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CORONA-BLOG/Frankreich setzt Durchreise-Verbot für Briten mit EU-Wohnsitz vorerst wieder aus

30.12.2021 | 17:31

Die aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie in kompakter Form:

Frankreich setzt Durchreise-Verbot für Briten mit EU-Wohnsitz vorerst wieder aus 

Frankreich hat das Durchreise-Verbot für britische Staatsbürger mit Wohnsitz in einem anderen EU-Staat vorerst wieder ausgesetzt. Die verschärften Corona-Einreiseregeln würden "für die Festtage am Jahresende" gelockert, erklärte das Innenministerium in Paris auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Die Grenzbeamten seien angewiesen worden, gegenüber britischen Reiserückkehrern "Toleranz" zu üben. Das Unternehmen Eurotunnel hatte am späten Mittwochabend mitgeteilt, dass Briten mit Wohnsitz in einem anderen EU-Land als Frankreich nun nicht mehr mit dem Autozug unter dem Ärmelkanal nach Frankreich einreisen dürften. Auch das Fährunternehmen P&O Ferries teilte im Onlinedienst Twitter mit, dass nur noch Briten mit Wohnsitz in Frankreich den Ärmelkanal überqueren dürften.

Weltweit erstmals statistisch mehr als 1 Mio Corona-Neuinfektionen am Tag 

Erstmals ist laut einer AFP-Zählung die Schwelle von weltweit statistisch mehr als einer Millionen Corona-Neuinfektionen pro Tag überschritten worden. Mit mehr als 7,3 Millionen von Behörden in aller Welt gemeldeten Neuinfektionen zwischen dem 23. und dem 29. Dezember gab es pro Tag im Durchschnitt 1045 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren. Die Zahl ist deutlich höher als beim vorangegangenen Rekord, der zwischen dem 23. und 29. April mit durchschnittlich 817.000 Neuinfektionen täglich erreicht worden war. Mehr als 85 Prozent der jüngsten Infektionen konzentrieren sich auf Europa und Nordamerika. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Mittwoch wegen der hoch ansteckenden Omikron-Variante des Virus vor einem "Tsunami" an Corona-Fällen und einem Kollaps der Gesundheitssysteme gewarnt.

Prüfung von verkürzter Corona-Quarantäne wegen Omikron 

Wegen der hoch ansteckenden Omikron-Variante prüft die Bundesregierung eine Verkürzung der Corona-Quarantäne, um Personalengpässe in Verwaltung, Gesundheitssystem und Wirtschaft zu verhindern. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bestätigte am Mittwochabend Überlegungen zur Quarantänedauer. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hielt sogar eine Befreiung von dreifach Geimpften von der Quarantäne für möglich. "Wenn sich viele Menschen anstecken und in Quarantäne müssen, besteht die Gefahr, dass wir Probleme bei der Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur

Johnson & Johnson: Booster zeigt Wirksamkeit bei Omicron 

Der Auffrischungsimpfstoff von Johnson & Johnson gegen Covid-19 war in einer Studie zu 85 Prozent wirksam gegen Krankenhausaufenthalte. Die Studie sei in Südafrika durchgeführt worden, nachdem die Omicron-Variante dort vorherrschend wurde, teilte das Unternehmen mit. Die Studie wurde unter Mitarbeitern des Gesundheitswesens in Südafrika durchgeführt, die eine Erstimpfung von Johnson & Johnson erhalten hatten. Die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen Krankenhausaufenthalte stieg nach einer Auffrischungsimpfung auf 85 Prozent, selbst nachdem Omicron zum am weitesten verbreiteten Stamm in der Region geworden war. In einer separaten Studie zu Impfschemata wurde festgestellt, dass der Auffrischungsimpfstoff des Unternehmens die Immunantwort bei Patienten verstärkte, die einen anderen Primärimpfstoff erhalten hatten.

