Zürich (awp) - Zur Wochenmitte ziehen die Kurse an der Schweizer Börse weiter an. Mit Kursgewinnen von etwa einem halben Prozent hat der Leitindex SMI denn auch die 10'800er Marke wieder überschritten. Insgesamt verlaufe der Handel aber in sehr ruhigen Bahnen und dürfte sogar noch ruhiger werden mit den anstehenden Feiertagen in den USA, heisst es im Handel. Denn mit dem Thanksgiving-Feiertag in den USA am (morgigen) Donnerstag dürften sich dort viele Anleger auf ein verlängertes Wochenende vorbereiten.

Kaum Auswirklungen hat derweil das Protokoll der letzten Sitzung der US-Notenbank Fed hatte vom Vorabend. Es habe keine entscheidenden Impulse geliefert, heisst es, vielmehr signalisiere die Mitschrift noch kein Ende der Zinsanhebungen in den USA. Die Anleger dürften nun ihre Augen auf die Dezember-Sitzungen der EZB und des Fed richten; dies in der Hoffnung, dass die Zentralbanker einen deutlichen Sinneswandel vollziehen werden, kommentierte ein Händler. Bis dahin dürfte ihr Fokus auf Makrodaten liegen.

Der Leitindex SMI gewinnt gegen 11.00 Uhr 0,53 Prozent hinzu auf 10'839,30 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI steigt um 0,43Prozent auf 1715,13 Zähler und der breite SPI um 0,39 Prozent auf 14'210,34 Punkte. Im SLI gewinnen 18 hinzu, elf geben nach und einer (Roche GS) ist unverändert.

Novartis (+1,1%) und die ehemalige Augensparte Alcon (+1,7%) führen zusammen mit Richemont (+1,1%) und Swiss Re (+0,9%) das Gewinnerfeld an. Alcon erholen sich damit weiter von den Kursverlusten, die das Papier nach den jüngsten Quartalszahlen erlitten hatte.

Bei Novartis macht sich unterdessen eine gewisse Vorfreude auf den kommende Woche anstehenden Kapitalmarkttag bemerkbar. So rechnen die Experten von Jefferies etwa damit, dass der Konzern seine Wachstumsziele für den Umsatz bis 2027 leicht erhöhen könnte. Bei der Marge dürfte nach wie vor ein Wert jenseits der 40-Prozent-Marke angepeilt werden.

Logitech (+0,9%) sind ebenfalls unter den Favoriten zu finden. Laut Händlern erwartet der US-Konzern HP eine Stabilisierung der Unternehmensnachfrage und eine Belebung der Verbraucherausgaben um die bevorstehenden Feiertage. Auch der Chipspezialist Nvidia verzeichnete ein beschleunigtes Wachstum im Bereich Gaming. Gerade Nvidia war mit Spannung erwartet worden, da es als führend im Bereich KI gilt. Während die Zahlen selbst stark ausgefallen sind, sorgte der Ausblick für Verunsicherung.

Die Aktien des Verpackungsspezialisten SIG Group (+0,4%) sind anlässlich eines Kapitalmarkttag gesucht. Das Unternehmen hat dabei seine mittelfristigen Ziele bestätigt.

Neben den Avancen von Schwergewicht Novartis stützen auch die Kursgewinne von Nestlé (+0,6%) den Markt. Dagegen sind Roche (GS) unverändert, während die Inhaber um 0,4 Prozent nachgeben.

Noch deutlicher büssen nach einer Abstufung durch Morgan Stanley die Aktien von Givaudan (-0,5% auf 3259 Fr.) ein. Die Experten begründen die Abstufung auf "Underweight" mit wenig überzeugenden Wachstumsaussichten. Ihr gesenktes Kursziel lautet 2750 Franken.

Daneben sind noch Werte wie Lindt&Sprüngli, Sandoz, Julius Bär oder VAT mit Abgaben von bis zu 1,3 Prozent auf den Verkaufslisten zu finden. Bei der Privatbank Julius Bär setzen sich damit die Verluste seit der Zahlenvorlage Anfang der Woche fort. Aktuell belasten Berichte, wonach die mutmasslich hohen Kredite der Privatbank an die kriselnde Signa-Gruppe mit wertlosen Signa-Aktien gedeckt sind.

In den hinteren Reihen stechen AMS Osram hervor. Bei dem Sensorenhersteller hat die Umsetzung der Kapitalerhöhung begonnen. Dabei werden die Papiere des Chipkonzerns ex Bezugsrecht gehandelt, was rein optisch zu einem Kurs (-49%) deutlich unter dem Vortagesniveau führt. Bereinigt um das Anrecht beträgt der Kursrückgang aber lediglich knapp 3 Prozent. Derzeit wird das Anrecht zu 1,11 Franken gehandelt.

Bei werten wie Zehnder (-4,3%) und Interroll (-1,4%) sind es vor allem Analystenkommentare, die belasten. Bei Zehnder etwa warnen die Experten von Jefferies, dass der Gegenwind 2024 anhalten dürfte.

hr/uh