Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Donnerstag im frühen Geschäft trotz positiver US-Vorgaben etwas schwächer. Da in den USA die Märkte wegen des Thanksgiving-Feiertags geschlossen bleiben und am Freitag nur ein verkürzter Handel stattfindet, fehlen laut Händlern die Impulse und die Anleger halten sich eher zurück. "Und wenn nicht viel läuft, neigen die Kurse dazu abzubröckeln", meinte ein Händler. Dies umso mehr, als dass hierzulande die Bilanzsaison weitestgehend abgeschlossen ist und auch keine wichtigen Konjunkturzahlen anstehen.

Einzig in Europa werden im Verlauf des Vormittags PMI-Daten veröffentlicht, die Aufschluss über die weitere Entwicklung der Konjunktur in der Eurozone geben und somit die Finanzmärkte etwas bewegen könnten. Die am Vortag veröffentlichten US-Konjunkturdaten waren derweil überraschend stark und deuten somit auf eine robuste Wirtschaftsentwicklung bei weiter hohen Preisen hin. Das würde heissen, dass die US-Notenbank ihre Zinsen noch länger hochhalten muss. Allerdings steckten die US-Marktteilnehmer dies rasch weg. "Am Markt wird weiter auf eine baldige Zinssenkungen gewettet", sagte ein Händler dazu. "Es herrscht Zuversicht, dass die Inflation im Griff ist."

Der Leitindex SMI ermässigt sich um 09.15 Uhr um 0,17 Prozent auf 10'813,45 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI sinkt um 0,14 Prozent auf 1712,40 und der breite SPI um 0,15 Prozent auf 14'190,96 Punkte. Im SLI stehen den 20 Verlierern 10 Gewinner gegenüber.

Den stärksten Abschlag verbuchen die Aktien von Swiss Life (-2,3% auf 555,40 Fr.). Grund ist laut Händlern die Bank of America, die das Rating auf "Underweight" von "Neutral" und das Kursziel auf 586 von 625 Franken gesenkt. Dahinter folgen mit Logitech, Alcon und Straumann Papiere, die am Vortag gestiegen waren. Sie büssen zwischen 1,1 und 0,6 Prozent ein.

Erneut tiefer bewertet werden Julius Bär (-0,1%). Nach wie vor leidet die Aktie laut Händlern unter Berichten, dass die Privatbank der kriselnden Signa-Gruppe hohe Kredite gegen wertlose Signa-Aktien gewährt haben soll.

Bei den Gewinnern stehen die Anteile von Sandoz (+2,0%) ganz oben. Sie hatten am Vortag nachgegeben und setzen damit den volatilen Kursverlauf seit dem Börsendebut von Anfang Oktober fort. Ebenfalls zu höheren Kursen gehandelt werden Schindler PS, Partners Group und Holcim mit einem Kursplus zwischen 0,7 bis 0,1 Prozent.

Auf den hinteren Rängen fallen die Aktien von AMS Osram (-4,1%) negativ auf. Seit Mittwoch werden die Aktien des Sensorenherstellers ohne die Anrechte zur laufenden Kapitalerhöhung gehandelt.

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