Zürich (awp) - KPMG Schweiz hat im zurückliegenden Geschäftsjahr das beste Ergebnis seiner Geschichte hingelegt. Doch schon bald könnte sich KPMG Schweiz mit der britischen Gesellschaft zusammenschliessen.

Der Nettoumsatz von KPMG Schweiz stieg im Geschäftsjahr 2023 um 11,8 Prozent auf 527,1 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das Geschäftsjahr endete bereits Ende September. Damit wurde das Umsatzziel von 500 Millionen Franken klar übertroffen. Der Bruttoumsatz, der auch die in der Schweiz fakturierten Fremdleistungen anderer KPMG-Ländergesellschaften umfasst, kam bei 685,5 Millionen Franken zu liegen (+9,5%).

Dabei konnte das Unternehmen in allen Geschäftsbereichen klar zulegen. Am stärksten wuchs das Geschäft mit Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahen Dienstleistungen (+14,3%) gefolgt von Beratungsdienstleistungen (+11,9%) sowie Steuer- und Rechtsberatungs-Dienstleistungen (+7,1%).

Auch bei der Zahl der Mitarbeitenden legte KPMG klar zu. Per Ende September 2023 arbeiteten rund 2600 Personen für das Beratungsunternehmen, was einem Anstieg um rund 250 Personen entspricht. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten stieg auf 467 von 414 auch vergleichsweise deutlich an.

KPMG sei gut in das neue Finanzjahr gestartet, sagte KPMG-Schweiz-Chef Stefan Pfister in einem Videointerview. Er zeigte sich daher optimistisch, dass das Unternehmen an seinen Wachstumspfad der vergangenen Jahre werde anknüpfen können. Unsicherheiten gebe es aber in Hinblick auf das geopolitische Umfeld. Dieses könnte sogar noch herausfordernder werden, sagte er weiter.

Gespräche für Zusammenlegung Schweiz mit Grossbritannien

Ob KPMG Schweiz allerdings künftig noch eigenständig bleiben wird, ist fraglich. Denn die Schweizer Einheit will sich mit dem britischen Geschäft des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens zusammenschliessen, wie unter anderem die britische "Financial Times" in der Nacht auf Donnerstag berichtet hatte.

Gegenüber der Nachrichtenagentur AWP bestätigte eine Sprecherin die Gespräche mit KPMG UK zu einer mögliche Fusion. In den Gesprächen solle geprüft werden, "wie eine engere Zusammenarbeit Synergien zum Vorteil für Kunden und Mitarbeiter ermöglichen könnte", sagte sie. KPMG Schweiz solle aber auf jeden Fall ein Unternehmen nach Schweizer Recht und Regulierung mit einer Schweizer Geschäftsleitung bleiben.

Einer Zusammenlegung müssten die KPMG-Partner in den beiden Ländern zustimmen. Die Abstimmung zur einer möglichen Fusion könnte im kommenden Jahr stattfinden, heisst es im Medienbericht.

Bei einem Zusammenschluss wäre die Schweiz mit Abstand der kleinere Partner. Bei der britischen Niederlassung von KPMG arbeiteten im Vorjahr rund 17'000 Personen und sie erwirtschafteten einen Umsatz von 2,7 Milliarden Pfund.

Der KPMG-Konkurrent Deloitte hatte bereits im Jahr 2006 das Schweiz-Geschäft mit Grossbritannien zusammengelegt.

cg/tv