Jahresabschluss und Lagebericht 31. Dezember 2023
Goldman Sachs Bank Europe SE
GOLDMAN SACHS BANK EUROPE SE
JAHRESABSCHLUSS UND LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023
INDEX
Seite | |
Teil I | |
Lagebericht | 2 |
2 | |
Geschäftliches Umfeld | 3 |
Ertragslage | 3 |
Bilanz und Finanzierungsquellen | 7 |
Regulatorische Kapitalausstattung | 9 |
Leistungsindikatoren | 11 |
Prognose- und Chancenbericht | 12 |
Wesentliche Risiken und Unwägbarkeiten | 13 |
Risikobericht | 15 |
Entwicklungen im Risikomanagement | 15 |
Grundsätze und Struktur des Risikomanagements | 16 |
Liquiditätsrisiko | 19 |
Marktpreisrisiko | 22 |
Kreditrisiko | 25 |
Operationelles Risiko | 28 |
Compliance Risiko | 30 |
Modellrisiko | 30 |
Strategie- und Geschäftsrisiko | 31 |
Risikotragfähigkeit | 32 |
Beziehung zu verbundenen Unternehmen | 34 |
Nichtfinanzielle Erklärung | 34 |
Seite | ||
Teil II | ||
Jahresabschluss | 35 | |
Bilanz zum 31. Dezember 2023 | 35 | |
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar | ||
2023 bis 31. Dezember 2023 | 35 | |
Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. | ||
Dezember 2023 | 37 | |
Anhang | 38 | |
Angabe 1. | Allgemeine Angaben | 38 |
Angabe 2. | Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden | 38 |
Angaben und Erläuterungen zu den Posten der Bilanz | 42 | |
Angabe 3. | Restlaufzeitengliederung der Forderungen und | |
Verbindlichkeiten | 42 | |
Angabe 4. | Forderungen und Verbindlichkeiten an bzw. | |
gegenüber verbundenen Unternehmen | 42 | |
Angabe 5. | Pensionsgeschäfte | 42 |
Angabe 6. | Handelsbestand | 42 |
Angabe 7. | Treuhandvermögen und -verbindlichkeiten | 43 |
Angabe 8. | Anlagevermögen | 43 |
Angabe 9. | Sonstige Vermögensgegenstände und | 44 |
Verbindlichkeiten | ||
Angabe 10. | Aktive latente Steuern | 44 |
Angabe 11. | Fremdwährungsvolumina | 44 |
Angabe 12. | Bewertungseinheiten | 44 |
Angabe 13. | Verbriefte Verbindlichkeiten | 44 |
Angabe 14. | Andere Rückstellungen | 45 |
Angabe 15. | Nachrangige Verbindlichkeiten | 45 |
Angabe 16. | Eigenkapital | 45 |
Angabe 17. | Außerbilanzielle Transaktionen | 45 |
Angaben und Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und | ||
Verlustrechnung | 46 | |
Angabe 18. | Aufteilung der Erträge nach geographischen | |
Märkten | 46 | |
Angabe 19. | Sonstige betriebliche Erträge und | |
Aufwendungen | 46 | |
Angabe 20. | Steuern vom Einkommen und Ertrag | 46 |
Angabe 21. | Gewinnverwendung | 46 |
Angabe 22. | Kapitalflussrechnung | 46 |
Angabe 23. | Nachtragsbericht | 46 |
Angabe 24. | Sonstige Angaben | 46 |
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers | 49 |
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Lagebericht
Grundlagen der Bank
Goldman Sachs Bank Europe SE (GSBE oder die Bank) betreibt ein breites Spektrum geschäftlicher Aktivitäten überwiegend in der EU, zu denen das Underwriting und Market-Making für Schuldverschreibungen, Wertpapiere und Derivate sowie Anlage- und Vermögensverwaltungsdienst- leistungen, das Einlagengeschäft, Darlehensvergabe (einschließlich Wertpapierleihe), Beratungsleistungen und Transaction Banking-Dienstleistungen gehören. Des Weiteren ist die Bank ein Primärhändler für Staatsanleihen, die von Ländern der EU begeben werden. Die Bank mit Hauptsitz in Frankfurt am Main und Zweigniederlassungen in Amsterdam, Athen, Dublin, Kopenhagen, London, Luxemburg, Madrid, Mailand, Paris, Stockholm und Warschau erbringt Finanzdienstleistungen für einen breit gefächerten Kundenstamm, zu dem Unternehmen, Finanzinstitute, Regierungen und Privatpersonen gehören. Die Bank ist im Handelsregister bei dem Amtsgericht Frankfurt am Main unter der Registernummer HRB 114190 eingetragen.
Die Bank wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Deutschen Bundesbank im Rahmen des
Europäischen Einheitlichen Aufsichtsmechanismus beaufsichtigt.
Die Bank ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Goldman Sachs Bank USA (GS Bank USA), die eine vom US-Bundesstaat New York zugelassene Bank und Mitglied des Federal Reserve System (FRB) ist. Das oberste Mutterunternehmen der Bank ist The Goldman Sachs Group, Inc. (Group Inc.). Group Inc. ist eine Bankholding- gesellschaft und eine Finanzholdinggesellschaft, die durch das Board of Governors des FRB beaufsichtigt wird. In Bezug auf die Bank bedeutet "GS Gruppenunternehmen" entweder Group Inc. oder eine ihrer Tochtergesellschaften. Die Group Inc. bildet zusammen mit ihren konsolidierten Tochtergesellschaften die "GS Group". Die GS Group ist eine weltweit führende Finanzdienstleistungsgruppe, die ein breites Angebot an Finanzdienstleistungen für einen umfangreichen und diversifizierten Kundenstamm anbietet, zu dem Unternehmen, Finanzinstitute, Regierungen und Privatpersonen gehören.
