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MÄRKTE EUROPA/EZB-Entscheidung bewegt kaum

28.10.2021 | 16:24

FRANKFURT (Dow Jones)--Die geldpolitische Entscheidung der EZB hat keine nachhaltigen Akzente an den Börsen gesetzt. Die EZB hat erwartungsgemäß ihre Geldpolitik bestätigt. Auf der anschließenden Pressekonferenz hat Präsidentin Christine Lagarde die Erwartung der EZB unterstrichen, dass sich die hohen Inflationsraten im kommenden Jahr normalisieren werden. Auch habe Lagarde klar gemacht, dass die an den Märkten eingepreiste Zinserhöhung im kommenden Jahr nicht gerechtfertigt sei. Recht optimistisch habe sich die Notenbankerin zum Wirtschaftswachstum in der Eurozone geäußert.

Der DAX notiert 0,3 Prozent leichter bei 15.666 Punkten, der Euro-Stoxx-50 gewinnt derweil 0,1 Prozent auf 4.225 Zähler. An den Devisenmärkten legt der Euro etwas zu auf 1,1640 Dollar. An den Anleihemärkten geriet der Bund-Future kurzzeitig unter Druck, holte die Verluste aber rasch wieder weitgehend auf.

Neben der EZB-Sitzung stehen US-Wachstumszahlen zum dritten Quartal im Blick. Das Wachstum ist mit 2,0 Prozent deutlich unter der Erwartung von 2,8 Prozent geblieben bei zugleich hohen Inflationszahlen. Die Börsen reagieren indes kaum auf die Zahlen. Die Commerzbank geht davon aus, dass die US-Notenbank trotz des schwächeren US-Wachstums im dritten Quartal in der kommenden Woche das Tapering ihrer Anleihekäufe beschließen wird. Für das vierte Quartal zeichne sich wieder ein höheres Wachstum ab.

   VW leidet unter der Halbleiterkrise 

Volkswagen (-4,5%) hat im dritten Quartal wegen einer deutlich geringeren Produktion infolge der Halbleiterkrise einen Gewinneinbruch verzeichnet. Warburg spricht von einem durchwachsenen Quartal. Gelitten habe der Konzern unter der geringen Auslastung der konzerneigenen Volumenmarken infolge des Chipmangels. Daneben dürfte die VW-Aktie unter Gewinnmitnahmen leiden. Diese war im Vorfeld stark gestiegen wegen Spekulationen über einen Börsengang der Porsche AG. Hierzu gab es keine neuen Erkenntnisse. Porsche Holding verlieren 3,1 Prozent.

Airbus (+1%) hat im dritten Quartal 2021 weniger umgesetzt, aber mehr verdient als am Markt erwartet. Die Jahresprognose für den bereinigten operativen Gewinn und den freien Cashflow vor Fusionen und Akquisitionen sowie Kundenfinanzierungen hob der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern an. "Wir konzentrieren uns auf die Sicherung des Hochlaufs der A320-Familie und bemühen uns, die richtigen Kapazitäten in der Industrie und in der Lieferkette bereitzustellen ", sagte CEO Guillaume Faury.

Aurubis machen nach vorläufigen Zahlen einen Satz von 6 Prozent. Das Unternehmen erwartet für das Geschäftsjahr 2020/21 ein operatives Ergebnis vor Steuern in Höhe von 353 Millionen Euro. Dieses liegt somit klar über dem Prognosekorridor von 270 bis 330 Millionen Euro.

Besser als erwartet hat Anheuser-Busch Inbev (+9,8%) im vergangenen Quartal abgeschnitten, wie ein Marktteilnehmer sagt. Der Umsatz sei deutlich stärker als geschätzt gewachsen und liege 5 Prozent über den Prognosen. Auch der Gewinn läge auf operativer Basis über den Schätzungen. Die Prognose hat der Brauereikonzern nun angehoben.

Stellantis zeigen sich nach den Geschäftszahlen etwas leichter. Der Kurs gibt um 0,6 Prozent nach. Der Konzern hat zuletzt 14 Prozent weniger umgesetzt, der Absatzrückgang war mit 27 Prozent aber deutlich größer. Weil verstärkt margenstärkere Autos verkauft wurden und die erzielten Preise höher ausfielen, wurde der Absatzrückgang nach Unternehmensangaben ergebnisseitig aber mehr als wettgemacht. Equita sieht das Margenziel von Stellantis für dieses Jahr als machbar an.

Über den Erwartungen ist das Zahlenwerk von STMicro (+5,5%) ausgefallen. "Die Bruttomarge steigt schneller als erwartet", so ein Marktteilnehmer. Mit 41,6 Prozent habe sie die Schätzungen von 41,1 Prozent übertroffen. "Auch der Ausblick ist gut", so der Marktteilnehmer. STMicro rechnet mit einem weiteren Margenanstieg auf 43 Prozent und einem Umsatz von 3,4 Milliarden Dollar - beides liegt deutlich über den Prognosen.

