Der wichtigste kanadische Aktienindex hat sich am Dienstag von seinem Rekordhoch zurückgezogen. Besonders die stark gewichteten Finanzwerte gehörten zu den Branchen, die nachgaben, während Anleger die Quartalszahlen der US-Banken bewerteten und die jüngsten Inflationsdaten aus Kanada die Aussichten auf Zinssenkungen der Bank of Canada dämpften.

Der S&P/TSX Composite Index schloss mit einem Minus von 144,71 Punkten oder 0,5% bei 27.054,14 Punkten, nachdem er am Montag noch ein Rekord-Schlussniveau erreicht hatte.

Die Wall Street startete mit einem düsteren Auftakt in die Berichtssaison des zweiten Quartals, wobei Bankaktien in einem volatilen Handel starken Schwankungen unterlagen.

"Wir sehen Gewinnmitnahmen angesichts der Nachrichtenlage, denn die Märkte sind in den letzten drei Monaten sehr stark gestiegen", sagte Colin Cieszynski, Chefmarktstratege bei SIA Wealth Management.

"Mit den schwachen US-Banken zieht das auch die kanadischen Banken nach unten, insbesondere weil einige kanadische Banken große US-Geschäfte haben."

Der Finanzsektor, der 33% des TSX-Gewichts ausmacht, verlor 0,6%. Acht der zehn wichtigsten Branchen des TSX beendeten den Handelstag im Minus.

"Die kanadische Inflation hilft hier ebenfalls nicht, da sie darauf hindeutet, dass die Bank of Canada kaum noch Spielraum für weitere Zinssenkungen hat", so Cieszynski.

Die jährliche Inflationsrate in Kanada stieg im Juni auf 1,9% gegenüber 1,7% im Mai. Der CPI-Median, einer der vom BoC eng beobachteten Kerninflationswerte, erhöhte sich von 3% auf 3,1%.

Die Geldmärkte haben angesichts der Inflationsdaten sowie der am Freitag besser als erwarteten Arbeitsmarktdaten die Chancen auf eine Zinssenkung bei der nächsten geldpolitischen Entscheidung der BoC am 30. Juli weitgehend ausgepreist.

Der Energiesektor verlor 0,9%, da der Ölpreis um 0,7% auf 66,52 US-Dollar pro Barrel nachgab.

Auch Gold verzeichnete Verluste. Der Rohstoffsektor, zu dem auch Minenaktien gehören, lag 0,7% im Minus.

Technologiewerte schlossen 0,8% schwächer.