FRANKFURT (Dow Jones)--Knapp behauptet zeigen sich die europäischen Börsen am Donnerstagmittag. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen und auch Zurückhaltung vor den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Sie könnten den weiteren Zinskurs der US-Notenbank mitbestimmen. Gewinnmitnahmen gibt es vor allem in stark gelaufenen zinsabhängigen Aktien. Hier kehrt angesichts der zuletzt stark gesunkenen Renditen Vorsicht ein. Der Subindex der europäischen Immobilienaktien rangiert mit einem Minus von 0,8 Prozent am Ende. Der DAX fällt um 0,2 Prozent auf 16.617 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt ebenfalls um 0,2 Prozent nach.

Händler berichten angesichts des nur kleinen Rücksetzers, dass fallende Kurse schnell zum Einstieg genutzt würden. Denn der Investitionsbedarf sei nach wie vor hoch und sollte die Kurse zumindest bis zum Verfall am Freitag kommender Woche stützen.


  Alle Augen auf Arbeitsmarkt in den USA 

Im Fokus haben die Akteure den US-Arbeitsmarkt: Nach den offenen Stellen am Dienstag (Jolts-Daten) und den neuen Stellen in der US-Privatwirtschaft (ADP-Bericht) stehen am Nachmittag die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe im Blick. Am Freitag folgt dann der offizielle November-Arbeitsmarktbericht. Er gilt als wegweisend für die Zinspolitik der US-Notenbank. Zuletzt hatte US-Notenbankchef Powell mit Aussagen aufgewartet, wonach zumindest Zinserhöhungen der Vergangenheit angehören dürften.

Am Markt wird derweil längst stark auf 2024 fallende Zinsen spekuliert. Dies setzt sich aktuell fort, am Anleihemarkt steigen die Kurse weiter. Dazu dürfte auch beitragen, dass in Deutschland die Industrieproduktion im Oktober um 3,5 Prozent zum Vorjahr gesunken ist. Das BIP im vierten Quartal dürfte daher ein Minus ausweisen.

In China haben unterdessen die Exporte im November die Erwartungen übertroffen. Damit wurde ein sechsmonatiger Rückgang beendet. Dies stützt die These einer Konjunkturerholung, wie es die jüngsten Caixin-Einkaufsmanagerdaten gezeigt hatten.


Analysten sorgen für Kursbewegungen 

Am Aktienmarkt geben bei Einzelwerten vor allem Analystenstimmen die Richtung vor: JP Morgen hat sich überwiegend negativ zum Luftfahrtsektor geäußert. Lufthansa wurden doppelt abgestuft von "Overweight" auf "Underweight" und fallen um 3,5 Prozent. Für Air France geht es sogar um 5,1 Prozent nach unten und für IAG um 3,1 Prozent.

Bei MTU hat JP Morgan dagegen das Kursziel erhöht auf 280 von 240 Euro. MTU gewinnen 1,2 Prozent auf 191,80 Euro. Continental fallen nach einer Abstufung durch HSBC um 1,1 Prozent. Für Qiagen geht es nach einer Empfehlung durch Goldman Sachs um 0,9 Prozent nach oben. Deutsche Post (DHL) legen um 0,9 Prozent zu, nachdem JP Morgan die Aktie von der Verkaufsempfehlung befreit hat und wieder mit "Neutral" einstuft.

In Zürich verlieren Swatch 0,8 Prozent, nachdem die Deutsche Bank ihre Kaufempfehlung zurückgezogen hat.

SFC Energy (-0,7%) profitierten nur anfangs leicht davon, dass der Brennstoffzellenhersteller einen Folgeauftrag von Bestandskunden gemeldet hat. Borussia Dortmund fallen um 3,7 Prozent. Auf die Stimmung drückt das Pokal-Aus gegen Stuttgart


Technikwerte konsolidieren 

Die schwächeren US-Vorlagen drücken auch in Europa den Techniksektor, dessen Subindex gibt um 0,3 Prozent nach. Mittelfristig seien die Aussichten aber gut, meint Anlagestratege Ulrich Stephan von der Deutschen Bank. Die Halbleiterwerte dürften nach einem Minus von 11 Prozent in diesem Jahr beim Branchenumsatz im kommenden Jahr um 17 Prozent auf den Rekordstand von 624 Milliarden Dollar wachsen, so Stephan mit Verweis auf den IT-Marktforscher Gartner.


 
Aktienindex              zuletzt        +/- %     absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           4.476,16        -0,2%       -7,10     +18,0% 
Stoxx-50                4.038,27        -0,1%       -4,03     +10,6% 
DAX                    16.618,88        -0,2%      -37,56     +19,4% 
MDAX                   26.403,54        -1,2%     -334,04      +5,1% 
TecDAX                  3.214,07        -0,5%      -14,73     +10,0% 
SDAX                   13.096,47        -1,2%     -158,11      +9,8% 
FTSE                    7.489,41        -0,3%      -25,97      +0,9% 
CAC                     7.427,11        -0,1%       -8,88     +14,7% 
 
Rentenmarkt              zuletzt                  absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite       2,20                    +0,00      -0,37 
US-Zehnjahresrendite        4,15                    +0,04      +0,27 
 
 
DEVISEN                  zuletzt        +/- %    Do, 8:45  Mi, 17:04    % YTD 
EUR/USD                   1,0779        +0,1%      1,0780     1,0794    +0,7% 
EUR/JPY                   156,53        -1,3%      156,89     158,84   +11,5% 
EUR/CHF                   0,9417        +0,0%      0,9421     0,9429    -4,9% 
EUR/GBP                   0,8571        -0,0%      0,8568     0,8568    -3,2% 
USD/JPY                   145,16        -1,4%      145,59     147,15   +10,7% 
GBP/USD                   1,2574        +0,1%      1,2580     1,2598    +4,0% 
USD/CNH (Offshore)        7,1571        -0,2%      7,1617     7,1687    +3,3% 
Bitcoin 
BTC/USD                43.694,04        -0,2%   43.945,81  43.855,76  +163,2% 
 
 
 
ROHOEL                   zuletzt  VT-Settlem.       +/- %    +/- USD    % YTD 
WTI/Nymex                  69,87        69,38       +0,7%      +0,49    -9,0% 
Brent/ICE                  74,74        74,30       +0,6%      +0,44    +1,5% 
GAS                               VT-Settlem.                +/- EUR 
Dutch TTF                  40,53        39,23       +3,3%      +1,30   -53,5% 
 
 
METALLE                  zuletzt       Vortag       +/- %    +/- USD    % YTD 
Gold (Spot)             2.033,95     2.025,40       +0,4%      +8,55   +11,5% 
Silber (Spot)              23,98        23,93       +0,2%      +0,06    +0,1% 
Platin (Spot)             898,08       892,50       +0,6%      +5,58   -15,9% 
Kupfer-Future               3,74         3,72       +0,8%      +0,03    -1,7% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
 

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December 07, 2023 06:49 ET (11:49 GMT)