Die Bank strebt an, der Berater erster Wahl für ihre Kunden sowie ein führender Teilnehmer an den Finanzmärkten sein. Als Teil der GS Group schließt die Bank im Rahmen ihrer Market-Making-Aktivitäten und ihrer allgemeinen Geschäftstätigkeit im normalen Geschäftsverlauf auch Transaktionen mit verbundenen Unternehmen ab.
Die Bank generiert Erträge durch ihre folgenden Geschäftstätigkeiten: Investment Banking; Fixed Income, Currency and Commodities (FICC); Equities; und Investment Management, welches Asset Management und Wealth Management beinhaltet.
Die Bank ist bestrebt, ein Arbeitsumfeld zu bieten, in dem Professionalität, Exzellenz, hohe geschäftsethische Standards, Vielfalt, Teamarbeit und gute Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern gefördert werden. Zudem ist sich die Bank bewusst, dass sie die talentiertesten Mitarbeiter benötigt, um bestmögliche Ergebnisse für ihre Kunden zu erzielen. Eine im Hinblick auf Geschlecht, Ethnie, sexuelle Orientierung, Hintergrund und Bildung vielfältige Mitarbeiterschaft stellt die Entwicklung besserer Ideen, Produkte und Dienstleistungen sicher. Weitere Informationen über die Mitarbeiter, Kultur und den Einsatz von Goldman Sachs für Vielfalt finden Sie unter www.goldmansachs.com/ our-commitments/diversity-and-inclusion/.
Alle Verweise auf "Abschluss" oder "Abschlüsse" beziehen sich auf den in Teil II dieses Berichts geprüften Jahresabschluss.
Alle Verweise auf Dezember 2023 beziehen sich, je nach Kontext, auf das an diesem Datum abgelaufene Geschäftsjahr oder den Bilanzstichtag 31. Dezember 2023. Alle Verweise auf Dezember 2022 beziehen sich, je nach Kontext, auf das an diesem Datum abgelaufene Geschäftsjahr oder den Bilanzstichtag 31. Dezember 2022. Jeder Verweis auf ein zukünftiges Jahr bezieht sich auf das Geschäftsjahr, das jeweils zum 31. Dezember endet. Aussagen, die sich auf zukünftige Perioden beziehen, unterliegen einem hohen Maß an Unsicherheit.
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Lagebericht
Geschäftliches Umfeld
Die Weltwirtschaft wuchs zwar im Jahr 2023, wurde aber durch die allgemeinen makroökonomischen und geopolitischen Entwicklungen gebremst. Bedenken hinsichtlich der anhaltenden Inflation und der wirtschaftlichen Aussicht wurden durch die Verbesserung der Inflationsmaßnahmen im Laufe des Jahres und die gestiegenen Erwartung an ein moderateres Abkühlen der US- Wirtschaft bedingt durch die Verlangsamung der geldpolitischen Straffung gemildert. Dies führte zu einer Aufhellung der Stimmung an den Märkten. Zu Beginn des Jahres wurde die positive Entwicklung vorübergehend durch eine angespannte Situation im Bankensektor gehemmt, die zum Zusammenbruch bestimmter Regionalbanken in den USA und dem Zusammenschluss der beiden größten Kreditinstitute der Schweiz führte. Daraus resultierte zunächst eine Phase hoher Zinsvolatilität, bevor sich die Unruhe aufgrund der nachweislichen Stabilität der Regionalbanken legte. Die Belastungen auf geopolitischer Ebene setzten sich 2023 weiter fort, etwa durch den Konflikt in der Ukraine und die anhaltenden Spannungen im Verhältnis zu China. Weitere Unsicherheiten im Bezug auf die globale Stabilität entstanden durch den erneuten Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten.
Die vorgenannten Faktoren trugen zum Anstieg der globalen Aktienkurse im Vergleich zum Jahresende 2022 und Druck auf den Gewerbeimmobilienmarkt bei.
Die Unsicherheit und Besorgnis hinsichtlich geopolitischer Risiken, der globalen Zentralbankmaßnahmen, der Inflation, der Gewerbeimmobilienbranche und der Möglichkeit eines Anstiegs der regulatorischen Kapitalanforderungen setzt sich weiter fort.
Ertragslage
Die im Lagebericht dargestellten Ergebnisse der Bank wurden nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt.
Nettoerträge nach Geschäftstätigkeit
Der Nettoertrag der Geschäftstätigkeit ("Nettoertrag") umfasst das Zinsergebnis, das Provisionsergebnis und den Nettoertrag des Handelsbestands. Der Nettoertrag entsteht aus Geschäften mit Drittparteien sowie mit verbundenen Unternehmen. Die Bank verfügt über Umsatzbeteiligungs- vereinbarungen mit verbundenen Unternehmen, im Rahmen derer sie für bestimmte Aktivitäten Einnahmen von verbundenen Unternehmen erhält beziehungsweise an diese transferiert.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Nettoerträge der
einzelnen | Geschäftstätigkeiten | der | Bank | dar. | ||
Geschäftsjahr | ||||||
In Millionen € | 2023 | 2022 | ||||
Investment Banking | € | 492 | € | 540 | ||
FICC | 461 | 491 | ||||
Equities | 495 | 304 | ||||
Investment Management | 217 | 151 | ||||
Summe | € | 1.665 | € | 1.486 |
Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit den Finanzierungsquellen der Bank und Verwendungen von Finanzierungsmitteln, einschließlich Renditen auf die Liquiditätsreserve (Global Core Liquid Assets, GCLA) der Bank, werden auf die verschiedenen Geschäftstätigkeiten der Bank verteilt und waren im Geschäftsjahr 2023 deutlich höher als im Geschäftsjahr 2022.
Der Nettoertrag für 2023 lag mit €1,67 Mrd. um 12% über dem Vorjahreswert. Dies spiegelt deutlich höhere Erträge in Equities und Investment Management wider, teilweise ausgeglichen durch niedrigere Erträge im Investment Banking und FICC.
