Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

Sentix-Konjunkturindex für Deutschland sinkt zum dritten Mal in Folge

Der Sentix-Konjunkturindex für Deutschland ist im März zum dritten Mal in Folge gesunken, wozu sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die Konjunkturerwartungen beitrugen. Wie das Beratungsunternehmen mitteilte, ging der Index auf minus 27,9 (Vormonat: minus 27,1) Punkte zurück. Der Lageindex sank auf minus 40,5 (minus 39,3) Punkte, den niedrigsten Wert seit Juli 2020. Der Erwartungsindex verringerte sich auf minus 14,3 (minus 14,0).

VDMA: Bestellungen sinken auch zum Jahresauftakt

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat zum Jahresauftakt weiter sinkende Bestellungen verzeichnet. Im Januar blieben die Auftragseingänge um real 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte. Aus dem Inland kamen 11 Prozent weniger Bestellungen, die Auslandsorders gingen um 9 Prozent zum Vorjahresmonat zurück. Dabei fiel der Auftragsrückgang aus den Euro-Ländern mit 19 Prozent deutlich heftiger aus als der Rückgang von 5 Prozent aus den Nicht-Euro-Ländern.

Türkische Inflation gewinnt wieder an Fahrt

Die Inflation in der Türkei ist erneut gestiegen, was darauf hindeutet, dass die restriktive Geldpolitik noch nicht zu greifen begonnen hat. Die Verbraucherpreise stiegen im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 67,07 Prozent und damit stärker als die im Januar verzeichnete Jahresinflation von 64,86 Prozent, wie aus den Zahlen des türkischen Statistikamtes hervorgeht. Haupttreiber der Inflation waren weiterhin die Dienstleistungen, was zeigt, dass die Verbrauchernachfrage in Sektoren wie dem Gastgewerbe, dem Bildungswesen und dem Gesundheitswesen nicht nachlässt.

Bofa: EZB nicht in Eile bei Zinssenkungen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach Einschätzung von Volkswirten der Bank of America (Bofa) keine Eile bei Zinssenkungen. "Die Einzelheiten der Januar-Inflationsdaten, die zunehmenden Anzeichen für eine sich beschleunigende Wirtschaft und ersten Anhaltspunkte für die Lohnentwicklung im ersten Quartal lassen eine Zinssenkung vor Juni aus Sicht der EZB wahrscheinlich nicht dringlich erscheinen", schreiben sie in ihrem Ausblick auf die EZB-Ratssitzung

Barclays: EZB-Zinssenkungsdiskussion startet offiziell

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) wird in dieser Woche nach Einschätzung der Barclays-Volkswirte Matiano Cena und Silvia Ardagna auch offiziell über eine Lockerung der Geldpolitik diskutieren. "Wir erwarten, dass Präsidentin Christine Lagarde auf der Pressekonferenz mitteilen wird, dass die Debatte über den Zeitpunkt der Zinssenkungen und die Normalisierung der Geldpolitik begonnen hat", schreiben sie in ihrem Ausblick auf die EZB-Ratssitzung.

Goldman Sachs: EZB ändert Kommunikation nicht

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) wird seine Geldpolitik nach Einschätzung der Volkswirte von Goldman Sachs in dieser Woche unverändert lassen und auch an der Kommunikation nichts verändern. "Wir gehen davon aus, dass der Wortlaut der geldpolitischen Erklärung unverändert bleiben und bekräftigen wird, dass 1. die derzeitigen Zinssätze "einen wesentlichen Beitrag" zur Disinflation leisten, 2. die Zinssätze "so lange wie nötig auf einem ausreichend restriktiven Niveau" bleiben werden und 3. die Politik einen datenabhängigen Ansatz verfolgen wird", schreiben sie in ihrem Ausblick.

