Wie wir in unserer letzten Ergebnisanalyse erwähnten, hat McDonald's seine Preise im Laufe des letzten Jahrzehnts verdoppelt. Bei gleichbleibendem Umsatz, zusätzlich zu den Digitalisierungsbemühungen, erklärt dies die spektakuläre Margenexpansion in diesem Zeitraum und die Verdoppelung des Gewinns pro Aktie.
Es gibt jedoch weitere Faktoren in der Gleichung. Bevor man maximalen Gewinn aus den an Kunden servierten Mahlzeiten schlagen kann, müssen diese weiterhin in wachsender Zahl die Filialen besuchen. Doch zum ersten Mal in vier Jahren meldet McDonald's negative vergleichbare Umsätze.
Diese Underperformance dürfte für einige Zeit für Gesprächsstoff sorgen. Bemerkenswerterweise wurde sie von den Analysten, die das Unternehmen verfolgen, gut vorhergesehen – deren Konsensentwicklungen werden von MarketScreener in Echtzeit verfolgt.
Dies ist eine zumindest dramatische Wende für McDonald's. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres stiegen die vergleichbaren Umsätze noch um 11,7%. Dieses Semester markiert auch das erste Halbjahr mit einem Umsatzrückgang seit 2018, abgesehen von der Corona-Episode.
Eine solche Entwicklung wirft natürlich Fragen über den Zustand der US-Wirtschaft auf. Die Vereinigten Staaten, die 41% des Umsatzes von McDonald's ausmachen, sind laut CEO Chris Kempczinski das schwächste Glied der Kette. Im Fast-Food-Sektor wie anderswo richtet sich die Aufmerksamkeit natürlich auf das Segment der Verbraucher mit geringem Budget, das traditionell als erstes von einer Rezession betroffen ist.
In einem positiveren Licht und trotz dieses Kontextes hält die Kette mit 42.000 Filialen ihre Margen auf einem Höchststand. Zudem setzt sich der Trend der steigenden Kapitalrückflüsse an die Aktionäre seit zehn Jahren ununterbrochen fort. Die Dividende pro Aktie hat sich in diesem Zeitraum verdoppelt, während die Anzahl der umlaufenden Aktien um ein Viertel gesunken ist.
Mit einer Bewertung, die auf ihr Zehnjahrestief zurückfällt und sogar das Tief von zwanzigmal den Gewinnen während der Corona-Panik streift, besteht kein Zweifel, dass McDonald's nun verstärkt auf Aktienrückkäufe setzen wird. Für Big Mac-Liebhaber könnte sich hier eine verlockende antizyklische Investitionsmöglichkeit abzeichnen.



















