Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt ist die Kurstafel am Donnerstag im frühen Handel überwiegend rot gefärbt. Für den Leitindex SMI zeichnet sich damit eine schwache Bilanz für das erste Semester ab. Mehr als 17 Prozent Verlust stehen aktuell zu Buche. Er befindet sich damit in guter Gesellschaft. Weltweit haben die Börsen eines der schwächsten ersten Halbjahre seit Jahren hinter sich. Inflationssorgen, Zinserhöhungen und Rezessionsängste haben die Märkte auf Talfahrt geschickt. Das heutige Semesterende könnte nach Ansicht eines Börsianers die Volatilität allerdings nochmals erhöhen, da einige institutionelle Anleger zwischen verschiedenen Anlageklassen zum Monats- und Quartalsende umschichten könnten.

Ausserdem fingen Investoren zusehends an, angesichts "der steigenden Zahl von einkassierten Ergebnisprognosen, ihre Kaufmarken für Kurse, die sie als wieder günstig erachten, deutlich nach unten zu korrigieren", ergänzt ein weiterer Händler. "Auch wenn die Preise für Aktien bereits stark gefallen sind, würde eine ganze Reihe solcher Ergebniskorrekturen bedeuten, dass Aktien selbst auf dem aktuellen Niveau gar nicht so günstig bewertet sind." Darüber hinaus bleibe die Inflation das dominierende Thema an den Finanzmärkten. Zuletzt haben hochrangige Zentralbankchefs deutlich gemacht, dass die Zeiten tiefer Inflationsraten ihrem Ende entgegensteuern.

Der SMI fällt gegen 09.10 Uhr um 1,26 Prozent auf 10'675,07 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, verliert 1,41 Prozent auf 1632,96 und der breite SPI um 1,22 Prozent auf 13'750,94 Zähler. Von den 30 SLI-Werten geben alle nach.

Unter den grössten Verlierern sind die Aktien der UBS (-2,9%) zu finden. Die Grossbank hat in den USA im Fall der Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit einer komplexen Anlagestrategie einem Vergleich zugestimmt und muss 25 Millionen US-Dollar zahlen. Auch für die anderen Finanzwerte wie Julius Bär, CS, Swiss Life, Partners Group, Swiss Re und Zurich geht es um bis zu 2,5 Prozent abwärts. Schon zur Wochenmitte hatten einige dieser Titel unter den grössten Verlierern rangiert.

Etwas besser als der Markt halten sich Alcon und Swisscom, die zwischen um 0,2 bzw. 0,3 Prozent nachgeben.

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