Einloggen
E-Mail
Passwort
Passwort anzeigen
Merken
Passwort vergessen?
Watchlisten für Ihre Werte
Registrieren
Registrieren
Mitglied werden
Kostenlos registrieren
Abonnent werden
Unser Angebot
Einstellungen
Einstellungen
Dynamische Kurse 
OFFON

AMAZON.COM, INC.

(AMZN)
  Bericht
ÜbersichtKurseChartsNewsRatingsTermineUnternehmenFinanzenAnalystenschätzungenRevisionenDerivate 
ÜbersichtAlle NewsAnalystenempfehlungenAndere SprachenPressemitteilungenOffizielle PublikationenBranchen-NewsMarketScreener Analysen

Anonyme Großstadt bietet Paketbetrügern leichtes Spiel

27.11.2021 | 11:22

BERLIN (dpa-AFX) - Das Einkaufen im Internet ist für viele Menschen praktisch, gerade in der Vorweihnachtszeit und angesichts strenger Corona-Vorschriften im Einzelhandel. Doch der Online-Handel macht auch Betrügern das Leben leichter. Plötzlich erhalten arglose Menschen Mahnungen für Dinge, die sie nie bestellt oder bekommen haben. Allein in Berlin lag der Schaden 2020 laut Polizei bei rund 11,9 Millionen Euro.

Ein Neuköllner hatte gleich mehrfach mit Paketbetrug zu tun. "Der Schaden liegt bei mehreren Tausend Euro", erzählt er. Kriminelle bestellten auf seinen Namen teure Turnschuhe, Uhren und Parfüm. "Die Pakete wurden über Komplizen bei Paketboten abgegriffen oder auch in meinem Namen beim Nachbarn und bei der DHL-Zweigstelle abgeholt."

Der Mann aus Berlin-Neukölln ist längst kein Einzelfall: Registrierte die Berliner Polizei im Jahr 2011 noch rund 17 000 Fälle von sogenanntem Bestellschwindel, waren es 2020 schon rund 22 500 Taten. Ein Grund ist der Boom des Internethandels. Möglich werden die Taten durch den Kauf auf Rechnung. Dafür benötigen die Täter oft nur eine Postanschrift und eine E-Mail-Adresse, die sich leicht anlegen lässt.

Kriminalhauptkommissar Christian Berneit, zuständig im Landeskriminalamt (LKA) für "Warenkreditbetrug", kennt das Vorgehen der Betrüger: Manche überkleben einen Briefkasten mit einem fiktiven Namen oder geben Namen von Nachbarn an. Teilweise wissen die Täter, wann die Lieferdienste kommen, halten sich in der Nähe auf, suchen in den Briefkästen nach Benachrichtigungen oder erzählen Nachbarn etwas von Verwechslungen. Auch Zusteller sind in einigen Fällen beteiligt und arbeiten mit den Tätern zusammen.

Laut Polizei ist dieser Betrug vor allem ein Phänomen der Großstadt wegen der Anonymität ihrer Bewohner. "Die Täter können relativ risikofrei Waren erhalten. Das spricht sich rum in der Szene und die Tat erfordert keine große intellektuelle Leistung", sagt Berneit. Die kontaktlose Zustellung wegen Corona mache es noch einfacher.

Gleichzeitig seien die Fälle schwer aufzuklären, denn die Täter hinterließen online keinerlei Spuren. "Mailadressen und Telefonnummern sind falsch", sagt Berneit. Die Aufklärungsquote sank in den vergangenen zehn Jahren von 59 Prozent auf rund 20 Prozent. Die Kriminellen hätten ihr Vorgehen immer weiter verbessert.

Viele jüngere Täter seien auf teure Markenkleidung aus - zum Selbertragen oder Weiterverkaufen. Die Kriminellen bestellten oft mehrere Pakete an mehrere Adressen. An einem Tag könne man damit einen guten Schnitt machen. "Als Betroffener hat man keine Möglichkeiten, sich vor der missbräuchlichen Nutzung der eigenen Daten bei betrügerischen Warenbestellungen zu schützen", sagt Berneit. "Für die Adressaten ist das extrem lästig und oft auch sehr belastend wegen der Mahnungen und Forderungen."

