Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Die Gewinne waren zwar erneut sehr bescheiden, der Leitindex SMI hat nun aber immerhin zum fünften Mal in Folge zugelegt. Am "Black Friday", dem Tag der Schnäppchenjäger, ist der SMI nach einem negativen Start rasch in die Gewinnzone vorgestossen. In der Folge dümpelte er allerdings mehr oder weniger seitwärts vor sich hin, wobei er sein Tageshoch mit der Schlussglocke erreichte. Die Spanne zum Tagesminimum war mit knapp 40 Punkten sehr gering.

Nachdem in den USA die Märkte am Vortag wegen "Thanksgiving" geschlossen und praktisch keine Firmennachrichten vorhanden waren, hätten die Impulse gefehlt, hiess es Marktkreisen. Und am Berichtstag wurde an der Wall Street wegen des Feiertags nur am Vormittag (Ortszeit) gehandelt. So änderte sich am sehr ruhigen Verlauf des Handelstages auch am Nachmittag nach der Publikation des US-Einkaufsmanagerindex PMI für das verarbeitende Gewerbe und die Dienstleistungen nichts mehr.

Der Leitindex SMI schloss 0,26 Prozent höher bei 10'879,52 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich ein Plus von 1,3 Prozent. Der 30 Titel umfassende SLI stieg um 0,20 Prozent auf 1719,57 Punkte und der breite SPI 0,27 Prozent auf 14'267,38 Punkte. Von den SLI-Werten schlossen 22 im Plus und 8 im Minus.

Der SMI hat nach nunmehr zwei starken Wochen seit Monatsbeginn gut 4,5 Prozent zugelegt. "Ob das Jahresendrally wirklich angelaufen ist, wie viele Marktteilnehmer glauben, wird sich aber noch zeigen müssen", meinte ein Händler. "Ich denke, wir sind schon mitten drin und haben einen grossen Teil bereits hinter uns", sagte ein anderer.

Die Ausschläge hielten sich vor dem Wochenende auch bei den Einzeltiteln in überschaubaren Grenzen. Die grössten Gewinne verzeichneten Kühne+Nagel (+1,3%), VAT (+1,2%), Swiss Life (+1,0%) und Givaudan (+0,9%).

Gesucht waren mit ABB (+0,7%) auch ein Industrietitel sowie weitere Finanzwerte wie Swiss Re und Partners Group (je +0,6%), ohne dass es konkrete Nachrichten gegeben hätte.

Zum letztlich positiven Abschluss des Gesamtmarktes trugen auch die drei Schwergewichte Novartis (+0,6%), Roche GS (+0,2%) und ganz knapp Nestlé (+0,1%) bei.

Auf der Verliererseite büssten Richemont (-1,3%) am meisten ein. Diese hätte damit wohl in erster Linie ihren soliden Wochengewinn konsolidiert, hiess es dazu.

Die Aktien von Julius Bär (-1,0%) starteten im frühen Geschäft noch einen Stabilisierungsversuch, rutschten letztlich aber wieder klar in den negativen Bereich. Der Abwärtstrend im Zusammenhang mit Signa-Krediten bzw. seit der Zahlenvorlage vom Montag hielt damit unverändert an. Im Laufe der Woche haben die "Bären" an sämtlichen Handelstagen nachgegeben und dabei mehr als 15 Prozent ihres Werts eingebüsst.

Verkauft wurden zudem SIG (-1,1%), welche damit in der Woche eines Investorentages erneut unauffällig blieben, Logitech (-0,6%) oder Swatch (-0,7%).

Am breiten Markt setzten die Aktien von AMS Osram (+1,2%) zu einer Erholung an, welche sich im Tagesverlauf allerdings deutlich abschwächte. Die Aktien litten zuletzt unter dem Anrechtshandel. Im Zuge der Kapitalerhöhung haben die Aktionäre Anrechte erhalten, die viele Anleger nun verkauft hätten, hiess es am Markt. Dies habe den Aktienkurs zuletzt nach unten gedrückt.

Meyer Burger (+1,2%) erholten sich leicht vom Absturz des Vortages (-16%) im Anschluss an wenig zuversichtliche Aussagen des CEO Gunter Erfurt gegenüber der Presse.

U-Blox gewannen 3,9 Prozent auf 88,60 Franken noch etwas besser, gestützt von einer Kurszielerhöhung auf 100 Franken durch Kepler Cheuvreux bei einer unveränderten Einstufung "Buy". Allerdings hatte die Aktie zuletzt massiv eingebüsst, weil das Unternehmen eine Restrukturierung und Abschreibungen angekündigt hatte.

cf/tp