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Plattformökonomie und die Auswirkungen auf die Finanzbranche: Ein Interview mit Dr. Ulrich Meyer, Managing Director Financial Services bei GFT

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07.08.2019 | 13:25

Ulrich, bitte hole unsere Leser zunächst einmal ab: Was versteht man unter Plattformen?

Ulrich: Das ist eine berechtigte Frage, denn IT-Experten verstehen darunter oftmals etwas Anderes als beispielsweise Ökonomen. Aus meiner Sicht haben Plattformen drei wesentliche Merkmale: Zum einen sind sie auf die Verknüpfung von Marktakteuren spezialisiert, da sie auf Interaktion beruhen und so Angebot und Nachfrage zusammenbringen. Zudem haben sie Zugriff auf Interaktionsdaten und können auf diese Weise ganz neue Märkte schaffen: Aufgrund der Tatsache, dass sie die Marktakteure mit diesen Daten viel besser zusammenführen können, wachsen diese Plattformmärkte viel schneller als lineare Märkte. Außerdem können Akteure ihre eigenen Dienste auf der Plattform eines Kooperationspartners ausrollen, was die eigene Reichweite erheblich vergrößert und Kunden ein komfortables 'One-Stop-Shop-Erlebnis' bietet.

Kannst du Beispiele für erfolgreiche Plattformen aus anderen Branchen nennen?

Ulrich: Es gibt zahlreiche Beispiele, darunter die großen und wichtigsten Unternehmen unserer Zeit. So stehen beispielsweise Amazon oder AirB'n'B in erster Linie nicht nur für Produkte, sondern vielmehr für Geschäftsmodelle. Meist ist das Geschäftsmodell ausschlaggebend für drastische Veränderungen im Markt - und nur selten das Produkt. Ein bekanntes Exempel ist das iPhone, das zunächst ein reines Produkt war. Die Verkaufszahlen gingen erst durch die Decke, als Apple einen App-Store entwickelt hat und aus dem Produkt eine Plattform wurde. Das verdeutlicht, dass Plattform-Modelle ganz anders skalieren.

Wie steht es um die Plattformökonomie bei Banken?

Ulrich: Auch bei Banken ist die Plattformökonomie langsam angekommen und es wird viel dazu diskutiert - vor allem seit Schlagworte wie Open Banking und PSD2 in aller Munde sind. Finanzunternehmen, die ihren Kunden über digitale Plattformen attraktive Angebote mit Mehrwert unterbreiten können, haben alle Trümpfe zur Erschließung neuer Erlösquellen entlang verschiedener Wertschöpfungsketten in der Hand. Zudem besteht mit Open Banking und Banking-as-a-Service die Möglichkeit, eigene Dienste auf der digitalen Plattform eines Kooperationspartners auszurollen - etwa aus dem Konsumgüterbereich. Angesichts der Tatsache, dass die Kundenbindung immer mehr an Bedeutung gewinnt, sollten die Banken ihren Datenbestand mit neuen technologischen Verfahren wie dem maschinellen Lernen auswerten. Dies eröffnet die Chance, näher an den Kunden heranzurücken und frühzeitig zu erkennen, welche Produkte zu dessen aktueller Lebenssituation passen. Selbstverständlich sind dabei die strengen gesetzlichen Datenschutzvorgaben zu beachten. Viele Banken haben bereits erste Schritte eingeleitet und von der ersten Welle der Digitalisierung profitiert. Betrachtet man aber die digitale Innovation an sich sowie die die komplette Transformation des Produkts auf die Plattform, besteht noch deutlich Luft nach oben - vor allem bei deutschen Unternehmen.

Wie sieht deiner Meinung nach die Zukunft diesbezüglich aus?

Ulrich: Der entscheidende Punkt ist, dass die Konkurrenz nicht mehr nur aus Banken besteht. Unternehmen wie Amazon, Google, Apple, Tencent und Ant Financial investieren enorm in das Plattform-Banking, indem sie sich entweder in den Finanzmarkt einkaufen oder eigene Produkte mitbringen. Diese Firmen sind extrem auf Vormarsch und gewinnen immer mehr an Bedeutung.

Zur Verdeutlichung dieser Aussage möchte ich gerne ein Beispiel anbringen: In den vergangenen 20 Jahren ist die Anzahl der Plattformen unter den Top 10 der höchstbewerteten Gesellschaften der Welt von eins auf sieben gestiegen. Ich bin mir sicher, dieser Trend wird sich fortsetzen. Banken sollten hier unbedingt mitziehen.

Vielen Dank für das Interview, Ulrich!

GFT Technologies SE veröffentlichte diesen Inhalt am 07 August 2019 und ist allein verantwortlich für die darin enthaltenen Informationen.
Unverändert und nicht überarbeitet weiter verbreitet am 07 August 2019 11:24:01 UTC.

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Finanzkennziffern (EUR)
Umsatz 2019 422 Mio
EBIT 2019 21,1 Mio
Nettoergebnis 2019 14,8 Mio
Schulden 2019 41,0 Mio
Div. Rendite 2019 2,48%
KGV 2019 20,8x
KGV 2020 16,6x
Marktkap. / Umsatz2019 0,83x
Marktkap. / Umsatz2020 0,76x
Marktkap. 307 Mio
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Dauer : Zeitraum :
GFT Technologies SE : Chartanalyse GFT Technologies SE | MarketScreener
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Letzter Schlusskurs 11,68  €
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Abstand / Durchschnittliches Kursziel 7,02%
Abstand / Niedrigsten Ziel 2,74%
Revisionen zum Gewinn/Aktie
Unternehmensführung
NameTitel
M. A. Roswitha Lulay CEO, MD & Member-Administrative Board
Ulrich Dietz Chairman-Administrative Board
Joan-Carles Fonoll Chief Operating Officer
Jochen Ruetz CFO, Member-Administrative Board & MD
Andrew Rossiter Head-Technology Services
Branche und Wettbewerber
01.01.Marktkap. (M$)
GFT TECHNOLOGIES SE74.46%342
ACCENTURE46.56%131 238
INTERNATIONAL BUSINESS MACHINES CORPORATION19.05%118 861
TATA CONSULTANCY SERVICES7.86%109 755
AUTOMATIC DATA PROCESSING, INC.28.33%72 806
VMWARE, INC.10.33%62 019