Der Betroffene aus Neukölln kritisiert: "Den Ärger der Rückabwicklung und den zerstörten Schufa-Eintrag hat der Kunde." Er halte es von den Firmen für fahrlässig, Kunden ohne interne Querprüfung auf Rechnung einfach Ware zuzuschicken. Das sieht auch die Polizei so. "Die Verluste aus dem Betrug werden einkalkuliert", sagt Kommissar Berneit. "Die Politik müsste das Thema angehen und die Firmen per Gesetz verpflichten, das Verfahren sicherer zu machen. Aber das passiert noch nicht."

Schon jetzt können sich Opfer von Identitätsdiebstählen im Internet, die von Inkassounternehmen abgemahnt werden, an Verbraucherverbände wenden. Die können vor Gericht dagegen vorgehen, teilte eine Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums mit.

Mit dem Gesetz zur Stärkung des Verbraucherschutzes sollen die Rechte weiter gestärkt werden: Handeln Firmen fahrlässig und versenden Mahnungen, ohne vorher sorgfältig zu prüfen, ob ein Identitätsdiebstahl vorliegt, können Verbraucher die Kosten für eine außergerichtliche Klärung durch einen Anwalt von den Versandhändlern zurück verlangen. Ab Mai 2022 soll das Gesetz greifen.

Der Kauf auf Rechnung ist für Versandhändler ein wichtiger Umsatzfaktor: Laut einer Befragung des EHI Retail Institutes von 104 Onlinehändlern wählten Kunden für fast jeden dritten Kauf (30,4 Prozent) in Deutschland diese Zahlungsoption.

Versandhändler und Online-Banken betonen, sie würden an mehr Sicherheit arbeiten. Ein Amazon-Sprecher sagt, man habe "Maßnahmen in unserem Store implementiert", um die Verwendung gestohlener Konto- und Zahlungsinformationen zu unterbinden. Kunden, die von Betrug betroffen seien, seien geschützt, heißt es aus Unternehmenskreisen.

Auch der Zahlungsanbieter Klarna kümmere sich, sagt eine Sprecherin: "Wenn ein Kunde versucht, eine Bestellung aufzugeben, überprüfen wir die Echtheit anhand von über hundert Datenpunkten sowie Drittanbietern zur Verifizierung."

Der betrogene Mann aus Neukölln sagt: "Wichtig ist es, auf jeden Fall Anzeige zu erstatten." In seinem Fall seien alle Online-Händler kooperativ gewesen. "Dennoch war alles sehr nervenaufreibend, zumal es bei mir auch noch einen realen Einbruchversuch gab, um an die Ware zu kommen".

Die Polizei hat laut Kommissar Berneit vor allem durch Wiederholungstäter viel Arbeit. "Trotz erfolgreicher Ermittlungen und Verurteilungen sind diese Täter oft noch lange auf freiem Fuß, weil es bei Betrug anfangs nur Geldstrafen und Bewährungsstrafen gibt", erklärt er. Erst ganz am Ende kämen Gefängnisstrafen, wenn es sehr viele Delikte gab und die Schadenssummen hoch seien. "Bis dahin sind die Täter oft weiterhin kriminell unterwegs."

Nach Berneits Erfahrung hilft Vorsicht, um zumindest einen Teil der Taten zu verhindern: "Die Menschen sollten bei der Herausgabe von entgegengenommenen Warensendungen vorsichtiger und misstrauischer sein. Pakete sollte man nur von persönlich bekannten Nachbarn entgegennehmen - und auch nur an solche Nachbarn herausgeben"./anj/DP/zb