Investment Banking
Das Investment Banking generiert im Wesentlichen Erträge aus:
Advisory. Dazu gehören strategische Beratungsaufträge in Bezug auf Fusionen und Übernahmen ("M&A"), Desinvestitionen, Unternehmensverteidigungsaktivitäten, Restrukturierungen und Ausgliederungen.
Underwriting. Umfasst öffentliche Angebote und Privatplatzierungen für lokale und grenzüberschreitende Transaktionen eines breiten Spektrums an Wertpapieren und
anderer Finanzinstrumenten,sowie Akquisitionsfinanzierungen.
Sonstige. Beinhaltet Kredite an Firmenkunden,
einschließlich Kreditvergabe an ausgewählte
Geschäftskunden (relationship lending), und Akquisitionsfinanzierungen, sowie Transaction Banking- Dienstleistungen.
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Lagebericht
Dezember 2023 gegenüber Dezember 2022. Der Nettoertrag im Investment Banking war im Geschäftsjahr 2023 mit €492 Mio. um 9% niedriger als im Geschäftsjahr 2022, was im Wesentlichen auf deutlich niedrigere Nettoerträge aus Advisory-Aktivitäten zurückzuführen ist, teilweise ausgeglichen durch deutlich höhere Nettoerträge im Underwriting. Die niedrigeren Nettoerträge aus Advisory- Aktivitäten spiegeln den branchenweiten Rückgang von abgeschlossenen M&A-Transaktionen wider. Der Anstieg im Underwriting spiegelt deutlich höhere Nettoerträge aus Underwriting für Aktien und Schuldverschreibungen wider.
FICC und Equities
FICC und Equities dienen den Kunden der Bank dazu, Finanzprodukte zu kaufen und zu verkaufen, Finanzmittel zu beschaffen und Risiken zu steuern. Die Bank bietet ihre Expertise primär im europäischen Raum an. Sie agiert hierbei als Market Maker und führt Kundentransaktionen mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungs-, Rohstoff- und Aktienprodukten durch. Darüber hinaus ist die Bank Market Maker an wichtigen Aktien-, Options- und Terminbörsen in Europa und erbringt Clearing-Dienstleistungen.
Die Bank führt für ihre Kunden zahlreiche Handelsgeschäfte sowohl in großen, hochliquiden Märkten als auch in weniger liquiden Märkten durch, wobei sie in den weniger liquiden Märkten etwas höhere Handelsspannen und Gebühren erzielt. Ein weiteres Dienstleistungsangebot der Bank beinhaltet die Strukturierung und Durchführung von Handelsgeschäften mit maßgeschneiderten Produkten, die auf die spezifischen Bedürfnisse, Risikopositionen und Anlageziele ihrer Kunden zugeschnitten sind und dabei die komplexen Bedürfnisse der Kunden berücksichtigt. Des Weiteren bietet die Bank auch Derivate im Rahmen von Kundenberatung und Underwriting an.
Der Nettoertrag der Bank wird durch eine Kombination voneinander abhängiger Faktoren beeinflusst, zu denen (i) das Aktivitätsniveau der Kunden und Spannen zwischen Geld- und Briefkurs bei Transaktionen (gemeinsam die "Kundenaktivität") sowie (ii) Änderungen im beizulegenden Zeitwert der Bestände und mit dem Halten, Absichern und Finanzieren der Bestände verbundene Zinserträge und Zinsaufwendungen gehören.
FICC. FICC generiert Erträge aus Vermittlungs- und Finanzierungstätigkeiten.
• FICC Vermittlungstätigkeit. Beinhaltet die
Ausführung von Kundengeschäften in nicht-derivativen und derivativen Finanzinstrumenten, wie nachstehend beschrieben.
Zinsbezogene Geschäfte. Staatsanleihen (inklusive inflationsindexierter Wertpapiere) über alle Laufzeiten, sonstige staatlich garantierte Wertpapiere, Zinsswaps, Optionen und sonstige Derivate.
Kreditbezogene Geschäfte. Unternehmensanleihen mit Investment-Grade Bonität, hochverzinsliche Wertpapiere, Kreditderivate, Exchange-Traded Funds (ETFs), Bank- und Überbrückungskredit sowie kommunale Wertpapiere.
Fremdwährungen. Währungsoptionen, Kassa- transaktionen, Termingeschäfte und sonstige Derivate für G-10 Währungen sowie Emerging-Market Produkte.
Rohstoffbezogene Geschäfte. Rohstoffderivate, die
sich auf Rohöl und Erdölerzeugnisse, Erdgas, Agrar-,Grund-, Edel- und andere Metalle, Strom, einschließlich erneuerbarer Energien, Umweltprodukte und andere Rohstoffprodukte beziehen.
- FICC Finanzierungsstätigkeit. Umfasst (i) die besicherte Kreditvergabe an Kunden der Bank durch strukturierte Kredite und Asset-Backed-Lending Geschäfte sowie (ii) die Finanzierung durch Wertpapiere, die im Rahmen von Pensionsgeschäften (Repo) gekauft werden.
Dezember 2023 gegenüber Dezember 2022. Der Nettoertrag in FICC war im Geschäftsjahr 2023 mit €461 Mio. um 6% niedriger als im Geschäftsjahr 2022, was auf den niedrigeren Nettoertrag aus der FICC Vermittlungstätigkeit zurückzuführen ist, teilweise ausgeglichen durch den höheren Nettoertrag aus der FICC Finanzierungstätigkeit. Der Rückgang im Nettoertrag aus der FICC Vermittlungstätigkeit ist auf den niedrigeren Nettoertrag aus Zins- und Rohstoffprodukten zurückzuführen, der teilweise durch den höheren Nettoertrag aus Kreditprodukten ausgeglichen wird. Der Anstieg in der FICC Finanzierungstätigkeit ist in erster Linie auf Pensionsgeschäfte (Repo) zurückzuführen. Der Rückgang im Nettoertrag aus der FICC Vermittlungstätigkeit spiegelt die deutlich niedrigere Geschäftstätigkeit von Kunden wider (die im Vorjahr von der Volatilität des makroökonomischen Umfelds profitierte), der teilweise dadurch ausgeglichen wurde, dass die Bank in einem Umfeld mit gestiegenen Zinsen eine deutlich höhere Rendite auf ihr GCLA erwirtschaftete.
