Am Montag kletterte der TSX Composite Index, das wichtigste Börsenbarometer Kanadas, auf 27.198,85 Punkte und übertraf damit den bisherigen Schlussrekord vom Donnerstag.

Dies geschieht im Kontext eines eskalierenden Handelsstreits, den Donald Trump mit Kanada entfacht hat. Vergangene Woche erhöhte der US-Präsident den Druck auf seinen nördlichen Nachbarn: In einem Schreiben an Premierminister Carney kündigte er eine Erhöhung der US-Zölle auf kanadische Produkte von bislang 25 % auf künftig 35 % ab dem 1. August an.

Zahlreiche Ausnahmeregelungen mildern allerdings die unmittelbare Wirkung der Maßnahme. Vor allem aber sind Investoren überzeugt, dass es sich bei den jüngsten Schreiben eher um taktische Manöver handelt und die angekündigten Zölle letztlich nicht in Kraft treten werden. Diese Einschätzung erklärt die robuste Entwicklung an den Aktienmärkten – sowohl in Kanada als auch in den USA, wo auch der Nasdaq und der S&P 500 in den vergangenen Tagen neue Rekordstände erreichten.

Seit Jahresbeginn schneidet der TSX sogar besser ab als der S&P 500, mit einem Anstieg von 9,99 % gegenüber 6,5 % für das US-Pendant.

Goldminenaktien treiben den Index

Zwar halfen Technologiewerte wie Thomson Reuters oder Shopify dem Index am Montag ins Plus, doch sie sind nicht die Haupttreiber der kanadischen Börse im Jahr 2025.

Tatsächlich verdankt der TSX seine Stärke vor allem dem Rohstoffsektor – insbesondere den Goldminenwerten, die vom starken Preisanstieg des Edelmetalls profitieren. Der Goldpreis ist seit Jahresbeginn um 28 % gestiegen und hat sich in den letzten drei Jahren nahezu verdoppelt.

Von den 237 im TSX Composite enthaltenen Titeln stammen die 20 besten Performer des Jahres fast ausschließlich aus dem Bergbausektor. Ein Beleg dafür, wie sehr sich der kanadische Markt derzeit auf seine klassischen Stärken besinnt.