VP Bank: SNB senkt ihre Zinsen 2024 nicht

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird ihre Zinsen nach Meinung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der liechtensteinischen VP Bank, im laufenden Jahr nicht senken. "So sehr der weitere Rückgang der Inflationsrate auf 1,2 Prozent erfreuen mag, die Inflationsgefahren sind noch nicht gebannt", schreibt Gitzel in einem Kommentar zu den Verbraucherpreisdaten für Februar. Gitzel weist darauf hin, dass die Verbraucherpreise auf Monatssicht um 0,6 Prozent zugelegt hätten und die Kernverbraucherpreise sogar um 0,7 Prozent.

IW: Zweite Trump-Ära kostet deutsche Wirtschaft bis zu 150 Mrd Euro

Würde Donald Trump ein zweites Mal US-Präsident, hätte das nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gravierende Folgen für die deutsche Wirtschaft. Seine geplanten Zölle auf Importe könnten über eine vierjährige Amtszeit gerechnet insgesamt einen Verlust von bis zu 150 Milliarden Euro für die deutsche Wirtschaft bedeuten, zeigt eine neue Studie des IW, wie das Institut mitteilte. Im Falle einer erneuten Präsidentschaft erwäge Trump, einen Mindestzoll von 10 Prozent für Importe aus allen Ländern und für chinesische Einfuhren sogar von 60 Prozent zu erheben.

Heil: Rentenerhöhung dürfte im Sommer über Inflationsrate liegen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) rechnet für diesen Sommer mit Rentenerhöhungen über der Inflationsrate. "Die Rentenerhöhungen folgen den Tariferhöhungen am Arbeitsmarkt. Und weil die ganz ordentlich waren, rechne ich damit, dass wir auch Rentenerhöhungen endlich wieder über der Inflationsrate haben, weil die Inflation zurückgeht", sagte Heil erklärte am Sonntagabend in der ARD.

Bitkom sieht AfD-Positionen als Gefahr für Deutschlands Digitalwirtschaft

Forderungen der AfD würden Deutschlands digitale Wirtschaft beschädigen und ihre Wettbewerbsfähigkeit massiv belasten. Zu diesem Schluss kommt der Digitalverband Bitkom in einem Positionspapier. Der Verband warnte, dass die Ausrichtung der AfD den Grundwerten und Zielen der deutschen Digitalwirtschaft in fast allen Feldern diametral entgegenstehe. "Deutschlands digitale Wirtschaft steht für Innovation und Internationalität, für eine offene Gesellschaft, weltweiten Austausch und permanenten Wandel.

Moskau bestellt wegen Taurus deutschen Botschafter ein

Das Außenministerium in Moskau hat russischen Medienberichten zufolge den deutschen Botschafter nach der Taurus-Abhöraffäre einbestellt. Botschafter Alexander Graf Lambsdorff sei am Montagmorgen am Ministerium eingetroffen, ohne sich gegenüber Journalisten zu äußern, berichteten russische Nachrichtenagenturen. Am Freitag war in russischen Onlinenetzwerken ein vermutlich abgehörtes Gespräch zwischen mehreren deutschen Offizieren zu Waffenlieferungen an die Ukraine veröffentlicht worden.

Auswärtiges Amt: Lambsdorff nicht ins russische Außenministerium einbestellt

Das Auswärtige Amt ist russischen Darstellungen entgegengetreten, nach denen der deutsche Botschafter in Russland, Alexander Graf Lambsdorff, wegen der Taurus-Abhöraffäre ins russische Außenministerium einbestellt worden sei. "In der Tat war unser Botschafter heute Morgen zu einem schon länger terminierten Termin im russischen Außenministerium", sagte Außenamtssprecher Christian Wagner bei einer Pressekonferenz in Berlin auf eine entsprechende Frage. "Insofern kann ich Ihre Frage danach, ob es sich um eine Einbestellung gehandelt hat, mit einem einfachen Nein beantworten."

DJG/DJN/AFP/apo

(END) Dow Jones Newswires

March 04, 2024 07:30 ET (12:30 GMT)