Zürich (Reuters) - Nach zuversichtlichen Äußerungen von Nestle-Chef Mark Schneider haben die Aktien des Nahrungsmittelriesen ihren Erholungskurs an der Börse fortgesetzt.

Die Nestle-Titel zogen am Freitagvormittag um 1,6 Prozent auf 95,62 Franken an. Am Donnerstag hatten sie bereits 3,3 Prozent gewonnen.

Schneider erklärte am Donnerstag auf einer Veranstaltung des Brokers JP Morgan, dass das Geschäft des Herstellers von Nespresso, Maggi, KitKat oder Perrier in Schwung komme. Er bestätigte, dass das interne Realwachstum, das die Absatzvolumen und Veränderungen im Produktmix umfasst, im zweiten Quartal anziehen dürfte. Im Startquartal war die von den Anlegern stark beachtete Messzahl um zwei Prozent gesunken. Der Konzern-Chef bekräftigte zudem, dass das organische Umsatzwachstum im Gesamtjahr 2024 um vier Prozent zulegen dürfte.

Gestützt auf Marktforschungsdaten hatten Analysten im Vorfeld befürchtet, dass Schneider den Ausblick zurücknehmen könnte. Doch der Firmenlenker erklärte, Nestle nehme spürbar Fahrt auf. Dies gehe nicht auf konjunkturellen Rückenwind, sondern eigene Maßnahmen wie Marketing und neue Produkte zurück. "Wir bringen in diesem Quartal bedeutende Innovationen in die Regale", erklärte Schneider.

Analysten reagierten erleichtert. "Stabilisierung des Supertankers", überschrieben die Barclays-Experten ihre Einschätzung. Die Produkte-Pipeline sehe voll aus. "Was wir jetzt sehen wollen, ist eine Verbesserung der Marktanteile." Schneiders Äußerungen seien der erste wichtige Schritt zur Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit.

Nach einem Kurs von rund 126 Franken im Mai 2022 haben sich die Nestle-Titel trotz der jüngsten Gewinne auf rund 95 Franken abgeschwächt. Die Konsumgüterbranche bürdete den Verbrauchern zuletzt deutlich höhere Preise auf. Diese reagierten, indem sie etwa von Nestle-Produkten auf preisgünstigere Marken oder Eigenmarken auswichen.

Nestle veröffentlicht die Halbjahreszahlen am 25. Juli und hält am 19. November eine Investorenveranstaltung ab.

(Bericht von Oliver Hirt und Dave Graham, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)