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Börse Frankfurt-News: "Amerikanische Wochen" (Zertifikate-Trends)

29.07.2021 | 14:14

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Die immer neuen Wall-Street-Rekorde lenken den Blick über den Atlantik, und da vor allem auf Amazon, Apple und Co. Insgesamt herrscht meist Optimismus pur: der Glaube an immer weiter steigende Kurse.

29. Juli 2021. FRANKFURT (Börse Frankfurt). US-Aktien stehen derzeit klar im Fokus. "Abgesehen vom All-Time-Darling DAX kann man die vergangenen Wochen durchaus als ‚amerikanische Wochen‘ bezeichnen", fasst es Simon Görich von der Baader Bank zusammen. Meist setzen Zertifikate-Anleger auf weitere Kursgewinne, zum Teil - siehe Nasdaq oder Tesla - auch auf Kursrücksetzer.

"Zertifikate auf US-Aktien und vor allem auch US-Tech-Werte dominieren die Umsatzlisten", erklärt auch Markus Königer von der ICF Bank. Umsatzstärkster Basiswert war bei der ICF in den vergangenen vier Wochen zwar - wie üblich - der DAX. Dann folgen aber schon Nasdaq, Dow Jones und viele Einzelwerte wie Amazon, Tesla und Apple. Bei der Société Générale sieht es ähnlich aus: Nach DAX und Gold kommen gleich Nasdaq und Dow Jones als Top-Basiswerte. "Das liegt wahrscheinlich auch an den sehr guten Quartalszahlen der US-Tech-Konzerne", bemerkt Derivate-Experte Anouch Wilhelms.

Für DAX positiv, für Nasdaq skeptischer

Der DAX wird weiter steigen - davon sind die meisten Zertifikate-Anleger offenbar überzeugt und positionieren sich entsprechend. Als Beispiele nennt Königer Open-End Knock-out-Calls auf den deutschen Leitindex (DE000DV1CFQ8, DE000DV20VT9>), Wilhelms Partizipationszertifikate (DE000CJ8M7K3) sowie ebenfalls Knock-out-Calls (DE000SD4L583).

Gemischter ist das Bild beim Nasdaq: "Da wird hauptsächlich auf fallende Kurse gesetzt", meint ICF-Händler Königer. Wilhelms zufolge spekulieren Anleger aber auch auf steigende Kurse, etwa mit währungsgesicherten Partizipationszertifikaten oder Knock-out-Calls auf den Nasdaq 100 (DE000CL7NHD9).

VW als neues Tesla?

Was Einzelwerte angeht, zeigt sich klar: Digitalisierung und Elektromobilität beflügeln derzeit die Fantasie der Anleger. Sehr beliebt sind zum Beispiel Call-Optionsscheine auf Microsoft (<DE000KE1HQK9 >,DE000KB5KZV5) und AMD (CH1116600805) sowie Open-End Knock-out-Calls auf Apple (DE000SB7WBF2), wie Görich berichtet.

Laut Königer gehören zu den Umsatzrennern Call-Optionsscheine auf AMD (DE000VQ612Q4) und Apple (DE000HR59NV9), ein Open-End Knock-out-Call auf Varta (DE000TT6YQW2), aber auch ein Discount-Zertifikat auf Siemens Energy (DE000DFN0609).

SAP als deutscher Tech-Wert ist ebenfalls im Fokus, ebenso Autobauer wie VW. "VW gilt vielen als das neue Tesla", bemerkt Königer. Auf weiter steigende VW-Kurse spekulieren Kunden der ICF-Bank etwa mit Open-End Knock-Out Calls (DE000VQ3HTB1) und Call-Optionsscheinen (DE000VQ6L356). Was Tesla angeht, gibt es auch Skeptiker. "Da wird auch auf fallende Kurse gesetzt", stellt Wilhelms fest.

"Rechnen mit steigenden oder seitwärts laufenden Goldpreisen"

Auch in Gold-Zertifikaten geht derzeit viel um. "Da rechnen Anleger offenbar mit steigenden oder seitwärts laufenden Preisen", bemerkt Wilhelms. So kämen auch Discount-Zertifikate gut an, mit denen Anleger von einem Seitwärtstrend profitieren können (DE000SF0NXS9). Im Gegensatz zu vielen anderen Anlagen hat sich Gold in diesem Jahr nicht verteuert, der Preis liegt mit aktuell 1.805 US-Dollar die Feinunze unter dem Niveau von Ende 2020.

Viel mehr Bewegung war in den letzten Wochen im Brent-Preis mit Notierungen von 68 bis 77 US-Dollar. Während Kunden der ICF-Bank eher fallende Kurse erwarten (DE000PH2F9G8), rechnen Kunden der Société Générale mit noch teurerem Öl.

Hohe Nachfrage nach Produkten auf CO2-Futures

Stark gesucht bleiben Zertifikate, mit denen an der Kursentwicklung der CO2-Emissionsrechte bzw. Futures partizipiert werden kann. "Die Produkte gibt es schon länger, die Nachfrage ist aber in diesem Jahr stark gestiegen", erklärt Wilhelms von der Société Générale, die diverse Zertifikate auf den Futures-Kontrakt aufgelegt hat. "Besonders beliebt sind klassische Partizipationszertifikate mit Abbildung eins zu eins (DE000SD54UU4)."

Krypto-Fieber abgekühlt - vorerst

Nicht mehr so gefragt sind Königer zufolge Kryptowährungs-Tracker. "Das liegt wohl am Kursverfall, nachdem China Krypto-Rechenzentren geschlossen hat." Fast nur verkauft werde der ehemalige Umsatzrenner, der Bitcoin-Tracker von Vontobel (DE000VL3TBC7). "Allerdings wurde das Produkt zum 10. September gekündigt." Das Nachfolgeprodukt (DE000VQ63TC1) sei noch nicht so beliebt. Hohe Umsätze meldet der Händler für ein Partizipationszertifikat auf Ethereum (DE000VQ552V2).

von Anna-Maria Borse 28. Juli 2021, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)


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