testen Verfahren, wie am Himmel die klimaschädlichen Kondensstreifen vermieden werden können. An dem "100-Flüge-Programm" nehmen Lufthansa, Condor, Tuifly sowie die Frachtgesellschaften DHL und EAT teil, wie der Branchenverband BDL am Mittwoch in Berlin mitteilte.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Flugsicherung und Eurocontrol könnten Flugrouten optimiert werden, hieß es. Die Flugzeuge vermeiden dann, besonders feuchte und kalte Luftmassen zu durchfliegen. Hier kondensieren sonst die warmen Abgase der Triebwerke und bilden kleine Zirruswolken, die die Wärmeabstrahlung der Erde reflektieren und so den Treibhauseffekt verstärken. Die Gebiete können über Satelliten lokalisiert werden.

Offen ist bislang, ob mit dem Umfliegen der teils sehr großen Luftmassen tatsächlich ein positiver Klimaeffekt erreicht werden kann. Dazu müssen die Klimawirkungen der vermiedenen Kondensstreifen mit dem zusätzlichen CO2-Ausstoß abgeglichen werden.

Finale Ergebnisse stehen laut BDL noch aus und sollen mit wissenschaftlichen Institutionen ausgewertet werden. Es sei bereits klar, dass zum klimafreundlicheren Fliegen automatisierte Prozesse bei der Flugplanung gehörten. "Für uns ist wichtig, dass das 100-Flüge-Programm kein einsames Leuchtturmprojekt ist, sondern Bestandteil unserer umfangreichen Aktivitäten zur Fortentwicklung klimaneutraler Luftfahrt", betonte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow./ceb/DP/jha