FRANKFURT (awp international) - Der Euro hat am Dienstag einen Teil seiner zu Wochenbeginn erzielten Gewinne eingebüsst. Die Gemeinschaftswährung kostete am Mittag 1,0714 US-Dollar.

Der Franken holt derweil sowohl zum Euro als auch zum US-Dollar wieder etwas auf. Zum Franken rückt der Euro mit Kursen von aktuell 0,9516 der Marke von 95 Rappen immer näher. Der US-Dollar fällt unterdessen weiter unter die 89 Rappen-Marke auf aktuell 0,8879 Franken.

Wie die Devisen-Experten der Valiant-Bank schreiben, ist es gerade einmal drei Wochen her, dass man fast täglich Berichte über den schwachen Franken lesen konnte, die meist das baldige Überspringen der Parität zum Euro prophezeiten. "Seit dann haben Äusserungen von SNB-Präsident Thomas Jordan, die Zinssenkung der EZB, die Europawahl und zuletzt die Ansetzung von Neuwahlen zum französischen Parlament den Franken gestärkt und Euro geschwächt." Bereits über die Hälfte seines Zugewinns seit Anfang Jahr sei schon wieder ausradiert. Mit Blick auf die anstehende Lagebeurteilung der SNB am Donnerstag glauben die Experten, dass die Wechselkurse nicht besonders stark und auch nur kurzzeitig reagieren dürften.

Zunächst aber richtete sich am heutigen Berichtstag der Fokus auf Konjunkturdaten aus Deutschland. Die Konjunkturerwartungen hiesiger Finanzexperten haben sich im Juni zwar unerwartet nur geringfügig verbessert, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, äussert sich dennoch optimistisch. Was zähle, sei die deutliche Erholung des Konjunkturbarometers in den vergangenen Monaten. "Die Botschaft lautet: Ein Aufschwung steht ins Haus."

Die Bewertung der Konjunkturlage indes trübte sich laut ZEW überraschend etwas ein. Dabei könnte die Verunsicherung nach der Europawahl eine Rolle gespielt haben, schreibt Volkswirt Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hatte eine Schlappe erlitten und nationale Neuwahlen angesetzt. Infolgedessen war der Euro insbesondere in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche unter Druck geraten. Am Montag dann konnte sich die Gemeinschaftswährung etwas erholen.

Am Nachmittag werden aus den USA unter anderem Daten zum Einzelhandelsumsatz und zur Industrieproduktion erwartet. Zudem melden sich einige US-Notenbanker zu Wort. Anleger erhoffen sich Hinweise darauf, wann die Leitzinsen in den Vereinigten Staaten gesenkt werden könnten. Die Inflation war zwar stark gesunken, hielt sich jüngst aber hartnäckig.

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