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Lagebericht
Equities. Equities generiert Erträge aus Vermittlungs- und Finanzierungstätigkeiten.
- Equities Vermittlungstätigkeit. Die Bank ist als Market Maker für Aktienwerte und andere aktienbasierten Produkte einschließlich ETFs, wandelbarer Wertpapiere, Optionen, Futures und OTC-Derivate tätig. Die Bank
unterstützt ihre Kunden bei deren Transaktionen, indem sie ihnen Liquidität zur Verfügung stellt. Für große Transaktionsvolumina in Aktien oder Derivaten setzt die Bank falls erforderlich auch ihr Kapital ein. Darüber hinaus strukturiert und betreibt die Bank Market-Making- Aktivitäten für Derivate auf Indizes, Industriesektoren, Finanzmetriken und individuelle Unternehmensaktien. Die börsenbasierten Market-Making-Aktivitäten der Bank beinhalten das Auftreten als Market-Maker für Aktien und ETFs, Futures und Optionen an den wesentlichen europäischen Börsen. Die Bank vereinnahmt außerdem Provisionen und Gebühren für das Erbringen von Abwicklungs- und Clearingdienstleistungen für institutionelle Kunden an den wesentlichen Aktien-, Options- und Terminbörsen in Europa sowie von OTC- Handelsgeschäften.
- Equities Finanzierungstätigkeit. Umfasst Prime Finanzierungsaktivitäten, die den Kunden der Bank Finanzmittel für ihre Wertpapierhandelsaktivitäten in Form von Lombardkrediten zur Verfügung stellt, die durch Wertpapiere, Barmittel oder andere Sicherheiten besichert sind. Die Prime Finanzierungsaktivitäten umfassen auch Dienstleistungen, bei denen Wertpapiere verliehen werden, um Leerverkäufe institutioneller Kunden zu decken, und Wertpapiere geliehen werden, um Leerverkäufe der Bank zu decken und um sie an den Markt zu liefern. Die Bank beteiligt sich ebenfalls aktiv an Wertpapierleihen zwischen Brokern untereinander und tritt als Agent für Wertpapierleiheaktivitäten Dritter auf.
Darüber hinaus führt die Bank Swap-Transaktionen durch, um ihren Kunden ein Engagement in Wertpapieren und Indizes zu ermöglichen. Zu den Finanzierungsaktivitäten gehören auch die Portfolio-Finanzierung, mit der Kunden ihre Anlageportfolios finanzieren können sowie andere Aktienfinanzierungsaktivitäten, einschließlich der Vergabe wertpapierbasierter Kredite an Einzelpersonen.
Dezember 2023 gegenüber Dezember 2022. Der Nettoertrag in Equities war im Geschäftsjahr 2023 mit €495 Mio. um 63% höher als im Geschäftsjahr 2022, was auf den deutlich höheren Nettoertrag aus der Vermittlungs- und Finanzierungstätigkeit im Bereich Equities zurückzuführen ist. Der Anstieg in der Equities Vermittlungstätigkeit ist im Wesentlichen auf deutlich höhere Nettoerträge aus Derivaten zurückzuführen. Der Anstieg in der Equities Finanzierungstätigkeit spiegelt im Wesentlichen deutlich höhere Nettoerträge in Prime-Finanzierung und Portfolio- Finanzierung (vor allem aufgrund der gestiegenen Aktivität) wider, die teilweise durch geringere Nettoerträge aus Wertpapierdienstleistungen ausgeglichen wurden. Der Anstieg der Nettoerträge aus der Equities Vermittlungstätigkeit ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die Bank in einem Umfeld mit gestiegenen Zinsen eine deutlich höhere Rendite auf ihr GCLA erwirtschaftete.
Investment Management
Investment Management besteht aus Asset Management und Wealth Management.
Asset Management umfasst einen Anteil der vermögensbasierten Gebühren für das treuhänderisch von den Portfoliomanagern innerhalb der GS Group verwaltete Kundenvermögen. Der Gebührenanteil der Bank wird an den erbrachten Verkaufs- und Vertriebstätigkeiten bemessen. Das Asset-Management-Geschäft der Bank hängt erheblich von ihrer Fähigkeit ab, das Portfoliomanagement an verbundene Unternehmen in der GS Group zu delegieren. Siehe Anhangsangabe 19 im Jahresabschluss für weitere Informationen.
Im Zuge der Abwicklungsplanung von GS Group und den strategischen Ausrichtungszielen des Asset Management- Geschäfts übertrug die Bank im Geschäftsjahr einen Großteil ihrer Asset Management-Aktivitäten an Goldman Sachs Asset Management BV (GSAM BV), welche als zentrale Asset Management-Gesellschaft für GS Group in Europa agiert.
Wealth Management umfasst Vermögensberatungsdienste, einschließlich Portfoliomanagement und Finanzberatung, Makler- und andere Transaktionsdienste für vermögende Privatpersonen und Familien.
Dezember 2023 gegenüber Dezember 2022. Der Nettoertrag im Investment Management war im Geschäftsjahr 2023 mit €217 Mio. um 44% höher als im Geschäftsjahr 2022, was im Wesentlichen auf höhere Nettoerträge im Wealth Management zurückzuführen ist.
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Lagebericht
Nettoerträge nach Einzelposten der Gewinn- und Verlustrechnung
Die nachfolgende Tabelle stellt die Nettoerträge nach Einzelposten der Gewinn- und Verlustrechnung dar.
