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CORONA-BLOG/Lauterbach stellt weitere Einschränkungen in Aussicht

29.11.2021 | 13:16

Die aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie in kompakter Form:

Lauterbach stellt weitere Einschränkungen in Aussicht 

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat für diese Woche Vorschläge für weitergehende Corona-Einschränkungen in Aussicht gestellt. "Was wir an den Modellrechnungen sehen, ist, dass wir ein viel zu hohes Infektionsgeschehen am Wochenende haben und dass wir wahrscheinlich nicht über die Runden kommen werden, ohne dass wir Bars, Clubs, Diskotheken und ähnliche freizeitartige Veranstaltungen schließen", sagte Lauterbach im Interview mit dem Fernsehsender Phoenix. Weitere Einschränkungen müsse es für Ungeimpfte geben, denn sie trügen zum hohen Infektionsgeschehen bei und machten den größten Teil bei schwersten Krankheitsverläufen aus. Lauterbach plädierte zudem für eine verbindliche Maskenpflicht in den Schulen geben. "Das Infektionsgeschehen in den Schulen ist so leider weder für die Schüler noch für die Lehrer und Erwachsenen erträglich."

Fußballprofis in Portugal mutmaßlich mit Omikron infiziert 

In Portugal haben sich zahlreiche Fußballspieler eines Erstliga-Vereins vermutlich mit der neuen Omikron-Variante des Coronavirus angesteckt. "Vorläufige Tests" deuteten "stark" darauf hin, erklärten die portugiesischen Gesundheitsbehörden am Montag. Der Fußballclub Belenenses aus Lissabon war am Samstag bei einem Spiel gegen den Stadtrivalen Benfica mit nur neun Spielern angetreten, nachdem 13 Profis positiv auf Corona getestet worden waren. Das Spiel wurde abgebrochen. Nach Angaben der Behörden war einer der Belenenses-Spieler kürzlich nach Südafrika gereist, wo die Omikron-Variante zuerst festgestellt wurde. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wären dies die ersten Fälle der neuen Coronavirus-Variante in Portugal. Die Schiedsrichter hatten das Spiel am Samstag beim Stand von 7:0 für Benfica kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit abgebrochen, nachdem Belenenses verletzungsbedingt nur noch sechs Spieler auf dem Feld hatte.

Erster Omikron-Fall in Österreich bestätigt 

In Österreich hat die Regierung einen ersten Omikron-Fall bestätigt. Bei einem Infektionsfall im Bundesland Tirol handele es sich "mit Sicherheit" um die neu entdeckte Variante des Coronavirus, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Wien. Betroffen ist demnach ein Reisender, der kürzlich aus Südafrika zurückgekommen war. Die Tiroler Behörden hatten den Verdachtsfall am Samstag gemeldet, nun wurde er von der Regierung bestätigt. Der Infizierte war demnach nach der Rückkehr von einer Südafrika-Reise positiv auf das Coronavirus getestet worden, hat bisher aber keine Symptome.

Virologen warnen vor Zusammenbruch stationärer Gesundheitsversorgung 

In einem eindringlichen, gemeinsamen Appell haben die Verbände der Virologen und der Immunologen vor einem Zusammenbruch der Krankenhausversorgung in Deutschland gewarnt. "Sollte es nicht gelingen, die Anzahl der Infektionen rigoros zu reduzieren, wird ein Kollabieren des stationären Gesundheitssystems nicht zu verhindern sein", heißt es in dem gemeinsamen Text. Unter anderem fordern die Medizinerinnen und Mediziner "umfassende Kontaktbeschränkungen". "Die Gesellschaft für Virologie und die Deutsche Gesellschaft für Immunologie sind gemeinsam mit der Leopoldina der Auffassung, dass unter sorgfältiger Abwägung aller gesellschaftlicher Werte sofortige konsequente Maßnahmen notwendig sind, um Bürgerinnen und Bürger in Deutschland vor schweren Folgen der Pandemie und einer Eskalation der aktuellen Infektionswelle zu bewahren", heißt es in der Erklärung. "Die vierte Welle der Coronavirus-Pandemie stellt Deutschland erneut vor eine große Herausforderung, die konsequentes und schnelles Handeln erforderlich macht."

WHO stuft Risiko durch Omikron-Variante als "sehr hoch" ein 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das Risiko durch die neue Omikron-Variante des Coronavirus weltweit als "sehr hoch" ein. Ein starker Anstieg der Infektionsfälle durch die Omikron-Variante könne schwerwiegende Folgen haben, warnte die WHO in Genf. Sie wies aber zugleich auf die vielen noch bestehenden Unsicherheiten zur Übertragbarkeit und Gefährlichkeit der neuen Virusvariante hin. So sei bisher etwa noch kein Todesfall im Zusammenhang mit der Omikron-Variante registriert worden. Die WHO stuft die Omikron Variante wegen der großen Zahl an Mutationen als "besorgniserregend" ein. Von bislang aufgetretenen Varianten des Coronavirus ist bekannt, dass bestimmte Mutationen zu einer höheren Übertragbarkeit und einer reduzierten Wirksamkeit der Impfstoffe führen.

