
Youssef Harrabi
Senior Analyst
Interparfums wartet auf 2027
Interparfums entwickelt und vertreibt die Parfums von rund zehn Luxusmarken - von Montblanc bis Lacoste -, ohne selbst eine Produktionsstätte zu besitzen. Dafür zahlt das Unternehmen Lizenzgebühren in Höhe von rund 8,5 % seines Umsatzes. Das jährliche Wachstum hat sich allerdings deutlich abgeschwächt: von 26 % im Jahr 2022 auf 13 %, anschließend 10 % und schließlich 2,1 % im vergangenen Jahr. Am 23. Juli stellte der Konzern für 2026 einen Umsatzrückgang von rund 3 % zu konstanten Wechselkursen in Aussicht. Dabei gewinnen seine Parfums in den USA weiterhin Marktanteile und das China-Geschäft hat sich binnen drei Jahren verdreifacht. Die Ursachen für die Verlangsamung liegen daher offenbar weniger in einer nachlassenden Attraktivität der Marken als vielmehr in den Besonderheiten eines Geschäftsmodells, dessen Wachstum rund zwei Jahre im Voraus geplant wird.
Am 04. August 2026 um 11:37 Uhr

Virbac - ohne Ausreden zum Erfolg
Virbac, der weltweit sechstgrößte Hersteller von Tierarzneimitteln und seit der Gründung 1968 mehrheitlich im Besitz der Gründerfamilie, vertreibt Antiparasitika, Impfstoffe und Tiernahrung für Haus- und Nutztiere in mehr als 100 Ländern. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte das Unternehmen ein Wachstum von 7,4 % auf vergleichbarer Basis und zu konstanten Wechselkursen - genug, um nun das obere Ende der Jahresprognose anzusteuern. Die eigentliche Botschaft verbirgt sich jedoch hinter den Zahlen: Während der Weltmarktführer seine Prognosen mit Verweis auf das schwierige Marktumfeld senkt, hebt der Sechstplatzierte seine Ziele an - ganz ohne nach Entschuldigungen zu suchen.
Am 30. Juli 2026 um 09:33 Uhr
SPIE: Seit zwanzig Jahren eine Akquisition alle sechs Wochen
SPIE nahm an der 13. Mid & Small Caps Conference von Portzamparc BNP teil. Die Veranstaltung bot Gelegenheit, einen Blick auf den traditionsreichen Konsolidierer zu werfen, auf das enorme Marktpotenzial, das bislang nur zu einem kleinen Teil erschlossen ist, sowie auf die strategische Neuausrichtung hin zur deutschen Industrie.
Am 30. Juni 2026 um 18:54 Uhr

Clínica Baviera - die Gelddruckmaschine
Der spanische Spezialist für Augenchirurgie erzielte 2025 mit 302 Mio. Euro einen Rekordumsatz und steigerte seinen freien Cashflow um 28 % - ganz ohne Nettoverschuldung. Der Markt hat das inzwischen erkannt: Für 2026 wird die Aktie mittlerweile mit knapp dem 20-Fachen des erwarteten Gewinns bewertet. Das erscheint weiterhin vertretbar, sofern man davon ausgeht, dass die Erfolgsformel auch künftig so zuverlässig funktioniert wie bisher.
Am 09. Juni 2026 um 11:35 Uhr
Evolution: Der Abschlag des Zweifels
Der schwedische Entwickler von Glücksspielsoftware für Online-Casino-Betreiber hat soeben einen Quartalsumsatz vorgelegt, der um 1,5 % zurückging. Wechselkursbereinigt lag das Wachstum bei 6,8 %, die EBITDA-Marge hielt sich bei 65,4 %. Die Cash-Maschine ist nicht ins Stocken geraten - und genau das macht die aktuelle Bewertung so wenig intuitiv: Evolution wird mit dem Elffachen des Gewinns gehandelt, ein Niveau, das man spontan eher mit einem Unternehmen am Ende seines Zyklus verbinden würde als mit einem Konzern, der organisch immer noch um fast 7 % wächst.
Am 12. Mai 2026 um 13:05 Uhr

Kri Kri Milk: Die Revanche der Old Economy
Während die Handelsräume abwechselnd die nächste Opferrolle der KI ausrufen, frühere Börsenlieblinge verbrennen und auf Halbleiterunternehmen mit brüchigen Bilanzen spekulieren, meldet ein griechischer Hersteller von Joghurt und Eiscreme ein Umsatzwachstum von +28,2 % für 2025. Ein Tempo, das man eher von Start-ups kennt - bei einem Unternehmen, das weder disruptiv ist noch Innovationen im klassischen Sinne vorantreibt.
Am 27. April 2026 um 13:24 Uhr
Entdecken Sie unsere Autoren
- Börse
- Unsere Autoren
- Youssef Harrabi





