Geschäftsjahr | |||
€ in millions | 2023 | 2022 | |
Zinserträge | €1.951 | € | 290 |
Zinsaufwendungen | (2.082) | (333) | |
Nettozinsaufwendungen | (131) | (43) | |
Provisionserträge | 891 | 1.084 | |
Provisionsaufwendungen | (167) | (207) | |
Nettoprovisionserträge | 724 | 877 | |
Nettoertrag des Handelsbestands | 1.072 | 652 | |
Summe | €1.665 | € | 1.486 |
In der vorstehenden Tabelle:
- Der Nettozinsaufwand bezieht sich auf Zinserträge und - aufwendungen von Bankbuchprodukten.
-
Der Provisionsüberschuss bezieht sich auf Nettoerlöse aus bestimmten Finanzberatungs- und Underwriting- Aufträgen, Durchführung und Abwicklung von
Transaktionen und bestimmten Investment Managementtätigkeiten. - Das Nettohandelsergebnis bezieht sich auf Zinserträge, Zinsaufwendungen sowie Gewinne und Verluste aus
Handelsbuchprodukten,transaktionsbasierten Aufwendungen und Risikobewertungsanpassungen gemäß § 340e Abs.3 und 4 HGB.
Der Nettozinsaufwand belief sich für das im Dezember 2023 endende Geschäftsjahr auf €131 Mio. und war damit €88 Mio. höher als das im Dezember 2022 endende Geschäftsjahr. Dies spiegelt einen erheblichen Anstieg des Nettozinsaufwands für Bankbuchprodukte wider, der teilweise durch einen erheblichen Anstieg der Zinserträge auf die GCLA der Bank, die auf das höhere Zinsumfeld zurückzuführen sind, ausgeglichen wurde. Die Nettozinsaufwendungen wurde durch einen deutlichen Anstieg der Nettozinserträge aus Handelsbuchprodukten, die im Nettohandelsergebnis ausgewiesen werden, mehr als ausgeglichen.
Die Nettoprovisionserträge beliefen sich für das im Dezember 2023 endenden Geschäftsjahres auf €724 Mio. und war damit 17% niedriger als im Dezember 2022 endenden Geschäftsjahr. Dies spiegelt einen Rückgang der Nettoerträge aus dem Investment Banking wider, der teilweise durch einen Anstieg der Erträge aus der Vermögensverwaltung ausgeglichen wurde.
Das Nettohandelsergebnis belief sich für das im Dezember 2023 endenden Geschäftsjahres auf €1,07 Mrd. und lag damit 64% über dem im Dezember 2022 endenden Geschäftsjahr, was in erster Linie auf einen deutlichen Anstieg des Nettozinsertrags aus Handelsbuchprodukten zurückzuführen ist, der auf eine erhöhte Aktivität und das
höhere | Zinsumfeld | zurückzuführen | ist. | Das |
Nettohandelsergebnis umfasst auch Nettozinserträge in Höhe | ||||
von €364 Mio. für das im Dezember 2023 endenden | ||||
Geschäftsjahres (Dezember 2022: Nettozinsaufwendungen in | ||||
Höhe von €12 Mio.), die sich hauptsächlich auf | ||||
Pensionsgeschäfte | sowie | Anleihen | und | andere |
festverzinsliche Wertpapiere beziehen, die im Handelsbuch | ||||
klassifiziert sind. | 6 |
Aufwendungen
Die Aufwendungen werden im Wesentlichen durch die Personalaufwendungen (einschließlich der Auswirkungen des Aktienkurses der Group Inc. auf die aktienbasierte Vergütung), die Anzahl der Mitarbeiter sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der Geschäfts- tätigkeit beeinflusst.
Löhne und Gehälter beinhalten Gehälter, Zulagen, variable Vergütung am Jahresende, Amortisierung von aktienbasierten Vergütungen, Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von aktienbasierten Vergütungen zwischen dem Tag der Gewährung und dem Tag der Auslieferung sowie andere Vergütungsbestandteile wie Sozialleistungen. Die variable Vergütung wird unter anderem durch die Höhe der Nettoerträge, das allgemeine Finanzergebnis, die
vorherrschende Lage am Arbeitsmarkt, die Geschäftsstruktur, die Struktur der aktienbasierten Vergütungsprogramme und das externe Umfeld erheblich beeinflusst.
Die folgende Tabelle stellt die Gesamtaufwendungen sowie die Anzahl der Mitarbeiter zum Bilanzstichtag dar.
Geschäftsjahr | ||
In Millionen € | 2023 | 2022 |
Löhne und Gehälter | €558 | €479 |
Sozialabgaben | 107 | 101 |
Andere Verwaltungsaufwendungen | 133 | 243 |
Abschreibungen und Wertberichtigungen | 26 | 43 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | 8 | 15 |
Kreditrisikovorsorge | 2 | 32 |
Gesamtaufwendungen | €834 | €913 |
Anzahl der Mitarbeiter zum Bilanzstichtag | 1.038 | 1.097 |
In der vorstehenden Tabelle:
- sind in den Löhnen und Gehältern Aufwendungen von €30 Mio. für das Geschäftsjahr 2023 (Dezember 2022: €12 Mio.) enthalten, die den Rückbelastungen von Group Inc. für Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der aktienbasierten Vergütungen während des Geschäftsjahres entsprechen.
- Im sonstigen Verwaltungsaufwand war ein Kredit in Höhe von €65 Mio. für das im Dezember 2023 endende Geschäftsjahr enthalten, welcher hauptsächlich mit der Auflösung von Rückstellungen des EU Einheitlichen Abwicklungsfonds (SRF) zusammenhing (Dezember 2022: Belastung in Höhe von €69 Mio.).
-
Die anderen Verwaltungsaufwendungen umfassen Aufwendungen für erhaltene operative und administrative
Unterstützungs- und Verwaltungsdienstleistungen gegenüber verbundenen Unternehmen.
