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Nestle auf Wachstumskurs - Sorgenkind Wassersparte

17.10.2019 | 13:16
FILE PHOTO: A Nestle logo is pictured on a coffee factory in Orbe

Zürich (Reuters) - Nestle-Chef Mark Schneider muss zum Erreichen seiner Wachstumsziele im kommenden Jahr noch Gas geben und dabei die schwächelnde Wassersparte auf Vordermann bringen.

Das um Sondereffekte bereinigte Umsatzplus des weltgrößten Nahrungsmittelherstellers lag in den ersten neun Monaten 2019 bei 3,7 Prozent. Das ist deutlich mehr als in den vergangenen drei Jahren - und bringt Schneider in Reichweite zu den angestrebten rund fünf Prozent im Jahr 2020. In absoluten Zahlen legte der Umsatz nach neun Monaten um 2,9 Prozent auf 68,4 Milliarden Franken zu. "Wir legen ein solides drittes Quartal vor. Wir entwickeln uns gut", sagte Schneider in einer Telefonkonferenz am Donnerstag.

Allerdings gilt das nicht für alle Sparten des Konzerns mit Marken wie Maggi oder Nescafe: Starken Zuwächsen in Nord- und Südamerika sowie bei Kaffee und Tiernahrung stand ein stagnierendes Wassergeschäft gegenüber. Mit einem tiefgreifenden Umbau, Einsparungen und einem Managementwechsel will Schneider die Sparte, die knapp zehn Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, wieder auf Kurs bringen. Zudem erfordert das Geschäft im wichtigen chinesischen Markt die Aufmerksamkeit der Führungsriege: Dort sind die Säuglingsnahrung der Schweizer und einige Spezialprodukte weniger gefragt. Auch der Konkurrent Unilever hatte mit einem schwächeren Wachstum in China zu kämpfen, wo sich der Handelskrieg negativ auf den Konsum auswirkt.

An der Börse gab die Nestle-Aktie knapp ein Prozent nach - obwohl Schneider den Aktionären in Aussicht stellte, in den kommenden drei Jahre bis 2022 erneut bis zu 20 Milliarden Franken auszuschütten. Dazu fasst der Nestle-Chef vor allem Aktienrückkäufe ins Auge - doch auch eine Sonderdividende ist möglich. Das aktuelle - ebenfalls 20 Milliarden Franken schwere - Aktienrückkaufprogramm läuft zum Jahresende aus.

Das Geld stammt unter anderem aus dem Verkauf der Hautpflegesparte Nestle Skin Health für rund zehn Milliarden Franken. Voraussetzung für den Geldregen ist jedoch, dass Nestle die Mittel nicht für größere Übernahmen benötigt. "Für Zukäufe braucht es immer zwei: einen willigen Käufer und einen willigen Verkäufer und es muss zu Bedingungen passieren, die klug und sinnvoll für uns sind", sagte Schneider.

UMBAU IM WASSERGESCHÄFT

Schneider war zuvor Chef des deutschen Gesundheitskonzerns Fresenius und ist der erste Firmenchef seit langem, den Nestle nicht aus den eigenen Reihen rekrutiert hat. Nun drückt er dem Weltmarktführer mit einem raschen Umbau seinen Stempel auf und trennt sich von schwächelnden Bereichen und Sparten, die nicht zum Kerngeschäft passen. Eine Entscheidung über einen möglichen Verkauf des Fleischwarengeschäfts unter der Marke Herta soll wie geplant bis zum Jahresende fallen. Das Geld investiert der Manager in Wachstumsbereiche wie Kaffee, Babynahrung, Tiernahrung oder Wasser.

Doch das Wassergeschäft mit Marken wie S. Pellegrino und Perrier verzeichnete nach Preiserhöhungen in Nordamerika und einem schwachen Sommergeschäft in Europa die schlechteste Entwicklung aller Sparten. Um gegenzusteuern will Schneider die Verantwortung für das bislang zentral geführte Geschäft an die einzelnen Regionen übertragen. Das bisherige Vorstandsmitglied Maurizio Patarnello verlässt Nestle zum Jahresende. Zudem erwägt Schneider, sich von einzelnen schwächelnden Wassermarken zu trennen. Angaben zu einem möglichen Stellenabbau und Sparzielen machte er zunächst nicht.

In China bereitet dem Konzern ein altbekanntes Sorgenkind Kopfzerbrechen: Bei der Marke Yinlu für Erdnussmilch und Reisbrei sei der Umsatz zuletzt wieder geschrumpft. Bereits 2015 und 2016 hatte Nestle dort mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Danach hatte sich die Situation verbessert. Doch einige Produktgruppen liefen weiterhin nicht gut, räumte Schneider ein. "Wir arbeiten hart daran, die Situation zu stabilisieren." Zudem ging in China der Umsatz bei Babynahrung der Marke S-26 zurück. Nähere Angaben machte Nestle dazu nicht.


© Reuters 2019
Im Artikel erwähnte Wertpapiere
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FRESENIUS SE & CO. KGAA 0.70%37.59 verzögerte Kurse.-25.09%
NESTLÉ S.A. -0.31%99 verzögerte Kurse.-5.52%
UNILEVER PLC 1.00%4326 verzögerte Kurse.-0.56%
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Finanzkennziffern
Umsatz 2020 36 301 Mio 43 997 Mio 39 245 Mio
Nettoergebnis 2020 1 790 Mio 2 169 Mio 1 935 Mio
Nettoverschuldung 2020 24 198 Mio 29 328 Mio 26 161 Mio
KGV 2020 11,8x
Dividendenrendite 2020 2,14%
Marktkapitalisierung 20 955 Mio 25 431 Mio 22 655 Mio
Marktkap. / Umsatz 2020 1,24x
Marktkap. / Umsatz 2021 1,12x
Mitarbeiterzahl 309 114
Streubesitz 72,0%
Chart FRESENIUS SE & CO. KGAA
Dauer : Zeitraum :
Fresenius SE & Co. KGaA : Chartanalyse Fresenius SE & Co. KGaA | MarketScreener
Vollbild-Chart
Trends aus der Chartanalyse FRESENIUS SE & CO. KGAA
KurzfristigMittelfristigLangfristig
TrendsAnsteigendFallendNeutral
Ergebnisentwicklung
Analystenschätzung
Verkauf
Kaufen
Durchschnittl. Empfehlung AUFSTOCKEN
Anzahl Analysten 21
Mittleres Kursziel 49,04 €
Letzter Schlusskurs 37,59 €
Abstand / Höchstes Kursziel 80,9%
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 30,5%
Abstand / Niedrigstes Ziel -53,0%
Revisionen zum Gewinn/Aktie
Unternehmensführung
NameTitel
Stephan Sturm President & Chief Executive Officer
Gerd Krick Chairman-Supervisory Board
Rachel Clare Empey Chief Financial Officer
Niko Stumpfögger Deputy Chairman-Supervisory Board
Klaus-Peter Müller Member-Supervisory Board
Branche und Wettbewerber