NEU DELHI, 6. Juni - Die europäische Billigfluggesellschaft Wizz Air ist dabei, einen Triebwerkshersteller für die 177 bestellten Schmalrumpfflugzeuge von Airbus auszuwählen, sagte der CEO der Fluggesellschaft am Donnerstag gegenüber Reuters.

Das Unternehmen, das eine reine Airbus-Flotte betreibt, hat zwei Optionen - seinen derzeitigen Lieferanten Pratt & Whitney, dessen Triebwerke weltweit Probleme bereiten und Fluggesellschaften zu Flugverboten zwingen, und den Konkurrenten CFM, ein Joint Venture zwischen General Electric (GE) und dem französischen Unternehmen Safran.

"Wir sind gerade dabei, die Triebwerke auszuschreiben", sagte CEO Jozsef Varadi in einem Interview am Rande des CAPA India Aviation Summit in Neu Delhi.

Die Wahl des nächsten Triebwerksanbieters wird von den Anschaffungskosten, der Langlebigkeit des Triebwerks, den Betriebskosten und der Frage abhängen, wie die Fluggesellschaft die Kosten für den Nachrüstungsmarkt finanziell absichern kann, sagte Varadi.

Wizz Air gehört zu den Fluggesellschaften, die gezwungen waren, eine große Anzahl von Flugzeugen aufgrund eines Pulvermetallproblems mit dem Getriebefan (GTF) von Pratt & Whitney am Boden zu lassen.

Mit Stand vom 17. Mai sind etwa 47 der mehr als 200 Airbus-Flugzeuge von Wizz Air am Boden, und Varadi sagte, dass er bis zum Sommer nächsten Jahres mit 30 weiteren Flugverboten rechnet.

Wizz Air hat 330 Flugzeuge bestellt, von denen etwa die Hälfte mit den GTF-Triebwerken von Pratt & Whitney ausgestattet werden soll. Die Ausschreibung bezieht sich auf die restlichen 177 Flugzeuge, sagte Varadi.

Varadi sagte, dass er davon ausgeht, dass alle bestellten Flugzeuge bis zum Ende des Jahrzehnts ausgeliefert werden und die Fluggesellschaft dann über eine Flotte von etwa 500 Jets verfügen wird.

Um über das Jahrzehnt hinaus zu wachsen, wird die Fluggesellschaft weitere Flugzeuge bestellen müssen, und Varadi sagte, dass er bald damit beginnen müsse, darüber nachzudenken.

Er machte zwar keine Angaben zur Anzahl der Flugzeuge, die Wizz Air über das Jahrzehnt hinaus benötigen wird, sagte aber, dass die Fluggesellschaft 70 bis 100 Flugzeuge pro Jahr benötigen würde, um alte Jets zu ersetzen und ihre Flotte weiter auszubauen. (Berichte von Shivansh Tiwary und Aditi Shah in Neu Delhi; Redaktion: Jan Harvey)