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MÄRKTE EUROPA/Wenig verändert - Berichtssaison liefert Impulse

27.10.2021 | 16:12

FRANKFURT (Dow Jones)--Nach den kräftigen Aufschlägen des Vortages tendieren die europäischen Aktienbörsen am Mittwochnachmittag knapp im Minus. Der DAX gibt um 0,2 Prozent auf 15.716 Punkte nach. Der Euro-Stoxx-50 notiert kaum verändert bei 4.222 Punkten. Damit können die Indizes die jüngsten Gewinne mehr oder weniger verteidigen. Stärkere Rücksetzer werden vor allem durch die starke Berichtssaison verhindert.

Im Handel sieht man gute Chancen, dass das bisherige Allzeithoch des DAX bei 16.030 bald fallen wird. Einen möglichen Treiber könnte die geldpolitische Entscheidung der EZB am Donnerstag bilden. Analysten gehen davon aus, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde den aktuellen Zinserhöhungserwartungen am Markt den Wind aus den Segeln nehmen werde. Die Finanzmärkte haben damit begonnen, eine erste Zinserhöhung für das kommende Jahr einzupreisen.

   Puma nach Zahlen sehr fest - Scor schießen nach oben 

Gewinner Nummer eins im DAX sind Puma. Der Kurs steigt um 2,9 Prozent. Sowohl bei Umsatz als auch Ergebnis wurden die Marktschätzungen geschlagen. Das Unternehmen hat daneben die Ziele für das laufende Jahr erhöht. Aus Marktsicht ist das allerdings keine große Sache. Puma rechnet nun mit einem EBIT zwischen 450 und 500 Millionen Euro nach 400 bis 500 Millionen. Die aktuelle Marktschätzung liegt aber bereits bei 503 Millionen Euro. Puma sieht das Umsatzwachstum nun mindestens bei 25 Prozent, was in etwa der Konsenserwartung entspricht.

Scor schießen um 13 Prozent nach oben. Der Rückversicherer hat den Nettogewinn in den ersten drei Quartalen mehr als verdoppelt. Citi sieht bei Scor durch den unerwarteten Rückkauf über 200 Millionen Euro zusammen mit der Bekräftigung der Dividendenpolitik und den allgemein den Erwartungen entsprechenden Kosten durch Naturkatastrophen im dritten Quartal ein positives Signal. Die Dividendenrendite von rund 8 Prozent und eine Bewertung zum 6-Fachen der Gewinne 2022 werde positiv am Markt aufgenommen.

In Paris gewinnen Schneider Electric nach Zahlenausweis 2,9 Prozent. Sowohl Umsatz als auch organisches Wachstum haben sich leicht besser entwickelt als prognostiziert. Den Ausblick hat der Industriekonzern bestätigt. Die Lieferkettenprobleme hätten offensichtlich einen geringeren Einfluss als zuletzt bei ABB gehabt, heißt es von der Citigroup. Im Windschatten steigen Siemens um weitere 0,6 Prozent.

   Deutsche Bank trotz guter Zahlen schwach 

Dagegen fallen Deutsche Bank um 6,4 Prozent. Im Handel heißt es, dass die Geschäftszahlen wohl bereits in dem Papier eingepreist gewesen seien. Ähnlich äußert sich auch die Citigroup: Es habe den Anschein, als ob die Konsensschätzungen die starken Geschäftszahlen der US-Banken noch nicht berücksichtigt hätten. Nach Bereichen hätten insbesondere das Investmentbanking und das Firmenkundengeschäft besser als gedacht abgeschnitten, wohingegen das Privatkundengeschäft hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei.

Mit Santander gibt eine weitere Bankaktie mit 3,6 Prozent deutlich nach, obwohl sich die positive Entwicklung im dritten Quartal fortgesetzt hat. Die Einnahmen von 11,93 Milliarden Euro liegen über der Marktschätzung von 11,6 Milliarden. Auch das Nettoergebnis ist mit 2,17 Milliarden Euro über der Schätzung von 2,03 Milliarden ausgefallen. Die spanische Bank ist zuversichtlich, das Gewinnziel im laufenden Jahr zu übertreffen.

   BASF erhöht Prognose - und Beiersdorf kommt in DAX 

BASF hat die Prognose für den operativen Gewinn nach oben genommen. Der Chemiekonzern rechnet auf EBIT-Basis nun mit einem Gewinn von 7,5 bis 8 Milliarden Euro, bisher war er von 7 bis 7,5 Milliarden ausgegangen. Auch die Umsatzprognose hat BASF erhöht. Das EBIT ist aber 2 Prozent hinter den Erwartungen von Jefferies zurückgeblieben. Der Kurs notiert 0,1 Prozent im Minus.