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Lagebericht
Dezember 2023 gegenüber Dezember 2022. Die Gesamtaufwendungen in Höhe von €834 Mio. im Geschäftsjahr 2023 lagen um 9% unter dem Wert des Vorjahres.
Löhne und Gehälter lagen mit €558 Mio. im Geschäftsjahr 2023 um 16% über dem Wert des Vorjahres. Ohne Berücksichtigung der Auswirkung der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von aktienbasierten Vergütungen in beiden Geschäftsjahren, lagen die Löhne und Gehälter im Geschäftsjahr 2023 bei €528 Mio. und damit 13% höher als im Geschäftsjahr 2022. Dies ist im Wesentlichen auf einen Anstieg der variablen Vergütung sowie erhöhte Abfindungskosten aufgrund einer Initiative zur Personalreduzierung im Geschäftsjahr zurückzuführen.
Die sonstigen Verwaltungsaufwendungen beliefen sich auf €133 Mio. für das Geschäftsjahr 2023 und lagen um 45% unter dem Wert des Vorjahres. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf gesunkene Rückstellungen für die Bankenabgabe an den einheitlichen Abwicklungsfonds der EU SRF zurückzuführen, der seine Zielausstattung früher als erwartet erreicht hat.
Die Kreditrisikovorsorge lag für das Geschäftsjahr 2023 bei €2 Mio., verglichen mit €32 Mio. im Geschäftsjahr 2022. Die Kreditrisikovorsorge für das Geschäftsjahr 2022 spiegelte die makroökonomischen und geopolitischen Bedenken wider.
Zum 31. Dezember 2023 lag die Mitarbeiterzahl um 5% niedriger als zum 31. Dezember 2022, was im Wesentlichen auf die Übertragung von bestimmten Asset Management Mitarbeitern an die GSAM BV sowie die Initiative zur Personalreduzierung zurückzuführen ist.
Steuern
Der effektive Steuersatz für das Geschäftsjahr 2023 betrug 32,0%. Dieser ist im Vergleich zu dem kombinierten Ertragssteuersatz der Länder, in denen die Bank tätig ist, höher, was vor allem auf bestimmte permanente Unterschiede und nicht abzugsfähige Aufwendungen zurückzuführen ist. Der effektive Steuersatz für das Geschäftsjahr 2022 betrug 41.1%. Der effektive Steuersatz war im Vorjahr aufgrund höherer nicht abzugsfähiger Aufwendungen und Anpassungen für frühere Zeiträume höher. Der effektive Steuersatz ergibt sich aus dem Verhältnis der Steuern vom Einkommen und Ertrag des Geschäftsjahres und dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.
Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitung zwischen dem Einkommensteueraufwand und dem Betrag, der unter Anwendung des deutschen gesetzlichen (inländischen) Einkommensteuersatzes berechnet wird.
Geschäftsjahr | ||
In Millionen € | 2023 | 2022 |
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | €881 | €588 |
Erwarteter Steueraufwand zum inländischen | ||
Einkommensteuersatz von 31,93% (2022: | 281 | 188 |
31,93%) | ||
Auswirkung der Zuführung zum Sonderposten | ||
nach § 340e Absatz 4 HGB (permanente | 35 | 27 |
Differenz) | ||
Wirkung von E.U. SRF-Ausgaben (nicht | (21) | 22 |
abzugsfähig) | ||
Unterschiedlicher ausländischer Steuersatz | (17) | (31) |
Anpassungen in Bezug auf frühere Perioden | (11) | 29 |
Sonstige | 15 | 7 |
Gesamter Einkommensteueraufwand | €282 | €242 |
In der obigen Tabelle stellt die ausländische Steuersatzdifferenz die Auswirkung der Differenz zwischen dem inländischen Einkommensteuersatz und den geltenden
Einkommensteuersätzen in den ausländischen Niederlassungen auf den Einkommensteueraufwand dar.
Bilanz und Finanzierungsquellen
Bilanzanalyse und -kennzahlen
Die folgende Tabelle zeigt die Bilanz der Bank auf aggregierter Ebene.
Zum 31. Dezember | ||||
In Millionen € | 2023 | 2022 | ||
Barreserve | € | 347 | € | 137 |
Forderungen an Kreditinstitute/Kunden | 34.469 | 31.104 | ||
Handelsbestand | 44.181 | 28.518 | ||
Sonstige Aktiva | 6.373 | 6.926 | ||
Summe der Aktiva | € | 85.370 | € | 66.685 |
Verbindlichkeiten gegenüber | € | 44.506 | € | 29.767 |
Kreditinstituten/Kunden | ||||
Handelsbestand | 20.867 | 20.391 | ||
Rückstellungen | 673 | 837 | ||
Nachrangige Verbindlichkeiten | 20 | 20 | ||
Sonstige Passiva | 6.618 | 6.843 | ||
Eigenkapital | 12.686 | 8.827 | ||
Summe der Passiva | € | 85.370 | € | 66.685 |
In der vorstehenden Tabelle:
- umfassen die sonstigen Aktiva Treuhandvermögen, immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, sonstige Vermögenswerte und latente Steueransprüche.
- umfassen die sonstigen Passiva verbriefte Verbindlichkeiten, Treuhandverbindlichkeiten, sonstige Verbindlichkeiten, passive Rechnungsabgrenzungsposten und den Fonds für allgemeine Bankrisiken.
- betrugen die Guthaben bei Zentralbanken (täglich fällige sowie Übernachtguthaben) zum 31. Dezember 2023 insgesamt €15,06 Mrd. (Dezember 2022: €12,44 Mrd.) und werden in der Barreserve sowie in den Forderungen an Kreditinstitute ausgewiesen.
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Lagebericht
- stiegen die Forderungen an Kreditinstitute/Kunden um €3,37 Mrd., was im Wesentlichen auf das Übernachtguthaben bei der Deutschen Bundesbank sowie einen Anstieg bei Pensionsgeschäften zurückzuführen ist.
