FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte zeigen sich am Dienstagmittag in einer freundlichen Verfassung. Der DAX steigt um 0,3 Prozent auf 16.452 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gewinnt 0,3 Prozent auf 4.228 Punkte. Während die beiden Indizes noch unter den Jahreshöchstständen liegen, markieren die Indizes in Mailand, Madrid und Portugal neue Jahreshochs. "Südeuropa stiehlt allen die Show", sagt ein Händler.

Die Indizes in Südeuropa profitieren besonders stark von den sinkenden Zinsen und den sinkenden Risikoaufschlägen der dortigen Staatsanleihen. Das stützt die Kurse ausgewählter Banken wie Santander, Monte dei Paschi die Siena oder Banco Comercial Portugues, die alle zulegen. Dazu stützt das politische Umfeld: "Spanien hat wieder eine Regierung, die anstehenden Neuwahlen in Portugal machen Hoffnung auf eine wirtschaftsfreundlichere Politik, und in Rom sitzt die Regierung immer noch fest im Sattel, für Italien äußerst ungewöhnlich", so der Händler.

Auch europaweit stützen am Dienstag die Zinsen die Stimmung, führen aber eher zu einer uneinheitlichen Tendenz: Im DAX sind die zinssensitiven Versorger RWE und Eon gefragt, daneben Deutsche Telekom und Vonovia. Dagegen werden konjunktursensitive Chemiewerte und die Autotitel weiter vernachlässigt.


   AT&T bestätigt: Telekomausrüstung zukünftig von Ericsson 

Weiter schwer unter Druck steht die Nokia-Aktie mit minus 8,5 Prozent, während es zugleich für Ericsson kräftig um 5 Prozent nach oben geht. Spekulationen vom Vortag, die da bereits die Kurse entsprechend bewegt hatten, haben sich in der Nacht bestätigt: AT&T wird nun über fünf Jahre Telekomausrüstung von Ericsson beziehen. Das Geschäft hat einen Wert von rund 14 Milliarden Dollar. Nokia hat darauf umgehend mit einer Verschiebung des Margenziels reagiert.

Für etwas Druck sorgen die Aussagen vom Kapitalmarkttag von Brenntag (-1,5%). Der Chemikalienhändler setzt die operative und rechtliche Entflechtung seiner beiden Geschäftsbereiche Essentials und Specialties im Rahmen seiner strategischen Umstrukturierung fort. "Ein Spin-Off oder ähnliches ist aber nicht geplant", zeigt sich ein Marktteilnehmer enttäuscht. Auch die operativen Aussichten können den Kurs nicht stützen: Bis 2027 peilt Brenntag auf Konzernebene nun ein jährliches Wachstum des organischen Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 7 bis 9 Prozent an. Vor einem Jahr wurden noch 6 bis 8 Prozent erwartet.

Positiv für Kontron (+1,9%) wirkt eine erneute Auftragsmeldung über 30 Millionen Euro. Carl Zeiss verlieren 3,7 Prozent - laut Händlern hat JP Morgan die Aktie mit "Underweight" gestartet.

Weiter auf Erholungskurs sind Morphosys. Der Kurs legt um weitere 7,8 Prozent zu auf 26,69 Euro. Im Handel wird auf eine Studie von JP Morgan verwiesen. Dort soll die Aktie als "Smallcap Favourite" für 2024 genannt werden. Die Analysten nennen laut Händlerangaben ein reduziertes Kursziel von 31 Euro.

Für Barclays geht es nach einer Platzierung um 2,6 Prozent nach unten. Hintergrund ist eine Anteilsreduktion durch den Staatsfonds von Katar im Umfang von rund 2,4 Prozent des aktuellen Aktienkapitals.


 
Aktienindex              zuletzt        +/- %     absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           4.428,14        +0,3%       13,19     +16,7% 
Stoxx-50                4.020,36        +0,0%        0,91     +10,1% 
DAX                    16.451,92        +0,3%       47,16     +18,2% 
MDAX                   26.427,81        +0,2%       57,56      +5,2% 
TecDAX                  3.191,78        +0,2%        5,78      +9,3% 
SDAX                   13.181,66        +0,8%      110,23     +10,5% 
FTSE                    7.466,78        -0,6%      -46,18      +0,8% 
CAC                     7.352,85        +0,3%       20,26     +13,6% 
 
Rentenmarkt              zuletzt                  absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite       2,31                    -0,05      -0,26 
US-Zehnjahresrendite        4,24                    -0,02      +0,36 
 
DEVISEN                  zuletzt        +/- %    Di, 9:30  Mo, 17:03    % YTD 
EUR/USD                   1,0833        -0,0%      1,0822     1,0816    +1,2% 
EUR/JPY                   159,18        -0,2%      158,89     159,12   +13,4% 
EUR/CHF                   0,9454        -0,0%      0,9458     0,9453    -4,5% 
EUR/GBP                   0,8567        -0,1%      0,8575     0,8574    -3,2% 
USD/JPY                   146,96        -0,1%      146,83     147,11   +12,1% 
GBP/USD                   1,2643        +0,1%      1,2621     1,2614    +4,5% 
USD/CNH (Offshore)        7,1529        +0,1%      7,1521     7,1523    +3,3% 
Bitcoin 
BTC/USD                41.677,68        -0,7%   41.485,86  41.257,37  +151,1% 
 
 
 
ROHOEL                   zuletzt  VT-Settlem.       +/- %    +/- USD    % YTD 
WTI/Nymex                  73,46        73,04       +0,6%      +0,42    -4,3% 
Brent/ICE                  78,38        78,03       +0,4%      +0,35    +1,5% 
GAS                               VT-Settlem.                +/- EUR 
Dutch TTF                 39,355        40,42       -2,6%      -1,07   -52,1% 
 
 
METALLE                  zuletzt       Vortag       +/- %    +/- USD    % YTD 
Gold (Spot)             2.026,43     2.029,63       -0,2%      -3,21   +11,1% 
Silber (Spot)              24,35        24,53       -0,7%      -0,17    +1,6% 
Platin (Spot)             912,55       922,00       -1,0%      -9,45   -14,6% 
Kupfer-Future               3,78         3,82       -1,1%      -0,04    -0,8% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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December 05, 2023 06:19 ET (11:19 GMT)