Die Pariser Börse schließt den Handelstag mit einem Plus von 0,56% bei 7.766 Punkten. Angeführt wurde der Anstieg von Capgemini (+4,3%), Teleperformance (+3,6%) und Pernod Ricard (+3,2%).
Jenseits des Atlantiks verzeichnen die Indizes leichte Verluste: Der S&P500 und der Nasdaq geben jeweils um 0,1% nach, der Dow Jones um 0,3%.
Die Anleger zeigen sich insgesamt gelassen, einen Tag bevor die US-Regierung unter Trump die neuen Zölle für Europa bekannt gibt. Bereits jetzt werden Länder Südostasiens mit durchschnittlich 35% stark belastet.
In einer Serie von Schreiben an die betroffenen Regierungen hat das Weiße Haus unter anderem die Einführung von 25% Zöllen auf Waren aus Japan und Südkorea, 30% auf Südafrika, 35% auf Bangladesch, 36% auf Thailand und 40% auf Laos offiziell gemacht.
Kanada, Mexiko, die Europäische Union und China fehlen hingegen auf dieser Liste - ein Hinweis darauf, dass die Handelsgespräche mit diesen Partnern weiter fortgeschritten sein könnten.
Trotz der wieder aufgekommenen Unsicherheiten im Handel merken Investoren an, dass keiner dieser neuen Zölle vor dem 1. August in Kraft tritt. Den betroffenen Ländern bleiben somit rund dreieinhalb Wochen, um Abkommen auszuhandeln.
,,Das gibt der US-Regierung die nötige Zeit, um die Reaktion der Märkte, die Preisentwicklung und letztlich die Stimmung der Verbraucher zu bewerten", schätzen die Analysten der Danske Bank.
In diesem unsicheren Umfeld könnten Unternehmen jedoch versucht sein, Investitionsprojekte zu verschieben - was mittelfristig die wirtschaftliche Aktivität belasten könnte.
Die dänische Bank empfiehlt Anlegern daher, angesichts dieser widersprüchlichen Signale vorsichtig zu bleiben.
Auch geldpolitisch scheint die Unsicherheit im Handel das Argument für eine abwartende Haltung der US-Notenbank zu stärken, auch wenn die neuen Zölle noch nicht unmittelbar wirksam werden.
Als direkte Folge sind die Renditen von US-Staatsanleihen über die gesamte Kurve hinweg gestiegen, ein Zeichen für die allgemeine Vorsicht an den Anleihemärkten.
In den USA stieg die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe erneut auf etwa 4,421% (+2,5 Basispunkte). Die zehnjährige Bundesanleihe notiert bei 2,643% (+3,5 Basispunkte), die französische OAT bei 3,362% (+3,7 Basispunkte).
Der US-Dollar, der das schlechteste Jahresauftakt seit Langem verzeichnet, bleibt stabil bei 1,171 $ je Euro.
Beim Öl verteuert sich das Brent-Fass um rund 0,6% auf 70 $ pro Barrel.
Auf der Statistikseite wurde ein Anstieg des französischen Handelsdefizits bekannt: Dieser erreichte im Mai 7,77 Milliarden Euro nach 7,69 Milliarden im Vormonat, wie aus den saison- und kalenderbereinigten Daten (CVS-CJO) des Finanzministeriums hervorgeht.
Gleichzeitig stieg der Handelsüberschuss Deutschlands laut den bereinigten Zahlen von Destatis im Mai auf 18,4 Milliarden Euro, nach einem Überschuss von 15,7 Milliarden im Vormonat.
Bei den französischen Unternehmen haben Alstom und EFE Trenes de Chile einen Wartungsvertrag für die Bahnsignalanlagen der S-Bahn-Strecke Santiago unterzeichnet. Diese Strecke erstreckt sich über 23 Kilometer.
Atos gibt bekannt, dass das Unternehmen von der Direktion für digitale Dienste (DSN) der Assistance Publique-Hôpitaux de Paris (AP-HP) für die Umsetzung von zwei Dienstleistungsaufträgen im Bereich der digitalen Anwendungen ausgewählt wurde.
Vallourec meldet den Gewinn von zwei Verträgen zur Lieferung von OCTG-Produkten (Oil Country Tubular Goods) für Bohrprojekte von CNOOC und PetroChina im Irak. Diese Verträge haben ein potenzielles Umsatzvolumen von über 130 Millionen Dollar.
Schließlich haben Carrefour und die Genossenschaft U beschlossen, eine europäische Einkaufsgemeinschaft namens Concordis zu gründen. Ziel ist es, durch die Bündelung der Einkaufsvolumina die Wettbewerbsfähigkeit der Partner zu steigern - zum letztendlichen Vorteil der Verbraucher.
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