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Credit Suisse winken im Greensill-Streit über 300 Mio Dollar - Kreise

27.09.2021 | 15:56

Von Julie Steinberg

NEW YORK (Dow Jones)--Der Gouverneur von West Virginia, Jim Justice, hat offenbar eine Zahlung von 300 Millionen Dollar und die Hälfte des Wertes der Kohleproduzenten im Besitz seiner Familie angeboten, um die Kredite der inzwischen aufgelösten Greensill Capital zu begleichen. Das berichten mit den Verhandlungen vertraute Personen.

Der Vorschlag ist Teil der Gespräche zwischen dem Familienunternehmen des Gouverneurs, der Bluestone Resources Inc, und der Credit Suisse Group AG, die jene Investmentfonds verwaltet, die für Greensill die Hauptfinanzierungsquelle für sein Kreditgeschäft darstellten.

Durch den Zusammenbruch von Greensill waren die hoch verschuldeten Familienunternehmen von Justice in Aufruhr geraten. Er und seine Familie hatten sich 850 Millionen Dollar von Greensill geliehen, und er sagte im Juni, die ausstehenden Kredite seien "eine unvorstellbare Belastung für unsere Familie". Justice und seine Familienmitglieder bürgten persönlich für die Kredite.

Der republikanische Gouverneur, der sich in der zweiten Amtszeit befindet, und seine Familie kontrollieren eine weitläufige Ansammlung von Bergbau-, Landwirtschafts- und Immobilienvermögen, darunter das berühmte Greenbrier Resort in West Virginia, ein Kasino und eine medizinische Klinik.

Der Politiker musste die Folgen der Pandemie mit den Schuldenproblemen seiner Familie in Einklang bringen. Anfang dieses Monats legte Justice einen lang andauernden Streit mit einem anderen Kreditgeber bei, der Carter Bank & Trust, in dem sich beide Seiten auf eine Umstrukturierung von Darlehen in Höhe von 368 Millionen Dollar einigten.

Justice sagte, dass seine Familie die Greensill-Kredite für den Wiederaufbau von Bluestone verwendet hat, nachdem sie das Unternehmen 2015 von einem russischen Bergbauunternehmen zurückgekauft hatte.

In den Gesprächen mit der Credit Suisse haben die Unternehmen von Justice nun angeboten, der Credit Suisse 300 Millionen Dollar zu zahlen, so die Personen. Das Geld würde durch die Refinanzierung eines Teils der bestehenden Kredite bei einem dritten Kreditgeber beschafft werden. Es konnte nicht in Erfahrung gebracht werden, wer der Kreditgeber für die Transaktion sein wird.

Justice würde sich auch verpflichten, die Hälfte des Erlöses aus einem Verkauf oder Börsengang von Bluestone, dem Familienunternehmen, das Kohleminen betreibt und die Kredite aufgenommen hat, an die Credit Suisse zu zahlen. Bei einem Verkauf müsste die Schuldenlast des Unternehmens berücksichtigt werden, sagten die Personen.

Die Credit Suisse hat in Mitteilungen an die Investoren darauf hingewiesen, dass Bluestone ihr fast 700 Millionen Dollar schuldet. Das Wall Street Journal berichtete, dass Bluestone den Rest der von Greensill geliehenen Summe den Gläubigern von Greensills Bankabteilung in Bremen schuldet. In einer Klage, die Bluestone im März gegen Greensill eingereicht hat, heißt es, dass das Unternehmen bereits Gebühren in Höhe von rund 108 Millionen Dollar für den Zugang zu den 850 Millionen Dollar an Finanzmitteln gezahlt hat.

"Die Credit Suisse Asset Management tut alles, was in ihrer Macht steht, um die Rückzahlung für unsere Fondsanleger zu maximieren", sagte ein Sprecher der Credit Suisse. "Wenn uns ausstehende Schuldner Vorschläge unterbreiten, werden wir diese natürlich prüfen."

Greensill hat den Großteil der Bluestone-Kredite an von der Credit Suisse verwaltete Investmentfonds verkauft. Die 10-Milliarden-Dollar-Fonds für die Finanzierung der Lieferkette vergaben Finanzierungen an eine Reihe von Kreditnehmern, aber die Bank fror die Fonds im März ein, als Greensill eine wichtige Versicherung verlor, die seine Kredite absicherte. Greensill geriet kurz darauf in Konkurs.

Wie die Credit Suisse am Montag mitteilte, werden die Fonds bis zu dieser Woche 6,3 Milliarden Dollar an die Anleger zurückgegeben haben und über weitere rund 700 Millionen Dollar in bar verfügen. Neben Bluestone hat die Bank Anfang des Jahres auch die GFG Alliance des Metallmagnaten Sanjeev Gupta und das gescheiterte Bau-Startup Katerra als problematische Kreditnehmer identifiziert.

Es ist nicht klar, wie viel Bluestone bei einem Verkauf wert wäre. Justice verkaufte das Unternehmen 2009 an das russische Metall- und Bergbauunternehmen Mechel in einem Bar- und Aktiendeal im Wert von mehr als 400 Millionen Dollar. Mechel übernahm auch Nettoschulden in Höhe von rund 132 Millionen Dollar, wie damals bekannt gegeben wurde.

Im Jahr 2015 hatte die Familie Justice Bluestone im Rahmen eines Geschäfts zurückgekauft.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/jhe/rio

(END) Dow Jones Newswires

September 27, 2021 09:55 ET (13:55 GMT)

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