NEW YORK (awp international) - Der Euro hat am Donnerstag mit einem Rutsch unter 1,09 US-Dollar seinen jüngsten Rückschlag ausgeweitet. Im New Yorker Handel kostete die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,0884 Dollar und notierte damit minimal über ihrem Tagestief. Bei 1,1017 Dollar hatte sie zuletzt noch den höchsten Stand seit gut dreieinhalb Monaten erreicht.

Auch zum Franken ging es für den Euro talwärts. EUR/CHF lag am Abend bei 0,9536 nach 0,9582 am frühen Morgen. Der Greenback kostete derweil 0,8761 Franken und damit etwas mehr als am Mittag.

Belastet wurde der Euro durch den überraschend deutlichen Inflationsrückgang im Währungsraum im November. Mit einer Preissteigerung von nur noch 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat nähert sich die Teuerung allmählich wieder dem mittelfristigen EZB-Inflationsziel von zwei Prozent.

Deutlich rückläufig war auch die Kernteuerung, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel herausgerechnet werden. Sie bildet nach Meinung vieler Ökonomen die grundlegende Teuerung ab und stellt den Inflationstrend daher etwas besser dar als die Gesamtrate.

Experten rechnen zwar überwiegend mit einem längeren Weg, bis das EZB-Inflationsziel nachhaltig erreicht wird. Bundesbankpräsident Joachim Nagel etwa spricht regelmässig von einer schwierigen "letzten Meile". Doch ungeachtet dessen sind an den Finanzmärkten für das nächste Jahr erste Zinssenkungen der EZB bereits eingepreist.

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