Zürich (awp) - Die Aktien der Swisscom bewegen sich am Mittwoch im frühen Handel mehrheitlich im negativen Bereich. Hintergrund ist die Absicht des grössten Schweizer Telekomkonzerns, Vodafone Italien für 8 Milliarden Euro zu übernehmen. Ganz in trockenen Tüchern ist der Deal zwar noch nicht, aber die Wahrscheinlichkeit, dass er zustande kommt, scheint gross.

Die Swisscom-Aktie notiert um 10.00 Uhr 1,0 Prozent tiefer auf 506,60 Franken, dies in einem positiven Gesamtmarkt (SMI +0,4%).

Ganz überraschend kommen die News nicht: Spekulationen darüber gibt es seit mehreren Wochen. Konkret will der Blaue Riese Vodafone Italien mit seiner eigenen Mailänder Breitbandtochter Fastweb zusammenlegen, womit der zweitgrösste Telekomanbieter Italiens hinter Branchenprimus TIM entstehen würde.

Gemäss Swisscom würden sich Fastweb und Vodafone Italien gut ergänzen: Fastweb sei stark im Festnetz, Vodafone im Mobilfunk. Entsprechend gebe es nur wenige Überschneidungen. Die Übernahme soll denn auch positive Auswirkungen auf Dividende und Cashflow haben.

Dem trauen Marktteilnehmer allerdings nicht so richtig. Angesichts der Schuldenlast und der Integrationsarbeiten in naher Zukunft sei eine höhere Dividende jedenfalls eher unwahrscheinlich, glaubt man bei der Bank Vontobel. Grundsätzlich äussert sich der zuständige Analyst aber positiv. Der Zusammenschluss in Italien schaffe einen starken Konkurrenten auf dem anspruchsvollsten Telekommunikationsmarkt in Europa und bringe denn auch "erhebliches Kostensynergiepotenzial".

Dies sehen auch die Analysten von Barclays so. Der Zusammenschluss von Vodafone und Fastweb könnte demnach als Plattform genutzt werden, um die Konvergenz zwischen Festnetz und Mobilfunk voranzutreiben und die B2B-Möglichkeiten zu erweitern, heisst es dort. Sie sprechen von einem Synergiepotenzial von 2 bis 3,5 Milliarden Euro. Allzu viel versprechen sich die Analysten allerdings nicht für Swisscom. Zwar sei kaum Widerstand der Kartellbehörden zu erwarten, aber die Konkurrenzsituation verbessere sich damit für Swisscom in Italien nicht gross. Vontobel erwartet dies immerhin mittelfristig.

Die ZKB beurteilt die heutigen News derweil eher als neutral, da noch zu wenig Details genannt worden seien. Der zuständige Analyst schreibt aber in seinen Kommentar: "Es handelt sich um eine mögliche transformative Transaktion." Er zeigt dies etwa anhand der Zahlen auf: Der EBITDA von Swisscom belief sich 2023 auf 4,3 Mrd Franken - mit den 1,4 Milliarden von Vodafone Italia wären es neu (pro-forma) 5,7 Mrd, was einem Anstieg von 32 Prozent entsprechen würde.

uh/rw