- stiegen der Handelsbestand der Aktivseite und der Passivseite um €15,66 Mrd. bzw. €476 Mio., was auf eine Ausweitung der Geschäftsaktivitäten im Zusammenhang mit Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sowie Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren zurückzuführen ist.
- stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten/ Kunden um €14,74 Mrd., was im Wesentlichen auf einen Anstieg bei Pensionsgeschäften, gruppeninterne Kredite, Einlagen und Wertpapierleihen zurückzuführen ist.
- stieg das Eigenkapital um €3,86 Mrd., was vor allem auf die Kapitalerhöhung von €3,26 Mrd. und den Jahresüberschuss der Bank von €599 Mio. im Geschäftsjahr 2023 zurückzuführen ist.
Zum Bilanzstichtag bestehen unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von €7,12 Mrd. Dies entspricht einem Anstieg um €1,41 Mrd. gegenüber dem Vorjahreswert, was im Wesentlichen auf die Ausweitung des Kreditgeschäfts der Bank zurückzuführen ist.
Das Rahmenwerk für das Liquiditätsmanagement der Bank stellt sicher, dass jederzeit ausreichend Liquidität zur Verfügung steht. Die Bank verfügt über ausreichend überschüssige Liquidität in Form von GCLA. Weitere Informationen zum GCLA der Bank finden sich im Abschnitt "Risikobericht - Liquiditätsrisiko".
Die Bank verfügte während des Geschäftsjahres jederzeit
über ausreichend Liquidität, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die Bank ist eine hundertprozentige direkte Tochtergesellschaft der GS Bank
USA und eine hundertprozentige indirekte Tochtergesellschaft der Group Inc., deren Eigenkapital zum
31. Dezember 2023 $117 Mrd. betrug (2022: $117 Mrd.). GS Bank USA und Group Inc. stellen der Bank umfassende Liquiditätssicherungs- und Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung, um Flexibilität im Hinblick auf die Refinanzierung sicherzustellen.
Finanzierungsquellen
Die Hauptfinanzierungsquellen der Bank sind besicherte Finanzierungen (enthalten in den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten/Kunden und Handelspassiva), unbesicherte Kredite (enthalten in den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten/Kunden und Handelspassiva), Einlagen (enthalten in den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und in den verbrieften Verbindlichkeiten) und Eigenkapital.
Die | folgende | Tabelle | stellt | Angaben | zu | den | |
Finanzierungsquellen dar. | |||||||
Zum 31. Dezember | |||||||
In Millionen € | 2023 | 2022 | |||||
Besicherte Finanzierungen | €27.476 | 44 % | € | 19.266 | 47% | ||
Unbesicherte Kredite | 10.323 | 17 % | 6.803 | 16% | |||
Einlagen | 10.830 | 18 % | 6.767 | 16% | |||
Eigenkapital | 12.686 | 21 % | 8.827 | 21% | |||
Summe | €61.315 | 100 % | €41.663 | 100% |
Besicherte Finanzierungen. Die Bank finanziert einen großen Teil der Bestände auf besicherter Basis sowohl mit verbundenen Unternehmen der GS Group als auch mit externen Kontrahenten.
Die Bank ist bestrebt, besicherte Mittel mit einer Laufzeit zu beschaffen, die der Liquidität der zu finanzierenden Vermögenswerte entsprechen, und strebt längere Laufzeiten für besicherte Mittel an, die durch Arten von Vermögenswerten besichert sind, die auf besicherter Basis schwieriger zu finanzieren sind, insbesondere in Zeiten angespannter Märkte.
Unbesicherte Kredite. Die Bank verfügt sowohl über gruppeninterne als auch externe unbesicherte Kredite.
Gruppeninterne unbesicherte Kredite
Die gruppeninternen unbesicherten Kredite umfassen Kredite und nachrangige Darlehen. Die unbesicherten gruppeninternen Kredite der Bank werden überwiegend von ihrer unmittelbaren Muttergesellschaft GS Bank USA gestellt.
Externe unbesicherte Kredite
Externe unbesicherte Kredite umfassen Namens- und Schuldscheindarlehen, ausgegebene Schuldverschreibungen und Kontokorrentkredite.
Einlagen. Die Einlagen bieten der Bank eine diversifizierte Finanzierungsquelle und verringern ihre Abhängigkeit von Wholesale-Finanzierungen. Die Bank nimmt Einlagen, einschließlich Sichteinlagen und Termineinlagen, entgegen, und begibt Inhaberschuldverschreibungen. Zu den Einlegern zählen vor allem Kunden der Vermögensverwaltung, institutionelle Kunden und Kunden des Bereichs Transaction Banking.
Eigenkapital. Das Eigenkapital ist eine stabile und dauerhafte Finanzierungsquelle. Weitere Informationen finden Sie in Angabe 16 des Anhangs zum Jahresabschluss.
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GOLDMAN SACHS BANK EUROPE SE
Lagebericht
Regulatorische Kapitalausstattung
Die Bank unterliegt den Eigenkapitalanforderungen gemäß der EU- Eigenkapitalrichtlinie (CRD) in ihrer geänderten Fassung und der EU-Kapitaladäquanzverordnung (CRR), die sich weitgehend auf die Eigenkapitalvorschriften des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht (Basler Ausschuss) zur Stärkung der internationalen Eigenkapitalstandards stützen. Der Basler Ausschuss ist die vorrangige globale Organisation zur Vorgabe und Einführung von bankenaufsichtlichen Regelungen. Seine Mitgliedsländer führen Gesetze auf der Grundlage seiner Standards und Leitlinien ein.
Die Bank ermittelt ihre Kapitalanforderungen auf Basis der "International Financial Reporting Standards" (IFRS) gemäß Art. 24 (2) der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 in der gültigen Fassung.
