Einloggen
E-Mail
Passwort
Merken
Passwort vergessen?
Werden Sie kostenlos Mitglied
Registrieren
Registrieren
Mitglied werden
Kostenlos registrieren
Abonnent werden
Unser Angebot
Einstellungen
Einstellungen
Dynamische Kurse 
OFFON
  1. Startseite
  2. Aktien
  3. Deutschland
  4. Xetra
  5. Allianz SE
  6. News
  7. Übersicht
    ALV   DE0008404005   840400

ALLIANZ SE

(ALV)
  Bericht
ÜbersichtKurseChartsNewsRatingsTermineUnternehmenFinanzenAnalystenschätzungenRevisionenDerivate 
ÜbersichtAlle NewsAnalystenempfehlungenAndere SprachenPressemitteilungenOffizielle PublikationenBranchen-NewsMarketScreener Analysen

Die Industrieversicherung wird erheblich teurer

14.10.2020 | 06:57

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Unternehmen rund um den Globus müssen in diesem Jahr trotz angespannter Lage erheblich mehr für ihre Versicherungen bezahlen. Der Hauptgrund: Viele Versicherer haben in den vergangenen Jahren im Geschäft mit Industrie- und Gewerbekunden Verluste eingefahren. "Es wurde über Jahre in der Industrieversicherung kein Geld verdient", sagt Thomas Olaynig, Geschäftsführer des weltweit tätigen Industrieversicherungsmaklers Marsh in Deutschland. "Die Versicherer erhöhen ihre Preise stark und reduzieren die Kapazitäten drastisch."

Für das zweite Quartal beziffert Marsh den durchschnittlichen Preisanstieg in Europa auf 15 Prozent. In den vergangenen Jahren sind die Schäden ganz erheblich gestiegen. "Die eigentlichen Sachschäden machen inzwischen einen viel geringeren Anteil als die durch Betriebsunterbrechung verursachten Schäden", sagt Hans-Jörg Mauthe, Regionalchef für Mittel- und Osteuropa bei der Allianz- Industrieversicherungstochter AGCS in München.

"Das liegt unter anderem an den globalen Lieferketten", sagt Mauthe. "Eine Naturkatastrophe in Asien kann zur Folge haben, dass die Produktion in vielen europäischen Werken unterbrochen wird."

Der Oberbegriff Industrieversicherung beinhaltet mehrere Teilbereiche, die nicht nur für Industrieunternehmen gedacht sind. Dazu gehört die Sachversicherung für Fabriken ebenso wie in jüngerer Zeit die Cyberversicherung gegen Hackerangriffe. Großkunden werden üblicherweise in Konsortialverträgen versichert, um das finanzielle Risiko auf mehrere Versicherungen zu verteilen.

Vor allem die Autoindustrie - und damit deren Versicherer - leidet an einem speziellen Problem: die stetig steigende Zahl der Rückrufe. "Eine fehlerhafte Schraube, die entgegen der Spezifikation korrodiert, kann zum Rückruf von mehreren hunderttausend Fahrzeugen führen", sagt Mauthe.

Dies kann extrem teuer werden, etwa wenn ein Zulieferer mehrere Autohersteller mit dem identischen Produkt beliefert. Eine überschlägige Rechnung: Ein Werkstattbesuch schlägt pro Fahrzeug leicht mit 1000 Euro zu Buche. Wird eine halbe Million Fahrzeuge zurückgerufen, bedeutet das Kosten von einer halben Milliarde Euro.

Gestiegen sind aber auch die rechtlichen Risiken. Dies betrifft sowohl Entschädigungsklagen gegen Unternehmen als auch die Manager-Haftpflicht, die im Versicherungsjargon D&O (Directors & Officers) genannt wird. Vorstände und Geschäftsführer werden häufig verklagt, in vielen Fällen von den eigenen Aufsichtsräten.

Sei es in den vergangenen Jahren noch überwiegend die Sachversicherung gewesen, "so ist es jetzt vor allem in der D&O-Versicherung zu einer ganz massiven Verhärtung gekommen", berichtet Olaynig. "Auch die Haftpflichtsparte ist stark betroffen, auch Cyber wird im Durchschnitt etwas teurer." Laut AGCS-Manager Mauthe gibt es besonders große Sprünge in Großbritannien, aber auch im asiatisch-pazifischen Raum und in den USA.

Besonders teuer war in Deutschland in der D&O-Versicherung beispielsweise das Jahr 2018. Die Schäden überstiegen die Einnahmen der Versicherer in diesem Bereich erheblich, wie aus einer Übersicht des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht.

Die Folge ist, dass manche Versicherer sich aus riskanten Bereichen des Geschäfts mit großen Firmenkunden zurückziehen oder niedrigere Deckung anbieten. "Wir haben einen Kapazitätsrückgang in einigen Bereichen, zum Beispiel in der D&O-Versicherung", sagt Mauthe.

Und nun kommt Corona dazu. "Die Trendumkehr begann schon vor zwei Jahren", sagt Marsh-Geschäftsführer Olaynig. "Aber in diesem Jahr erleben wir vor dem Hintergrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und in Kombination mit Corona für die Fälligkeiten zum 1. Januar 2021 nochmal eine viel stärkere Marktdynamik."

Versicherer und Makler wissen natürlich, dass viele ihrer Kunden in diesem Jahr unter Umsatzeinbrüchen leiden. Doch auch ein Versicherungsunternehmen kann in einem Geschäftsbereich nicht dauerhaft mehr ausgeben als es einnimmt. "Ich sehe im Moment, so leid mir das für unsere Kunden tut, keine Anzeichen einer raschen Trendumkehr", sagt Olaynig.

