Zürich (awp) - An der Schweizer Börse bleiben die grossen Bewegungen am Donnerstag aus. Zwar weisen einzelne Titel durchaus grössere Ausschläge aus, der SMI bewegt sich aber in einer engen Spanne von etwa 50 Punkten in der er immer wieder das Vorzeichen wechselt. Immerhin ist der Leitindex trotz seiner aktuellen Orientierungslosigkeit auf gutem Weg, im November erstmals wieder ein Plus zu erzielen, nachdem er zuvor drei Monate in Folge Verluste eingefahren hatte.

Auch im weiteren Handelsverlauf dürfte zunächst die Zurückhaltung dominieren. Während die jüngsten Inflationsraten aus der Eurozone eine deutliche Abschwächung zeigen, warten Investoren nun gespannt auf Preisdaten aus den USA am Nachmittag. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Hoffnung auf Zinssenkungen im kommenden Jahr die Märkte zuletzt getrieben hatten, spielen diese Daten einmal mehr eine wichtige Rolle. Als tendenziell stützend werden auch die Nachrichten aus Nahost gewertet: Die Feuerpause im Gaza-Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas wird verlängert.

Der Leitindex SMI notiert gegen 11.15 Uhr um 0,15 Prozent höher bei 10'818,84 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI gewinnt 0,17 Prozent auf 1712,71 Punkte und der breite SPI 0,06 Prozent auf 14'185,78 Punkte. Innerhalb des SLI legen 16 Aktien zu und 12 geben nach. Novartis und Roche GS sind unverändert,

Das grösste Kursplus erzielen einmal mehr die VAT-Aktien, die sich um 4,6 Prozent auf 409,80 Franken verteuern. Seit Jahresbeginn sind die Anteile des Vakuumventil-Herstellers mit einem Plus von mehr als 50 Prozent die grössten Gewinner unter den Blue Chips. Das aktuelle Plus ist einerseits der beendeten Kurzarbeit in der Schweiz geschuldet, die VAT mit einer besseren Auftragslage begründet. Darüber hinaus haben die Experten von JPMorgan die Aktien auf "Overweight" hochgestuft und als erste ein Kursziel von 500 Franken ausgegeben.

Die Anteilsscheine der UBS steigen mit einem Plus von 2,3 Prozent auf aktuell 24,45 Franken erstmals seit 15 Jahren wieder über die 24-Franken-Marke. Rückenwind kommt von JPMorgan. Der zuständige Analyst hat die Aktien der Grossbank auf die "Analyst Focus List" gesetzt. Ausserdem hat er sie im Vorfeld der Zahlen zum vierten Quartal und einem Strategie-Update im Februar auf "Positive Catalyst Watch" gesetzt.

Klar im Plus bewegen sich auch ABB (+1,9%). Der Technologiekonzern will künftig schneller wachsen als bisher. In Analystenkreisen werden die neuen Ziele mehrheitlich begrüsst, wenn auch teilweise als zu wenig ambitioniert bewertet.

Mit Julius Bär, Partners Group, Zurich, Swiss Re und Swiss Life sind auch die übrigen Finanzvertreter auf der Gewinnerliste zu finden. Die Avancen reichen von +1,8 Prozent bis +0,1 Prozent.

Im Kielwasser der festen VAT geht es auch für andere Technologiewerte wie Logitech (+1,4%) unter den Blue Chips aufwärts. In den hinteren Reihen zählen AMS Osram, Temenos sowie Inficon und Comet mit Kursaufschlägen von bis zu 3,6 Prozent zu den gefragten Werten.

Aber auch weitere Zykliker wie SIG, Holcim oder Geberit sind weit vorne im Gewinnerfeld zu finden, wie Aufschläge von bis zu 1,4 Prozent zeigen. Sonova (+0,4%) halten sich nach einer Hochstufung durch Jefferies ebenfalls besser als der Gesamtmarkt.

Ausgebremst wird der Markt durch die Schwergewichte Nestlé (-0,7%), Roche GS und Novartis (beide unv.).

Die deutlichsten Einbussen verzeichnen allerdings Sandoz (-2,2%), die ihren volatilen Lauf seit dem Spin-Off Anfang Oktober damit fortsetzen. Lonza (-2,0%) folgen dicht auf und auch Straumann und Lindt & Sprüngli geben um jeweils mehr als 1 Prozent nach. In allen drei Fällen sorgen Analystenkommentare für Zurückhaltung bei den Anlegern.

In den hinteren Reihen sind derweil Baloise (+2,2%) gesucht. Der Basler Versicherer hat möglicherweise bald einen neuen Grossinvestor, wie die Wirtschaftszeitung "Finanz und Wirtschaft" am Mittwoch mit Verweis auf gut unterrichtete Quellen berichtete. Demnach prüft der aktivistische Investor Cevian aus Schweden den Einstieg.

hr/tp