Beiersdorf gewinnen 0,1 Prozent. Die Aktien ersetzen am Donnerstagabend zum Schlusskurs Deutsche Wohnen (-2,5) im DAX. Wie die Deutsche Börse mitgeteilt hat, ist der Streubesitz der Deutsche Wohnen unter 10 Prozent gesunken. Grund ist die Übernahme durch Vonovia.

Für die Aktie von Glaxosmithkline geht es nach Zahlen um 3,5 Prozent nach oben. Analysten loben die Entwicklung auf der Ertragsseite. Ein überzeugender Umsatz bei niedrigeren Betriebsausgaben habe zu einem bereinigten EBIT von 23 Prozent über der Markterwartung geführt. Die Medikamenten-Pipeline mache Fortschritte, auch wenn sie sich noch in einem frühen Stadium befände.

United Internet ziehen um 3,8 Prozent an. Treiber ist ein Artikel im Handelsblatt. Dort heißt es mit Verweis auf Kreise, dass das Unternehmen einen Börsengang der Cloud-Tochter Ionos vorbereite. Der Konzern habe Banken aufgefordert, sich für Mandate zur Organisation des Listings zu bewerben. Das genaue Timing und Volumen werde aber von den Marktbedingungen abhängig gemacht. Einschließlich Schulden könnte Ionos mit knapp sechs Milliarden Euro bewertet werden, wenn Investoren dem Unternehmen eine ähnliche Bewertung zugestehen würden wie OVH Cloud, heißt es.

=== 
Aktienindex              zuletzt      +/- %        absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           4.223,78      -0,0%          -0,19     +18,9% 
Stoxx-50                3.666,26      -0,1%          -4,94     +18,0% 
DAX                    15.716,21      -0,3%         -40,85     +14,6% 
MDAX                   35.128,47      +0,1%          22,17     +14,1% 
TecDAX                  3.834,58      -0,3%         -12,48     +19,4% 
SDAX                   17.072,02      +0,1%          14,57     +15,6% 
FTSE                    7.262,58      -0,2%         -15,04     +12,6% 
CAC                     6.758,07      -0,1%          -8,44     +21,7% 
 
Rentenmarkt              zuletzt                   absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite      -0,17                     -0,05      +0,41 
US-Zehnjahresrendite        1,57                     -0,04      +0,65 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %  Mi., 8:22 Uhr  Di, 17:30    % YTD 
EUR/USD                   1,1618      +0,2%         1,1602     1,1594    -4,9% 
EUR/JPY                   131,91      -0,3%         132,28     132,43    +4,6% 
EUR/CHF                   1,0656      -0,1%         1,0664     1,0669    -1,4% 
EUR/GBP                   0,8451      +0,3%         0,8428     0,8412    -5,4% 
USD/JPY                   113,56      -0,5%         114,04     114,23    +9,9% 
GBP/USD                   1,3746      -0,1%         1,3762     1,3784    +0,6% 
USD/CNH (Offshore)        6,3889      +0,1%         6,3823     6,3785    -1,8% 
Bitcoin 
BTC/USD                59.048,51      -2,7%      60.936,01  62.098,01  +103,3% 
 
ROHOEL                   zuletzt  VT-Settl.          +/- %    +/- USD    % YTD 
WTI/Nymex                  83,89      84,65          -0,9%      -0,76   +75,9% 
Brent/ICE                  85,47      86,40          -1,1%      -0,93   +68,5% 
 
METALLE                  zuletzt     Vortag          +/- %    +/- USD    % YTD 
Gold (Spot)             1.793,45   1.792,91          +0,0%      +0,54    -5,5% 
Silber (Spot)              24,18      24,16          +0,1%      +0,02    -8,4% 
Platin (Spot)           1.025,55   1.032,03          -0,6%      -6,48    -4,2% 
Kupfer-Future               4,40       4,49          -1,9%      -0,09   +24,9% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/err

(END) Dow Jones Newswires

October 27, 2021 10:11 ET (14:11 GMT)

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
BANCO SANTANDER, S.A. -8.92%2.783 verzögerte Kurse.9.65%
BASF SE -6.01%57.91 verzögerte Kurse.-10.52%
BEIERSDORF AG -1.94%90.78 verzögerte Kurse.-3.88%
DEUTSCHE BANK AG -7.52%10.7 verzögerte Kurse.19.57%
DEUTSCHE WOHNEN SE -4.57%41.57 verzögerte Kurse.-4.85%
GLAXOSMITHKLINE PLC -1.90%1510.8 verzögerte Kurse.12.58%
GOLD 0.00%1791.6 verzögerte Kurse.-5.56%
PUMA SE -4.37%103.95 verzögerte Kurse.12.65%
SCHNEIDER ELECTRIC SE -3.28%151.58 Realtime Kurse.28.13%
SCOR SE -5.46%26.47 Realtime Kurse.0.19%
SIEMENS AG -5.43%145.24 verzögerte Kurse.23.59%
UNITED INTERNET AG -2.61%33.27 verzögerte Kurse.-3.37%
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