Corona bedeutet für viele Versicherer eine immense Zusatzbelastung. Nach einer Schätzung der britischen Versicherungsbörse Lloyd's of London könnte Covid-19 für die Branche in diesem Jahr weltweit Kosten von fast 110 Milliarden Dollar bedeuten - und dies, obwohl es für Pandemien bislang nur in geringem Umfang Versicherungsangebote gibt.

Denn Pandemien sind im Branchenjargon "Kumulschäden": Ereignisse, die kumuliert Heerscharen von Kunden gleichzeitig treffen und deswegen immense Kosten verursachen. Da dies für eine Versicherung den Ruin bedeuten kann, ist die Branche bei der Absicherung von Kumulrisiken extrem vorsichtig.

Mehrere Versicherer, darunter der weltgrößte Rückversicherer Munich Re, haben deswegen Vorschläge gemacht, wie Staat und Versicherungswirtschaft die Risiken teilen könnten. In Deutschland ist daraus bislang nichts Konkretes geworden. "Bei uns hat der Dialog, der alle an einen Tisch bringt, leider noch nicht stattgefunden", sagt Olaynig. "Da sehe ich vor allem das Bundesfinanzministerium in der Pflicht."/cho/DP/mis


© dpa-AFX 2020
Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
ALLIANZ SE 0.79%210.5 verzögerte Kurse.4.88%
AXA 0.02%21.77 Realtime Kurse.11.57%
HANNOVER RÜCK SE 0.42%142.45 verzögerte Kurse.9.32%
MÜNCHENER RÜCKVERSICHERUNGS-GESELLSCHAFT 1.19%229.6 verzögerte Kurse.-5.44%
TALANX AG 0.79%35.92 verzögerte Kurse.13.10%
Alle Nachrichten zu ALLIANZ SE
24.07.HINTERGRUND/FRISCHER WIND FÜR DEN DA : Wer steigt im September auf?
DP
23.07.KORREKTUR/GDV : Pflichtversicherung für Elementarschäden allein nicht die Lösung
DP
23.07.ÜBERSCHWEMMUNGEN IN EUROPA : Eine Aneinanderreihung von unglücklichen Ereignisse..
PU
23.07.Börse Stuttgart-News: Aktien weekly
DP
23.07.TEUERSTE NATURKATASTROPHE IN EUROPA : 2002 in Deutschland
DP
22.07.ALLIANZ : gründet neues Ressort Global Commercial
PU
22.07.Berenberg belässt Allianz SE auf 'Buy' - Ziel 250 Euro
DP
22.07.VW-AUFSICHTSRAT : Interner Diesel-Vergleich mit Winterkorn angemessen
AW
22.07.Versicherer R+V zahlt für Unwetterschäden fast 400 Mio Euro
RE
22.07.IRW-PRESS : Halo Collective Inc.: Halo Collective erhält großen White-Label-Vert..
DJ
Weitere Nachrichten
News auf Englisch zu ALLIANZ SE
23.07.PIMCO MUNICIPAL INCOME FUND II : Other Events (form 8-K)
AQ
22.07.DGAP-PVR : Symrise AG: Release according to Article 40, Section 1 of the WpHG [t..
DJ
22.07.ALLIANZ : establishes new Global Commercial division
PU
21.07.ALLIANZ : announces change of personnel
PU
21.07.FLOODS IN EUROPE : A series of unfortunate events
PU
21.07.DGAP-PVR : Allianz SE: Release according to -4-
DJ
21.07.DGAP-PVR : Allianz SE: Release according to -3-
DJ
21.07.DGAP-PVR : Allianz SE: Release according to -2-
DJ
21.07.DGAP-PVR : Allianz SE: Release according to Article 40, Section 1 of the WpHG [t..
DJ
20.07.Wall Street closes higher, Treasury yields rebound despite COVID variant fear..
RE
Weitere Nachrichten auf Englisch
Finanzkennziffern
Umsatz 2021 143 Mrd. 168 Mrd. 155 Mrd.
Nettoergebnis 2021 8 513 Mio 10 018 Mio 9 210 Mio
Nettoverschuldung 2021 22 399 Mio 26 359 Mio 24 233 Mio
KGV 2021 10,2x
Dividendenrendite 2021 4,94%
Marktkapitalisierung 86 736 Mio 102 Mrd. 93 839 Mio
Marktkap. / Umsatz 2021 0,76x
Marktkap. / Umsatz 2022 0,73x
Mitarbeiterzahl 150 269
Streubesitz 99,9%
Chart ALLIANZ SE
Dauer : Zeitraum :
Allianz SE : Chartanalyse Allianz SE | MarketScreener
Vollbild-Chart
Chartanalyse-Trends ALLIANZ SE
KurzfristigMittelfristigLangfristig
TrendsFallendNeutralAnsteigend
Ergebnisentwicklung
Analystenschätzung
Verkaufen
Kaufen
Durchschnittl. Empfehlung AUFSTOCKEN
Anzahl Analysten 23
Letzter Schlusskurs 210,50 €
Mittleres Kursziel 235,29 €
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 11,8%
Revisionen zum Gewinn je Aktie
Vorstände und Aufsichtsräte
Oliver Bäte Chief Executive Officer
Giulio Terzariol CFO, Head-Finance, Controlling & Risk
Michael Diekmann Chairman-Supervisory Board
Barbara Karuth-Zelle Chief Operating Officer
Renate Wagner Head-Human Resources, Legal & Compliance
Branche und Wettbewerber