© dpa-AFX 2021
Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
AMAZON.COM, INC. -2.35%3164 verzögerte Kurse.-2.75%
DEUTSCHE POST AG -0.89%53.72 verzögerte Kurse.-4.14%
Alle Nachrichten zu AMAZON.COM, INC.
18:56Verizon und Amazon Web Services weiten Mobile Edge Computing auf weitere US-Metro-Gebie..
MT
18:23MÄRKTE USA/Wall Street von steigenden Zinsen belastet - Öl immer teurer
DJ
17.01.Kinetic GPO wählt Amazon Business, um Organisationen in ganz Kanada einen schnellen und..
CI
17.01.Amazon will Visa-Karten in Großbritannien doch weiter akzeptieren
DJ
17.01.GEBÜHRENSTREIT : Amazon UK akzeptiert wieder Visa-Kreditkarten
AW
14.01.US-Weihnachtsgeschäft erreicht trotz Lieferketten- und Omicron-Problemen 887 Mrd. $ - N..
MR
14.01.WEDBUSH SECURITIES : Apples Angebot für ein Major League Baseball-Paket wäre der richtige ..
MT
13.01.Weißes Haus diskutiert angeblich mit Technologieunternehmen über Software-Sicherheit
MT
12.01.SOCIAL BUZZ : Wallstreet setzt Aktien gemischt; angeführt von GameStop, Tesla, Alibaba
MT
11.01.MORGAN STANLEY : Amazon sollte die jährlichen Ausgaben für Technik offenlegen, um Wettbewe..
MT
Weitere Nachrichten und Newsletter
News auf Englisch zu AMAZON.COM, INC.
18:56Verizon, Amazon Web Services Expand Mobile Edge Computing to Additional US Metro Areas
MT
18:08Verizon and Amazon Web Services To Expand to 30% More Metro Area Locations With Mobile ..
MT
17:28GLOBAL MARKETS LIVE : Toyota, Microsoft, Goldman Sachs, Alibaba, Boeing...
16:00Reliance joins calls for India to tighten marketplace rules -sources
RE
15:51TODAY ON WALL STREET : Changes
15:20AMAZON COM : Addressing housing issues in Washington State
PU
15:13MARKETSCREENER’S WORLD PRESS REVIEW : January 18, 2022
07:12QUANTITATIVE RESTRICTIONS IN E-COMME : Amazon And Apple Fined For More Than EUR 200 Millio..
AQ
04:25AMAZON COM : commits another $24.8 million for affordable homes in the Puget Sound region
PU
17.01.Lawsuit against Amazon filed in tornado swarm that left 6 dead in Illinois warehouse
RE
Weitere Nachrichten und Newsletter auf Englisch
Analystenempfehlungen zu AMAZON.COM, INC.
Mehr Empfehlungen
Finanzkennziffern
Umsatz 2021 470 Mrd. - 431 Mrd.
Nettoergebnis 2021 21 061 Mio - 19 314 Mio
Nettoliquidität 2021 38 032 Mio - 34 878 Mio
KGV 2021 79,6x
Dividendenrendite 2021 -
Marktkapitalisierung 1 645 Mrd. 1 645 Mrd. 1 508 Mrd.
Marktkap. / Umsatz 2021 3,42x
Marktkap. / Umsatz 2022 2,86x
Mitarbeiterzahl 1 298 000
Streubesitz -
Chart AMAZON.COM, INC.
Dauer : Zeitraum :
Amazon.com, Inc. : Chartanalyse Amazon.com, Inc. | MarketScreener
Vollbild-Chart
Chartanalyse-Trends AMAZON.COM, INC.
KurzfristigMittelfristigLangfristig
TrendsFallendNeutralNeutral
Ergebnisentwicklung
Analystenschätzung
Verkaufen
Kaufen
Durchschnittl. Empfehlung KAUFEN
Anzahl Analysten 50
Letzter Schlusskurs 3 242,76 $
Mittleres Kursziel 4 135,86 $
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 27,5%
Verlauf des Gewinns je Aktie
Vorstände und Aufsichtsräte
Andrew R. Jassy President, Chief Executive Officer & Director
Brian T. Olsavsky Chief Financial Officer & Senior Vice President
Jeffrey P. Bezos Executive Chairman
Patricia Q. Stonesifer Independent Director
Jonathan Jake Rubinstein Lead Independent Director
Branche und Wettbewerber
01.01.Wert (M$)
AMAZON.COM, INC.-2.75%1 644 558
JD.COM, INC.5.21%113 819
ETSY, INC.-25.23%20 754
WAYFAIR INC.-9.74%17 925
ALLEGRO.EU SA11.26%10 913
MOMO.COM INC.-2.46%10 479