Der australische und der neuseelandische Dollar haben sich am Donnerstag stabilisiert, nachdem sie einen Ruckschlag durch einen Anstieg der US-Anleiherenditen erlitten hatten, der die Risikobereitschaft verringerte und die Aussichten fur Zinssenkungen weltweit eintrubte.

Der Aussie wurde bei $0,6605 festgesetzt, nachdem er uber Nacht von $0,6667 zuruckgegangen war, da der US-Dollar auf breiter Front zulegte. Die unmittelbare Unterstutzung liegt bei $0,6592, der Widerstand bei $0,6680.

Der Kiwi-Dollar gab einen Bruchteil auf $0,6108 nach, nachdem er in der vorangegangenen Sitzung um 0,4% gefallen war. Der Widerstand liegt bei dem zu Beginn der Woche erreichten Hochststand von $0,6170, die Unterstutzung bei $0,6084.

Anleihen erlebten eine weitere schwierige Sitzung, da die Renditen von Staatsanleihen auf ein Monatshoch stiegen und die 10-jahrigen australischen Renditen auf ein Dreiwochenhoch von 4,476% ansteigen liessen. Die Futures fur dreijahrige Anleihen lagen im bisherigen Wochenverlauf 13 Ticks tiefer bei 95,890.

Die Markte litten noch immer unter den uberraschend hohen australischen Inflationsdaten fur April, die das Risiko erhohten, dass die Reserve Bank of Australia (RBA) die Zinsen erneut anheben muss.

Bei den Futures liegt die Wahrscheinlichkeit einer Erhohung des Leitzinses von 4,35% nun bei 27%, wahrend sie vor den Daten bei 14% lag.

"Der langsame Disinflationsprozess in Australien ist schon seit einiger Zeit zu beobachten", sagte Paul Bloxham, Leiter der australischen Wirtschaftsabteilung bei HSBC. "Trotz der Verlangsamung des Wachstums ist die Angebotsseite der Wirtschaft eingeschrankt, und die Produktivitat ist schwach."

"Wir gehen davon aus, dass die RBA den Leitzins bis 2024 beibehalten und erst im zweiten Quartal 2025 mit Zinssenkungen beginnen wird.

Die am Donnerstag veroffentlichten Daten zeigen, dass die Unternehmensinvestitionen dank eines Anstiegs der Ausgaben fur Anlagen und Maschinen um 3,3% im ersten Quartal die Prognosen um 1,0% ubertroffen haben.

Diese Starke wird dazu beitragen, die unerwartete Schwache im Baugewerbe wahrend des Quartals auszugleichen, auch wenn das Wirtschaftswachstum wahrscheinlich immer noch bestenfalls mickrig ausfallen wird.

In Neuseeland hat die Regierung einen Haushalt veroffentlicht, der angesichts des schleppenden Wirtschaftswachstums und der steigenden Arbeitslosigkeit ein grosseres Defizit vorhersagt.

Die Regierung erklarte, dass die Steuererleichterungen durch Einsparungen und neue Einnahmen ausgeglichen wurden, was bedeutet, dass die Massnahmen voraussichtlich weitgehend inflationsneutral sein werden.

Die Regierung plant nun, in den Jahren 2024/25 Anleihen im Wert von 38 Mrd. NZ$ zu emittieren, was einen bescheidenen Anstieg von 2 Mrd. NZ$ gegenuber der vorherigen Prognose bedeutet. (Berichterstattung von Wayne Cole; Redaktion: Michael Perry)