Ein Blick auf den bevorstehenden Tag an den europäischen und globalen Märkten von Ankur Banerjee

Nachdem die Bank of Canada als erstes G7-Land die Zinssätze gesenkt hat, ist die Bühne für eine weitere Zinssenkung der Europäischen Zentralbank bereitet. Aber alle Augen werden auf Präsidentin Christine Lagarde gerichtet sein, während sich die Händler fragen: Was kommt als nächstes?

Während die EZB-Politiker ihre Absicht, die Kreditkosten zu senken, im Juni klar signalisiert haben und damit der US-Notenbank weit voraus waren, ist der weitere Weg ungewiss geworden.

Die jüngsten Wirtschaftsdaten haben deutlich gemacht, dass sich die Inflation im Euroraum vielleicht als hartnäckiger erweisen könnte als erwartet, wie es in den Vereinigten Staaten der Fall gewesen ist.

Das hat den Fokus auf das gelenkt, was Lagarde sagen wird, wenn die EZB am Donnerstag die weithin erwartete Zinssenkung vornimmt. Die Märkte rechnen in diesem Jahr mit Zinssenkungen um 64 Basispunkte.

Im Vorfeld der Zinsentscheidung notierte der Euro 0,23% fester bei $1,08935 und damit nur knapp unter dem Anfang der Woche erreichten Zweieinhalbmonatshoch.

Die Futures deuten darauf hin, dass die europäischen Börsen höher eröffnen werden und sich an den amerikanischen und asiatischen Aktien orientieren, da eine Reihe von US-Arbeitsmarktdaten die Wetten auf eine Zinssenkung durch die Fed im September unterstützt.

Händler rechnen mit einer 69%igen Chance auf eine Zinssenkung im September gegenüber einer 50%igen Chance in der vergangenen Woche.

Die am Freitag anstehenden Arbeitsmarktdaten werden entscheidend dafür sein, ob sie die Erwartungen auf eine erneute Lockerung der Geldpolitik im Vorfeld der Fed-Sitzung in der nächsten Woche, bei der das Dotplot und die Kommentare der Notenbanker im Mittelpunkt stehen werden, dämpfen oder verstärken.

Chipaktien auf der ganzen Welt sonnen sich wieder einmal im Nachglühen von Nvidia, nachdem der KI-Chiphersteller zum zweitwertvollsten Unternehmen der Welt aufgestiegen ist und nun mit über 3 Billionen Dollar bewertet wird.

Unterdessen ist der CEO von Nvidia diese Woche in Taiwan und wird dort als Popstar behandelt. Jensen Huang, der als der Junge von hier gilt, der es zu etwas gebracht hat, wird im taiwanesischen Fernsehen in allen Einzelheiten vorgestellt.

Kein Wunder, dass die taiwanesischen Aktien, angetrieben von TSMC, zu dessen wichtigsten Kunden Nvidia und Apple gehören, ein Rekordhoch erklimmen.

Die wichtigsten Entwicklungen, die die Märkte am Donnerstag beeinflussen könnten:

Wirtschaftliche Ereignisse: EZB-Sitzung, Einzelhandelsumsätze der Eurozone für April