Italien und Kanada werden Hochrisikogebiete 

Zu Neujahr stuft Deutschland in der Corona-Pandemie auch Italien und Kanada als Hochrisikogebiete ein. Wie das Robert-Koch-Institut mitteilte, werden ab Samstag zudem Malta und San Marino als Gebiete mit besonders hohem Infektionsrisiko betrachtet. Damit sind dann fast 60 Länder und Gebiete als Hochrisikogebiete eingestuft. Neue Virusvariantengebiete wies die Bundesregierung nicht aus. Die Einstufung als Hochrisikogebiet hat vor allem für ungeimpfte Reisende Auswirkungen: Sie müssen bei der Einreise aus einem Hochrisikoland nach Deutschland zehn Tage in Quarantäne. Nach fünf Tagen können sie sich allerdings durch ein negatives Testergebnis "freitesten". Für geimpfte und genesene Reisende entfällt die Quarantänepflicht.

Epidemiologe Zeeb glaubt aktuellen Corona-Zahlen nicht 

Der Epidemiologe Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie zweifelt an der Richtigkeit der Angaben zu den aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland. "Die Zahlen jetzt sind sicher zu niedrig angegeben", sagte Zeeb dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zeeb bemängelt den Meldeverzug über die Feiertage. "Ein Problem, dass wir auch im vergangenen Jahr zu dieser Zeit hatten." Seiner Ansicht nach ergeben sich daraus auch falsche Angaben zur Ausbreitung der Omikron-Variante im Bundesgebiet. "Die Anzahl der angegebenen Omikron-Fälle entspricht nicht der Realität, da wir nicht umfassend genomsequenzieren", sagte Zeeb.

Städtetag fordert mehr Test- und Laborkapazitäten 

Der Deutsche Städtetag hat Bund und Länder mit Blick auf die unklare Omikron-Datenlage aufgefordert, mehr Labor- und Testkapazitäten zu ermöglichen. "Um die Meldelage und verlässliche Datenlieferungen weiter zu verbessern, sollten Bund und Länder dafür sorgen, dass die niedergelassenen Praxen die nötigen PCR-Tests auch an Feiertagen wie Weihnachten und Neujahr sicherstellen und auch genügend Laborkapazitäten an diesen Tagen zur Verfügung stehen", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Auch die Meldekette von den Ländern an das RKI muss an diesen Tagen gut laufen."

Zypern verschärft Einreiseregeln und verhängt Tanzverbot 

Zypern verschärft angesichts des massiven Anstiegs der Corona-Infektionszahlen seine Einreiseregeln. Vom 4. bis 15. Januar müsse jeder Reisende bei seiner Ankunft einen negativen PCR-Test vorweisen, der höchstens 48 Stunden vor der Abreise vorgenommen wurde, sagte Gesundheitsminister Michalis Hadjipantelas am Mittwoch nach einer Dringlichkeitssitzung des Kabinetts. Die Regierung verhängte außerdem ein Tanzverbot und weitete die Homeoffice-Pflicht aus. Unternehmen müssen demnach 40 Prozent ihrer Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten lassen - doppelt so viele wie bisher. Besucher von Nachtclubs, Hochzeiten und Veranstaltungsorten müssen außerdem zweifach geimpft und negativ getestet sein.

Polizei stoppt 5.000 Corona-Demonstranten in München 

Am Mittwochabend haben in München erneut tausende Menschen versucht, gegen die Corona-Auflagen zu demonstrieren. Wie die Polizei mitteilte, beteiligten sich insgesamt etwa 5000 Menschen an den nicht angemeldeten Aktionen. Demnach formierten sich in der Innenstadt immer wieder Gruppen mit dutzenden Teilnehmern, die von der Polizei gestoppt wurden. Dabei kam es zu zahlreichen Rangeleien zwischen Einsatzkräften und Demonstranten. Die Beamten erstatteten mehr als zwei Dutzend Strafanzeigen, unter anderem wegen Körperverletzung, gefälschter Gesundheitszeugnisse und Aufforderung zu Straftaten. Zudem zeigten die Einsatzkräfte hunderte Demonstranten wegen Ordnungswidrigkeiten an und erteilten rund 1.300 Platzverweise.

Kontakt zu den Autoren: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/cbr

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