Die risikobasierten Eigenkapitalanforderungen werden als Kapitalquoten ausgedrückt, die das aufsichtsrechtliche Eigenkapital mit den risikogewichteten Aktiva (RWA) vergleichen. Die CET1-Kapitalquote ist definiert als das Verhältnis von CET1-Kapital zu den RWA. Die Tier-1- Kapitalquote ist definiert als das Verhältnis von Tier 1- Kapital zu den RWA. Die Gesamtkapitalquote ist definiert als das Verhältnis des Gesamtkapitals zu den RWA.
Die CET1-Kapital-,Tier-1-Kapital- und Gesamtkapital- anforderungen (zusammen die Kapitalanforderungen der Säule 1) werden ergänzt durch:
- Einen Kapitalerhaltungspuffer in Höhe von 2,5 % der RWA, der vollständig aus Kapital, welches als CET1- Kapital qualifiziert, besteht.
- Einen antizyklischen Kapitalpuffer in Höhe von bis zu 2,5 % der RWA (der auch ausschließlich aus CET1-Kapital besteht), der einem übermäßigen Kreditwachstum in den Ländern, in denen die Bank tätig ist, entgegen wirken soll. Der Puffer gilt nur für Risiken der Bank gegenüber bestimmten Kontrahenten, die in Ländern ansässig sind, die einen antizyklischen Puffer angekündigt haben. Der Puffer belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 84 Basispunkte. Im Jahr 2023 stieg der antizyklische Kapitalpuffer um 55 Basispunkte an, was im Wesentlichen auf erhöhte Pufferraten in verschiedenen Ländern, in denen die Bank tätig ist, insbesondere in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und dem Vereinigten Königreich, zurückzuführen ist.
- Die individuelle Kapitalanforderung der Säule 2 (P2R) (ein zusätzlicher Betrag zur Deckung von Risiken, die nicht angemessen in Säule 1 erfasst sind). Die EZB führt jährlich einen aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (Supervisory Review and Evaluation Process - SREP) durch, der zu einer abschließenden Festlegung des SREP-Zusatzkapitals durch die EZB führt, das sich aus dem P2R und einer Säule-2-Empfehlung (Pillar 2 Guidance - P2G) zusammensetzt. Der P2R- Kapitalzuschlag der Bank wurde für 2023 auf 3,0% festgelegt, von welchen 1,69% im CET1-Kapital zu halten sind. Der P2R-Kapitalzuschlag der Bank reduzierte sich zum 1. Januar 2024 um 25 Basispunkte auf 2.75%.
- Eine zusätzliche Kapitalanforderung, die dem Grad der Systemrelevanz der Bank entspricht (A-SRI-Puffer). Die CRD und die CRR sehen vor, dass für Institute, die auf Ebene der EU oder eines Mitgliedstaats systemrelevant sind - diese werden als andere systemrelevante Institute (A-SRI) bezeichnet - je nach Grad ihrer Systemrelevanz zusätzliche Kapitalanforderungen gelten können (A-SRI- Puffer). Der A-SRI Puffer der Bank wurde am 1. Januar 2023 von 25 Basispunkte auf 50 Basispunkte erhöht und am 1. Januar 2024 von 50 Basispunkte auf 75 Basispunkte erhöht.
Regulatorische risikogewichtete Kapitalquoten
Die folgende Tabelle enthält Angaben zu den risikogewichteten Eigenkapitalanforderungen der Bank.
Zum 31. Dezember | ||
2023 | 2022 | |
Risikogewichtete Kapitalanforderungen | ||
CET1-Kapital | 10,0% | 9,2% |
Tier-1-Kapital | 12,1% | 11,3% |
Gesamtkapitalquote | 14,8% | 14,0% |
In der vorstehenden Tabelle:
- stieg die risikogewichtete Mindestkapitalanforderung der Bank zum 31. Dezember 2023 im Vergleich zum 31. Dezember 2022, da der antizyklische Kapitalpuffer um 55 Basispunkte und der A-SRI-Puffer um 25 Basispunkte anstiegen.
- enthalten die risikogewichteten Mindesteigenkapital- anforderungen die von der EZB festgelegten P2R und könnten sich in Zukunft ändern.
- beinhalten die risikogewichteten Mindestkapital- anforderungen nicht die P2G, die nach Ansicht der EZB das Kapital darstellt, welches die Bank benötigen würde, um finanziellen Stresssituationen an den Märkten standhalten zu können.
Die folgende Tabelle enthält Angaben zu den risikogewichteten Kapitalquoten der Bank.
Zum 31. Dezember | ||||
In Millionen € | 2023 | 2022 | ||
Risikogewichtetes Kapital und RWA | ||||
CET1-Kapital | € | 12.872 | € | 8.911 |
Tier-1-Kapital | € | 12.872 | € | 8.911 |
Tier-2-Kapital | € | 20 | € | 20 |
Gesamtkapital | € | 12.892 | € | 8.931 |
RWA | € | 36.045 | € | 28.179 |
Risikogewichtete Kapitalquoten | ||||
CET1-Kapital | 35,7% | 31,6% | ||
Tier-1-Kapital | 35,7% | 31,6% | ||
Gesamtkapitalquote | 35,8% | 31,7% |
In der vorstehenden Tabelle:
- umfasst das CET1-Kapital das Eigenkapital der Bank abzüglich bestimmter regulatorischer Anpassungen und Abzüge.
- ist mit Stand zum Dezember 2023 in den risikogewichteten Kapitalquoten der Jahresüberschuss der Bank nach vorhersehbaren Abgaben für das zum 31. Dezember 2023 endende Geschäftsjahr inkludiert, der durch die Gesellschafterin der Bank am 31. Mai 2024 zur
Berücksichtigung im regulatorischen Kapital freigegeben wird. Der Jahresüberschuss trug 113 Basispunkte zur
- CET1-Kapitalquotebei.
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The Goldman Sachs Group Inc. published this content on 31 May 2024 and is solely responsible for the information contained therein. Distributed by Public, unedited and unaltered, on 31 May 2024 16:16:03 UTC.



















