Nachrichten und Einschätzungen zum Krieg zwischen der militanten Palästinenserorganisation Hamas und Israel. Es ist nicht möglich, alle Nachrichten aus Kriegsgebieten unabhängig zu verifizieren.


17 Staaten fordern Waffenstillstand in Gaza 

Deutschland und 16 weitere Staaten haben in einer gemeinsamen Erklärung den Abschluss einer Vereinbarung für einen Waffenstillstand in Gaza gefordert. "Wir rufen die Hamas auf, diese Vereinbarung, auf die Israel einzugehen bereit ist, zum Abschluss zu bringen und mit der Freilassung unserer Bürgerinnen und Bürger zu beginnen", erklärten die Staats- und Regierungschefinnen und -chefs der 17 Länder, unter ihnen die USA, Frankreich und Großbritannien. Sie unterstützten uneingeschränkt die Initiative für einen Waffenstillstand und die Freilassung der Geiseln, wie am 31. Mai von US-Präsident Joe Biden dargelegt. Diese Vereinbarung würde zu einem sofortigen Waffenstillstand und dem Wiederaufbau von Gaza mit Sicherheitsgarantien für Israelis und Palästinenser führen und außerdem die Chance auf langfristig tragfähigeren Frieden und eine Zweistaatenlösung bergen. "In diesem entscheidenden Augenblick rufen wir die israelische Führung und die Führung der Hamas dazu auf, alle notwendigen letzten Kompromisse für eine solche Einigung einzugehen und den Familien unserer Geiseln ebenso wie den Menschen auf beiden Seiten dieses schrecklichen Konflikts Erleichterung zu schaffen", erklärten sie. "Der Krieg muss endlich aufhören, und diese Vereinbarung ist dafür der nötige Ansatzpunkt."


CIA-Direktor soll in Katar Gespräche über Gaza-Friedensgespräche voranbringen 

Zwei hochrangige US-Regierungsvertreter versuchen im Nahen Osten die festgefahrenen Verhandlungen über ein Abkommen für einen Waffenstillstand im Gaza-Krieg und die Befreiung der von der Hamas festgehaltenen israelischen Geiseln wiederzubeleben. Wie mit den Gesprächen vertraute Personen sagten, hält sich CIA-Direktor William Burns in Katars Hauptstadt Doha auf, während der Nahostkoordinator des Weißen Hauses, Brett McGurk, am Mittwoch in Kairo eintraf. Bei den Gesprächen, die diese Woche in Kairo und Doha stattfinden, geht es um den von US-Präsident Joe Biden vorgeschlagenen Waffenstillstand, um Pläne für den Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten, der seit Beginn der israelischen Offensive im Mai geschlossen ist, sowie um die künftige Verwaltung des Gazastreifens. Arabische Vermittler sagten, Biden habe die Staats- und Regierungschefs des Nahen Ostens unter Druck gesetzt, bis nächste Woche eine Einigung zu erzielen.


Primor: Netanjahu wird Gaza-Friedensplan nicht zustimmen 

Der frühere Botschafter Israels in Deutschland, Avi Primor, erwartet ein Scheitern des von US-Präsident Joe Biden vorgestellten Friedensplans für den Gazakonflikt zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas. "Premier Benjamin Netanjahu wird diesem Plan nicht zustimmen", sagte Primor dem Kölner Stadt-Anzeiger. Primor begründete dies zum einen mit Druck von Netanjahus rechts-religiösen Koalitionspartnern. Zum anderen stimme Netanjahu selbst mit deren ablehnender Haltung überein, "nicht nur inhaltlich, sondern auch wegen der gegen ihn laufenden Prozesse. Der Machterhalt ist hier seine Rückversicherung", sagte der 89 Jahre alte Ex-Diplomat, der sein Land von 1993 bis 1999 in Bonn und Berlin vertrat. Der Bundesregierung empfahl Primor beim Versuch der Einflussnahme auf Israels Agieren im Gazastreifen ein koordiniertes Vorgehen mit den anderen europäischen Mächten und insbesondere mit den USA.


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June 06, 2024 08:06 ET (12:06 GMT)