Krankenhausgesellschaft: Laufen in Katastrophenmedizin hinein 

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, sieht Deutschland langsam aber sicher in eine Art Katastrophenmedizin hineinlaufen aufgrund der steigenden Anzahl von Corona-Patienten. "Wenn wir von Triage sprechen, ist das ein schleichender Prozess, der nach und nach immer stärker Realität wird", sagte Gaß im Deutschlandfunk. Die Krankenhäuser bereiteten sich bereits darauf vor. Gaß kritisierte die Länder, die notwendige Maßnahmen nicht rechtzeitig umgesetzt hätten. In besonders betroffenen Ländern müsse es einen sofortigen Lockdown geben.

Baerbock: Ampel wird notfalls bundesweit nachschärfen 

Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock hat angekündigt, dass die Ampel-Parteien nach dem für Dienstag geplanten Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Notbremse notfalls schnell schärfere Schritte ergreifen würden. Man werde eine Bestandsaufnahme der angewandten Corona-Maßnahmen in den Bundesländern machen. "Wenn nicht alle Maßnahmen angewendet werden von den Bundesländern, dann ist die Bundesebene hier gemeinsam auch im Deutschen Bundestag in der Pflicht dann auf bundesweiter Ebene nochmal nachzuschärfen", sagte Baerbock am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will". Auch die neue Corona-Variante Omikron mache schnelles Handeln nötig. "Wir können jetzt auch nicht ignorieren, dass es die Mutation gegeben hat und jetzt einfach stur festzuhalten und sagen, wir machen weiter wie bisher, das geht nicht", sagte Baerbock.

Söder fordert nationales Vorgehen und höhere Wirtschaftshilfen 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) drängt zu einem bundesweiten Vorgehen gegen die vierte Welle sowie weitere Wirtschaftshilfen. Die aktuell hohen Infektionszahlen seien kein regionales Phänomen, erklärte Söder im ZDF-Morgenmagazin. "Das wird ganz Deutschland erfassen, das zieht durchs ganze Land. Insofern müssen wir uns national darauf abstimmen", sagte Söder. Bayern tue bereits, was die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina gefordert habe. Nötig seien Kontaktbeschränkungen in ganz Deutschland. Auch müssen man dort "herunterfahren", wo die Ansteckungen an höchsten seien. Zudem seien weitere Wirtschaftshilfen nötig. "Wir brauchen bessere Ausfallersatzmöglichkeiten für die Branchen, die betroffen sind", sagte er. In Bayern beträfe das etwa die Gastronomie. "Die jetzige Überbrückungshilfe 3 ist ehrlicherweise zu wenig, um in der Situation einen Ausgleich zu schaffen", sagte Söder.

Leopoldina-Vizepräsident fordert sofortige Kontaktreduzierung 

Der Vizepräsident der Wissenschaftsakademie Leopoldina, Robert Schlögl, hat die sofortige drastische Reduzierung von Kontakten in Deutschland gefordert. Um die eskalierende Corona-Lage einzudämmen, müsse es jetzt eine Kontaktreduktion geben, "denn Impfen wirkt nicht sofort", sagte Schlögl dem Sender RBB. Zudem forderte er umgehend eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen. Auf die Frage, ob er einen Lockdown fordere, sagte Schlögl: "Das Wort darf man nicht sagen, aber natürlich ist die erste Maßnahme, wenn man sich überlegt die jetzige Pandemie einzudämmen, einfach Kontaktreduktion". Bund und Länder müssten jetzt einheitlich argumentieren und einheitlich handeln, forderte der Wissenschaftler. Deshalb sei der vorgesehene Corona-Krisenstab im Kanzleramt extrem wichtig. Darin müsse auch die Leopoldina vertreten sein.

Lindner skeptisch gegenüber Ausgangssperren 

FDP-Chef Christian Lindner hat sich für eine deutliche Reduzierung der Kontakte ausgesprochen. Ausgangssperren sieht er allerdings kritisch. Diese hätten einen sehr hohen sozialen Preis, während der Nutzen nicht nachgewiesen sei, sagte er am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Man wolle das für Dienstag erwartete Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Verhältnismäßigkeit der Bundesnotbremse abwarten. Lindner kritisierte zudem die voll besetzten Fußballstadien vom Wochenende. Dies seien verstörende Bilder gewesen. "Solche Freizeitveranstaltungen können zum jetzigen Zeitpunkt in dieser Dimension nicht stattfinden", sagte Lindner. "Wir müssen Kontakte reduzieren, um Gesundheit und Freiheit gleichermaßen zu schützen." Auf die Frage nach einer allgemeinen Impfpflicht sagte Lindner, dass er von Verfassungsrechtler hören möchte, ob dies möglich sei. Allerdings betonte er, dass die allgemeine Impfpflicht im Kampf gegen die vierte Welle nichts beitragen werde.

Kontakt zu den Autoren: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/

(END) Dow Jones Newswires

November 29, 2021 07:15 ET (12:15 GMT)

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