NEW YORK (awp international) - Die US-Börsen dürften am Mittwoch weiter moderat schwächeln. Zunehmend mehr Börsianer erwarten, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen länger auf dem aktuell hohen Niveau hält, um die Inflationsgefahr angesichts der robusten Wirtschaft einzudämmen. Es gibt sogar vereinzelte Spekulationen über neue Zinsanhebungen statt der erhofften Senkungen. Daher dürfte das Fed-Protokoll der letzten Zinssitzung am Abend womöglich wieder stärker beachtet werden, denn es könnte Einblicke über das geldpolitische Vorgehen in den USA geben. Höhepunkt des Tages aber ist wohl der nachbörslich erwartete Quartalsbericht des KI-Champions Nvidia.

Rund eine Stunde vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial 0,14 Prozent tiefer auf 38 511 Punkte. Der überwiegend mit Technologiewerten bestückte Auswahlindex Nasdaq 100 dürfte 0,60 Prozent tiefer bei 17 440 Zählern starten. Damit würde sich beide Indizes noch ein Stück weiter von ihren in der vergangenen Woche erreichten Rekordhochs entfernen.

Unter den Einzelwerten rückt zunächst vor allem die Aktie des Handelsgiganten Amazon in den Fokus, denn sie wird von diesem Montag an im Dow, dem bekanntesten Wall-Street-Index, vertreten sein. Dafür muss das Papier der Drogerie- und Apothekenkette Walgreens ausscheiden. Index-Anbieter S&P begründete dies mit der stärker werdenden Bedeutung des Einzelhandels für die US-Wirtschaft. Zudem habe auch der Aktiensplit des Einzelhandelskonzerns Walmart eine Rolle gespielt, da dadurch dessen Gewichtung im Dow gesunken sei. Während Amazon vorbörslich um rund ein Prozent stiegen, gaben Walgreens knapp drei Prozent nach.

Der Chipkonzern Nvidia legt zwar erst nachbörslich sein Zahlenwerk vor, doch wie bereits tags zuvor, könnte das Nasdaq-Schwergewicht erneut die Stimmung in der gesamten Technologiebranche belasten. Vorbörslich ging es um weitere fast zwei Prozent abwärts. Anleger dürften in dem Bericht des Favoriten in Sachen Künstliche Intelligenz (KI) nach Hinweisen suchen, ob die KI-Euphorie des vergangenen Jahres andauern könnte. Ein Händler erklärte, dass in diesem Zusammenhang auch die Zinsentscheidungen der Fed eine wichtige Rolle spielten. Höhere Zinsen führten bei den Tech-Unternehmen dazu, dass die künftigen Gewinne weniger wert seien.

Solaredge büssten vor dem Handelsstart 20 Prozent ein und zogen weitere Solaraktien mit nach unten. Der Anbieter von Wechselrichtern verfehlte mit seinem Umsatz im vierten Quartal die Erwartungen und blieb auch beim Umsatz-Ausblick auf das erste Quartal hinter den Analystenschätzungen zurück. Enphase gaben im Schlepptau vier Prozent nach und First Solar knapp zwei Prozent.

Palo Alto Networks sackten vorbörslich sogar um rund 25 Prozent ab. Die Papiere litten darunter, dass das Cybersecurity-Unternehmen seine Jahresziele kappte.

International Flavors & Fragrances (IFF) , die fast neun Prozent einbüssten, zollten dem enttäuschenden Umsatzausblick des US-Duftstoff- und Aromenherstellers Tribut./ck/jha/