NEW YORK (dpa-AFX) - Die in der Opec+ zusammengefassten Förderstaaten des Kartells und damit verbündete Ölstaaten könnte laut Kreisen die aktuell gültige Förderkürzung verlängern. Es gebe Überlegungen, den im kommenden Jahr geplanten Anstieg der Fördermenge um drei bis sechs Monate zu verzögern, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg in der Nacht zum Donnerstag und berief sich auf namentlich nicht genannte Delegierte der Opec+. Zuvor hatten bereits Saudi-Arabien und Russland, die beiden führenden Länder der Koalition, signalisiert, dass sie sich mit einer Rücknahme von Produktionskürzungen Anfang des kommenden Jahres schwer tun.

Der saudi-arabische Energieminister Abdulaziz bin Salman hatte am Montag gesagt, dass die Opec und ihre Partner die derzeit geltende Vereinbarung falls notwendig "optimieren" könne. Derzeit belastet eine zweite Infektionswelle in der Corona-Pandemie die Weltwirtschaft. Neue Maßnahmen führender Industriestaaten im Kampf gegen die Pandemie belasten die konjunkturelle Entwicklung und bremsen die Nachfrage nach Rohöl.

Nach einem massiven Einbruch der Ölpreise im Zuge der Corona-Krise hatten sich die Mitglieder der Opec+ im Frühjahr auf eine Kürzung der Fördermenge geeinigt. Im Verlauf des Sommers wurde das Volumen der Förderkürzung von zuvor 9,6 Millionen Barrel auf nur noch 7,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag gesenkt. Über die weitere Entwicklung der Fördermenge beraten Vertreter der Opec+ auf einem Online-Treffen am 30. November und 1. Dezember./jkr/stk