--Sondereffekt verzerrt Juni-Absatz

--Tesla mit Einbruch um 60 Prozent - insgesamt Anstieg bei Elektro

--Autoproduktion steigt, aber deutlich unter Vorkrisenniveau

(NEU: Aussagen EY, Produktionszahlen vom VDA, Details)

Von Matthias Goldschmidt

DOW JONES--Der deutsche Automarkt hat im Juni nach einer leichten Erholung im Vormonat wieder einen deutlichen Rückgang verzeichnet. Die Pkw-Neuzulassungen sackten um 13,8 Prozent auf 256.193 Fahrzeuge ab. Im ersten Halbjahr betrug der Rückgang 4,7 Prozent auf 1,4 Millionen Einheiten.

Laut der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft EY war der deutliche Rückgang im Juni einem Sondereffekt geschuldet. Seit Anfang Juli 2024 seien in der EU einige zusätzliche Assistenzsysteme vorgeschrieben, zudem trat eine neue Cybersecurity-Richtlinie in Kraft. Viele Hersteller und Händler hätten vor dem Stichtag Fahrzeuge zugelassen, die den neuen Vorschriften nicht mehr entsprachen. Deshalb sei der Absatz im Vergleichsmonat stark gestiegen. Der Absatz lag um 28 Prozent unter dem Vorkrisenniveau aus dem Juni 2019.

EY-Partner Constantin M. Gall rechnet für das laufende Jahr mit einem Absatzniveau etwa auf dem niedrigen Vorjahresniveau: "Mit einem Aufschwung auf dem Neuwagenmarkt ist vorerst nicht zu rechnen - weder in Deutschland noch in Europa."

Bei den Antriebsformen zeigte sich erneut, dass die reinen Verbrenner an Boden verlieren, während es für Hybride und Elektroautos bergauf geht. Die Neuzulassungen rein batterielektrischer Pkw stiegen um 8,6 Prozent zum Vormonat.

Tesla konnte davon abermals nicht profitieren. Der US-Konzern setzte hierzulande im Juni nur 1.860 Autos ab, ein Einbruch um 60 Prozent zum Vorjahr. Unter den deutschen Marken verzeichnete Marktführer Volkswagen - über alle Antriebsarten hinweg - einen erheblichen Rückgang um 21 Prozent. BMW und Mercedes verzeichneten dagegen leichte Zuwächse.

Die Autoproduktion im Inland stieg um 3 Prozent auf 359.700 Einheiten, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte. Es war der zweite Anstieg in Folge. Für die ersten sechs Monate wurde ein Anstieg von 4 Prozent zum Vorjahr auf rund 2,2 Millionen Fahrzeuge verzeichnet. Die Produktion lag damit aber immer noch 13 Prozent unter dem Wert aus dem ersten Halbjahr des Vorkrisenjahres 2019.

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July 03, 2025 08:06 ET (12:06 GMT)