Gute Geschäftszahlen treiben den Kurs der Lloyds-Group an, wie ein Marktteilnehmer sagt. Der Kurs gewinnt 1,2 Prozent. Die Bank hat den Vorsteuergewinn nahezu verdoppelt, damit liegt er auch gut 50 Prozent über den Schätzungen.

   WPP mit starkem organischen Wachstum 

WPP steigen um 7,5 Prozent. "Die Zahlen sind stark", so ein Händler. Das organische Wachstum liege mit 15,7 Prozent deutlich über den Erwartungen. Zudem hat WPP die Prognose für das EBITDA erhöht.

Swisscom stehen mit einem Minus von 8,2 Prozent stark unter Druck. Marktteilnehmer verweisen auf die Hängepartie in der Zusammenarbeit mit Salt. Das geplante Gemeinschaftsunternehmen für Glasfasernetze wird aktuell von der schweizerischen Wettbewerbsbehörde geprüft. In diesem sollen Netzkapazitäten besser genutzt und Investitionen gebündelt werden. Negativ gesehen wird im Handel auch die Entwicklung bei Fastweb. Die Internet-Seite habe zuletzt Kunden verloren.

Nach gemischten Zahlen geben Rheinmetall 1,2 Prozent nach. Leicht negativ wird im Handel interpretiert, dass sich der Verkauf des Kolbengeschäftes verzögere. Dies werde dahingehend interpretiert, dass die Vorstellung des zu erzielenden Preises momentan nicht durchzusetzen sei.

=== 
Aktienindex              zuletzt      +/- %        absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           4.226,25      +0,1%           5,37     +19,0% 
Stoxx-50                3.668,07      +0,2%           5,88     +18,0% 
DAX                    15.664,95      -0,3%         -40,86     +14,2% 
MDAX                   34.861,26      -0,4%        -149,78     +13,2% 
TecDAX                  3.821,10      +0,2%           7,53     +18,9% 
SDAX                   17.076,53      +0,3%          55,19     +15,7% 
FTSE                    7.238,84      -0,2%         -14,43     +12,3% 
CAC                     6.782,31      +0,4%          28,79     +22,2% 
 
Rentenmarkt              zuletzt                   absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite      -0,14                     +0,04      +0,44 
US-Zehnjahresrendite        1,56                     +0,01      +0,64 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %  Do., 8:30 Uhr  Mi, 17:31    % YTD 
EUR/USD                   1,1661      +0,5%         1,1602     1,1593    -4,5% 
EUR/JPY                   132,25      +0,1%         131,72     131,91    +4,9% 
EUR/CHF                   1,0665      +0,1%         1,0659     1,0645    -1,4% 
EUR/GBP                   0,8459      +0,2%         0,8443     0,8445    -5,3% 
USD/JPY                   113,40      -0,4%         113,53     113,78    +9,8% 
GBP/USD                   1,3785      +0,3%         1,3742     1,3729    +0,9% 
USD/CNH (Offshore)        6,3911      -0,0%         6,3970     6,3926    -1,7% 
Bitcoin 
BTC/USD                61.578,00      +4,8%      59.083,76  59.042,26  +112,0% 
 
ROHOEL                   zuletzt  VT-Settl.          +/- %    +/- USD    % YTD 
WTI/Nymex                  82,38      82,66          -0,3%      -0,28   +72,8% 
Brent/ICE                  84,13      84,58          -0,5%      -0,45   +65,9% 
 
METALLE                  zuletzt     Vortag          +/- %    +/- USD    % YTD 
Gold (Spot)             1.804,23   1.796,81          +0,4%      +7,42    -4,9% 
Silber (Spot)              24,21      24,06          +0,6%      +0,15    -8,3% 
Platin (Spot)           1.030,35   1.014,90          +1,5%     +15,45    -3,7% 
Kupfer-Future               4,43       4,39          +0,9%      +0,04   +25,7% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/err

(END) Dow Jones Newswires

October 28, 2021 10:23 ET (14:23 GMT)

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
AIRBUS SE -0.49%101 Realtime Kurse.12.97%
ANHEUSER-BUSCH INBEV 0.43%49.88 Realtime Kurse.-12.73%
AURUBIS AG -2.85%75.76 verzögerte Kurse.19.04%
GOLD -0.79%1768.6 verzögerte Kurse.-6.58%
LLOYDS BANKING GROUP PLC -1.77%46.7074 verzögerte Kurse.28.55%
PORSCHE AUTOMOBIL HOLDING SE -1.57%75.16 verzögerte Kurse.33.76%
RHEINMETALL AG 0.08%79.56 verzögerte Kurse.-8.04%
STMICROELECTRONICS N.V. -6.83%41.73 Realtime Kurse.38.29%
SWISSCOM AG -0.94%506.8 verzögerte Kurse.6.31%
VOLKSWAGEN AG -0.37%166.52 verzögerte Kurse.9.64%
WPP PLC -1.45%1054 verzögerte Kurse.32.13%
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