Die Fälle werden die ersten sein, bei denen ein neues beschleunigtes Prüfverfahren zur Anwendung kommt, das Anfang des Jahres angekündigt wurde und das vorsieht, dass das Gremium innerhalb von 30 Tagen eine Entscheidung trifft. Normalerweise berät der Ausschuss mehrere Monate lang über seine Fälle.

Die Entscheidung des Gremiums, sich der Fälle anzunehmen, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Plattformen der sozialen Medien mit gewalttätigen, hasserfüllten und irreführenden Inhalten überschwemmt werden, und zwar im Rahmen des seit zwei Monaten andauernden Krieges zwischen Israel und der Hamas, der islamistischen Bewegung im Gazastreifen, die den Angriff auf israelische Städte am 7. Oktober verübte, der den Konflikt auslöste.

Nach diesem Angriff senkte Meta vorübergehend die Schwelle für die Entfernung potenziell schädlicher Inhalte, darunter auch Beiträge, die eindeutig von der Hamas genommene Geiseln identifizierten.

Das Unternehmen sah sich auch mit Vorwürfen konfrontiert, dass es Unterstützungsbekundungen für die Palästinenser unterdrückt, die unter der israelischen Militäraktion in Gaza leben.

In einem Fall, der von der Behörde geprüft werden soll, hat Meta ein Video auf Instagram entfernt, das die Folgen einer Explosion im Al-Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt zeigt, darunter verletzte und tote Kinder, so die Behörde.

In der Bildunterschrift des Videos wurde behauptet, das Krankenhaus sei von der "usurpierenden Besatzung" angegriffen worden, eine offensichtliche Anspielung auf die israelische Armee, hieß es.

Das Krankenhaus, die größte medizinische Einrichtung in den palästinensischen Gebieten, steht im Mittelpunkt von Anschuldigungen wegen Kriegsverbrechen auf beiden Seiten des Konflikts. Human Rights Watch erklärte im vergangenen Monat, dass die Explosion im Krankenhaus wahrscheinlich durch eine Rakete verursacht wurde, die von bewaffneten palästinensischen Gruppen eingesetzt wird.

Meta stellte den Inhalt mit einem Warnhinweis wieder her, nachdem der Vorstand den Fall zur Überprüfung ausgewählt hatte.

Der andere Fall betrifft ein Video auf Facebook, das eine Frau zeigt, die ihre Entführer anfleht, sie nicht zu töten, während sie auf einem Motorrad weggefahren wird. Eine Bildunterschrift fordert die Menschen auf, auf die Geschehnisse vom 7. Oktober aufmerksam zu machen, so die Behörde.

Meta nahm das Video zunächst vom Netz, revidierte seine Entscheidung aber Wochen später als Reaktion auf den Trend, wie Geiselentführungsvideos geteilt wurden, so die Behörde.

Wie im ersten Fall wurde das Video mit einem Warnhinweis wiederhergestellt, so die Behörde.

In einer Erklärung erklärte Meta, dass es die Überprüfung durch das Oversight Board begrüße und sich verpflichtet habe, die Entscheidung in jedem Fall umzusetzen.