Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstag gegen Mittag kaum verändert. Höhere Gewinne aus der Startphase lösten sich rasch wieder auf und der SMI rutschte in die Minuszone, belastet insbesondere von den schwachen Novartis-Valoren. Die grosse Mehrheit der Titel steht allerdings teils klar im Plus, allen voran Sandoz am zweiten Börsentag nach der Abspaltung von Novartis. Mehr als eine technische Gegenbewegung nach den starken Verlusten der vergangenen Tage sollte man allerdings nicht in diese Gewinne hineinlesen, heisst es in Börsenkreisen.

Denn die Volatilität dürfte zumindest bis zu dem mit Spannung erwarteten offiziellen Arbeitsmarktbericht aus den USA vom Freitag erhöht bleiben. Sollte dieser nicht allzu stark ausfallen, könnte ein weitere Zinserhöhung der US-Notenbank definitiv vom Tisch sein, so zumindest die Hoffnungen. Die Nervosität deswegen scheint derzeit aber doch erhöht. "Die Märkte befinden sich auf einer emotionalen Achterbahnfahrt in dieser Woche", heisst es etwa in einem Kommentar von Swissquote. Auch weniger wichtige Daten könnten starke Kursschwankungen auslösen, wie etwa am Vortag geschehen mit der Publikation des ADP-Arbeitsmarktberichts. Weitere Hinweise hinsichtlich der Daten vom Freitag gibt es zuvor noch am heutigen Nachmittag mit den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe.

Der SMI notiert um 11 Uhr 0,04 Prozent tiefer bei 10'751,52 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, legt dagegen wegen der geringeren Gewichtung von Novartis um 0,23 Prozent auf 1684,45 Punkte zu und der breite SPI um 0,08 Prozent auf 14'096,12 Punkte. Von den 30 SLI-Werten stehen 21 höher und 9 tiefer.

Wie schon am Vortag ziehen Sandoz (+6,0% auf 25,91 Fr.) die Aufmerksamkeit auf sich und liegen klar an der Tabellenspitze aller SLI-Werte. Nach einem überraschend tiefen Startkurs von 24 Franken zogen die Aktien bereits am Vortag um 1,5 Prozent an. Der Markt habe die Bewertung angesichts der potenziellen Wachstumsaussichten womöglich zu tief angesetzt, heisst es etwa in einem ersten Kommentar von Berenberg. Dem Titel helfen aber auch weitere positive Empfehlungen, etwa von JPMorgan oder Morgan Stanley (je Overweight) oder von der Zürcher Kantonalbank (Übergewichten).

Im Gegensatz zu Sandoz büsst der nun ehemalige Mutterkonzern Novartis mit einem Minus von 1,3 Prozent deutlich an Terrain ein und zieht so den gesamten Markt mit nach unten. JPMorgan hat das Kursziel für Novartis nach dem Spin-Off der Generika-Sparte Sandoz auf 90 von 95 Franken angepasst und dabei das Rating "Neutral" bestätigt. Im Gegensatz dazu verteuern sich die GS von Roche um 0,5 Prozent.

Die Mehrheit der Titel tendiert allerdings nach oben. Hinter Sandoz sind etwa Straumann (+1,2%) und Lonza (+1,1%) überdurchschnittlich gesucht. Letztere erhalten von einer Erhöhung der Guidance durch den Konkurrenten Samsung Biologics Rückenwind, wie es in einem Kommentar von Jefferies heisst. Dies lasse auch positive Rückschlüsse auf Lonza zu. Und Straumann werden von einer Erstabdeckung durch Barclays mit der Empfehlung "Overweight" gestützt.

Im breiten Markt fallen Meyer Burger (+5,0%) positiv auf. Die Aktie scheint wieder einmal von Hoffnungskäufen angeschoben zu werden. Grund dafür ist der deutsche Wechselrichterhersteller SMA Solar, der die Jahresziele aufgestockt hat.

Wie Lonza ziehen auch Bachem (+3,9%) dank der guten Nachrichten aus dem Sektor klar an.

Stadler Rail (-5,1) setzen dagegen die Talfahrt der bisherigen Woche fort. Seit vergangenem Freitag haben die Aktien rund 10 Prozent an Wert eingebüsst. In Marktkreisen wird auf die Schwäche von Alstom verwiesen. Als Konkurrent werde Stadler Rail offenbar in Sippenhaft genommen, meint ein Händler.

cf/ra