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Aktien Frankfurt: Corona-Unsicherheit hemmt die Anleger

22.11.2021 | 14:52

FRANKFURT (awp international) - Nach dem jüngsten Dax-Rückschlag vom Rekordniveau bleiben die Anleger am Montag vorsichtig. Am Morgen reichte es zwar für kleinere Erholungsgewinne, zuletzt aber rutschte der Leitindex ins Minus. Am Nachmittag verlor er 0,33 Prozent auf 16 106,29 Punkte. Er bewegt sich damit im neutralen Bereich zwischen der 16 000er Marke und dem jüngsten Rekord von 16 290 Zählern.

Auch der MDax mit den mittelgrossen Werten kam nicht auf Touren. Mit einem Abschlag von 0,52 Prozent auf 35 725,91 Zähler steuert er bereits auf den vierten schwachen Handelstag in Folge zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 bewegte sich zuletzt mit 0,4 Prozent im Minus. Die Indikationen für die New Yorker Börsen waren zuletzt allerdings moderat im Plus.

Nachdem am Freitag schon Sorgen vor Corona-Massnahmen hochgekocht waren, liess das Virusthema die Anleger zu Wochenbeginn nicht los. Laut dem Marktbeobachter Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets dürften mögliche Lockdowns noch einige Zeit wie ein Damoklesschwert über dem deutschen Aktienmarkt hängen. In Österreich begann am Montag eine dreiwöchige Zeit mit neuen Ausgangsbeschränkungen.

Der Charttechniker Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel hält die Jahresendrally zwar prinzipiell noch für intakt, sieht aber auch die Gefahr von weiteren kurzfristigen Rückschlägen. Als kritische Marke empfindet er nun eine Widerstandslinie bei 16 200 Punkten. An dieser war der Dax am Montag dann auch im Verlauf wieder nach unten gedreht.

Auf Unternehmensseite stand am Montag Vonovia im Blick mit einer acht Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung, die im Zuge der Finanzierung der Übernahme der Deutschen Wohnen auch erwartet worden war. Die Papiere reagierten denn auch recht verhalten auf die Massnahme, indem sie zuletzt mit 1,8 Prozent im Minus lagen. Experten zufolge bringt der Bezugspreis von 40 Euro einen mehr als 20-prozentigen Abschlag zum theoretischen Preis ohne das Bezugsrecht mit sich.

Einen Blick wert war am Montag ausserdem die Telekom-Branche wegen einer sich anbahnenden Übernahme. Der US-Finanzinvestor KKR will für elf Milliarden Euro das italienische Telekommunikationsunternehmen Telecom Italia (TIM) übernehmen. Solche Schritte bringen oft auch generelle Branchenfantasie mit sich: Die Titel der Deutschen Telekom stiegen denn auch um 1,5 Prozent und wurden so Teil der Spitzengruppe im Dax.

Im MDax zogen die Aktien des Modekonzerns Hugo Boss nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank um 2,9 Prozent an. Der Analyst Michael Kuhn setzt in seiner Studie auf den neuen Konzernchef Daniel Grieder, der seinen vorherigen Erfolg bei Tommy Hilfiger jetzt bei Boss wiederholen könne. Kuhn traut den Aktien mit 67 Euro die Rückkehr auf das Niveau von Herbst 2018 zu.

Einige der "Stay-at-Home-Aktien", die vor dem Wochenende als Lockdown-Profiteure noch stark gefragt waren, kamen nun wieder zurück. Zalando waren im Dax mit minus 3,4 Prozent das Schlusslicht. Im SDax fielen die Papiere der Shop Apotheke nach einem Kurssprung am Freitag um zuletzt 1,1 Prozent.

Unter den Anlegern von Teamviewer sind die Zeiten als mutmasslicher Kursprofiteur der Pandemie längst in Vergessenheit geraten. Der Kurs sackte hier am Montag um 6,1 Prozent auf ein erneutes Rekordtief ab. Der Chef des angeschlagenen Anbieters von Fernwartungslösungen verstimmte die Anleger in einem Interview der "Börsen-Zeitung" mit der Aussage, dass vorerst weder an eine Dividende noch an Aktienrückkäufe gedacht wird.

Der Euro fiel am Montag erneut unter die Marke von 1,13 US-Dollar und näherte sich so dem vor dem Wochenende markierten Tiefstand seit Mitte 2020. Zuletzt wurden 1,1277 Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1271 Dollar festgesetzt.

Deutsche Bundesanleihen entwickelten sich solide, der Rentenindex Rex legte 0,05 Prozent auf 145,54 Punkte zu. Die Umlaufrendite fiel von minus 0,43 Prozent am Freitag auf minus 0,44 Prozent. Der Bund-Future sank um 0,14 Prozent auf 172,10 Zähler./tih/mis

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---


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