FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Dienstag bis zum Mittag im Kurs gestiegen. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future legte zuletzt um 0,42 Prozent auf 134,43 Punkte zu. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf 2,29 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit Juli.

Bis zuletzt hatten Spekulationen auf perspektivisch fallende Leitzinsen für Zinsdruck an den Anleihemärkten gesorgt. Sowohl seitens der US-Notenbank Fed als auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) werden im Laufe des nächsten Jahres erste Zinssenkungen erwartet. Für das ganze Jahr 2024 sind am Terminmarkt aktuell deutlich mehr ein Prozentpunkt an Zinsreduzierungen eingepreist, sowohl für die Fed als auch für die EZB.

In diesem Umfeld sorgten Bemerkungen von EZB-Direktorin Isabel Schnabel für zusätzlichen Zinsdruck. Die deutsche Notenbankerin bezeichnete weitere Zinsanhebungen angesichts des jüngsten Inflationsrückgangs als eher unwahrscheinlich. Schnabel gilt als Befürworterin einer straffen Geldpolitik, weshalb ihre Äußerungen erst recht als Hinweis auf vorerst stabile Leitzinsen aufgefasst wurden. Zugleich bekräftigte sie ihre Haltung, dass es zu früh sei, um den Kampf gegen die Inflation als beendet zu bezeichnen.

Konjunkturdaten aus der Eurozone fielen am Vormittag positiv aus. Die Unternehmensstimmung hellte sich im November auf, allerdings von niedrigem Niveau aus. Nach wie vor signalisieren die Indikatoren von S&P Global eine schrumpfende Wirtschaft. Analysten halten eine technische Rezession für möglich, nachdem die Euroraum-Wirtschaft bereits im Sommerquartal leicht geschrumpft ist.

In den USA wird am Nachmittag das Pendant zu den Kennzahlen von S&P erwartet. Das ISM-Institut gibt seinen Einkaufsmanagerindex für die Dienstleister bekannt. Es wird mit einer Aufhellung gerechnet. Bemerkungen aus den Reihen der US-Zentralbank Fed sind wegen der üblichen Schweigeperiode vor der Zinsentscheidung Mitte Dezember nicht zu erwarten./bgf/jsl/mis